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            <titleStmt>
                <title>Brief von Richard Plaut an Paul Tillich vom 16. August 1946</title>
                <author ref="#tillich_person_id__1511">Richard Plaut</author>
                <respStmt>
                    <resp>Editor</resp>
                    <name key="https://orcid.org/0009-0000-1606-0460">Cem Ölmez</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                        1933–1951</title>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>
                    <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
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                        <street>Schenkenstraße 8–10</street>
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                        <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                            <settlement>Wien</settlement>
                            <country>Österreich</country>
                        </placeName>
                    </address>
                </publisher>
                <availability>
                    <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative
                        Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
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                <msDesc type="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <country>USA</country>
                        <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                        <institution>Harvard University</institution>
                        <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                        <collection>Tillich, Paul, 1886–1965. Papers, 1894–1974.</collection>
                        <idno>bMS 649/208(11)</idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Brief, maschinenschriftlich</p>
                    </physDesc>
                </msDesc>
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        </fileDesc>
        <encodingDesc>
            <projectDesc>
                <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
            </projectDesc>
            <editorialDecl>
                <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
                    https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
            </editorialDecl>
        </encodingDesc>
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            <correspDesc>
                <correspAction type="sent">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1511">Richard Plaut</persName>
                    <date when="1946-08-16">16.08.1946</date>
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                <correspAction type="received">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
                </correspAction>
            <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1511">Korrespondenz mit Richard Plaut</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1511" target="L10913.xml">Brief von Richard Plaut an Paul Tillich vom 29. Februar 1946</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10972.xml">Brief von Richard T. Baker an Paul Tillich vom 15. August 1946</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10974.xml">Brief von Fred S. Weissman an Paul Tillich vom 16. August 1946</ref></correspContext></correspDesc>
            <langUsage>
                <language ident="de">Deutsch</language>
            </langUsage>
        <creation><date type="sort" when="1946-08-16"/></creation></profileDesc>
        <revisionDesc status="approved">
            <change when="2025-09-15" who="CO">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text type="letter">
        <body>
            <div type="writingSession">
                <pb n="1"/>
                <opener><dateline><date when="1946-08-16">Aug. 16, 1946</date></dateline>
                    <salute>Lieber <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paulus</rs>:</salute>
                </opener>
                <p>Ich weiß meine Glückwünsche kommen zu spät. Aber es ist vielleicht ganz nett ein
                    paar Briefe später zu haben wenn der Tumult vorbei ist.</p>
                <p>Ich wünsche Ihnen alles Gute zu Ihrem 60. Geburtstag. Ich kanns ja kaum fassen
                    und Ihnen geht es sicher ähnlich. Hoffentlich hatten Sie einen schönen Tag mit
                    nicht zu viel Aufregung, und hoffentlich bringt Ihnen die Zukunft mehr Schönes
                    als es uns allen bisher beschieden war.</p>
                <p>Ich erinnere mich ja noch so gut wie Sie nach <rs ref="#tillich_place_id__143" type="place">Frankfurt</rs> kamen – – und die ersten Vorlesungen über <rs ref="#tillich_person_id__690" type="person">Goethe</rs> und das
                    Klassisch-Humanistische – – und wie das die ersten Vorlesungen eines Professors
                    waren in denen Literatur und Philosophie lebendig wurden. Damals war ich ein
                    junger frecher Dachs: ich glaube ich war etwa 19 oder 20, und ich dachte ich
                    wüsste sehr viel. Das hat sich gründlich geändert.</p>
                <p>Dann weiss ich noch wie Sie in <rs ref="#tillich_place_id__31" type="place">Basel</rs> uns besuchen kamen und von <rs ref="#tillich_place_id__684" type="place">Amerika</rs> berichteten – – es hat ja damals den <rs ref="#tillich_person_id__416" type="person">Dieter Cunz</rs>, den <rs ref="#tillich_person_id__1766" type="person">Oskar Seidlin-Koplowitz</rs>
                    und mich mit bestimmt hierher zu kommen. Alles in Allem sind wir ja nicht
                    verhungert auch wenn's oft nicht einfach war. Im Vergleich zu dem was die in <rs ref="#tillich_place_id__736" type="place">Europa</rs> mitgemacht haben, ist
                    es alles nichts.</p>
                <p>Ich lege Ihnen die Übersetzung eines Artikels aus einer holländischen Zeitung
                        ein,<note type="ea">Liegt nicht vor.</note> den mir meine Schwester <rs ref="#tillich_person_id__1512" type="person">Elisabeth</rs>, die Sie
                    herzlich grüßen lässt, geschickt hat. <rs ref="#tillich_person_id__1512" type="person">Elisabeth</rs> erholt sich langsam von 4 Jahren underground.
                    Sie ist dünn, und abgearbeitet, und lebt nur für <rs ref="#tillich_person_id__3756" type="person">ihre kleine Tochter</rs> (8
                    Jahre alt) aber sie ist tapfer und unermüdlich. Ich bewundere sie sehr. Man
                    fragt sich immer wie man selber das alles durchgehalten hätte. Sie lebte
                    versteckt bei einer frommen Familie, ging nie aus und hatte falsche Papiere.
                    Doch die Papiere kriegte sie erst spät, und solange sie als nichtarische Frau
                    eines Ariers herumlief, war es sehr brenzlig. Die Nazis haben diese kleinen
                    Schikanen mit halbarisch etc. mit ebenso viel Inbrunst durchgeführt wie ihre
                    großen Gaunereien.</p>
                <p>Im Moment ist sie zu Besuch bei meinem Vetter in <rs ref="#tillich_place_id__396" type="place">Schweden</rs>, der da ein nettes kleines Haus an einem See hat
                    und eine unwahrscheinlich idyllische Existenz führt. Sie erholt sich, und die
                    kleine <rs ref="#tillich_person_id__3756" type="person">Barbara</rs> kommt aus
                    dem Erstaunen nicht heraus, dass man täglich ein Ei essen darf, und dass es
                    richtige goldgelbe Butter gibt.</p>
                <p>Ich weiß nicht, lieber <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paulus</rs>, ob Sie wissen dass ich an einem großen Roman schreibe?<note type="ea"><rs ref="#tillich_person_id__1511" type="person">Plaut</rs>
                        bezieht sich hier auf seinen autobiographischen Roman <rs ref="#tillich__S6C32ITW" type="work"><q>The Dragon in the
                            Forest</q></rs>.</note> Und dass ich mich langsam der Zeit nähere in der
                    die Frankfurter Universität in meinem Leben eine große Rolle spielte. Wenn Sie
                    einmal zurück sind, im Herbst, oder irgendwann, würde ich mich freuen mit Ihnen
                    über alte Tage zu plaudern – – ich will ein Bild einer liberalen,
                    fortschrittlichen Universität geben, und den Sturm der Nazis hereinnehmen – –
                    damit endet mein Buch etwa. <rs ref="#tillich_person_id__1610" type="person">Riezler</rs> fungiert, völlig verkleidet, und eventuell auch Sie, aber das
                    hab ich mir noch nicht ausgedacht.</p>
                <p>Im Moment bin ich nicht sehr wohl: ich hab einen Defekt im Blut,<pb n="2"/> nicht
                    genug Calzium, und das macht mich matt und müde und lebensunlustig. Ich kriege
                    aber Einspritzungen und hoffe dass ich bald wieder einigermaßen auf dem Damm
                    sein werde.</p>
                <p>Von Ihren Kindern höre ich hie und da – – das letzte über <rs ref="#tillich_person_id__570" type="person">Erdmuthe</rs> von <rs ref="#tillich_person_id__3758" type="person">Dora Franc</rs> wo ich 2 herrliche
                    Wochen verbrachte. Man verbraucht ja wirklich nur ein Drittel seiner
                    Lebensenergie auf dem Lande ...</p>
                <p>Bitte grüßen Sie <rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Hannah</rs> und
                    ich hoffe wir können uns einmal wiedersehen nach all den langen Jahren – – ich
                    glaube ich habe Sie seit über drei Jahren nicht mehr gesprochen.</p>
                <closer><salute>Nochmals alles Gute zu Ihrem Geburtstag</salute>
                    <signed>Ihr <rs ref="#tillich_person_id__1511" type="person">Richard</rs></signed>
                </closer>
            </div>
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    <back><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__143">
                  <placeName>Frankfurt am Main</placeName>
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                     <geo>50.11552 8.68417</geo>
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                  <placeName>Europa</placeName>
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                  <placeName>Vereinigte Staaten von Amerika</placeName>
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                     <geo>39.76000 -98.50000</geo>
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                  <placeName>Schweden</placeName>
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                  <placeName>Basel</placeName>
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               </listPlace><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__1512">
                  <persName>Plaut, Elisabeth</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>P. stammte aus einer jüdischen Familie in Frankfurt/Main und war die Schwester Richard  Plauts. Nach musikalischen Ausbildungen in Luxemburg und Amsterdam arbeitete sie als Musiklehrerin. Im Amsterdamer Exil lernte sie den 1934 ebenfalls emigrierten Illustrator Leo Meter (1909-1944) kennen, den sie 1936 heiratete. Nach der deutschen Besetzung der Niederlande 1940 folgte die Zwangsscheidung, Leo Meter wurde zunächst inhaftiert und später eingezogen, er fiel 1944 in Polen. Die gemeinsame Tochter Barbara (*1939) kam, getrennt von ihrer Mutter, bis Kriegsende bei einer niederländischen Familie unter, während P. den Krieg in mehreren Verstecken überlebte.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1766">
                  <persName>Seidlin, Oskar</persName>
                  <occupation>Germanist und Schriftsteller</occupation>
                  <note type="bio">
                     <p>Studium der Philosophie und Literatur in Freiburg/Breisgau, Berlin und Frankfurt/Main, währenddessen Engagement in der Roten Studentengruppe. Durch den Nationalsozialismus gehindert, sein Studium abzuschließen, emigrierte er im April 1933 in die Schweiz, wo er 1935 an der Universität Basel promoviert wurde. 1936-1938 zu Aufbaustudien in Lausanne, 1938 Emigration in die USA, wo er sich zunächst als Tellerwäscher, dann als Sekretär Erika Manns und als Schreibkraft für Thomas Mann verdiente. Nebenher schrieb er für die Basler National Zeitung. 1939-1946 arbeitete er am Smith College in Northampton, Massachusetts, 1946-1972 war er zunächst Assistenzprofessor, dann ordentlicher Professor für Germanistik an der Ohio State University. Nebenher u.a. Rundfunktätigkeiten für den Deutschland-Funk. Seine Schwester war die Widerstandskämpferin Ruth Heinrichsdorff bzw. Blatt (1906-2001), die 1935-1940 in deutscher Haft war und anschließend nach Shanghai (wo sie während der japnischen Okkupation ebenfalls inhaftiert wurde) und schließlich nach Australien emigrierte.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3756">
                  <persName>Meter, Barbara</persName>
                  <occupation>Regisseurin</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1144910536</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1511">
                  <persName>Plaut, Richard</persName>
                  <occupation>Germanist und Schriftsteller</occupation>
                  <note type="bio">
                     <p>Studium in Frankfurt/Main, unter anderem bei Tillich. Nebenbei schrieb er Filmkritiken für die Frankfurter Zeitung. 1933 flüchtete der homosexuelle und jüdische P. auch unter Anraten Tillichs in die Schweiz, wo er in Basel weiterstudierte und 1935 promoviert wurde. Daneben weiterhin journalistische Tätigkeiten für die Baseler Nationalzeitung. In der Schweiz lebte er gemeinsam mit Oskar  Koplowitz und Dieter  Cunz, gemeinsam schrieben sie Kriminalromane unter dem Pseudonym Stefan Brockhoff. 1938 Emigration in die USA, auch hier hielt er sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser. Er wurde zunächst durch das von Tillich mitbegründete Friendship House versorgt, schrieb Filmkritiken, arbeitete als Sekretär für Klaus Mann und später für das Office of War Information. Nach dem Krieg konnte er sich ab 1947 durch eine Lehrstelle an der City University of New York im akademischen Betrieb etablieren, daneben lehrte er zeitweise an der New School for Social Research. In späteren Jahren wurde er zudem für sein Engagement in der Homosexuellenbewegung bekannt.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__690">
                  <persName>Goethe, Johann Wolfgang von</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Johann Wolfgang von Goethe (28. August 1749 – 22. März 1832) gilt als der herausragendste deutsche Dichter und Verkörperung einer kosmopolitischen europäischen Geisteshaltung. Nach seiner frühen Sturm-und-Drang-Periode mit den Werken Götz von Berlichingen und Die Leiden des jungen Werther formte er in Weimar – angeregt durch eine Reise nach Italien und die enge Verbindung mit Schiller – die klassische Epoche durch Theaterstücke, naturkundliche Forschungen und den Entwicklungsroman Wilhelm Meisters Lehrjahre. In seinem Spätwerk schuf er den West-östlichen Divan, umfassende lebensgeschichtliche Aufzeichnungen sowie Wilhelm Meisters Wanderjahre und stellte unmittelbar vor seinem Tod den zweiten Teil des Faust fertig. Damit beeinflusst er Dichtung, Forschung und Kunst bis in die Gegenwart.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1610">
                  <persName>Riezler, Kurt</persName>
                  <birth>
                     <date>1882-02-11</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__306">München</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1955-09-06</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__306">München</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Diplomat und Philosoph</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118601008</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Kurt Riezler (11. Februar 1882 – 6. September 1955) war ein deutscher Diplomat und Philosoph. Nach Studium in München und Promotion zur antiken Wirtschaftsgeschichte trat er ins Auswärtige Amt ein, wo er zum engen Vertrauten des Reichskanzlers Bethmann Hollweg aufstieg. 1915 heiratete er Käthe Liebermann, die Tochter des Malers Max Liebermann. 1920 zog sich Riezler aus Protest gegen den Versailler Vertrag aus der Politik zurück. Als Privatgelehrter wurde er 1928 Kurator und Professor für Philosophie in Frankfurt, wo er sich 1929 für Tillichs Berufung einsetzte. 1933 wurde er verhaftet und seines Amtes enthoben, 1934 verlor er seine Lehrbefugnis. 1938 emigrierte das Ehepaar in die USA, wo Riezler an der New School for Social Research und später an anderen Universitäten lehrte. 1954 ließ er sich in Rom nieder.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3758">
                  <persName>Franc, Dora</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1923">
                  <persName>Tillich, Hannah</persName>
                  <birth>
                     <date>1896-05-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Rotenburg a. d. Fulda</placeName>
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                  <death>
                     <date>1988-10-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName>East Hampton, NY</placeName>
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                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/119096102</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Hannah Tillich (17. Mai 1896 – 27. Oktober 1988) war eine deutsche und später US-amerikanische Zeichenlehrerin, Malerin, Schriftstellerin und Modell. Aufgewachsen im Pfarrhaus ihrer Eltern in Rotenburg an der Fulda, absolvierte sie von 1912 bis 1916 eine Ausbildung an der Königlichen Kunstschule zu Berlin und arbeitete ab 1919 als Zeichenlehrerin in Berlin-Neukölln. 1920 heiratete sie den Maler Albert Gottschow, von dem sie sich nach kurzer Ehe und einem persönlichen Schicksalsschlag wieder trennte. 1924 ging sie die Ehe mit Paul Tillich ein, mit dem sie in Marburg, Dresden und Frankfurt lebte und 1933 in die USA emigrierte. Nach der Geburt zweier Kinder nahm sie Mitte der 1930er Jahre ihre künstlerische und schriftstellerische Tätigkeit wieder auf. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie mit ihrer autobiographischen Schrift From Time to Time (1973), in der sie offen über ihr Leben und ihre Ehe berichtete; eine deutsche Ausgabe erschien erst 1993.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__570">
                  <persName>Farris, Erdmuthe</persName>
                  <birth>
                     <date>1926-02-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__126">Dresden</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
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                     <date>2016-03-26</date>
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                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1168750431</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Erdmuthe Farris (17. Februar 1926 – 26. März 2016), geborene Tillich, war die Tochter des evangelischen Theologen und Religionsphilosophen Paul Tillich. Ihr familiärer Rufname lautete Mutie.</p>
                  </note>
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               <person xml:id="tillich_person_id__416">
                  <persName>Cunz, Dieter</persName>
                  <occupation>Germanist</occupation>
                  <note type="bio">
                     <p>Studium der Geschichte, Germanistik und Theologie in München, Leipzig und Frankfurt/Main. In Frankfurt wurde er 1934 im Fach Geschichte promoviert, 1935 emigrierte er in die Schweiz, wo er sich seinen bereits zuvor emigrierten Freunden Richard  Plaut und Oskar  Koplowitz anschloss, und sich mit Gelegenheitsarbeiten und Beiträgen in der Baseler Nationalzeitung sein Geld verdiente. 1938 emigrierte er in die USA, wo er im Folgejahr bis 1957 in diversen Positionen (u. a. Assistenzprofessor und Assoziierter Professor) an der University of Maryland in College Park unterkam. Nach dem Krieg zudem 1947-1948 Aufenthalt in Zürich. 1957-1969 war er schließlich Professor für Germanistik an der Ohio State University, wo auch Koplowitz seit 1946 lehrte.</p>
                  </note>
               </person>
               </listPerson><listBibl><biblStruct type="book" xml:id="tillich__S6C32ITW" corresp="http://zotero.org/groups/5701116/items/S6C32ITW" n="Plant, The Dragon in the Forest, 1948">
          <monogr>
            <title level="m">The Dragon in the Forest</title>
            <author>
              <forename>Richard</forename>
              <surname>Plant</surname>
            </author>
            <imprint>
              <pubPlace>Garden City, New York</pubPlace>
              <publisher>Doubleday</publisher>
              <date>1948</date>
            </imprint>
          </monogr>
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        </listBibl></back></text>
</TEI>