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                <title>Rundbrief von Paul Tillichvon Juni 1947</title>
                <author ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</author>
                <respStmt>
                    <resp>Editor</resp>
                    <name key="https://orcid.org/0009-0000-1606-0460">Cem Ölmez</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                        1933–1951</title>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>
                    <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
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                        <street>Schenkenstraße 8–10</street>
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                        <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                            <settlement>Wien</settlement>
                            <country>Österreich</country>
                        </placeName>
                    </address>
                </publisher>
                <availability>
                    <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative
                        Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
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                <msDesc type="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <country>USA</country>
                        <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                        <institution>Harvard University</institution>
                        <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                        <collection>Tillich, Paul, 1886–1965. Papers, 1894–1974.</collection>
                        <idno>bMS 649/122(57)</idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Brief, maschinenschriftlich</p>
                    </physDesc>
                    <additional>
                        <listBibl>
                            <biblStruct type="monograph" n="firstPrint">
                                <!-- In der Publikation wurden zwei Rundbriefe (Ende 1946/Anfang 1947 und Juni 1947) zusammengelegt -->
                                <monogr>
                                    <author>Paul Tillich</author>
                                    <editor>Renate Albrecht/Margot Hahl (Hg.)</editor>
                                    <title> Ein Lebensbild in Dokumenten. Briefe, Tagebuch-Auszüge,
                                        Berichte </title>
                                    <edition>Erste Auflage</edition>
                                    <imprint>
                                        <publisher>De Gruyter (Evangelisches
                                            Verlagswerk)</publisher>
                                        <pubPlace ref="#tillich_place_id__143">Frankfurt a. M.
                                            <!-- (Stuttgart (id__420)) --></pubPlace>
                                        <date when="1980">1980</date>
                                        <biblScope>303–305</biblScope>
                                    </imprint>
                                </monogr>
                                <series>
                                    <title> Ergänzungs- und Nachlassbände zu den gesammelten Werken
                                        von Paul Tillich </title>
                                    <biblScope>V</biblScope>
                                </series>
                            </biblStruct>
                        </listBibl>
                    </additional>
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        </fileDesc>
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            <projectDesc>
                <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
            </projectDesc>
            <editorialDecl>
                <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
                    https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
            </editorialDecl>
        </encodingDesc>
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            <correspDesc>
                <correspAction type="sent">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
                    <placeName ref="#tillich_place_id__319">New York</placeName>
                    <date when="1947-06">06/1947</date>
                </correspAction>
            <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__">Korrespondenz mit </ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__" target="L11015.xml">Rundbrief von Paul Tillich vom 12. Oktober 1946</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__" target="L11274.xml">Brief von Paul Tillich an To Whom It May Concern vom zwischen 20.03.1949 und 25.04.1949</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L11085.xml">Brief von Max Horkheimer an Paul Tillich vom 28. Mai 1947</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L11087.xml">Brief von Paul Tillich an Hannah Arendtvon Juni 1947</ref></correspContext></correspDesc>
            <langUsage>
                <language ident="deu">Deutsch</language>
            </langUsage>
        <creation><date type="sort" when="1947-06-01"/></creation></profileDesc>
        <revisionDesc status="approved">
            <change when="2026-04-30" who="CO">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text type="letter">
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            <div type="writingSession">
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                <opener><dateline><date when="1947-06">Juni 1947</date></dateline><salute>Liebe
                        Freunde:</salute></opener>
                <p>Dies ist der dritte Brief, den ich an viele von Euch sende. Ich weiss, ein
                    Rundbrief ist weniger als ein persönlicher Brief, selbstwenn persönliche Worte
                    hinzugefügt sind. Aber ich hoffe, es ist mehr als gar nichts. Und <q>gar
                        nichts</q> wäre die andere Alternative. Es ist schwer für irgend jemand, der
                    es nicht selbst erfahren hat, sich eine Vorstellung von dem Leben in <rs ref="#tillich_place_id__319" type="place">New York</rs> zu machen. Mein
                    Studio ist die Verbindung eines deutschen Studierzimmers und des Office eines
                    Privathaushaltes und eines Klub-Hauses. Ich habe eine (stundenweise) deutsche
                    Sekretärin<!-- <rs ref="#tillich_person_id__3339" type="person">Hilde Fränkel</rs> -->
                    und zwei Assistenten für Kollegs, Examina, wissenschaftliche Arbeiten etc.
                    Schlimm ist, dass <rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Hannah</rs>
                    keinerlei Hilfe nehmen kann, statt dessen im Juli und August als Assistentin in
                    ein Kinder-Camp gehen muss (und <rs ref="#tillich_person_id__1927" type="person">Renè</rs> mitnimmt). Auf diese Weise spart sie Geld und wir können unser
                    Häuschen in <rs ref="#tillich_place_id__769" type="place">East Hampton</rs> (bis
                    auf mein Zimmer) während dieser Monate vermieten. Ich schreibe dies, um zu
                    begründen, warum es mit einem Professoren Gehalt in <rs ref="#tillich_place_id__684" type="place">Amerika</rs> schlechterdings
                    unmöglich ist, viele Pakete zu schicken. Uns zerreisst es oft das Herz, wenn wir
                    denken was wir alles tun sollten und nicht tun können. Gelegentlich ist es mir
                    gelungen, Studenten- und andere Gruppen zu veranlassen, bestimmte Freunde zu
                    übernehmen. Aber auch das hat seine Grenze. Also glaubt mir, dass das Ausbleiben
                    von Paketen nicht böser Wille ist!</p>
                <p>Viele von Euch haben mir geschrieben, dass sie sich auf mein Kommen in diesem
                    Sommer freuen. Das war eine der beglückendsten Erfahrungen aus der Korrespondenz
                    mit deutschen Freunden. Mir ging das Herz bei jedem einzelnen auf und ich
                    versuchte, <sic>mit</sic> das Wiedersehen auszumalen. Aber es ist nichts daraus
                    geworden. Im April war es so weit, dass ich das Reisegeld von den Kirchen (mit
                    einem kirchlichen Auftrag) bewilligt bekommen hatte. Dann kam die Regulation von
                    den Behörden, die im Augenblick jede derartige <q>Mission</q> unmöglich macht.
                    Wann sich das ändern wird, weiss ich nicht. Man erwartet, im Herbst. Für mich
                    würde das bedeuten, dass ich nicht vor Mai 1948 kommen könnte. Ich werde schon
                    in den nächsten Wochen eine Schiffs-Reservation nehmen und alles, was möglich
                    ist vorbereiten. Ich könnte dann bis Ende September bleiben. Aber es ist
                    unsicher.</p>
                <p>In <hi rend="u">einer</hi> Beziehung bin ich trotz aller Enttäuschung mit dem
                    Gang der Dinge einverstanden: Er gibt mir eine ununterbrochene Zeit, von jetzt
                    an bis nach Weihnachten an meiner <q>Systematischen Theologie</q> zu schreiben,
                    die wahrscheinlich in 2 Bänden bei der Chicago University Press herauskommen
                    wird. Ich sitze seit Ende Mai telefonfrei in meinem Zimmer in <rs ref="#tillich_place_id__769" type="place">East Hampton</rs> und habe ausser
                    etwas Gartenarbeit keine Verpflichtungen, die mich von der wissenschaftlichen
                    Arbeit abhalten könnten. Auf einem selbstgezimmerten Bücherbord steht eine
                    kleine Bibliothek, darin sämtliche Bände von <rs ref="#tillich_person_id__137" type="person">Barth</rs>'s <q>Dogmatik</q>, die jetzt zum ersten Mal
                    hier verfügbar ist. Mir ist wie vor einer Fahrt ins Unbekannte, obgleich ein
                    rührender Assistent von mir jedes Wort meines Kollegs über systematische
                    Theologie mitgeschrieben und ausgetippt hat. Aber ich ahne Untiefen und Klippen
                    hinter jedem meiner Leitsätze (die allein 200 Tippseiten ausmachen). Von
                    September an werden <rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Hannah</rs>
                    und <rs ref="#tillich_person_id__1927" type="person">René</rs> mit mir hier
                    sein; <rs ref="#tillich_person_id__1927" type="person">René</rs> wird für das
                    halbe Jahr in die hiesige, sehr gute Volksschule gehen. <rs ref="#tillich_person_id__570" type="person">Erdmuthe</rs> wird mit einer
                    Freundin in unserer (sonst auch vermieteten) New Yorker Wohnung wohnen. Während
                    des Sommers wird sie sich irgendwo Geld verdienen.</p>
                <p>Die meisten Antworten auf meinen <rs ref="#L11041 #L10892" type="letter">zweiten
                    Rundbrief</rs> haben bestritten, dass eine tiefe Kluft zwischen Euch und uns
                    besteht.<pb n="2"/> Ich bin sehr froh über diese Feststellung, obgleich ich
                    nicht ganz sicher bin, dass es so ist, und glaube, was einige geschrieben haben,
                    dass man miteinander sprechen muss<supplied>,</supplied> um zu wissen, inwieweit
                    man zusammen gehört! Inzwischen bleibt nichts übrig als durch Schreiben diesen
                    oder jenen centralen Punkt zu klären. – Am wichtigsten war mir die Reaktion auf
                    meine Frage nach der Möglichkeit eines <q>horizontalen</q> (gestaltenden Denkens
                    in der gegenwärtigen europäischen Situation. Fast durchweg wurde die <hi rend="u">reine</hi> Vertikale (Transcendenz) abgelehnt.<note type="ea">Vgl.
                            hierzu: <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paul Tillich</rs>:
                            <rs type="work" ref="#tillich__GNPFJ2B4">Vertical and Horizontal
                                Thinking</rs> (1945/46).</note> Auch darüber bin ich sehr froh, und
                    besonders, wenn von vielen Seiten auf unsere Arbeit in den Jahren vor <rs ref="#tillich_person_id__910" type="person">Hitler</rs> als wertvoll für die
                    gegenwärtige Lage hingewiesen wurde. Mir war und ist das überraschend, und ich
                    bin auch hier nicht so sicher wie diejenigen, die über Wiederdrucke unserer
                    damaligen Schriften verhandeln. Aber das kann nur von Euch entschieden
                    werden.</p>
                <p>Die Frage ist, wie soll die <q>Horizontale</q>, das Gestaltungsziel, aussehen?
                    Wie unsere alten Programme, die ja an <hi rend="u">einem</hi> Platz in der Welt,
                    in <rs ref="#tillich_place_id__503" type="place">England</rs>, wenigstens
                    teilweise in die Praxis übersetzt werden?<note type="ea"><rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Tillich</rs> bezieht sich
                        hier vermutlich auf die Errichtung eines steuerfinanzierten
                        Gesundheitssystems, das 1948 in <rs ref="#tillich_place_id__503" type="place">England</rs> entsprechend der Empfehlungen des
                        Beveridge-Reports eingeführt wurde.<lb/>Vgl. hierzu auch den – von <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Tillich</rs> maßgeblich
                        mitverfassten – <q><rs ref="#tillich__AGKCMVAA" type="work">Report of the
                            Section on Church, Community and State in Relation to the Economic
                            Order</rs></q> von der Weltkirchenkonferenz 1937 in <rs ref="#tillich_place_id__788" type="place">Oxford</rs>, in dessen Folge
                        der MOOT-Kreis gegründet wurde (vgl. <rs ref="#tillich_person_id__5028" type="person">Friedrich L. Schumann</rs>: <rs ref="#tillich__SKAGD3J5" type="work">Paul Tillich und die Frankfurter Schule</rs> (2025), S.
                        271–273).</note> Aber ist so etwas auf dem Kontinent möglich? Ist es die
                    erwünschte Diagonale zwischen den beiden grossen Kraft-Vektoren, die heute über
                    das Schicksal der Welt bestimmen? Oder ist es ein ebenso idealistischer wie
                    schwacher Versuch, der Alternative zu entgehen, die erst zur Entscheidung
                    gebracht werden muss, ehe neue Entwicklungen möglich sind? Ich weiss, dass es
                    für den Handelnden eine solche Betrachtung nicht gibt; er muss ja, wenn er sich
                    nicht einer der beiden Alternativen verschreiben will, ständig <q>diagonal</q>
                    entscheiden. Und das gilt in bescheidenem Masse auch für uns hier. Aber ist
                    nicht ein begleitendes Bewusstsein lebendig, dass die Geschichte, die die
                    schöpferischen Keime nach dem Ersten Weltkrieg zertreten hat, es nach dem
                    Zweiten noch viel mehr tun wird?</p>
                <p>Solche Erwägungen würden, trotz ihres Realismus, nicht viel bedeuten, wenn nicht
                    eine religiöse Wendung zur <q>Vertikalen</q> ihr entgegenkäme. Meine ganze
                    systematische Arbeit versucht auch jetzt, dieser Wendung entgegenzutreten. Aber
                    wenn man etwas innerlich überwinden will, muss man ja innerlich auf es eingehen;
                    und dann ist die Gefahr, dass man überwunden wird, statt zu überwinden, immer
                    aktuell. Die Lektüre von <rs ref="#tillich_person_id__137" type="person">Barth</rs>'s <rs ref="#tillich__">Dogmatik</rs> bringt mir das
                    natürlich besonders stark zum Bewusstsein. Aber es sind Wendungen der Stimmung
                    auch hier im Lande zu beobachten. Die Möglichkeit eines physischen Endes der
                    Welt-Geschichte hat doch aufweckend gewirkt und das <q>Ende</q> im
                    transcendenten Sinne vielen näher gebracht. Die alten fortschrittlichen
                    Phraseologien ziehen nicht mehr, trotz aller Fortschritte und alles Wohlstandes
                    und aller Macht. Gelegentlich taucht der Gedanke auf, dass in der horizontalen
                    Linie nur <hi rend="u">eine</hi> Grösse sichtbar ist – – in absehbarer Zukunft –
                    nämlich die Kirche (in ihrem religiösen <hi rend="u">und</hi> historischen
                    Sinn). Ist dieser Gedanke eine Versuchung zur Resignation, in der Tatsache
                    begründet, dass keine andere historische Gruppe (weder Nation, noch eine Klasse,
                    noch eine Bewegung) als Träger einer schöpferischen Zukunft sichtbar ist? Oder
                    ist der Gedanke einfache Wahrheit, wie er es unter dem Druck der
                    weltgeschichtlichen Situation für die alte Kirche war? Aber wenn die Kirche,
                    welche Kirche? Und kann die Kirche es auf irgendeine andere Weise tun, als dass
                    sie sich mit den Gruppen in der alten Welt verbindet, die <rs ref="#tillich_person_id__1948" type="person">Toynbee</rs> in seinem grossen
                    weltgeschichtlichen Werk das <q>innere Proletariat</q> nennt?<note type="ea"><rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Tillich</rs> bezieht sich
                        hier auf das zwölfbändige Werk <q>A Study of History</q> von <rs ref="#tillich_person_id__1948" type="person">Arnold J. Toynbee</rs>, das
                        zwischen 1934–1961 bei der Oxford University Press erschienen ist. Der
                        Begriff des <q>inneren Proletariats</q> wird im fünften Band, <rs ref="#tillich__E7FMQS5N" type="work">The Disintegrations of
                            Civilizations. Part One</rs>, behandelt.</note> So tat sie es in der
                    alten in dem Untergang einer Civilisation. Ist sie fähig, es in der Gegenwart zu
                    tun, oder ist sie zu sehr identifiziert mit der zum Untergang bestimmten
                    Civilisation und den sie tragenden Gruppen? Auf diese Fragen suche ich nach
                    einer Antwort. Sie beunruhigen mich aufs Tiefste, für hier wie für drüben.</p>
                <closer><salute>In Freundschaft</salute><signed>Euer <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paul
                    Tillich</rs></signed></closer>
            </div>
        </body>
    <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__1948">
                  <persName>Toynbee, Arnold J.</persName>
                  <birth>
                     <date>1889</date>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1975</date>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118623532</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Toynbee, Arnold Joseph (14.4.1889 London – 22.10.1975 York) war ein britischer Historiker. Er studierte in Heidelberg und Oxford, arbeitete im Foreign Office während beider Weltkriege und nahm 1919 an der Pariser Friedenskonferenz teil. Als Professor in London und Direktor des Royal Institute of International Affairs verfasste er zahlreiche Analysen internationaler Politik. Sein Hauptwerk „A Study of History“ (1934–1959) untersuchte Entstehung, Aufstieg und Verfall von Kulturen im Modell von „challenge and response“. Damit trat er in Konkurrenz zu Oswald Spengler und prägte die universalhistorische Diskussion des 20. Jahrhunderts. Kritisiert wurde seine selektive Darstellung, zugleich gilt er als einer der bedeutendsten Universalhistoriker seiner Zeit.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__137">
                  <persName>Barth, Karl</persName>
                  <occupation>Theologe</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118506803</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Karl Barth (10. Mai 1886 – 10. Dezember 1968) war ein Schweizer reformierter Theologe und einer der bedeutendsten evangelischen Dogmatiker des 20. Jahrhunderts. Nach dem Studium arbeitete er als Pfarrer, später lehrte er als Professor in Deutschland und Basel. 1935 wies ihn das NS-Regime wegen seiner Gegnerschaft aus. Mit der Auslegung des Römerbriefs begründete er die Dialektische Theologie und wandte sich gegen den liberalen Protestantismus. Hauptwerk blieb die Kirchliche Dogmatik. Mit Paul Tillich verband ihn ein anhaltender theologischer Austausch, in dem beide gegensätzliche Positionen vertraten, etwa zur analogia entis.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1923">
                  <persName>Tillich, Hannah</persName>
                  <birth>
                     <date>1896-05-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Rotenburg a. d. Fulda</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1988-10-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName>East Hampton, NY</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/119096102</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Hannah Tillich (17. Mai 1896 – 27. Oktober 1988) war eine deutsche und später US-amerikanische Zeichenlehrerin, Malerin, Schriftstellerin und Modell. Aufgewachsen im Pfarrhaus ihrer Eltern in Rotenburg an der Fulda, absolvierte sie von 1912 bis 1916 eine Ausbildung an der Königlichen Kunstschule zu Berlin und arbeitete ab 1919 als Zeichenlehrerin in Berlin-Neukölln. 1920 heiratete sie den Maler Albert Gottschow, von dem sie sich nach kurzer Ehe und einem persönlichen Schicksalsschlag wieder trennte. 1924 ging sie die Ehe mit Paul Tillich ein, mit dem sie in Marburg, Dresden und Frankfurt lebte und 1933 in die USA emigrierte. Nach der Geburt zweier Kinder nahm sie Mitte der 1930er Jahre ihre künstlerische und schriftstellerische Tätigkeit wieder auf. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie mit ihrer autobiographischen Schrift From Time to Time (1973), in der sie offen über ihr Leben und ihre Ehe berichtete; eine deutsche Ausgabe erschien erst 1993.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__5028">
                  <persName>Schumann, Friedrich Ludwig</persName>
                  <occupation>Evangelischer Theologe</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1191902412</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1927">
                  <persName>Tillich, René Johannes Stefan</persName>
                  <birth>
                     <date>1935</date>
                  </birth>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1168631653</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__570">
                  <persName>Farris, Erdmuthe</persName>
                  <birth>
                     <date>1926-02-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__126">Dresden</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>2016-03-26</date>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1168750431</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Erdmuthe Farris (17. Februar 1926 – 26. März 2016), geborene Tillich, war die Tochter des evangelischen Theologen und Religionsphilosophen Paul Tillich. Ihr familiärer Rufname lautete Mutie.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__910">
                  <persName>Hitler, Adolf</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Adolf Hitler (20. April 1889, Braunau am Inn – 30. April 1945, Berlin) war Vorsitzender der NSDAP, seit 1933 Reichskanzler und ab 1934 als „Führer“ diktatorischer Staats- und Regierungschef des Deutschen Reiches. Er entfesselte 1939 mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg, der über 70 Millionen Menschen das Leben kostete, und trug die Hauptverantwortung für den Holocaust an den europäischen Juden. Als oberster Befehlshaber der Wehrmacht führte er eine totalitäre Herrschaft, die Terror, Propaganda und aggressive Expansion vereinte und große Teile Europas verwüstete. Beim Zusammenbruch des „Dritten Reiches“ beging Hitler am 30. April 1945 in Berlin Suizid; eine Grabstätte gibt es nicht.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__503">
                  <placeName>England</placeName>
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                     <geo>52.16045 -0.70312</geo>
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                  <placeName>New York City</placeName>
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                  <placeName>Oxford</placeName>
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                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q34217</idno>
               </place>
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                  <placeName>East Hampton (NY)</placeName>
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                     <geo>40.96343 -72.18480</geo>
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                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/5115871/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q3826265</idno>
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                  <placeName>Vereinigte Staaten von Amerika</placeName>
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                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/6252001/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q30</idno>
               </place>
               </listPlace><listBibl><biblStruct type="bookSection" xml:id="tillich__AGKCMVAA" corresp="http://zotero.org/groups/5701116/items/AGKCMVAA" n="Oldham (Hg.), Report of the Section on Church, Community and State in Relation to the Eco..., 1937">
          <analytic>
            <title level="a">Report of the Section on Church, Community and State in Relation to the Economic Order</title>
          </analytic>
          <monogr>
            <title level="m">The Oxford Conference</title>
            <editor>
              <forename>Joseph Houldsworth</forename>
              <surname>Oldham</surname>
            </editor>
            <imprint>
              <pubPlace>Chicago/New York</pubPlace>
              <biblScope unit="page">75–112</biblScope>
              <publisher>Willett, Clark &amp; Company</publisher>
              <date>1937</date>
            </imprint>
          </monogr>
        </biblStruct>
        <biblStruct type="journalArticle" xml:id="tillich__GNPFJ2B4" corresp="http://zotero.org/groups/5701116/items/GNPFJ2B4" n="Tillich, Vertical and Horizontal Thinking, 1945">
          <analytic>
            <title level="a">Vertical and Horizontal Thinking</title>
            <author>
              <forename>Paul</forename>
              <surname>Tillich</surname>
            </author>
          </analytic>
          <monogr>
            <title level="j">The American Scholar</title>
            <imprint>
              <pubPlace>New York</pubPlace>
              <biblScope unit="volume">15</biblScope>
              <biblScope unit="issue">1</biblScope>
              <biblScope unit="page">102–105</biblScope>
              <date>1945</date>
            </imprint>
          </monogr>
        </biblStruct>
        <biblStruct type="book" xml:id="tillich__SKAGD3J5" corresp="http://zotero.org/groups/5701116/items/SKAGD3J5" n="Schumann, Paul Tillich und die Frankfurter Schule, 2025">
          <monogr>
            <title level="m">Paul Tillich und die Frankfurter Schule</title>
            <author>
              <forename>Friedrich Ludwig</forename>
              <surname>Schumann</surname>
            </author>
            <imprint>
              <pubPlace>Berlin/Boston</pubPlace>
              <biblScope unit="volume">29</biblScope>
              <publisher>De Gruyter</publisher>
              <date>2025</date>
            </imprint>
          </monogr>
          <series>
            <title level="s">Tillich Research</title>
          </series>
        </biblStruct>
        <biblStruct type="book" xml:id="tillich__E7FMQS5N" corresp="http://zotero.org/groups/5701116/items/E7FMQS5N" n="Toynbee, The Disintegrations of Civilizations. Part One, 1939">
          <monogr>
            <title level="m">The Disintegrations of Civilizations. Part One</title>
            <extent>12</extent>
            <author>
              <forename>Arnold J.</forename>
              <surname>Toynbee</surname>
            </author>
            <imprint>
              <pubPlace>Oxford</pubPlace>
              <biblScope unit="volume">5</biblScope>
              <publisher>Oxford University Press</publisher>
              <date>1939</date>
            </imprint>
          </monogr>
          <series>
            <title level="s">A Study of History</title>
          </series>
        </biblStruct>
        </listBibl><list xml:id="mentioned_letters"><head>erwähnte Briefe</head><item xml:id="L10892">Rundbrief von Paul Tillich von Dezember 1946</item><item xml:id="L11041">Rundbrief von Paul Tillich mit Zusatz an Peter Wolfgang Kleinvom 2. Februar 1947</item></list></back></text>
</TEI>