<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="L11015.xml" xml:base="https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at" prev="L11526.xml" next="L11016.xml">
    <teiHeader>
        <fileDesc>
            <titleStmt>
                <title>Rundbrief von Paul Tillich vom 12. Oktober 1946</title>
                <author ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</author>
                <respStmt>
                    <resp>Editor</resp>
                    <name key="https://orcid.org/0009-0000-1606-0460">Cem Ölmez</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                        1933–1951</title>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>
                    <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
                    <address>
                        <street>Schenkenstraße 8–10</street>
                        <postCode>1010</postCode>
                        <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                            <settlement>Wien</settlement>
                            <country>Österreich</country>
                        </placeName>
                    </address>
                </publisher>
                <availability>
                    <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative
                        Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <msDesc type="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <country>USA</country>
                        <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                        <institution>Harvard University</institution>
                        <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                        <collection>Tillich, Paul, 1886–1965. Papers, 1894–1974.</collection>
                        <idno>bMS 649/122 (57)</idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Brief, maschinenschriftlich</p>
                    </physDesc>
                    <additional>
                        <listBibl>
                            <biblStruct n="firstPrint" type="monograph">
                                <monogr>
                                    <author>Paul Tillich</author>
                                    <title>Ein Lebensbild in Dokumenten. Briefe, Tagebuch-Auszüge,
                                        Berichte</title>
                                    <edition>1. Auflage</edition>
                                    <imprint>
                                        <publisher>Renate Albrecht und Margot Hahl</publisher>
                                        <pubPlace ref="#tillich_place_id__420">Stuttgart</pubPlace>
                                        <date when="1980">1980</date>
                                        <biblScope>299–302</biblScope>
                                    </imprint>
                                </monogr>
                                <series>
                                    <title>Gesammelte Werke. Ergänzungs- und Nachlaßbände</title>
                                    <biblScope>Band 5</biblScope>
                                </series>
                            </biblStruct>
                        </listBibl>
                    </additional>
                </msDesc>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
        <encodingDesc>
            <projectDesc>
                <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933–1951.</p>
            </projectDesc>
            <editorialDecl>
                <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
                    https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
            </editorialDecl>
        </encodingDesc>
        <profileDesc>
            <correspDesc>
                <correspAction type="sent">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
                    <date when="1946-10-12">12.10.1946</date>
                </correspAction>
            <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__">Korrespondenz mit </ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__" target="L10549.xml">Brief von Paul Tillich an National Catholic Welfare Conference vom 22. Januar 1942</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__" target="L11086.xml">Rundbrief von Paul Tillichvon Juni 1947</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L11526.xml">Brief von Paul Tillich an Margot Hahl vom 11. Oktober 1946</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L11016.xml">Brief von Elisabeth Hauptmann an Paul Tillich vom 12. Oktober 1946</ref></correspContext></correspDesc>
            <langUsage>
                <language ident="deu">Deutsch</language>
            </langUsage>
        <creation><date type="sort" when="1946-10-12"/></creation></profileDesc>
        <revisionDesc status="approved">
            <change when="2026-03-20" who="CO">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text type="letter">
        <body>
            <div type="writingSession">
                <pb n="1"/>
                <opener>
                    <dateline><date when="1946-10-12">October 12, 1946</date></dateline>
                </opener>
                <p>Als wir vor bald 13 Jahren hierher kamen, begann ich in kleineren oder größeren
                    Abständen an Euch Rundbriefe zu schicken. Dann hörte der Reiz der Neuheit auf,
                    und dann kamen die Jahre des großen Schweigens. Und nun, wo die Welt wieder
                    geöffnet ist, möchte ich wenigstens einmal vielen von Euch einen Eindruck davon
                    geben, wie wir in den letzten Jahren gelebt haben und wie es zur Zeit bei uns
                    aussieht. Nachdem ich 1936 und 1937 in <rs type="place" ref="#tillich_place_id__736">Europa</rs> war und manchen von Euch zum
                    letzten Mal gesehen hatte, entdeckten wir mit Hilfe unseres Autos den
                    amerikanischen Westen, die weiten Ebenen, die Rocky Mountains, die Wüsten, den
                        <sic>Stillen</sic> Ozean und das paradiesische <rs type="place" ref="#tillich_place_id__848">Californien</rs>. Wir haben seitdem eine
                    ständige Sehnsucht danach, hatten aber keine Möglichkeit, während des Krieges
                    hin zu gelangen. Statt dessen blieben wir im Osten, im Anfang mit, und nach
                    Pearl Harbor, ohne Auto. Wir entdeckten hier die Smoky Mountains, ein Gebirge
                    mit fast subtropischem Klima in den Tälern und mitteldeutschem Charakter auf den
                    Höhen (bis zu 2.000 m hoch). Dann gingen wir nach dem nördlichsten der Staaten,
                        <rs type="place" ref="#tillich_place_id__727">Maine</rs>, das offenbar viel
                    Ähnlichkeit mit der schwedischen Ostseeküste hat. Unzählige Inseln im Ozean,
                    Fjorde, unendliche Wälder, rauh und großartig. Wir waren zwei Sommer da, aber
                    auch das wurde zu schwierig. Wir fanden dann vor drei Jahren einen Ort auf <rs type="place" ref="#tillich_place_id__1388">Long Island</rs>, der fast einer
                    Provinz gleichenden großen Insel, die in <rs type="place" ref="#tillich_place_id__319">New York</rs> anfängt und weit nach Nordosten
                    hinaufgeht. Unser Ort, einer der schönsten, wenn nicht der schönste auf <rs type="place" ref="#tillich_place_id__1388">Long Island</rs>, ist eine alte
                    Siedlung aus dem 17. Jahrhundert am offenen Ozean, 2 ½ — 3 Std. von <rs type="place" ref="#tillich_place_id__319">New York</rs> entfernt. Wir waren
                    dort zwei volle Sommer, in denen ich mehr gearbeitet habe als je bevor, und
                    wurde durch das großartige Wellenbaden alle rheumatischen Ansätze los. Als dann
                    im vorigen Jahr die Geldentwertung einsetzte und der Wert unserer schon an sich
                    minimalen Pension völlig zu entschwinden drohte, beschlossen wir, ein Haus, das
                    uns zu sehr günstigen Bedingungen angeboten wurde, in <rs type="place" ref="#tillich_place_id__769">East Hampton</rs> zu kaufen, um auf diese Weise
                    etwas zu haben, wo wir im Sommer leben können und was nach meiner Pensionierung,
                    die in 8 Jahren spätestens fällig ist, uns eine Existenzbasis geben kann. <rs type="person" ref="#tillich_person_id__1923">Hannah</rs> fühlt sich dort
                    schon ganz zu Haus und wir denken, dass es ein wirklich gut gewählter Alterssitz
                    ist.</p>
                <p>Unser <rs type="place" ref="#tillich_place_id__319">New Yorker</rs> Leben ist
                    immer arbeitsreicher geworden. Ich habe in Union Theological Seminary sehr große
                    Kollegs, lese auch in der Philosophischen Fakultät von Columbia University und
                    habe wie immer Committees und Vortragsveranstaltungen. Es ist sehr schwer, in
                        <rs type="place" ref="#tillich_place_id__319">New York</rs> wissenschaftlich
                    zu arbeiten. Es ist monatelang ganz unmöglich, einen persönlichen Brief zu
                    schreiben. Die Zeit, die zum Diktieren von Briefen da ist, geht auf dienstliche
                    Korrespondenz drauf. An manchen Vormittagen ist mein Office in Union Theological
                    Seminary eine Mischung von einem wissenschaftlichen Studio und einem Wall Street
                    Bankiers Office. <rs type="place" ref="#tillich_place_id__319">New York</rs> ist
                    voll von Menschen, die wir kennen und lieben und außerdem eine Brücke der Welt,
                    über die Menschen aus allen Ländern kommen. Und Union Theological Seminary ist
                    ein Welt-Zentrum des Protestantismus, kirchlich und theologisch. Darum bitte ich
                    Euch, seid mir nicht böse, wenn ich lange keine Briefe schreibe. Es ist nie
                    böser Wille, sondern unsere Existenz im Zentrum der größten Menschenanhäufung
                    der Welt.<pb n="2"/></p>
                <p>Wissenschaftlich habe ich mich weiter in der systematisch-theologischen Richtung
                    entwickelt. Das Politische ist mir unter dem Druck des weltgeschichtlichen
                    Schicksals mehr eine Sache der Beobachtung als der Mitarbeit geworden. Das war
                    nicht so während des Krieges<supplied>,</supplied> wo ich zweimal das große
                    Glück hatte, mit dem <rs type="person" ref="#tillich_person_id__1640">Präsidenten</rs> und mehrfach mit seiner <rs type="person" ref="#tillich_person_id__1639">Frau</rs> zusammen zu sein. Ich habe einen
                    ganz großen Eindruck von ihm empfangen und stehe mit ihr noch jetzt in
                    Verbindung. Leider ist es mir sehr viel weniger möglich gewesen, in die
                    kulturellen Bewegungen, besonders Kunst und Theater etc.<supplied>,</supplied>
                    einzudringen. Der Mangel an Zeit und die gewisse Isolierung des theologischen
                    Seminars in dieser Richtung hat ein Eindringen, wie ich es in <rs type="place" ref="#tillich_place_id__37">Berlin</rs>, <rs type="place" ref="#tillich_place_id__126">Dresden</rs> und <rs type="place" ref="#tillich_place_id__143">Frankfurt/M</rs> hatte, verhindert.</p>
                <p>Ich habe viele Aufsätze geschrieben, und viele meiner Vorträge sind gedruckt. Ich
                    bin dabei, ein Buch herauszubringen, das den Titel hat DAS ENDE DER
                    PROTESTANTISCHEN ÄRA?<note type="ea">Gemeint ist: <rs type="person" ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</rs>: <rs ref="#tillich__QQJUHUZE" type="work">The Protestant Era</rs>
                        (1948).</note> Es vereinigt ältere, ins Englische übersetzte Aufsätze mit
                    einer Reihe neuerer aus verschiedenen Jahren meines amerikanischen Aufenthaltes.
                    Ich wünschte, ich könnte Euch einiges von meinen Schriften schicken. Aber das
                    ist ja vorläufig noch nicht möglich, und hat auch große Schwierigkeiten, da ich
                    von meinen Sachen immer nur ein oder zwei Exemplare übrig habe. Ich habe im
                    Laufe der Jahre hier in Union eine Art System in Leitsätzen entwickelt, über das
                    ich regelmäßig Vorlesungen halte. Die Leitsätze, die allein schon ein kleines
                    Buch ausmachen, werden von mir kommentiert. Augenblicklich schreibt einer meiner
                    Assistenten meine Kommentare mit und ich hoffe, dieses Material als Grundlage
                    für ein oder mehrere Bände systematischer Theologie benutzen zu können. Ich
                    betrachte dies als mein Lebenswerk und hoffe, dass ich noch im Stande bin, es zu
                    schreiben. Von Herbst 1947 bis Februar 1948 habe ich mein sogenanntes
                        <q>sabbatical semester</q> und hoffe, dass ich in dieser Zeit viel davon
                    verwirklichen kann. <rs type="place" ref="#tillich_place_id__684">Amerika</rs>
                    hat ein starkes Bedürfnis nach systematischer Theologie. Es gibt keine solche,
                    und die Studenten hier fordern von mir, dass ich sie schreibe. Zu meinem 60.
                    Geburstag, den ich im August in meinem Häuschen in <rs type="place" ref="#tillich_place_id__769">East Hampton</rs> gefeiert habe, bekam ich
                    viele Briefe, die eine solche Forderung stellten.<!-- Note + Vgl. ? --></p>
                <p>Aber auch von vielen unter Euch habe ich Briefe bekommen und ich bin von tiefem
                    Dank erfüllt, dass Ihr an mich gedacht habt. Manche dieser Briefe fordern
                    ähnliches wie die meiner amerikanischen Studenten. Andere wollen mich
                    zurückhaben oder wollen wenigstens, dass ich etwas zur Lage drüben sage. Zur
                    Zeit ist beides unmöglich. Ich habe zwar eine Aufforderung bekommen, an der
                    Marburger theologischen Fakultät Gastvorlesungen zu halten (von Mai bis Juli
                    1947) und will es tun<supplied>,</supplied> wenn es technisch möglich ist. Ich
                    hoffe dabei, Euch zu sehen.<note type="ea"><!-- ... --></note> Aber das heißt ja
                    noch nicht zurückkehren. Und was das <q>Wort zur Lage</q> betrifft, so glaube
                    ich, dass nur jemand es sprechen kann, der innerhalb dieser Lage ist, und dass
                    wir Euch nur etwas aus der Lage in andern Teilen der Welt mitteilen können. Der
                    Unterschied zwischen Eurem und unserem Schicksal war in den letzten Jahren so
                    groß, dass es uns oft die Worte verschlägt, und dass, wenn ich diesen Brief
                    diktiere, ich es nur mit Furcht und Zittern tue in dem Gedanken, dass Ihr
                    vielleicht Töne aus dem normalen Leben kaum mehr hören könnt.</p>
                <p>Im Grunde weist alles, was wir jetzt erleben, in die vertikale Richtung. Es ist
                    so ganz anders wie nach dem 1. Weltkrieg, wo die horizontale maßgebend war und
                    man überall an eine neue Welt glaubte. Davon ist hier noch weniger die Rede als
                    bei Euch. Es liegt ein Gefühl von unentrinnbarem Schicksal, von einer ungeheuren
                    dunklen Drohung über allem, was wir denken und tun. Und
                        nachdem<supplied>,</supplied> was ich von Freunden höre,<pb n="3"/> die Euch
                    gesehen und von drüben zurückkommen, ist es trotz aller Leidenschaft für
                    geistige Rekonstruktion bei Euch nicht viel anders.</p>
                <p>Nun noch ein paar Worte über unser persönliches Ergehen: <rs type="person" ref="#tillich_person_id__1927">René</rs> ist jetzt 11 Jahre alt und ein
                    großer und starker Junge, gut in der Schule, ein Führer unter seinen Freunden,
                    mit einem juristischen Verstand begabt und von einer großen Leidenschaft
                    besessen. Er geht in eine alte Schule, die von den Holländern gegründet
                    wurde.</p>
                <p><rs type="person" ref="#tillich_person_id__570">Erdmuthe</rs> ist eine 20
                    jährige, sehr schöne College Studentin an Barnard College auf der andern Seite
                    der Straße, auf die mein Office sieht. Sie war 2 Sommer hintereinander als
                    Kellnerin tätig, um sich <sic>Geld für den und</sic> einiges Taschengeld für den
                    Winter zu verdienen. Ihr Hauptinteresse ist Psychologie und Literaturgeschichte.
                    Sie ist jetzt im 3. Collegejahr und hat noch ein viertes vor sich. Sie möchte
                    dann gerne nach <rs type="place" ref="#tillich_place_id__503">England</rs> gehen
                    und wird, wie ich hoffe, von dort aus diesen oder jenen von Euch treffen können.
                    Aber das alles ist noch sehr unbestimmt.</p>
                <p><rs type="person" ref="#tillich_person_id__1923">Hannah</rs> ist die Seele und
                    die tragende Kraft zweier Häuser und leistet Ungeheures, da es fast unmöglich
                    ist, Hilfe zu kriegen (Dienstboten gehören für uns in ein legendäres Zeitalter).
                    Wir haben natürlich eine große Geselligkeit mit Studenten und Freunden, aber
                    nicht in den üblichen Formen von Essenseinladungen. So etwas ist aus vielerlei
                    Gründen ganz unmöglich. In dieser Beziehung wandeln sich auch hier die alten
                    bürgerlichen Formen rapide. Gesundheitlich geht es uns allen vieren recht gut,
                    obgleich wir oft an der Erschöpfungsgrenze angelangt sind. Wir fühlen uns in <rs type="place" ref="#tillich_place_id__684">Amerika</rs> zu Hause, so weit das
                    überhaupt möglich ist, wenn man in unserem Alter einwandert. Die Kinder sind
                    volle Amerikaner, obgleich bei beiden gelegentlich das deutsche Erbe durchkommt.
                    Ich wünschte, dass Ihr sie sehen könntet, aber ich sehe wenig Chancen dazu. Wir
                    sind alle so viel ärmer geworden, dass die Idee einer Reise nach <rs type="place" ref="#tillich_place_id__736">Europa</rs> mit Familie, wie wir
                    sie 1937 machen konnten, schlechthin phantastisch erscheint. Das ist auch einer
                    der Gründe, warum wir Euch allen nicht noch mehr schicken, als wir tun. Vieles
                    ist auch hier nicht mehr erhältlich und alles ist so teuer, dass wir als
                    Festbezahlte mit den unabweislichen Ansprüchen, die hier an uns gemacht werden,
                    kaum selber auskommen. Wir tun, was wir können und versuchen, andere Leute zu
                    interessieren und oft mit Erfolg. Aber wir wissen, dass alles nur ein Tropfen
                    auf den heißen Stein ist. Und doch ist es oft seelisch ganz unerträglich zu
                    denken, wie gut wir hier noch leben und in welcher Lage Ihr seid. Auch das trägt
                    viel zu dem tragischen Lebensgefühl bei, das hier fast alle Menschen in Besitz
                    genommen hat.</p>
                <closer>
                    <salute>Seid herzlich gegrüßt und schreibt oft,</salute>
                    <signed>Euer</signed>
                </closer>

            </div>
        </body>
    <back><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__736">
                  <placeName>Europa</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>48.69096 9.14062</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/6255148/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q46</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__143">
                  <placeName>Frankfurt am Main</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>50.11552 8.68417</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/2925533/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q122166308</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__684">
                  <placeName>Vereinigte Staaten von Amerika</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>39.76000 -98.50000</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/6252001/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q30</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__848">
                  <placeName>Kalifornien</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>37.25022 -119.75126</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/5332921/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q99</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__503">
                  <placeName>England</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>52.16045 -0.70312</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/6269131/</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__769">
                  <placeName>East Hampton (NY)</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>40.96343 -72.18480</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/5115871/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q3826265</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__37">
                  <placeName>Berlin</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>52.52437 13.41053</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/2950159/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q64</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__727">
                  <placeName>Maine, USA</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>45.50032 -69.24977</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/4971068/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q724</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__1388">
                  <placeName>Long Island</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>40.81677 -73.06622</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/5125123/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q18438</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__319">
                  <placeName>New York City</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>40.71427 -74.00597</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/5128581/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q60</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__126">
                  <placeName>Dresden</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>51.05089 13.73832</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/2935022/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q1731</idno>
               </place>
               </listPlace><listBibl><biblStruct type="book" xml:id="tillich__QQJUHUZE" corresp="http://zotero.org/groups/5701116/items/QQJUHUZE" n="Tillich, The Protestant Era, 1948">
          <monogr>
            <title level="m">The Protestant Era</title>
            <author>
              <forename>Paul</forename>
              <surname>Tillich</surname>
            </author>
            <imprint>
              <pubPlace>Chicago</pubPlace>
              <publisher>University of Chicago Press</publisher>
              <date>1948</date>
            </imprint>
          </monogr>
        </biblStruct>
        </listBibl><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__1640">
                  <persName>Roosevelt, Franklin D.</persName>
                  <occupation>Amerikanischer Politiker</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118602551</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1639">
                  <persName>Roosevelt, Eleanor</persName>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118642022</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1927">
                  <persName>Tillich, René Johannes Stefan</persName>
                  <birth>
                     <date>1935</date>
                  </birth>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1168631653</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__570">
                  <persName>Farris, Erdmuthe</persName>
                  <birth>
                     <date>1926-02-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__126">Dresden</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>2016-03-26</date>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1168750431</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Erdmuthe Farris (17. Februar 1926 – 26. März 2016), geborene Tillich, war die Tochter des evangelischen Theologen und Religionsphilosophen Paul Tillich. Ihr familiärer Rufname lautete Mutie.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1923">
                  <persName>Tillich, Hannah</persName>
                  <birth>
                     <date>1896-05-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Rotenburg a. d. Fulda</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1988-10-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName>East Hampton, NY</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/119096102</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Hannah Tillich (17. Mai 1896 – 27. Oktober 1988) war eine deutsche und später US-amerikanische Zeichenlehrerin, Malerin, Schriftstellerin und Modell. Aufgewachsen im Pfarrhaus ihrer Eltern in Rotenburg an der Fulda, absolvierte sie von 1912 bis 1916 eine Ausbildung an der Königlichen Kunstschule zu Berlin und arbeitete ab 1919 als Zeichenlehrerin in Berlin-Neukölln. 1920 heiratete sie den Maler Albert Gottschow, von dem sie sich nach kurzer Ehe und einem persönlichen Schicksalsschlag wieder trennte. 1924 ging sie die Ehe mit Paul Tillich ein, mit dem sie in Marburg, Dresden und Frankfurt lebte und 1933 in die USA emigrierte. Nach der Geburt zweier Kinder nahm sie Mitte der 1930er Jahre ihre künstlerische und schriftstellerische Tätigkeit wieder auf. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie mit ihrer autobiographischen Schrift From Time to Time (1973), in der sie offen über ihr Leben und ihre Ehe berichtete; eine deutsche Ausgabe erschien erst 1993.</p>
                  </note>
               </person>
               </listPerson></back></text>
</TEI>