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                <title>Brief von Paul Tillich an Hannah Arendtvon Ende Mai/Anfang Juni 1947</title>
                <author ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</author>
                <respStmt>
                    <resp>Editor</resp>
                    <name key="https://orcid.org/0009-0000-1606-0460">Cem Ölmez</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                        1933–1951</title>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>
                    <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
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                        <street>Schenkenstraße 8–10</street>
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                            <settlement>Wien</settlement>
                            <country>Österreich</country>
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                    <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative
                        Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
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                <msDesc type="manuscript">
                    <msIdentifier>
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                        <settlement ref="#tillich_place_id__554">Washington, D. C.</settlement>
                        <institution>United States Congress</institution>
                        <repository>Library of Congress</repository>
                        <collection>Hannah Arendt Papers</collection>
                        <idno>MSS 11056, Box 16, 010295–010296</idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Brief, eigenhändig; als Abschrift überliefert.</p>
                    </physDesc>
                    <additional>
                        <listBibl>
                            <biblStruct type="journal" n="firstPrint">
                                <monogr>
                                    <author>Alf Christophersen</author>
                                    <author>Claudia Schulze</author>
                                    <title>Chronologie eines Eklats. Hannah Arendt und Paul
                                        Tillich</title>
                                    <imprint>
                                        <pubPlace ref="#tillich_place_id__37">Berlin/</pubPlace>
                                        <pubPlace ref="#tillich_place_id__70">Boston, MA</pubPlace>
                                        <date when="2002">2002</date>
                                        <biblScope>98–156, hier: 136</biblScope>
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                                </monogr>
                                <series>
                                    <title>Journal for the History of Modern Theology / Zeitschrift
                                        für Neuere Theologiegeschichte</title>
                                    <biblScope>Bd. 9, H. 1</biblScope>
                                </series>
                            </biblStruct>
                        </listBibl>
                    </additional>
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        <encodingDesc>
            <projectDesc>
                <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933–1951.</p>
            </projectDesc>
            <editorialDecl>
                <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
                    https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
            </editorialDecl>
        </encodingDesc>
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            <correspDesc>
                <correspAction type="sent">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
                    <placeName ref="#tillich_place_id__769">East Hampton, Long Island, N.
                        Y.</placeName>
                    <date notBefore="1947-05-25" notAfter="1947-06-05">05/06.1947</date>
                </correspAction>
                <correspAction type="received">
                    <persName ref="#tillich_person_id__75"> Hannah Arendt</persName>
                </correspAction>
            <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__75">Korrespondenz mit  Hannah Arendt</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__75" target="L10977.xml">Brief von Hannah Arendt an Paul Tillich vom 18. August 1946</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__75" target="L11087.xml">Brief von Paul Tillich an Hannah Arendtvon Juni 1947</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L11083.xml">Brief von Paul Tillich an Thorkild Jacobsenvom 22. Mai 1947</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L11085.xml">Brief von Max Horkheimer an Paul Tillich vom 28. Mai 1947</ref></correspContext></correspDesc>
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                <language ident="deu">Deutsch</language>
            </langUsage>
        <creation><date type="sort" when="1947-05-25"/></creation></profileDesc>
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            <change when="2026-04-11" who="CO">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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    </teiHeader>
    <text type="letter">
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                <opener>
                    <dateline><rs ref="#tillich_place_id__769" type="place">East Hampton</rs>, <rs ref="#tillich_place_id__1388" type="place">L. I.</rs>
                        <rs ref="#tillich_place_id__865" type="place">N. Y.</rs> General
                        Delivery.</dateline>
                    <salute>Liebe <sic><rs ref="#tillich_person_id__75" type="person">Hanna</rs></sic>!</salute>
                </opener>
                <p>Es wird mir schwer, an Sie zu schreiben, weil ich so viel auf dem Herzen habe,
                    was ich Dir sagen möchte, wie an den Abenden, die aus dem letzten schweren
                    Winter als helle Sterne leuchten. Ich wünschte, dass wir einmal lange und
                    ungestört zusammen sein könnten. Ihre Realität, die nichts <add place="superlinear">mit</add> meinem Frankfurter Irrbild von Ihnen zu tun
                    hat, ist für mich seit vielen Jahren, der grösste Eindruck, den ich von einer
                    Frau erhalten habe. Sie wissen, dass <rs ref="#tillich_person_id__3339" type="person">Hilde</rs> auf einer anderen Ebene liegt, aber Sie wissen
                    auch, dass ich in mehreren Ebenen lebe, genau wie Sie! Noch weiß ich nicht ganz,
                    welches die wesentlichen Ebenen unserer Begegnung sind –<pb n="2"/> sicher nicht
                    die intellektuelle, obgleich sie wichtig ist –.</p>
                <p>Ich bin seit 3 Tagen allein hier, für 10 Wochen. Es wäre mir eine ganz grosse
                    Freude, wenn Sie mir einen Brief schrieben, der mir etwas von dem Hauch der
                    beseligenden Abende mit <rs ref="#tillich_person_id__3339" type="person">Hilde</rs> und Ihnen geben würde. Schreib mir etwas aus Deinem Herzen!</p>
                <p>Und nun eine Bitte: Sie wissen, dass <rs ref="#tillich_person_id__3339" type="person">Hilde</rs> am <date when="1947-07-04">4<hi rend="sup">ten</hi>
                        Juli</date> ihren 50<hi rend="sup">ten</hi> Geburtstag hat. Sie wird
                    nächsten Donnerstag hierher kommen. Ich kann ihr hier kein Geschenk besorgen und
                    so möchte ich ihr die 5 Bände <rs ref="#tillich_person_id__1008" type="person">Kafka</rs> schenken.<note type="ea">Gemeint ist vermutlich die von <rs ref="#tillich_person_id__2603" type="person">Max Brod</rs>
                        herausgegebene Gesamtausgabe der Schriften <rs ref="#tillich_person_id__1008" type="person">Kafkas</rs>.</note> Wäre es
                    möglich, dass Sie sie mir bis Mittwoch zukommen liessen? Sollte das unmöglich
                    sein, könnten Sie es ihr wenigstens ankündigen als von mir kommend? Ist auch das
                    unmöglich, telegraphieren Sie bitte hierher und machen Sie einen Vorschlag. Mir
                    wird Schenken so schwer, ich meine das Auswählen! Darüber müssten wir einmal
                    sprechen.</p>
                <closer>
                    <salute>Im Gefühl tiefer Freundschaft</salute>
                    <signed><rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paul Tillich</rs>.
                    </signed>
                </closer>
            </div>
        </body>
    <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__1008">
                  <persName>Kafka, Franz</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Franz Kafka (3. Juli 1883 – 3. Juni 1924) wuchs als Sohn jüdischer Eltern in Prag auf und studierte dort Jura. Neben seiner Anstellung bei einer Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt begann er unter dem Einfluss Max Brods literarisch zu veröffentlichen. Ab 1912 entstanden mit Das Urteil, Die Verwandlung sowie den Romanentwürfen Der Verschollene, Der Process und Das Schloss seine prägenden Werke, die innerfamiliäre Herrschaft und existenzielle Bedrohung zum Thema haben. Sein Leben war von schwierigen persönlichen Beziehungen und Krankheit überschattet. 1924 starb er an Tuberkulose. Durch die editorische Arbeit Brods wurde er postum zu einem der einflussreichsten Autoren des 20. Jahrhunderts, dessen Werk das Adjektiv kafkaesk hervorbrachte.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__2603">
                  <persName>Brod, Max</persName>
                  <birth>
                     <date>1884-05-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__1393">Prag</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1968-12-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Tel Aviv-Jaffa</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118515624</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3339">
                  <persName>Fränkel, Hilde</persName>
                  <occupation>Sekretärin von Paul Tillich</occupation>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__75">
                  <persName>Arendt, Hannah</persName>
                  <birth>
                     <date>1906-10-14</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Linden (Hannover)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1975-12-04</date>
                     <settlement>
                        <placeName>New York, NY</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Philosophin</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/11850391X</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Hannah Arendt wurde am 14. Oktober 1906 in Linden geboren. 1933 musste die jüdisch stämmige Philosophin Deutschland zunächst verlassen und ging nach Frankreich. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Frankreich emigrierte sie später in die Vereinigten Staaten. Besondere Aufmerksamkeit erlangte sie unter anderem für ihr Werk Eichmann in Jerusalem, das sie nach ihrer Teilnahme am Adolf-Eichmann-Prozess verfasste. Darin prägte sie vor allem das Konzept der „Banalität des Bösen“. Wie Paul Tillich zählt auch Hannah Arendt zu den Public Intellectuals des 20. Jahrhunderts.</p>
                  </note>
               </person>
               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__865">
                  <placeName>New York, USA</placeName>
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