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                <title>Brief von Rudolph Edward Morris an Paul Tillich vom 29. September 1946</title>
                <author ref="#tillich_person_id__3474">Rudolph Edward Morris</author>
                <respStmt>
                    <resp>Editor</resp>
                    <name key="https://orcid.org/0009-0000-1606-0460">Cem Ölmez</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
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                <edition>
                    <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                        1933–1951</title>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>
                    <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
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                        <street>Schenkenstraße 8–10</street>
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                            <settlement>Wien</settlement>
                            <country>Österreich</country>
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                </publisher>
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                    <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative
                        Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
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                <msDesc type="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <country>USA</country>
                        <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                        <institution>Harvard University</institution>
                        <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                        <collection>Tillich, Paul, 1886–1965. Papers, 1894–1974.</collection>
                        <idno>bMS 649/167 (66)</idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Brief, maschinenschriftlich; Unterschrift eigenhändig; mittig am oberen
                            Blattrand: <q>Rudolph Edward Morris, College of Saint Teresa, Kansas
                                City 2, Missouri</q></p>
                    </physDesc>
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            <projectDesc>
                <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933–1951.</p>
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            <editorialDecl>
                <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
                    https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
            </editorialDecl>
        </encodingDesc>
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                <correspAction type="sent">
                    <persName ref="#tillich_person_id__3474">Rudolph Edward Morris</persName>
                    <placeName ref="#tillich_place_id__1397">Kansas City, MO</placeName>
                    <date when="1946-09-29">29.09.1946</date>
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                <correspAction type="received">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
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            <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__3474">Korrespondenz mit Rudolph Edward Morris</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__3474" target="L11123.xml">Brief von Rudolph Edward Morris an Paul Tillichvom 11. Februar 1948</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L11006.xml">Brief von Paul Tillich an Jean-Arthur Jacker vom 26. September 1946</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L11009.xml">Brief von Emil Kauder an Paul Tillich vom 29. September 1946</ref></correspContext></correspDesc>
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                <language ident="de">Deutsch</language>
            </langUsage>
        <creation><date type="sort" when="1946-09-29"/></creation></profileDesc>
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            <change when="2026-03-20" who="CO">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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    <text type="letter">
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                <pb n="1"/>
                <opener><dateline><date when="1946-09-29">September 29, 1946</date></dateline>
                    <salute>Lieber Freund <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Tillich</rs>,</salute></opener>
                <p>sehr verspätet, aber gerade so zum Semesteranfang, wenn Sie wieder in der Stadt
                    sind, komme ich, um Ihnen zu Ihrem 60. Geburtstag zu gratulieren.</p>
                <p>Ich wünsche – nicht nur Ihnen, sondern auch uns –, dass die kosmischen Strahlen,
                    die in Ihnen arbeiten, mehr und mehr von dem Dunkel der Tiefen erhellen mögen
                    und dass Sie als deren Träger die Last Ihrer Mission aushalten können.
                    Vielleicht sogar werden Sie noch mit Freude erleben können, dass der Prozess
                    einer geistigen Amalgamierung von europäischer und amerikanischer Denkattitude
                    entscheidende Fortschritte macht.</p>
                <p>Wir Refugees sind gezeichnet <add place="superlinear">mit</add> (oder soll ich
                    sagen: ausgezeichnet durch) einer einzigartigen Erfahrung: wir wissen um die
                    erschreckend enggezogenen Grenzen gegenseitigen Sich-Mitteilens, und wir kennen
                    das Allein- und Isoliertsein. Insofern als Kommunikation uns zum <q>ewigen</q>
                    Problem geworden ist, haben wir die Chance, uns mit der Frage von
                    Verständigungsmöglichkeit vielleicht etwas erfolgreicher auseinanderzusetzen als
                    die anderen.</p>
                <p>Sie werden uns noch viel gerade in diesem Bereich zu geben haben.</p>
                <p>Was mich hier anlangt, so kann ich recht zufrieden sein. <q>Gebranntes Kind
                        scheut das Feuer</q> – und <rs type="person">meine Frau</rs><note type="ea">Konnte nicht ermittelt werden.</note> hat mich besonders eindringlich
                    gewarnt, nicht zu leicht die Dinge ins Positive zu deuten. Aber auch bei aller
                    Vorsicht muss ich sagen: es ist erfreulich, und ich habe hier Chancen. Das
                    College ist verhältnismässig neu – die Mitgliedschaft bei der Association of
                    Colleges erst letztes Jahr erworben. Alles ist sauber und transparent. Gutes
                    intellektuelles Niveau – die Mädchen wirklich interessiert und charmant (ich
                    habe selten in <rs ref="#tillich_place_id__684" type="place">Amerika</rs> so
                    wenig brillenbewaffnete Mädchen und Nonnen gesehen).Es wird viel an mir liegen,
                    wie weit das Department of Sociology <q>sich</q> ausbaut.</p>
                <closer><salute>Ich hoffe, Sie Weihnachten zu sehen. Inzwischen bin ich mit besten
                        Grüssen, auch an <rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Ihre
                            Frau</rs>,<lb/>Ihr getreuer</salute><signed><hi rend="hand"><rs ref="#tillich_person_id__3474" type="person">Morris</rs></hi></signed></closer>
            </div>
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    <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3474">
                  <persName>Morris, Rudolph Edward</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1923">
                  <persName>Tillich, Hannah</persName>
                  <birth>
                     <date>1896-05-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Rotenburg a. d. Fulda</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1988-10-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName>East Hampton, NY</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/119096102</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Hannah Tillich (17. Mai 1896 – 27. Oktober 1988) war eine deutsche und später US-amerikanische Zeichenlehrerin, Malerin, Schriftstellerin und Modell. Aufgewachsen im Pfarrhaus ihrer Eltern in Rotenburg an der Fulda, absolvierte sie von 1912 bis 1916 eine Ausbildung an der Königlichen Kunstschule zu Berlin und arbeitete ab 1919 als Zeichenlehrerin in Berlin-Neukölln. 1920 heiratete sie den Maler Albert Gottschow, von dem sie sich nach kurzer Ehe und einem persönlichen Schicksalsschlag wieder trennte. 1924 ging sie die Ehe mit Paul Tillich ein, mit dem sie in Marburg, Dresden und Frankfurt lebte und 1933 in die USA emigrierte. Nach der Geburt zweier Kinder nahm sie Mitte der 1930er Jahre ihre künstlerische und schriftstellerische Tätigkeit wieder auf. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie mit ihrer autobiographischen Schrift From Time to Time (1973), in der sie offen über ihr Leben und ihre Ehe berichtete; eine deutsche Ausgabe erschien erst 1993.</p>
                  </note>
               </person>
               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__684">
                  <placeName>Vereinigte Staaten von Amerika</placeName>
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