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                <title>Brief von Kurt von Fritz an Paul Tillichvom 19. Juni 1947</title>
                <author ref="#tillich_person_id__4922">Kurt von Fritz</author>
                <respStmt>
                    <resp>Editor</resp>
                    <name key="https://orcid.org/0009-0000-1606-0460">Cem Ölmez</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                        1933–1951</title>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>
                    <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
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                        <street>Schenkenstraße 8–10</street>
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                            <settlement>Wien</settlement>
                            <country>Österreich</country>
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                    </address>
                </publisher>
                <availability>
                    <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative
                        Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
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                <msDesc type="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <country>USA</country>
                        <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                        <institution>Harvard University</institution>
                        <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                        <collection>Tillich, Paul, 1886–1965. Papers, 1894–1974.</collection>
                        <idno>bMS 649/201 (19)</idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Brief, eigenhändig; Briefkopf: <q>Columbia University in the City of New
                                York, [NEW YORK 27, N. Y.], DEPARTMENT OF GREEK AND LATIN</q></p>
                    </physDesc>
                </msDesc>
            </sourceDesc>
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            <projectDesc>
                <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933–1951.</p>
            </projectDesc>
            <editorialDecl>
                <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
                    https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
            </editorialDecl>
        </encodingDesc>
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            <correspDesc>
                <correspAction type="sent">
                    <persName ref="#tillich_person_id__4922">Kurt von Fritz</persName>
                    <placeName ref="#tillich_place_id__1443">New Rochelle, N. Y.</placeName>
                    <date when="1947-06-19">19.06.1947</date>
                </correspAction>
                <correspAction type="received">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
                </correspAction>
            <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__4922">Korrespondenz mit Kurt von Fritz</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__4922" target="L11106.xml">Brief von Paul Tillich an Kurt von Fritzvom 25. August 1947</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L11537.xml">Rundbrief von Paul Tillich mit Zusatz an von Juni 1947</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L11093.xml">Brief von Hans Christoph von Hase an Paul Tillich vom 8. Juli 1947</ref></correspContext></correspDesc>
            <langUsage>
                <language ident="deu">Deutsch</language>
            </langUsage>
        <creation><date type="sort" when="1947-06-19"/></creation></profileDesc>
        <revisionDesc status="approved">
            <change when="2026-04-17" who="CO">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text type="letter">
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                <opener>10 Aviemore Dr.<lb/>
                    <rs ref="#tillich_place_id__1443" type="place">New Rochelle</rs>, <rs ref="#tillich_place_id__865" type="place">N. Y.</rs>
                    <dateline>102 Philosophy Hall<lb/><date when="1947-06-19">19. Juni
                        1947</date>.</dateline><salute>Lieber <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Herr Tillich</rs>:</salute>
                </opener>
                <p>Seit unserem Zusammentreffen im Faculty Club habe ich nicht mehr direkt von Ihnen
                    gehört. Doch wurde mir gesagt, Sie seien nicht nach <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> gegangen und
                    verbrächten Ihre Ferien in <rs ref="#tillich_place_id__769" type="place">East
                        Hampton</rs>, <rs ref="#tillich_place_id__1388" type="place">L. I.</rs></p>
                <p>Vor einiger Zeit haben wir hier eine <rs ref="#tillich_person_id__5007" type="person">Frau Fröhlich</rs> kennen gelernt. Sie ist erst vor kurzem
                    nach <rs ref="#tillich_place_id__684" type="place">Amerika</rs> gekommen:
                        <unclear>auf</unclear> Besuchsvisum. Sie ist Deutsche, hat aber den Krieg in
                        <rs ref="#tillich_place_id__818" type="place">Holland</rs> verbracht, wo sie
                    mit ihrem Mann von den Nazis verfolgt wurde und von den Holländern
                        <unclear>verborgen</unclear> gehalten wurde. Ihr Mann ist jetzt im Dienst
                    der Engländer in <rs ref="#tillich_place_id__306" type="place">München</rs>. Sie
                    scheint eine sehr nette und feine Frau zu sein, und hat mich gebeten, sie
                        <unclear>bei</unclear> Ihnen einzuführen, da sie Sie gern in einigen
                    Angelegenheiten, vor allem wegen Ihres Mannes, der im Winter zu Besuch
                    herüberkommen will, um Rat fragen möchte. Würden Sie so freundlich sein, Ihr
                    eine Audienz zu gewähren? Sie wäre wohl auch bereit nach <rs ref="#tillich_place_id__769" type="place">East Hampton</rs><pb n="2"/>
                    hinauszukommen und wird Ihnen wohl auch selbst schreiben.</p>
                <p>Wie Sie sehen, ist aus meiner Reise nach <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> diesen Sommer auch nichts geworden. Das State
                    Department hat mir sehr freundlich geschrieben. Aber die <unclear>¿¿¿ ¿¿¿ of
                        ¿¿¿</unclear> haben überhaupt nicht von sich hören lassen. Es scheint eine
                    allgemeine inoffizielle Sperre zu sein, offenbar weil man niemand Einblick in
                    die schrecklichen Zustände in <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> geben will, der dann hier darüber schreiben könnte. Ich
                    komme immer mehr zu der Ueberzeugung, daß keinerlei Direktiven von <rs ref="#tillich_place_id__554" type="place">Washington</rs> oder
                    Lebensmittelsendungen den Zustand in <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> verbessern können, so lange man sich nicht
                    entschließt, die Mehrzahl des alliierten Verwaltungspersonals in <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> zu ersetzen. Sie
                    sind dafür ausgesucht worden, eine <unclear>Morgenthaupolitik</unclear><note type="ea">Der nach dem US-Finanzminister Henry Morgenthau benannte
                            <q>Morgenthau-Plan</q> bezeichnet das 1944 entworfene Vorhaben, nach
                        Kriegsende aus dem Deutschen Reich einen Agrarstaat ohne militärisches
                        Potenzial zu machen, um langfristig einen erneuten Angriffskrieg zu
                        verhindern.</note> durchzuführen und weiter danach indoktriniert worden;
                    einschließlich <rs ref="#tillich_person_id__5008" type="person">Herrn Clay</rs>;
                    auch sie werden deshalb immer mehr oder minder eine solche Politik treiben, was
                    immer auch die neuen Direktiven sein werden, die ihnen gegeben werden. Es ist
                    höchste Zeit, daß eine neue Garnitur von Beamten hinübergeschickt wird, wenn je
                    Aussicht auf <unclear>Besserung</unclear> sein soll.</p>
                <p>Es würde mich sehr freuen, gelegentlich von Ihnen zu hören.</p>
                <closer>
                    <salute>Mit herzlichen Grüßen</salute>
                    <signed>Ihr,<lb/>
                        <rs ref="#tillich_person_id__4922" type="person">Kurt von
                        Fritz</rs>.</signed>
                </closer>

            </div>
        </body>
    <back><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__1443">
                  <placeName>New Rochelle (NY)</placeName>
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                  <placeName>Holland</placeName>
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                  <placeName>Vereinigte Staaten von Amerika</placeName>
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                  <placeName>Deutschland</placeName>
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                  <persName>Fritz, Kurt von</persName>
                  <occupation>Klassischer Philologe</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/116825863</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
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                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__5008">
                  <persName>Clay, Lucius Dubignon</persName>
                  <occupation>General der US Army</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118521136</idno>
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                  <persName>Fröhlich, ???</persName>
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