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            <titleStmt>
                <title>Brief von Friedrich Spiegelberg an Paul und Hannah Tillich vom 28. August 1946</title>
                <author ref="#tillich_person_id__1829">Friedrich Spiegelberg</author>
                <respStmt>
                    <resp>Editor</resp>
                    <name key="https://orcid.org/0009-0000-1606-0460">Cem Ölmez</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                        1933–1951</title>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>
                    <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
                    <address>
                        <street>Schenkenstraße 8–10</street>
                        <postCode>1010</postCode>
                        <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                            <settlement>Wien</settlement>
                            <country>Österreich</country>
                        </placeName>
                    </address>
                </publisher>
                <availability>
                    <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative
                        Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
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                <msDesc type="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <country>USA</country>
                        <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                        <institution>Harvard University</institution>
                        <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                        <collection>Tillich, Paul, 1886–1965. Papers, 1894–1974.</collection>
                        <idno>bMS 649/208 (13)</idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Brief, eigenhändig</p>
                        <p>Brief mit gedrucktem Briefkopf: am oberen Blattrand, mittig: <q>Stanford
                                University</q>, eine Zeile darunter, auf der linken Seite: <q>School
                                of Humanities</q>, eine weitere Zeile darunter, auf der rechten
                            Seite: <q>Stanford University, California</q></p>
                    </physDesc>
                </msDesc>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
        <encodingDesc>
            <projectDesc>
                <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
            </projectDesc>
            <editorialDecl>
                <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
                    https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
            </editorialDecl>
        </encodingDesc>
        <profileDesc>
            <correspDesc>
                <correspAction type="sent">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1829">Friedrich Spiegelberg</persName>
                    <date when="1946-08-28">28.08.1946</date>
                </correspAction>
                <correspAction type="received">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
                    <persName ref="#tillich_person_id__1923">Hannah Tillich</persName>
                </correspAction>
            <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1829_tillich_person_id__1923">Korrespondenz mit Friedrich Spiegelberg und Hannah Tillich</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10994.xml">Brief von Paul Oskar Kristeller an Paul Tillich vom 28. August 1946</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10999.xml">Brief von Paul Tillich an Max Horkheimer vom 1. September 1946</ref></correspContext></correspDesc>
            <langUsage>
                <language ident="deu">Deutsch</language>
            </langUsage>
        <creation><date type="sort" when="1946-08-28"/></creation></profileDesc>
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            <change when="2025-10-16" who="CO">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text type="letter">
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                <opener>
                    <dateline><date when="1946-08-28">Aug. 28<hi rend="sup">th</hi>
                        46</date>.</dateline>
                    <salute><rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paul</rs> und <rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Hannah</rs>, Ihr Lieben,
                            <unclear>Fernen</unclear>!</salute>
                </opener>
                <p>Seit Jahren haben wir vergebens auf ein Wiedersehen mit Euch gehofft und
                    geglaubt, jetzt endlich scheint eines in Sicht: nächsten Juni! Die School of
                    Humanities will mir eines ihrer Rockefeller grants für Faculty-travelling geben,
                    um für ein Jahr, 1947/48, nach <rs ref="#tillich_place_id__772" type="place">Indien</rs> zu gehen, so daß ich als ein besser informierter Lehrer
                    zurückkomme. Das ist ja eigentlich, worauf wir hingearbeitet haben seit der
                        <unclear>Zeit</unclear> in <rs ref="#tillich_place_id__660" type="place">Ascona</rs>, <unclear>wann</unclear>
                    <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paulus</rs> 50 wurde. Jetzt daß
                    es <unclear>mehr</unclear> wird, ist man nur halb so enthusiastisch dabei.
                    Damals hätten wir ein unmögliches Leben hinter uns gelassen, jetzt ein reizendes
                    Heim. Wir planen es so: am <date when="1947-06-13">13 Juni 1947</date> fahren
                    wir alle 3<!-- Familie Spiegelberg --> über <rs ref="#tillich_place_id__319" type="place">New York</rs> (see the Tillich's there!) nach <rs ref="#tillich_place_id__55" type="place">Bern</rs>, wo ich meine Familie
                        <unclear>¿¿¿</unclear><!-- ab...e --> und gleich nach der
                        <unclear>Eranos-Tagung</unclear> im September<note type="ea">Die
                        Eranos-Tagung wurde von der niederländischen Künstlerin und Theosophin <rs ref="#tillich_person_id__645" type="person">Olga Fröbe-Kapteyn</rs> im
                        Jahr 1933 begonnen und bezeichnet eine jährlich stattfindende
                        Veranstaltungsreihe, in der WissenschaftlerInnen aus verschiedenen
                        Disziplinen sich mit Fragen der Spiritualität auseinandersetzen. In den
                        Jahren 1936 und 1954 hielt auch <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Tillich</rs> dort
                        Vorträge<!-- 1936: Angst und Erlösung im Protestantismus; 1954: Das neue Sein als Zentralbegriff einer christlichen Theologie -->.
                        Die Tagung fand 1947 vom <date from="1947-08-18" to="1947-08-26">18. bis 26.
                            August</date> statt. </note> nach <rs ref="#tillich_place_id__772" type="place">Indien</rs> gehe, auf demselben Wege im Mai–Sept. 48 zurück. Ob
                    ich meine 88 jährige <rs ref="#tillich_person_id__4053" type="person">Mutter</rs> und <rs ref="#tillich_person_id__4054" type="person">Schwester</rs> in <rs ref="#tillich_place_id__198" type="place">Hamburg</rs> werde besuchen können? Es gibt mir natürlich eine ganz große
                    Befriedigung, ihnen <unclear>jetzt</unclear> Päckchen schicken zu können. Alle
                    Häuser um sie herum sind vernichtet, sie wunderbar erhalten. Sie schildern die
                    entsetzlichen Zustände anschaulich. Ein Beispiel: (<sic>ihr</sic> kennt
                    natürlich Beispiele) Kürzlich wurde frischer Rhababer<pb n="2"/>
                    <unclear>ausgerufen</unclear>, auf Marken. <rs ref="#tillich_person_id__4053" type="person">Meine Mutter</rs> ging und der Händler ging
                        <unclear>vorsichtig</unclear> durch seine Kundenliste. Dann sagte er: Aber
                        <rs ref="#tillich_person_id__4053" type="person">Frau Spiegelberg</rs>,
                    vorigen <del rend="s">Hebs</del> Herbst haben Sie doch mal ½ Pfund Tomaten
                    bekommen, dann können Sie doch nicht schon wieder was Frisches kriegen! Ihr
                        <unclear>wart</unclear> natürlich <unclear>am</unclear> Atlantic diesen
                    Sommer und werdet jetzt Euer <unclear>neues</unclear>, besseres apartment
                    genießen. Ich bin immer sehr dankbar, wenn <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paulus</rs> mir seine wunderbaren Artikel und Predigten
                    zuschicken läßt! Auch <unclear><rs ref="#tillich_person_id__1830" type="person">Rösli</rs></unclear> und viele <unclear>nette</unclear> Leute
                    verschlingen sie gleichfalls. Diesen Sommer sind wir einfach zu Hause geblieben,
                    ich hatte nicht zu <unclear>¿¿¿</unclear> und habe <unclear>auch</unclear> kein
                    Buch geschrieben, nur versucht <unclear>auch</unclear><!-- evtl. <q>mich</q> -->
                    in
                    <unclear>¿¿¿</unclear><!-- ges...enem, <q>geschriebenem</q> passt nicht vom Aussehen, würde aber Sinn ergeben -->
                    Sanskrit zu vervollkommnen. <rs ref="#tillich_person_id__4055" type="person">Corinne</rs> wird bald 9 und spielt glänzend Klavier.</p>
                <p>Was machen Eure Babies? Schreibt bald mal, bitte.</p>
                <closer>
                    <signed>Euer <lb/><rs ref="#tillich_person_id__1829" type="person">Friedrich</rs>.</signed>
                </closer>
            </div>
        </body>
    <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__1830">
                  <persName>Spiegelberg, Rosalie</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Rosalie Spiegelberg (gest. 1968) war die erste Ehefrau des Religionswissenschaftlers Frederic Spiegelberg. Sie war eine geborene Michels. Nach dessen Entlassung 1937 aus politischen Gründen floh sie mit ihrem Mann mithilfe des bereits in die USA emigrierten Theologen Paul Tillich aus dem nationalsozialistischen Deutschland. Das Paar fand zunächst in England Zuflucht, bevor sie in die Vereinigten Staaten weiterzogen.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1829">
                  <persName>Spiegelberg, Friedrich</persName>
                  <birth>
                     <date>1897-05-24</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__198">Hamburg</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1994</date>
                  </death>
                  <occupation>Religionswissenschaftler</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/115751351</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Friedrich Spiegelberg (24. Mai 1897 – 10. November 1994) war ein deutscher Gelehrter mit Spezialisierung auf asiatische Religionssysteme. Nach akademischer Ausbildung und Promotion in Tübingen erhielt er mit Unterstützung des Theologen Paul Tillich einen Lehrauftrag an der Dresdner Technischen Hochschule, wo Tillich Professor war. Spiegelberg lehrte dort Religionsgeschichte bis zu seiner Entlassung 1937. Mit Tillichs Hilfe emigrierte er in die USA, wo er ab 1941 an der Stanford University wirkte und sich als Experte für indische und asiatische Kulturen profilierte. Er war Mitbegründer mehrerer Institute zur Förderung östlichen Denkens und vertrat eine mystisch-universalistische Sicht auf Religion als Ausdruck einer gemeinsamen spirituellen Realität jenseits einzelner Dogmen.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__645">
                  <persName>Fröbe-Kapteyn, Olga</persName>
                  <occupation>Theosophin und Künstlerin</occupation>
                  <note type="bio">
                     <p>Als Kind wohlhabender niederländischer Eltern in London geboren. Sie besuchte die Kunstgewerbeschule in Zürich und heiratete 1909 den Musiker und Dirigenten Iwan Fröbe, der jedoch sechs Jahre später bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Um 1920 erwarb sie ein Grundstück bei Ascona. Ab 1933 hielt sie dort die Tagungen der von ihr begründeten Eranos-Gesellschaft ab und gab in der Folge die Eranos-Jahrbücher heraus. Nebenbei malte sie, wobei auch hier ihr Themenschwerpunkt stets in den Bereichen Theosophie, Mystik und Spiritualität lag.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__4054">
                  <persName>Spiegelberg, ???</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Schwester v. Friedrich (Frederic) Spiegelberg</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__4053">
                  <persName>Spiegelberg, ???</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Mutter v. Friedrich (Frederic) Spiegelberg</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1923">
                  <persName>Tillich, Hannah</persName>
                  <birth>
                     <date>1896-05-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Rotenburg a. d. Fulda</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1988-10-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName>East Hampton, NY</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
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                  <note type="bio">
                     <p>Hannah Tillich (17. Mai 1896 – 27. Oktober 1988) war eine deutsche und später US-amerikanische Zeichenlehrerin, Malerin, Schriftstellerin und Modell. Aufgewachsen im Pfarrhaus ihrer Eltern in Rotenburg an der Fulda, absolvierte sie von 1912 bis 1916 eine Ausbildung an der Königlichen Kunstschule zu Berlin und arbeitete ab 1919 als Zeichenlehrerin in Berlin-Neukölln. 1920 heiratete sie den Maler Albert Gottschow, von dem sie sich nach kurzer Ehe und einem persönlichen Schicksalsschlag wieder trennte. 1924 ging sie die Ehe mit Paul Tillich ein, mit dem sie in Marburg, Dresden und Frankfurt lebte und 1933 in die USA emigrierte. Nach der Geburt zweier Kinder nahm sie Mitte der 1930er Jahre ihre künstlerische und schriftstellerische Tätigkeit wieder auf. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie mit ihrer autobiographischen Schrift From Time to Time (1973), in der sie offen über ihr Leben und ihre Ehe berichtete; eine deutsche Ausgabe erschien erst 1993.</p>
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                  <persName>Spiegelberg, Corinne</persName>
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                     <p>Tochter v. Friedrich (Frederic) Spiegelberg</p>
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