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                <title>Brief von Richard Kroner an Paul Tillich vom 10. August 1946</title>
                <author ref="#tillich_person_id__1099">Richard Kroner</author>
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                    <resp>Editor</resp>
                    <name key="https://orcid.org/0009-0000-1606-0460">Cem Ölmez</name>
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            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                        1933–1951</title>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>
                    <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
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                        <street>Schenkenstraße 8–10</street>
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                            <settlement>Wien</settlement>
                            <country>Österreich</country>
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                    </address>
                </publisher>
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                    <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative
                        Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
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                <msDesc type="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <country>USA</country>
                        <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                        <institution>Harvard University</institution>
                        <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                        <collection>Tillich, Paul, 1886–1965. Papers, 1894–1974.</collection>
                        <idno>bMS 649/159(45)</idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Brief, als Abschrift überliefert.</p>
                    </physDesc>
                    <additional>
                        <listBibl>
                            <biblStruct type="monograph" n="firstPrint">
                                <monogr>
                                    <author>Alf Christophersen, Friedrich Wilhelm Graf</author>
                                    <editor>Mark D. Chapman, Theodore M. Vial, Jr. und Friedrich
                                        Wilhelm Graf (Hg.)</editor>
                                    <title> Journal for the History of Modern Theology / Zeitschrift
                                        für Neuere Theologiegeschichte </title>
                                    <edition>Band 18 (2)</edition>
                                    <imprint>
                                        <publisher>De Gruyter</publisher>
                                        <date when="2009">2011</date>
                                        <biblScope>281–339</biblScope>
                                    </imprint>
                                </monogr>
                            </biblStruct>
                        </listBibl>
                    </additional>
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            </sourceDesc>
        </fileDesc>
        <encodingDesc>
            <projectDesc>
                <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933–1951.</p>
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            <editorialDecl>
                <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
                    https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
            </editorialDecl>
        </encodingDesc>
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                <correspAction type="sent">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1099">Richard Kroner</persName>
                    <placeName ref="#tillich_place_id__979" type="place">Richmond (Surrey),
                        England</placeName>
                    <date when="1946-08-10">10.08.1946</date>
                </correspAction>
                <correspAction type="received">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
                </correspAction>
            <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1099">Korrespondenz mit Richard Kroner</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10966.xml">Brief von Stephen F. Bayne Jr. an Paul Tillich vom 8. August 1946</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10968.xml">Brief von Albert T. Mollegen an Paul Tillich vom 10. August 1946</ref></correspContext></correspDesc>
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                <language ident="de">Deutsch</language>
            </langUsage>
        <creation><date type="sort" when="1946-08-10"/></creation></profileDesc>
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            <change when="2025-09-15" who="CO">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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    <text type="letter">
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                <opener>
                    <dateline>7 Denbigh <choice>
                            <abbr>Gds.</abbr>
                            <expan>Gardens</expan>
                        </choice><lb/><rs ref="#tillich_place_id__979" type="place">Richmond
                            (Surrey)</rs><lb/><rs ref="#tillich_place_id__503" type="place">England</rs>.<lb/><date when="1946-08-10"><date when="1946-08-10">August 10, 46</date></date>.</dateline>
                    <salute>Lieber <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paulus</rs>,</salute>
                </opener>
                <p>wie ich hörte, wirst Du am <date when="1946-08-20">20. August</date> 60 Jahre alt, und da Briefe
                    durchschnittlich 10 Tage brauchen, um den Ozean zu durchqueren, so schreibe ich
                    heute schon, um Dir meine Wünsche und die von <rs ref="#tillich_person_id__1100" type="person">Alice</rs> zu senden. Als ich vor Jahren Deine Berufung nach
                        <rs ref="#tillich_place_id__126" type="place">Dresden</rs> erwirkte, ahnte
                    ich nicht wie Du persönlich bist, und wie wir persönlich stehen würden. Und
                    selbst als wir 1929 wieder schieden, Du um nach dem schönen Süden zu gehen, ich
                    um nach dem kühlen Norden zu wandern, wußte ich noch nicht, in welcher
                    persönlichen Beziehung ich mit Dir stünde.<pb n="2"/></p>
                <p>Die schicksalsvollen Ereignisse des Jahres 1940 mußten eintreten, um mir die
                    Natur dieser Beziehung klar zu machen. An jenem für mich so bedeutungsvollen
                    Tage, an welchen Du mir schriebst, ich solle nach <rs ref="#tillich_place_id__319" type="place">N. Y.</rs> zu Dir kommen, Du
                    habest mir etwas Wichtiges zu sagen, trat diese Beziehung zuerst ins volle
                        Licht.<note type="ea">Liegt nicht vor.</note> Ich habe seit diesem Tage
                    immer besser und tiefer Deine Seele verstehen und lieben und schätzen gelernt, –
                    Deine Seele, denn Deinen Geist kannte ich, seit ich Deine Schriften zuerst
                    gelesen hatte. Die Seele, glaube ich, ist mehr als der Geist des Menschen; sie
                    reicht tiefer hinunter in die Abgründe des Geheimnisses, das uns umhüllt und aus
                    dem wir leben. Ich weiß, daß Du niemals Deine Seele hingeben würdest, um die
                    Welt zu erlangen, und <pb n="3"/><!-- am oberen linken Blattrand: <q>2/</q> -->das
                    ist vielleicht das Höchste, was man von einem Menschen sagen kann. So wird auch
                    das Altern diese Tiefe Deines Seins nicht beschatten oder verdunkeln, selbst
                    wenn es, wie anzunehmen, manche Entsagung fordern wird. Die Schöpferkraft dieses
                    Geistes, das bin ich sicher, wird sich im kommenden Jahrzehnt noch weiter
                    entfalten und ihren Höhepunkt erreichen. Und auch der Umkreis Deiner Wirkung
                    wird sich entsprechend erweitern und die <q>Welt</q> umgreifen. Dies sind daher
                    nicht Wünsche, sondern Prophezeiungen. Verzeih, daß ich Dir ins Handwerk
                    pfusche! <hi rend="u">Wünschen</hi> möchte ich nur Leben und Gesundheit, die
                    Vorbedingungen für die Erfüllung.</p>
                <closer><salute>Sei mit <sic><rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Hanna</rs></sic> und den Deinen in alter herzlicher Freundschaft
                        gegrüßt von </salute><signed>Deinem<rs ref="#tillich_person_id__1099" type="person">Richard</rs>.</signed></closer>
            </div>
        </body>
    <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__1099">
                  <persName>Kroner, Richard</persName>
                  <occupation>Deutscher Philosoph</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/11890003X</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Richard Kroner (8. März 1884 – 2. November 1974) war ein in Breslau geborener deutscher Philosoph und Theologe, der der südwestdeutschen Schule des Neukantianismus nahestand. Mit seinem zweibändigen Hauptwerk Von Kant bis Hegel leistete er einen wesentlichen Beitrag zur Wiederentdeckung und Neubewertung des Deutschen Idealismus im 20. Jahrhundert. Nach der Emigration in die Vereinigten Staaten wirkte er als Vermittler zwischen kontinentaler und angelsächsischer Philosophie und zählt zu den bedeutenden Vertretern des Neuhegelianismus.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1100">
                  <persName>Kroner, Alice</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1923">
                  <persName>Tillich, Hannah</persName>
                  <birth>
                     <date>1896-05-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Rotenburg a. d. Fulda</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1988-10-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName>East Hampton, NY</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/119096102</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Hannah Tillich (17. Mai 1896 – 27. Oktober 1988) war eine deutsche und später US-amerikanische Zeichenlehrerin, Malerin, Schriftstellerin und Modell. Aufgewachsen im Pfarrhaus ihrer Eltern in Rotenburg an der Fulda, absolvierte sie von 1912 bis 1916 eine Ausbildung an der Königlichen Kunstschule zu Berlin und arbeitete ab 1919 als Zeichenlehrerin in Berlin-Neukölln. 1920 heiratete sie den Maler Albert Gottschow, von dem sie sich nach kurzer Ehe und einem persönlichen Schicksalsschlag wieder trennte. 1924 ging sie die Ehe mit Paul Tillich ein, mit dem sie in Marburg, Dresden und Frankfurt lebte und 1933 in die USA emigrierte. Nach der Geburt zweier Kinder nahm sie Mitte der 1930er Jahre ihre künstlerische und schriftstellerische Tätigkeit wieder auf. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie mit ihrer autobiographischen Schrift From Time to Time (1973), in der sie offen über ihr Leben und ihre Ehe berichtete; eine deutsche Ausgabe erschien erst 1993.</p>
                  </note>
               </person>
               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__979">
                  <placeName>Richmond (Surrey)</placeName>
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                  <placeName>England</placeName>
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