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            <titleStmt>
                <title>Brief von Paul Tillich an Elisabeth Seebergervom 9. Dezember 1946</title>
                <author ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</author>
                <respStmt>
                    <resp>Editor</resp>
                    <name key="https://orcid.org/0009-0000-1606-0460">Cem Ölmez</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                        1933–1951</title>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>
                    <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
                    <address>
                        <street>Schenkenstraße 8–10</street>
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                        <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                            <settlement>Wien</settlement>
                            <country>Österreich</country>
                        </placeName>
                    </address>
                </publisher>
                <availability>
                    <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative
                        Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <msDesc type="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <country>USA</country>
                        <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                        <institution>Harvard University</institution>
                        <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                        <collection>Tillich, Paul, 1886–1965. Papers, 1894–1974.</collection>
                        <idno>bMS 649/184(11)</idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Brief, maschinenschriftlich; Unterschrift eigenhändig</p>
                    </physDesc>
                </msDesc>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
        <encodingDesc>
            <projectDesc>
                <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933–1951.</p>
            </projectDesc>
            <editorialDecl>
                <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
                    https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
            </editorialDecl>
        </encodingDesc>
        <profileDesc>
            <correspDesc>
                <correspAction type="sent">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
                    <date when="1946-12-09">09.12.1946</date>
                </correspAction>
                <correspAction type="received">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1762"> Elisabeth Seeberger</persName>
                </correspAction>
            <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1762">Korrespondenz mit  Elisabeth Seeberger</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1762" target="L10956.xml">Brief von Elisabeth Seeberger an Paul Tillich vom 15. Juli 1946</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1762" target="L11312.xml">Undatierter Brief von Paul Tillich an Elisabeth Tillichvermutlich von 1950</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L11024.xml">Brief von Maria Neumann an Paul Tillich vom 6. Dezember 1946</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L11026.xml">Brief von Caroline Whiting an Paul Tillich vom 10. Dezember 1946</ref></correspContext></correspDesc>
            <langUsage>
                <language ident="deu">Deutsch</language>
            </langUsage>
        <creation><date type="sort" when="1946-12-09"/></creation></profileDesc>
        <revisionDesc status="approved">
            <change when="2026-03-29" who="CO">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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    </teiHeader>
    <text type="letter">
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            <div type="writingSession">
                <pb n="1"/>
                <opener><dateline><date when="1946-12-09">Dezember 9,
                        1946</date></dateline><salute>Liebes <rs ref="#tillich_person_id__1762" type="person">Schwesterchen</rs>:</salute></opener>
                <p>Zu meiner grossen Freude kam gestern der Zettel, auf dem Du bestätigst, dass Du
                    mein <hi rend="g">CARE</hi> Paket erhalten hast.<note type="ea">Liegt nicht
                        vor.</note> Du hast mir übrigens nie geschrieben<supplied>,</supplied> ob
                    zwei kleine Pakete, die persönlich von mir an Dich geschickt wurden, angekommen
                    sind. Überhaupt habe ich sehr lange nichts mehr von Euch gehört. Habt Ihr <rs ref="L11015">meinen Rundbrief</rs> bekommen? Bitte bestätigt ihn doch. Ich
                    bin sehr bestürzt durch einen Brief von <rs ref="#tillich_person_id__219" type="person">Jacob Billstroem</rs>,<note type="ea">Liegt nicht vor.</note>
                    in dem er andeutet, dass <rs ref="#tillich_person_id__2707" type="person">Ekkehard</rs><hi rend="hand">*</hi> gestorben ist.<add type="footnote"><hi rend="hand">*Eben kommt die formelle Todesanzeige (von <rs type="person">Ekkehards Frau</rs>)<lb/>Ich bin entsetzlich
                    traurig!</hi></add><!-- evtl. Anmerkung mit d. handschriftlichen Ergänzung machen. -->
                    Ich habe noch von niemanden etwas direkt darüber gehört und hoffe nur, dass es
                    nicht wahr ist. Ich möchte aber nicht an <rs ref="#tillich_person_id__641" type="person">Alfred</rs> schreiben, ehe ich nicht eine genaue Nachricht
                    habe. <rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Hannah</rs> ist auch sehr
                    beunruhigt, dass <rs ref="#tillich_person_id__2041" type="person">Marie
                        Luise</rs> ihr nicht mehr geschrieben hat seitdem sie in <rs ref="#tillich_place_id__37" type="place">Berlin</rs> ist und dass sie auch
                    ihre Adresse nicht kennt. Es ist so schade, dass man noch keine Bücher und
                    Broschüren schicken kann. Sonst würde ich Euch neben den Paketen, die immer
                    weiter kommen, auch etwas von mir schicken. Ich nehme an, dass Euer
                        <sic>englisch</sic> gut genug ist, meine Sachen zu lesen. Wenn nicht,
                    schreib es mir doch. Leider hat es mit den Paketen eine ganz klare Grenze. Wir
                    sind durch die hiesige Inflation so viel ärmer geworden (der Hauskauf war nichts
                    als ein Versuch uns vor der weitergehenden Inflation zu
                        schützen)<supplied>,</supplied> dass selbst kleine Summen nur sehr schwer
                    aufzubringen sind. Leider sind die sonst so guten <hi rend="g">CARE</hi> Pakete
                    etwas langsam und ganz unpersönlich. Aber vom Standpunkt der Ernährung sind sie
                    weitaus das Beste und Billigste. Auch an <rs ref="#tillich_person_id__641" type="person">Frede</rs> ist ein Paket abgegangen, hoffentlich erreicht es
                    ihn. Wenn nicht, teile bitte etwas mit ihm. Ob mein Brief an <rs ref="#tillich_person_id__3208" type="person">Hans-Jürgen</rs><note type="ea">Liegt nicht vor.</note> angekommen ist<supplied>,</supplied> weiss ich
                    nicht. Ich denke oft an ihn und liebe ihn sehr. Von <rs ref="#tillich_person_id__1922" type="person">Ernst Tillich</rs> bekam ich
                    einen Brief,<note type="ea">Liegt nicht vor.</note> ein anderer ist offenbar
                    verloren gegangen. Er muss sich ja grossartig gehalten haben.</p>
                <p>Ich nehme an, dass dies mein Weihnachtsbrief sein wird. Jedenfalls ist er so
                    gemeint und ich hoffe, er wird Euch erreichen. Ich denke ständig an Euch und
                    komme innerlich nie zur Ruhe in dem Gedanken an das was Ihr durch macht und
                    daran, dass wir Euch so wenig helfen können. Das Leben hier ist so unendlich
                    schwer und kompliziert. Es sind andere Probleme als bei Euch, aber es sind reale
                    Probleme und Probleme, die auch an die Grenze der Zerstörung führen können. Ich
                    hoffe, Euer Weihnachten wird nicht zu traurig sein und Ihr werdet irgendwo einen
                    Baum und ein paar Kerzen finden und sie zwischen Ruinen anstecken und vielleicht
                    ein echteres Weihnachten haben als wir hier in unserem kommerzialisierten
                    Weihnachtsbetrieb. Unsere Gedanken sind mit Euch und ich weiss, dass Eure mit
                    uns sind. Und beide, Du und ich denken zurück an die alten Weihnachten in der
                    nun zertrümmerten Neuenburger Strasse.</p>
                <closer><salute>Dein grosser Bruder</salute><signed><rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paul</rs></signed>
                </closer>
            </div>
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    <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__219">
                  <persName>Billström, Jakob</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__641">
                  <persName>Fritz, Alfred</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-09-26</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__420">Stuttgart</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1963</date>
                  </death>
                  <occupation>Evangelischer Pfarrer und Heimleiter</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1162904755</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Alfred Fritz (1886 – 1963) war ein deutscher reformierter Pfarrer und kirchlicher Funktionsträger. Von 1904 bis 1908 studierte er Theologie in Tübingen und Halle, wo er sich mit seinem Mitstudenten Paul Tillich anfreundete und wie dieser im Wingolf engagiert war. Seit 1912 wirkte er als Pfarrer in Butterfelde; im selben Jahr heiratete er Johanna Tillich, die Schwester Paul Tillichs, die jedoch 1920 bei der Geburt des dritten Kindes verstarb. Von 1916 bis 1922 war Alfred Fritz als Missionsinspektor in Bremen tätig, anschließend von 1922 bis 1927 Pfarrer der französisch-reformierten Gemeinde in Frankfurt am Main sowie Leiter des dortigen Magdalenenstifts. Ab 1927 arbeitete er im Diakonissenhaus Teltow, wo er die Leitung des Magdalenenstifts und der Fürsorgeabteilung übernahm. In zweiter Ehe war er mit der Pastorentochter Gertrud „Trude“ Fritz, geborene Horn, verheiratet.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1922">
                  <persName>Tillich, Ernst</persName>
                  <birth>
                     <date>1910-06-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Marienwerder</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1985-03-16</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__130">Düsseldorf</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/128547227</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Er war der Neffe von Paul Tillich.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1762">
                  <persName>Seeberger, Elisabeth</persName>
                  <birth>
                     <date>1893-06-17</date>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1986</date>
                  </death>
                  <idno type="gnd">Keine GND-Nummer</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Elisabeth Seeberger (17. Juni 1893 – 1986) war die Schwester des evangelischen Theologen und Religionsphilosophen Paul Tillich. Im Jahr 1917 heiratete sie Erhard Seeberger, der über viele Jahre als Pfarrer in Berlin-Tempelhof tätig war.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3208">
                  <persName>Seeberger, Hans-Jürgen</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__2707">
                  <persName>Fritz, Eckehardt</persName>
                  <birth>
                     <date>1914</date>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1946</date>
                  </death>
                  <note type="bio">
                     <p>Eckehardt Fritz (1914–1946) war der Sohn von Alfred und Johanna Fritz. Er war der Bruder von Gisela Walker, der Patentochter des Theologen Paul Tillich. Sein Spitzname war Ekke. Mehr biographische Informationen sind derzeit nicht bekannt.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1923">
                  <persName>Tillich, Hannah</persName>
                  <birth>
                     <date>1896-05-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Rotenburg a. d. Fulda</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1988-10-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName>East Hampton, NY</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
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                  <note type="bio">
                     <p>Hannah Tillich (17. Mai 1896 – 27. Oktober 1988) war eine deutsche und später US-amerikanische Zeichenlehrerin, Malerin, Schriftstellerin und Modell. Aufgewachsen im Pfarrhaus ihrer Eltern in Rotenburg an der Fulda, absolvierte sie von 1912 bis 1916 eine Ausbildung an der Königlichen Kunstschule zu Berlin und arbeitete ab 1919 als Zeichenlehrerin in Berlin-Neukölln. 1920 heiratete sie den Maler Albert Gottschow, von dem sie sich nach kurzer Ehe und einem persönlichen Schicksalsschlag wieder trennte. 1924 ging sie die Ehe mit Paul Tillich ein, mit dem sie in Marburg, Dresden und Frankfurt lebte und 1933 in die USA emigrierte. Nach der Geburt zweier Kinder nahm sie Mitte der 1930er Jahre ihre künstlerische und schriftstellerische Tätigkeit wieder auf. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie mit ihrer autobiographischen Schrift From Time to Time (1973), in der sie offen über ihr Leben und ihre Ehe berichtete; eine deutsche Ausgabe erschien erst 1993.</p>
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                  <persName>Werner, Marie Luise</persName>
                  <occupation>Psychoanalytikerin</occupation>
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                     <p>Marie Louise Werner (1894–1978) war eine deutsche Psychoanalytikerin und Lehrerin. Nach ihrer Ausbildung unterrichtete sie ab 1918 an Berliner Schulen. In den 1920er Jahren besuchte sie gestaltpsychologische Vorlesungen und begann eine Ausbildung am Berliner Psychoanalytischen Institut mit Lehranalysen bei Karen Horney (1928–1931) und Carl Müller-Braunschweig (1940–1942). 1936 wurde sie Mitglied der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft. Nach dem Krieg arbeitete sie als Psychotherapeutin und zählte zu den ersten Lehr- und Kontrollanalytiker:innen der 1950 gegründeten Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung. Sie war die Schwester von Paul Tillichs Ehefrau Hannah. Ihre Schwerpunkte waren Kinderpsychologie und die Beziehung zwischen Psychoanalyse und bildender Kunst.</p>
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