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            <titleStmt>
                <title>Brief von Karl Bernhard Ritter an Paul Tillichvom 24. Juni 1948</title>
                <author ref="#tillich_person_id__1617">Karl Bernhard Ritter</author>
                <respStmt>
                    <resp>Editor</resp>
                    <name key="https://orcid.org/0009-0000-1606-0460">Cem Ölmez</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                        1933–1951</title>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>
                    <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
                    <address>
                        <street>Schenkenstraße 8–10</street>
                        <postCode>1010</postCode>
                        <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                            <settlement>Wien</settlement>
                            <country>Österreich</country>
                        </placeName>
                    </address>
                </publisher>
                <availability>
                    <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative
                        Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
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                <msDesc type="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <country>Deutschland</country>
                        <settlement ref="#tillich_place_id__">Schleswig</settlement>
                        <institution>Schleswig-Holstein'sches Landesarchiv</institution>
                        <repository>Michaelsbruderschaft</repository>
                        <collection>Tillich, Paul, 1886–1965. Papers, 1894–1974.</collection>
                        <idno>Abt. 423.2/Nr. 1742</idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Brief, maschinenschriftlich; Unterschrift eigenhändig; adressiert:
                                <q>Herrn Professor Dr. Paul <hi rend="g">Tillich</hi>, Hotel Ritter,
                                    <hi rend="u"><hi rend="g">Marburg</hi>/Lahn.</hi></q></p>
                    </physDesc>
                </msDesc>
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        <encodingDesc>
            <projectDesc>
                <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933–1951.</p>
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            <editorialDecl>
                <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
                    https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
            </editorialDecl>
        </encodingDesc>
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            <correspDesc>
                <correspAction type="sent">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1617">Karl Bernhard Ritter</persName>
                    <date when="1948-06-24">24.06.1948</date>
                </correspAction>
                <correspAction type="received">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
                    <placeName ref="#tillich_place_id__279">Marburg an der Lahn</placeName>
                </correspAction>
            <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1617">Korrespondenz mit Karl Bernhard Ritter</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1617" target="L00242.xml">Postkarte von Karl Bernhard Ritter an Paul Tillich vom 14. November 1907 [PS]</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1617" target="L11278.xml">Brief von Karl Bernhard Ritter (unklar) an Paul Tillich vom 17. Januar 1949</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L11167.xml">Brief von Fedor Stepun an Paul Tillich vom 24. Juni 1948</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L11169.xml">Dienstanweisung von dem Office of Military Government for Germany (U. S.) an Paul Tillichvom 25. Juni 1948</ref></correspContext></correspDesc>
            <langUsage>
                <language ident="deu">Deutsch</language>
            </langUsage>
        <creation><date type="sort" when="1948-06-24"/></creation></profileDesc>
        <revisionDesc status="approved">
            <change when="2026-05-24" who="CO">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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    <text type="letter">
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                <pb n="1"/>
                <opener><dateline><date when="1948-06-24">24. Juni
                        1948</date>.</dateline><salute>Lieber <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paul Tillich</rs>!</salute>
                </opener>
                <p>Wenn Du Lust hast und Dich ohne Überforderung an Deine Kraft und Zeit dazu frei
                    machen kannst, wäre es wunderschön, wenn wir Dich noch einmal zu einem
                    Abschiedabend bei uns haben könnten. Rufe mich doch bitte an, damit wir eine
                    Verabredung treffen können. Ich bin voraussichtlich vom <date when="1948-08-01">1. August</date> ab für 14 Tage im Ordenshaus <rs ref="#tillich_place_id__1578" type="place">Assenheim</rs> zur Leitung von
                    Geistlichen Wochen,<note type="ea">In den Jahren 1946 bis 1951 wurde das Schloss
                        Assenheim von der Michaelsbruderschaft gemietet und als Ordenshaus
                        genutzt.</note> in den Tagen vorher könnte ich mich nach Deinen Wünschen
                    richten. Besetzt bin ich auch am <date from="1948-07-13" to="1948-07-14">13./14<supplied>.</supplied></date> und <date from="1948-07-17" to="1948-07-18">17./18. Juli</date>, sonst läuft nur der normale Dienst. Es
                    wäre schön, wenn Du in <rs type="work" ref="#tillich__73VWJK9M">mein Buch über
                        Meditation</rs> hineingesehen und wenigstens die grundsätzlichen
                    Ausführungen überflogen hättest und ich Dich dazu sprechen könnte, da ich in den
                    nächsten Jahren wahrscheinlich meine Hauptarbeit auf die Frage der geistlichen
                    Übung richten werde, die ja z. B. in der anglikanischen Kirche – wie weit in der
                    amerikanischen weiß ich nicht – eine viel breitere Tradition hat <del rend="s">las</del> als bei uns in <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs>. Mir scheint insbesondere die spanisch-französische
                    Tradition der Mystik des Karmel (<rs ref="#tillich_person_id__4091" type="person">Johannes vom Kreuz</rs>) erheblichen Einfluß auf die
                    Anglikaner gewonnen zu haben. Kennst Du das vortreffliche Buch des schweizer
                    Reformierten <hi rend="g"><rs ref="#tillich_person_id__5146" type="person">Nigg</rs></hi>
                    <q><rs type="work" ref="#tillich__GHSNCKVW">Große Heilige</rs></q>? In ihm
                    scheint mir in sehr bedeutsamer, für den Protestanten überraschender Weise die
                    Dimension des Heiligen als des Ortes echter Offenbarungskorrelation neu
                    erschlossen zu werden.</p>
                <p>In Deiner letzten Kollegstunde machtest Du einige Bemerkungen über das Gebet. Sie
                    sind hoffentlich nicht so zu verstehen, wie Deine Formulierungen es immerhin
                    nicht verwehrten, daß es sich beim Gebet um eine lediglich subjektive Aktion,
                    eine reine Frage der <sic>supjektiven</sic> Diskoniertheit und nicht um einen
                    echten, d. h. wirksamen Akt der Begegnung handelt. Mir ist ins besondere im
                    Laufe der Jahre die reale Bedeutung und Wirksamkeit der Fürbitte immer wichtiger
                    geworden. Spezialfall ist die Fürbitte für die Verstorbenen. Ich glaube, daß für
                    sie die Fürbitte eine geradezu unentbehrliche Zuleitung geistlicher Nahrung
                    darstellt. Aber auch sonst ist mir das Bild der Nahrungsaufnahme für alle
                        Gebet<supplied>e</supplied> immer wichtiger. Extremer Fall: die zuverlässig
                    bezeugten Daten aus einigen Heiligenleben, z. B. <del rend="s">No</del>
                    <rs ref="#tillich_person_id__5147" type="person">Nikolaus von der Flüe</rs>,
                    nach denen diese Heiligen durch viele Jahre hindurch ohne jede materielle
                    Nahrungsaufnahme gelebt haben. Dieser Fall scheint mir nicht Kuriosität,
                        sonder<supplied>n</supplied> Zeichen dafür, was das Gebet einschließlich des
                    sakramentalen Lebens, überhaupt ist.</p>
                <closer><salute>Mit herzlichem Gruß</salute><signed>Dein <lb/><hi rend="hand"><rs ref="#tillich_place_id__1617" type="person">Ritter</rs></hi></signed>
                </closer>
            </div>
        </body>
    <back><listBibl><biblStruct type="book" xml:id="tillich__73VWJK9M" corresp="http://zotero.org/groups/5701116/items/73VWJK9M" n="Ritter, Über die Meditation als Mittel der Menschenbildung, 1947">
          <monogr>
            <title level="m">Über die Meditation als Mittel der Menschenbildung</title>
            <author>
              <forename>Karl Bernhard</forename>
              <surname>Ritter</surname>
            </author>
            <imprint>
              <pubPlace>Kassel</pubPlace>
              <publisher>Stauda</publisher>
              <date>1947</date>
            </imprint>
          </monogr>
        </biblStruct>
        <biblStruct type="book" xml:id="tillich__GHSNCKVW" corresp="http://zotero.org/groups/5701116/items/GHSNCKVW" n="Nigg, Große Heilige, 1946">
          <monogr>
            <title level="m">Große Heilige</title>
            <author>
              <forename>Walter</forename>
              <surname>Nigg</surname>
            </author>
            <imprint>
              <pubPlace>Zürich</pubPlace>
              <publisher>Artemis-Verlag</publisher>
              <date>1946</date>
            </imprint>
          </monogr>
        </biblStruct>
        </listBibl><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__4091">
                  <persName>Johannes vom Kreuz</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Johannes vom Kreuz (24. Juni 1542 – 14. Dezember 1591) war ein spanischer Karmelit, Mystiker und Dichter der Gegenreformation. Als Mitbegründer des Ordens der Unbeschuhten Karmeliten und enger Weggefährte der Teresa von Ávila verband er asketische Strenge mit poetischer Ausdruckskraft. Seine Schriften, darunter Die dunkle Nacht und Aufstieg zum Berge Karmel, gelten als Höhepunkte christlicher Mystik. Johannes wurde 1726 heiliggesprochen und 1926 zum Kirchenlehrer erhoben.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__5146">
                  <persName>Nigg, Walter</persName>
                  <occupation>Evangelischer reformierter Theologe</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/127688757</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__5147">
                  <persName>Nikolaus von der Flüe</persName>
                  <occupation>Heiliger</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118588087</idno>
               </person>
               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__122">
                  <placeName>Deutschland</placeName>
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