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            <titleStmt>
                <title>Brief von Rudolph Edward Morris an Paul Tillichvom 11. Februar 1948</title>
                <author ref="#tillich_person_id__3474">Rudolph Edward Morris</author>
                <respStmt>
                    <resp>Editor</resp>
                    <name key="https://orcid.org/0009-0000-1606-0460">Cem Ölmez</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                        1933–1951</title>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>
                    <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
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                        <street>Schenkenstraße 8–10</street>
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                            <settlement>Wien</settlement>
                            <country>Österreich</country>
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                </publisher>
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                    <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative
                        Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
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                <msDesc type="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <country>USA</country>
                        <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                        <institution>Harvard University</institution>
                        <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                        <collection>Tillich, Paul, 1886–1965. Papers, 1894–1974.</collection>
                        <idno>bMS 649/167 (66)</idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Brief, maschinenschriftlich; Briefkopf, Schlussgruß und Unterschrift
                            eigenhändig; Briefkopf: <q>Marquette University, Milwaukee 3,
                            Wisc.</q></p>
                    </physDesc>
                </msDesc>
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            <projectDesc>
                <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933–1951.</p>
            </projectDesc>
            <editorialDecl>
                <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
                    https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
            </editorialDecl>
        </encodingDesc>
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                <correspAction type="sent">
                    <persName ref="#tillich_person_id__3474">Rudolph Edward Morris</persName>
                    <placeName ref="#tillich_place_id__795">Milwaukee, Wisc.</placeName>
                    <date when="1948-02-11">11.02.1948</date>
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                <correspAction type="received">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
                </correspAction>
            <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__3474">Korrespondenz mit Rudolph Edward Morris</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__3474" target="L11008.xml">Brief von Rudolph Edward Morris an Paul Tillich vom 29. September 1946</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L11122.xml">Brief von Secretary of Paul Tillich an G. George Foxvom 16. Januar 1948</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L11124.xml">Brief von Leo Löwenthal an Paul Tillichvom 16. Februar 1948</ref></correspContext></correspDesc>
            <langUsage>
                <language ident="deu">Deutsch</language>
            </langUsage>
        <creation><date type="sort" when="1948-02-11"/></creation></profileDesc>
        <revisionDesc status="approved">
            <change when="2026-05-16" who="CO">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text type="letter">
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                <opener>
                    <dateline><date when="1948-02-11">11.II.48</date></dateline><salute>Lieber
                        Freund <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Tillich</rs>:</salute>
                </opener>
                <p>Sie erwarten zu viel von mir. Ich weiss fast gar nichts über <rs ref="#tillich_person_id__1537" type="person">Przywara</rs>. Trotzdem
                    antwortete ich dem Yale Mann<note type="ea">Konnte nicht ermittelt
                        werden.</note> und sagte ihm einiges, besonders empfahl ich ihm, <rs ref="#tillich_person_id__1105" type="person">Helmuth Kuhn</rs> und <rs ref="#tillich_person_id__5074" type="person">Maximilian Back</rs> zu
                    konsultieren.</p>
                <p>Mein Bedauern, Sie nie erreichen zu können bei meinen verschiedenen Aufenthalten
                    in <rs ref="#tillich_place_id__319" type="place">New York</rs>, war gemildert
                    durch die Befriedigung, die ich empfand ob der Tatsache, dass Sie on sabbatical
                    leave waren.</p>
                <p>Ich hoffe, dass es Ihnen jetzt sehr gut geht – mit diesem Urlaub im Rücken. Und
                    den Ihren auch.</p>
                <p>Von mir kann ich Gutes berichten. Ich bin seit September assistant professor for
                    sociology at Marquette University und werde im Juni ein associate sein. Ich habe
                    grösseren Erfolg in meiner Arbeit, als ich erwarten konnte. Meine Studenten
                    schicken mir anonym Schlipse und Zigaretten und geben unanonym ihrer
                    Befriedigung über meine Kurse Ausdruck. Die Kollegen haben zu einem
                    beträchtlichen Teil ein sehr gutes Niveau, und ich finde Anregung. Ich bin zu
                    75% in social science und zu 25% in political science (current international
                    problems). Ich betrachte es als eine nicht unkomische Seite meines Erfolgs, dass
                    ich nächste Woche der Redner des Eagle's Luncheon Club on the Air sein
                    werde (Atomic Energy and our Responsibilities).</p>
                <p>Ich fühle mich an Marquette freier, als ich mich wahrscheinlich an Fordham fühlen
                    würde. Zu traurig, dass Marquette nicht in <rs ref="#tillich_place_id__319" type="place">N. Y.</rs> ist.</p>
                <p>Ich fange gar nicht erst an, in diesem kurzen Brief etwas zu sagen über die
                    Weltlage und über den Geist, der <q>unser</q> Vaterland durchweht. Ich betrachte
                    Soziologie manchmal als eine Art escape from despair, weil ich als Soziologe
                    nicht nur das Recht, sondern die Pflicht habe, <del rend="s">zu fragen</del>
                    nach den Ursachen zu fragen, die es zuwege bringen, dass Dummheit die Welt
                    regiert und dass die herrschenden Gruppen sich am besten gesichert fühlen, wenn
                    sie sich der niederen Instinkte im Menschen und seiner Vorurteile als Waffen
                    bedienen. Solche Forschung verändert nicht die Welt, aber gibt dem Forschenden
                    Beruhigung. Und nebenbei kann es vielleicht ein ganz, ganz klein wenig helfen,
                    das Denken junger Menschen zu verbessern. So versuche ich gerade jetzt, mit
                    meinen Studenten ein Bild der Welt zu entwickeln, wie sie um das Jahr 2000
                    aussehen wird (wenn sie dann noch existiert). Die Studenten sollen erkennen,
                    dass der Gegensatz: <rs ref="#tillich_place_id__684" type="place">Amerika</rs> –
                        <rs ref="#tillich_place_id__376" type="place">Russland</rs> kein absoluter
                    ist, sondern nur eine Phase eines lang ausgezogenen Prozesses darstelltund dass
                    das Schwergewicht in 2000 wohl in <rs ref="#tillich_place_id__738" type="place">China</rs> und <rs ref="#tillich_place_id__772" type="place">Indien</rs>
                    liegen wird und nicht in <rs ref="#tillich_place_id__684" type="place">USA</rs>.</p>
                <closer>
                    <salute><hi rend="hand">Sehr herzlich</hi></salute>
                    <signed>
                        <hi rend="hand">Ihr<lb/><rs ref="#tillich_person_id__3474" type="person">Rudolph E. Morris</rs></hi></signed>
                </closer>
            </div>
        </body>
    <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__5074">
                  <persName>Back, Maximilian</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3474">
                  <persName>Morris, Rudolph Edward</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1105">
                  <persName>Kuhn, Helmut</persName>
                  <occupation>Deutscher Philosoph</occupation>
                  <note type="bio">
                     <p>Helmut Kuhn (22. März 1899 – 2. Oktober 1991) war ein deutscher Philosoph, der nach seiner Emigration 1938 in den USA zu einem wichtigen Vermittler zwischen kontinentaler und amerikanischer Geisteswelt wurde. Nach Professuren in Chapel Hill und Atlanta kehrte er 1949 nach Deutschland zurück, wo er an den Universitäten Erlangen und München lehrte. Als Mitbegründer der Philosophischen Rundschau und Präsident der Allgemeinen Gesellschaft für Philosophie prägte er das philosophische Leben der Nachkriegszeit; sein Denken verband Freiheitsphilosophie, Kulturkritik und eine existentiell verstandene Anthropologie.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1537">
                  <persName>Przywara, Erich</persName>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118742116</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Erich Przywara (12. Oktober 1889 – 28. September 1972) war ein deutscher Jesuit, Philosoph und Theologe, geboren in Kattowitz. 1908 trat er dem Orden bei, studierte Philosophie und Theologie in den Niederlanden, empfing 1920 die Priesterweihe und promovierte 1921. Als Redakteur der Stimmen der Zeit prägte er von 1922 bis zum Verbot der Zeitschrift 1941 die geistigen Debatten seiner Zeit. Bei den Davoser Hochschulwochen 1928 und 1929 traf er unter anderem Paul Tillich und Martin Heidegger. Sein Denken entstand im Austausch mit Scheler, Husserl, Edith Stein, Buber und Barth. Hauptwerk blieb die 1932 erschienene Analogia entis.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__684">
                  <placeName>Vereinigte Staaten von Amerika</placeName>
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                     <geo>39.76000 -98.50000</geo>
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                  <placeName>Russland</placeName>
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                  <placeName>Indien</placeName>
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                  <placeName>China</placeName>
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                  <placeName>New York City</placeName>
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