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            <titleStmt>
                <title>Brief von Jean-Arthur Jacker an Paul Tillich vom 20. September 1946</title>
                <author ref="#tillich_person_id__963">Jean-Arthur Jacker</author>
                <respStmt>
                    <resp>Editor</resp>
                    <name key="https://orcid.org/0009-0000-1606-0460">Cem Ölmez</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                        1933–1951</title>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>
                    <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
                    <address>
                        <street>Schenkenstraße 8–10</street>
                        <postCode>1010</postCode>
                        <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                            <settlement>Wien</settlement>
                            <country>Österreich</country>
                        </placeName>
                    </address>
                </publisher>
                <availability>
                    <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative
                        Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
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                <msDesc type="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <country>USA</country>
                        <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                        <institution>Harvard University</institution>
                        <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                        <collection>Tillich, Paul, 1886–1965. Papers, 1894–1974.</collection>
                        <idno>bMS 649/155 (3)</idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Brief, maschinenschriftlich; am oberen linken Blattrand: <q>Jean-Arthur
                                Jacker</q>; Adresszeile: <q>Herrn Prof. Dr. Paul TILLICH, c/o Union
                                Theological Seminary, Broadway at 120th Street, NEW YORK, N. Y., U.
                                S. A.</q></p>
                    </physDesc>
                </msDesc>
            </sourceDesc>
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        <encodingDesc>
            <projectDesc>
                <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
            </projectDesc>
            <editorialDecl>
                <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
                    https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
            </editorialDecl>
        </encodingDesc>
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            <correspDesc>
                <correspAction type="sent">
                    <persName ref="#tillich_person_id__963">Jean-Arthur Jacker</persName>
                    <placeName ref="#tillich_place_id__1392">Freidorf (Muttenz), Basel-Landschaft,
                        Schweiz</placeName>
                    <date when="1946-09-20">20.09.1946</date>
                </correspAction>
                <correspAction type="received">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
                    <placeName ref="#tillich_place_id__319">New York, NY</placeName>
                </correspAction>
            <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__963">Korrespondenz mit Jean-Arthur Jacker</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__963" target="L01104.xml">Brief von Arthur Jacker an Paul Tillich vom 7. Mai 1931</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__963" target="L11006.xml">Brief von Paul Tillich an Jean-Arthur Jacker vom 26. September 1946</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L11002.xml">Brief von Sigmund Kahn an Paul Tillich vom 2. September 1946</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L11005.xml">Brief von Horst Baerensprung an Paul Tillich vom 22. September 1946</ref></correspContext></correspDesc>
            <langUsage>
                <language ident="deu">Deutsch</language>
            </langUsage>
        <creation><date type="sort" when="1946-09-20"/></creation></profileDesc>
        <revisionDesc status="approved">
            <change when="2026-03-20" who="CO">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text type="letter">
        <body>
            <div type="writingSession">
                <pb n="1"/>
                <opener>
                    <dateline><rs ref="#tillich_place_id__1392" type="place"><sic>Basle</sic>-Freidorf</rs>, <date when="1946-09-20">20. September,
                            1946</date>
                        <lb/><rs ref="#tillich_place_id__397" type="place">Switzerland</rs></dateline>
                    <salute>Lieber, verehrter <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Herr
                            Professor</rs>,</salute>
                </opener>
                <p>wir hofften, Sie schon vor langem in <rs ref="#tillich_place_id__319" type="place">New York</rs> begrüssen zu können, die Behandlung unserer Visa
                    weist aber einen Langsamkeitsrekord auf. Usere Affidavits, die wir vor
                    Jahresfrist einreichten, wurden im März d. J. als gut anerkannt. Wir wurden aber
                    erst am <date when="1946-08-26">26. August</date> zur persönlichen Vorstellung
                    nach <rs ref="#tillich_place_id__480" type="place">ZUERICH</rs> geladen. In der
                    Regel erhält man ca. 10 Tage darauf seine Visa, ich erfuhr aber heute am
                    Telephon, dass unsere Quotennummern<note type="ea">Im Jahr 1924 verabschiedete
                        der US-Kongress den <q>Johnson-Reed-Act</q>, durch den die
                        Einwanderungsgesetze der USA überarbeitet wurden. Hierbei wurden bestimmte
                        Quoten bzw. ein bestimmtes Visa-Kontingent für jedes Land pro Jahr
                        festgelegt, was Einwanderung selektieren und begrenzen sollte. Der
                            <q>Johnson-Reed-Act</q> blieb bis 1965 in Kraft.</note> noch nicht
                    eingelangt seien, obwohl am <date when="1946-08-26">26.8.</date> darum gekabelt
                    wurde.</p>
                <p>Diese Quotensache ist bei uns etwas verzwickt, weil ich auf die tschechische
                    Quote rechne, als in Prag geboren, während <rs ref="#tillich_person_id__2690" type="person">Maria</rs> , als Berlinerin, auf die deutsche Quote kommt. Die
                    deutsche Quote ist nicht ausgenützt, die tschechische aber zu knapp. <rs ref="#tillich_person_id__2690" type="person">Maria</rs> hätte also schon
                    reisen können, wir hatten aber gebe<supplied>ten,</supplied> unsere Akten
                    gemeinsam zu behandeln, weil wir nicht gesondert fahren wollten. Dabei hatte ich
                    allerdings gehofft, noch im alten Quotenjahr, also vor dem <date when="1946-06-30">30.6.</date> daranzukommen, die noch freien <choice>
                        <abbr>Nrn.</abbr>
                        <expan>Nummern</expan>
                    </choice> sind aber für Vorzugsfälle verbraucht worden, das sind solche, wo die
                    Emigranten Eltern oder Kinder schon drüben haben oder Vollwaisen unter 14 Jahren
                    sind.</p>
                <p>Es könnte nun passieren, dass auch im laufenden Quotenjahr (<date from="1946-07-01" to="1947-06-30">1.7.46 – 30.6.47</date>) nur Vorzugsfälle
                    berücksichtigt werden, so dass wir bestenfalls erst im Sommer 1947 reisen
                    könnten. Das würde uns in eine höchst peinliche Lage bringen, denn wir haben
                    unsere Mittel aufgezehrt.<!-- im Original: , -->
                    <rs ref="#tillich_person_id__2690" type="person">Maria</rs> als Anfängerin
                    könnte, selbst wenn sie Arbeitserlaubnis erhält, nicht genug verdienen, um sich
                    selbst zu erhalten, und die hiesigen Hilfskomités haben ihre Unterstützung
                    mangels Geldmittel eingestellt.</p>
                <p>Auf meine Frage, ob das Konsulat etwas zur Beschleunigung tun könnte, wurde mit
                    Nein geantwortet. Die Entscheidung liegt in <rs ref="#tillich_place_id__554" type="place">WASHINGTON</rs>.</p>
                <p>Ich wollte mir nun die Anfrage erlauben, ob Sie oder Ihr Comité in <rs ref="#tillich_place_id__554" type="place">Washington</rs> Erkundigungen
                    wegen unseres Falles einziehen könnten. Das Merkwürdige bei uns ist, dass, wenn
                        <rs ref="#tillich_person_id__2690" type="person">Maria</rs> vorausfährt, ich
                    nach drei Monaten selbst zum <q>Vorzugsfall</q> würde, es kann nur passieren,
                    dass die tschechische Quote inzwischen für dieses Jahr doch gänzlich verbraucht
                    ist. Könnte man aber unsern Fall, bei dieser Sachlage, nicht kurzerhand als
                    Vorzugsfall behandeln?</p>
                <p>Jedenfalls ist es für uns von grösster Wichtigkeit zu erfahren, wie die Sache in
                        <rs ref="#tillich_place_id__554" type="place">Washington</rs> steht, und Sie
                    würden uns einen grossen Dienst erweisen, durch eine authentische Information
                    auf schnellstem Wege, wenn Ihnen dies möglich ist.</p>
                <closer>
                    <salute>Ich gebe die Hoffnung noch nicht auf, dass wir uns bald bei Ihnen melden
                        können und verbleibe, mit unsern freundschaftlichen Grüssen,</salute>
                    <signed>Ihr sehr ergebener <lb/><hi rend="hand"><rs type="person" ref="#tillich_person_id__963">Jean Arthur Jacker</rs></hi></signed>
                </closer>
                <postscript>
                    <p>Unsere Daten sind:<lb/><rs type="person" ref="#tillich_person_id__963">Jean-Arthur Jacker</rs>, geb. <date when="1875-07-19">19.7.75</date> in
                            <rs ref="#tillich_place_id__1393" type="place">Prag</rs>, <lb/><rs ref="#tillich_person_id__2690" type="person">Maria Jacker</rs>, geb.
                            <date when="1927-11-04">4.11.1927</date> in <rs ref="#tillich_place_id__37" type="place">Berlin</rs><!-- kein Punkt im Original --></p>
                </postscript>
            </div>
        </body>
    <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__2690">
                  <persName>Jacker, Maria</persName>
                  <birth>
                     <date>1927-11-04</date>
                  </birth>
                  <note type="bio">
                     <p>Sie war die Tochter von Arthur und Annie Jacker.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__963">
                  <persName>Jacker, John Arthur</persName>
                  <birth>
                     <date>1875-07-19</date>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1963-07-06</date>
                  </death>
                  <occupation>Fleischfabrikant</occupation>
                  <note type="bio">
                     <p>Geboren in Prag (Tschechoslowakei), Heirat mit Annie Jacker im Jahr 1915 in Wien. Von 1914 bis 1933 Lebensmittelpunkt in Berlin, wo J. Fleischverpackungsbetrieben vorstand, bevor er am 1. April 1933 seinen Beruf aufgeben musste. Exil in Paris und Grenoble bis 1942, danach in der Schweiz und schließlich in New York.</p>
                  </note>
               </person>
               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__480">
                  <placeName>Zürich</placeName>
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                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/2657896/</idno>
               </place>
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                  <placeName>Muttenz (Basel-Landschaft)</placeName>
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                     <geo>47.52271 7.64511</geo>
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                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q66191</idno>
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                  <placeName>Schweiz</placeName>
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                  <placeName>Prag</placeName>
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