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                <title>Brief von Adolph Löwe an Paul Tillich vom 11. August 1946</title>
                <author ref="#tillich_person_id__1209">Adolph Löwe</author>
                <respStmt>
                    <resp>Editor</resp>
                    <name key="https://orcid.org/0009-0000-1606-0460">Cem Ölmez</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                        1933–1951</title>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>
                    <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
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                        <street>Schenkenstraße 8–10</street>
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                            <settlement>Wien</settlement>
                            <country>Österreich</country>
                        </placeName>
                    </address>
                </publisher>
                <availability>
                    <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative
                        Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
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                <msDesc type="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <country>USA</country>
                        <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                        <institution>Harvard University</institution>
                        <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                        <collection>Tillich, Paul, 1886–1965. Papers, 1894–1974.</collection>
                        <idno>bMS 649/162(2)</idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Brief, eigenhändig</p>
                    </physDesc>
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                <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933–1951.</p>
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            <editorialDecl>
                <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
                    https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
            </editorialDecl>
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                <correspAction type="sent">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1209"> Adolph Löwe </persName>
                    <placeName ref="#tillich_place_id__878">Estes Park</placeName>
                    <date when="1946-08-04">04.08.1946</date>
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                    <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
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            <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1209">Korrespondenz mit  Adolph Löwe </ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1209" target="L01211.xml">Postkarte von Adolf Löwe an Paul Tillich vom 15. April 1933 [PS]</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1209" target="L11310.xml">Brief von Adolph Löwe an Paul Tillich vom 13. Dezember 1949</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10964.xml">Brief von Fritz Pincus an Paul Tillich vom 2. August 1946</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10966.xml">Brief von Stephen F. Bayne Jr. an Paul Tillich vom 8. August 1946</ref></correspContext></correspDesc>
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                <language ident="deu">Deutsch</language>
            </langUsage>
        <creation><date type="sort" when="1946-08-04"/></creation></profileDesc>
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            <change when="2025-09-08" who="CO">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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    <text type="letter">
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                <opener>
                    <dateline><rs ref="#tillich_place_id__878" type="place">Estes Park</rs>
                        <date when="1946-08-04">4. Aug. 946</date>.<!-- sic --></dateline>
                    <salute>Mein <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Lieber</rs>,</salute>
                </opener>
                <p>Das soll ein Geburtstagsbrief werden. Er muss zeitig geschrieben werden, um noch
                    vor unserer Abreise abgehen zu können. Es tut mir leid, dass Du meine Schrift
                    lesen musst – <rs ref="#tillich_person_id__1210" type="person">Bea</rs> hätte
                    den Brief getippt, wenn sie nicht Rheumatismus im rechten Daumen hätte. Ich will
                    mir Mühe geben, leserlich zu schreiben.</p>
                <p>Well, vor 32 Jahren haben die Engländer Krieg an <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> erklärt u. damit auch unser beider Schicksal
                    entschieden. Übermorgen jährt sich <rs ref="#tillich_place_id__879" type="place">Hiroshima</rs> – beide Ereignisse gute <unclear>Texte</unclear> für eine
                    Predigt. Aber ehe ich damit beginne, will ich Dir kurz von hier berichten.</p>
                <p>Die erste der beiden Ferienwochen geht zu Ende – ich kann nicht sagen, dass ich
                    mich sehr erholt fühle. Das hat zunächst den äusseren Grund, dass <rs ref="#tillich_person_id__1210" type="person">Bea</rs> sowohl wie ich von der
                    Luft enttäuscht sind. Wir scheinen als erste diese Entdeckung zu machen – aber
                    das ist einfach nicht, was wir in <rs ref="#tillich_place_id__736" type="place">Europa</rs> unter Hochgebirgsluft verstanden haben. Die Tage sind nicht nur
                    heiss, sondern schwül, abgesehen von den Stunden unmittelbar nach einem
                    Gewitter. Natürlich ist es Gottes Gabe, <rs ref="#tillich_place_id__319" type="place">New York</rs> entronnen zu sein, aber mein Organismus<pb n="2"/> vermisst die Schockwirkung <rs ref="#tillich_place_id__401" type="place">Sils
                        Marias</rs>, die seltsamerweise <rs ref="#tillich_place_id__854" type="place">Bar Harbor</rs> in viel grösserem Masse hatte. Hier verspürten
                    wir es nur einmal: auf 11000 feet am Trail Ridge Road.</p>
                <p>Die geringe <unclear>Stimulierung</unclear>, ja <unclear>Erschlaffung</unclear>
                    hat mich bisher an grösseren Touren – mit den Beinen! – verhindert. Ich habe die
                    umliegenden Hügel bestiegen, bin aber noch nicht sicher, ob ich eine richtige
                    Bergtour unternehmen werde. Ich weiss, dass mir das Deine ewige Verachtung
                    zuzieht – aber die Anstrengung ist einfach zu gross.
                    <!-- Strich zwischen <q>gross</q> und <q>Der</q> -->Der kleine Green Mountain
                    hat mich beinahe ausser Atem gebracht. Wenn Du hier wärest, könnte ich der
                    Versuchung wohl nicht widerstehen – aber die vorhandene Gesellschaft ist nicht
                    sehr anziehend. Ausser Trail Ridge Road haben wir Bear Lake, Glacier Basin
                        <unclear>u.</unclear> Wild Basin mit dem Wagen gemacht, und so einen
                    wirklichen Eindruck von der Grossartigkeit der Landschaft bekommen. Der Mt.
                    Ypsilon ist mein besonderer Freund – er schaut mir ins Fenster. Das Camp ist
                    ideal für Nahausflüge. Verpflegung ist ausgezeichnet. Zimmer geht an.
                    Hauptmangel: es ist schrecklich laut, besonders da Dein Schüler <rs ref="#tillich_person_id__3549" type="person">Hartshorne</rs>, der eine Art
                    Manager hier ist, uns mit progressiver Erziehung seiner 2 Jungen den
                            <unclear><sic>Mittagschlaf</sic></unclear> raubt. Aber das sind<pb n="3"/><!-- Am oberen rechten Blattrand: <q>II</q> --> kleine Flecken auf dem Bilde,
                    zumal uns der Aufenthalt hier nicht mehr als <rs ref="#tillich_place_id__880" type="place"><unclear>Manomet</unclear></rs> kostet, d. h. $ 10 für beide
                    per Tag, ohne Nebenausgaben.</p>
                <p>Ich bin mir auch ganz klar, dass mein Missbehagen letztlich nicht von der
                    schwülen Luft herrührt. (Vielleicht hat die Höhenlage damit zu tun –
                            <unclear><rs ref="#tillich_place_id__848" type="place">Californien</rs></unclear> wird das zeigen). Auf die Conferenz ist ein
                        <q>Let down</q> erfolgt psychischer Herkunft. Es hat mit der Conferenz
                    nichts zu tun, die nicht nur ein bedeutsames Erlebnis war, sondern auch ein
                    grosser
                    Erfolg.<!-- Vermutlich ist eine Konferenz der Y. M. C. A. gemeint, die vom 02.08. – 11.08.1946 stattgefunden hat. Datum nicht ganz sicher, in einer Wochenzeitung des Ortes ist das Programm vom 02.–09.08. abgedruckt, Löwe selbst schreibt vom 12.08. als <q>last day</q> .... -->
                    Kennst Du <rs ref="#tillich_person_id__1156" type="person">Paul Lehmann</rs> –
                    bisher <rs ref="#tillich_place_id__881" type="place">Wellesley</rs>, jetzt <rs ref="#tillich_place_id__630" type="place">Princeton</rs>? Er vertrat die
                        <q>Neo Orthodoxie</q> gegen <rs ref="#tillich_person_id__3551" type="person">Wyman</rs>, der von <rs ref="#tillich_person_id__3550" type="person">Vlastos</rs> (<rs ref="#tillich_place_id__849" type="place">Canada</rs>)
                    unterstützt wurde. Mir war das <q>soziale Feld</q> zugewiesen, aber ich habe
                    tüchtig Theologie mitgemacht.</p>
                <p>Ohne Dich u. unsere Jahrelangen Gespräche wäre ich wie der Ochse vor dem Berge
                    gestanden. So konnte ich nicht nur teilnehmen, sondern habe
                        <unclear>nun</unclear> einen wirklichen Einblick in die <q>theologische</q>
                    Lage bekommen. Und das führt dann sofort zum Hauptthema.</p>
                <p>Die Situation hier war ganz eindeutig. Die theologisch interessierte Minderheit,
                    etwa 30 unter 150, fühlt sich in einem schweren Dilemma. (Sie sind übrigens die
                    geistigen u. überwiegend auch die administrativen Führer der Bewegung). Sie sind
                    unbefriedigt von dem <unclear>sekularen</unclear> Humanismus der liberalen
                    Theologie, fühlen sich aber zugleich abgestossen von<pb n="4"/> der <rs ref="#tillich_person_id__137" type="person">Barth</rs>'schen Variation
                    der Neo-Orthodoxie, jedenfalls von den hier vorgetragenen Formen. Dabei sind es
                    vor allem zwei Punkte: der Supranaturalismus u. die extreme Konzentrierung auf
                    individuelles Heil, was ihnen zu schaffen macht. Ich weiss nicht, wie weit der
                    erste Vorwurf auch gegen <rs ref="#tillich_person_id__137" type="person">Barth</rs> selbst
                    <!-- Strich zwischen <q>selbst</q> und <q>geht</q> -->geht – <rs ref="#tillich_person_id__1156" type="person">Lehmann</rs> behauptete, unter
                    Druck, dass <q>160 Pfund Fleisch</q> auferstanden seien, obwohl
                        <q>transformiert</q>. Der 2. Vorwurf ist nur zu berechtigt, wie wir wissen,
                    u. die alte <q>social gospel</q> Idee bewährt sich als gesundes Gegengewicht,
                    wie primitiv sie auch selber sein mag. Wonach sie suchen ist eine
                        <q>Tiefentheologie</q>, die einen unmittelbaren Zugang zum Socialen hat –
                    mit einem Wort: sie suchen Dich. Hier kann ich Dir eine Enttäuschung nicht
                    ersparen. Alle, auch die theologisch weniger <sic>interessierten</sic>, kannten
                    Deinen Namen. Ich habe nicht ein halbes Dutzend gesprochen, die eine klare
                    Vorstellung hatten, um was es Dir theologisch wirklich geht. Dein Beitrag zur
                            <q><rs ref="#tillich__ZATSNTWD" type="work">Christian Answer</rs></q>
                    war vielen bekannt. Als sie mich fragten, wo sie denn Genaueres über Deine
                    dogmatische Position finden könnten, ja, mein Lieber, da war ich genau so
                    verlegen wie wenn sie mich nach meinen ökonomischen Werken fragten. Das wäre
                        <unclear>nun</unclear> bedauerlich genug, handelte es sich nur um eine
                        <q>dogmengeschichtliche Lücke</q> – wie die Dinge stehen, weist die
                    objektive Situation eine fundamentale Lücke auf, die niemand als Du füllen
                    kannst. Nur<pb n="5"/><!-- Am oberen rechten Blattrand: <q>III</q> --> eine
                    kleine Gruppe ist mit <rs ref="#tillich_person_id__1390" type="person">Niebuhr</rs> zufrieden – die meisten fühlten die gedankliche Ungeduld, die
                        <q>revivalist attitude</q>. Mehr als je zuvor bin ich überzeugt, dass Du
                    eine Mission hast, die <hi rend="u">nicht</hi> mit Vorträgen, u.
                    anscheinend<!-- Strich zwischen <q>anscheinend</q> und <q>auch</q> --> auch
                    nicht im Kolleg, erfüllt werden kann. Es ist nicht eine Frage von
                        <q>Arbeitsethik</q> oder von <q>persönlicher Erfüllung</q> – ganz primitiv
                    handelt es sich darum, dass Du mit den Hungrigen Dein geistiges Brot teilst.
                    Sie, die Dogmatik muss geschrieben werden.</p>
                <p><rs ref="#tillich_person_id__570" type="person">Erdmuthe</rs> hat mir erzählt,
                    dass der Ruf nach <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs>
                    definitiv ist, zunächst für Frühjahr 947 (<rs ref="#tillich_person_id__323" type="person">Burchardt</rs> hat übrigens den Ruf auf den ökonomischen
                    Lehrstuhl bekommen – ich lebe also wenigstens in meinen Schülern weiter! Er geht
                    für 3 Monate diesen Sommer.) Ich weiss nicht, ob Zeit ist für Dich, die Antwort
                    zu verschieben, bis wir uns sehen. Ich habe gar keine vorgefasste Meinung. Eine
                    kurze Zeit in <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> mag
                    sogar der Dogmatik förderlich sein – die angelsächsischen Strömungen mögen auf
                    diesem Hintergrund an Stärke gewinnen. Vielleicht bin ich Juni bis September 947
                    selbst in <rs ref="#tillich_place_id__736" type="place">Europa</rs> –
                    das<!-- Strich zwischen <q>das</q> und <q>hängt</q> --> hängt zum Teil von <rs ref="#tillich_person_id__3696" type="person">Doris Duke</rs> ab. Freilich
                    werde ich im wesentlichen in <rs ref="#tillich_place_id__939" type="place">Westeuropa</rs> sein. Aber vielleicht könnten wir zusammen fahren – zur
                    Feier des Dezenniums. Wie immer Du die Entscheidung triffst, treffe sie aus
                    einem <q>Gesamtplan</q>. Das ist die einzige Warnung des 60. Geburtstags, die
                    ich anerkenne: man muss langsam mit der Zeitverschwendung aufhören.<pb n="6"/>
                    Übrigens noch eines zur theologischen Debatte. Christus als <q>Mitte der
                        Geschichte</q> stand im Zentrum. Mein jüdischer Prophetismus siegte über <rs ref="#tillich_person_id__1156" type="person">Lehmann</rs>. Ganz ernsthaft,
                    ich war erstaunt, wie wenig zentral dieser Gedanke für diese Menschen ist, die
                    doch auf ihre Weise mitten in der <q>christlichen Arbeit</q> stehen. Sie sind
                    durchaus vorbereitet auf eine neue <q>Stiftung</q>, die den
                    jüdisch-christlichen<!-- Strich nach <q>jüdisch-christlichen</q> --> Gegensatz
                    aufheben würde. Ich hatte übrigens als Jude nicht die geringste Schwierigkeit.
                    Es war eine, ziemlich schwache, Opposition gegen meine sozialen-ökonomischen
                    Ideen da – im Ganzen war ich aber zu <q><unclear>reformidial</unclear></q> –
                    aber gar keine gegen meine <unclear>periodischen</unclear>
                    <q>jüdischen</q> Ausbrüche. Auch im Camp ging bisher alles gut.</p>
                <p><unclear>Politisch</unclear> bin ich mir nicht klarer geworden durch die
                    Conferenz. Die Vertreter der Südstaaten, vor allem <rs ref="#tillich_place_id__940" type="place">Texas</rs>, redeten von
                        <sic>latenten</sic> Faschismus. Für die andren schien das Problem nicht akut
                    zu sein. Was unser letztes Gespräch auf dem Washington Square anlangt, so wage
                    ich nicht zu sagen, wie die ganze Sache auszuwerten sein wird. Ich könnte, wenn
                    ich wollte, Vortragsreisender über das ganze Land werden. Wichtiger ist, dass
                    der National Staff in <rs ref="#tillich_place_id__319" type="place">New
                        York</rs> die Verbindung mit mir intensivieren will. Übrigens ist der
                    Unterschied zwischen <choice>
                        <abbr>Y<hi rend="sup"><hi rend="u">M</hi></hi></abbr>
                        <expan>Young Men</expan>
                    </choice> – <choice>
                        <abbr>Y<hi rend="sup"><hi rend="u">W</hi></hi></abbr>
                        <expan>Young Women</expan>
                    </choice> ganz beträchtlich. Der soziale Radikalismus ist wesentlich weiblich,
                    während das theologische Interesse vorwiegend unter den Männern besteht. Wir
                    müssen abwarten, wie sich die Dinge im Herbst entwickeln.</p>
                <p>Ich darf das Bild nicht fälschen. Es gibt eine Menge Kleinbürgertum u.
                    Organisationsmeierei unter der Gruppe. Manchmal hab ich mich nach dem
                        <q>Asphalt</q> gesehnt. Vor allem jetzt, wo ich nur noch gesellschaftlich
                    mit dem hier verbliebenen Rest zusammenkomme, macht sich der Unterschied in
                    Herkunft u. <unclear>Lebensgehalte</unclear> fühlbar.<pb n="7"/></p>
                <p><!-- Am oberen rechten Blattrand: <q>IV</q> -->Das war nun eine lange
                    Abschweifung von dem Thema meines augenblicklichen Unbehagens. Ich habe keine
                    befriedigende Erklärung dafür, jedenfalls keine neue. Es gibt ja genug alter
                    Fakten, die als nicht gerade ideal bezeichnet werden müssen. Die Entscheidung
                    gegen <rs ref="#tillich_place_id__105" type="place">Chicago</rs> gehört nicht
                    dazu. Ich habe neuere Einzelheiten bei <rs ref="#tillich_person_id__1323" type="person">Meyers</rs> gehört – wirklich der Krieg aller gegen alle. Und
                    ich bin ein denkbar schlechter Streiter in einer Situation persönlicher
                    Rivalitäten. Wie die Welt u. ich selber aussehen, ist die New School zweifellos
                    der beste Standort für mich. Ich muss mich nur langsam entscheiden, was ich da
                    in den nächsten Jahren tun will. Die Ungewissheit über diesen Punkt ist <hi rend="u">eine</hi> Quelle des Missbehagens.</p>
                <p>Über Weltpolitik schreibe ich besser nicht. Ich sehe hier nur die Denver Post u.
                    bin wahrscheinlich nicht auf dem Laufenden. Die Atomdebatte nahm den erwarteten
                    Verlauf. Aber auch Leute wie <rs ref="#tillich_person_id__3697" type="person">Marschak</rs><!-- Person nicht ganz sicher -->, mit dem ich neulich hier
                    zusammen war, schieben die Schuld den Russen zu. Die Conferenz hier war übrigens
                    eindeutig russenfreundlich, wobei <rs ref="#tillich_person_id__3551" type="person">Wyman</rs> u. <rs ref="#tillich_person_id__3550" type="person">Vlastos</rs> Wortführer <del rend="s">fet</del> waren u. auch <rs ref="#tillich_person_id__1156" type="person">Lehmann</rs> zustimmte. Ich war
                    der zurückhaltendste. <rs ref="#tillich_person_id__3551" type="person">Wyman</rs> war rührend. Er hat mich tief ins Herz geschlossen u. will im
                    Frühjahr nach <rs ref="#tillich_place_id__319" type="place">N. Y.</rs> kommen,
                    um an der New School zu studieren!</p>
                <p><date when="1946-08-11">Sunday, Aug. 11</date><hi rend="sup">th</hi> – last
                    day.</p>
                <p>Well, my honor is restored – ich war gestern am Chasm Lake (unterhalb Long's
                    Peak, 11800 <unclear>feet</unclear>), und 3 Tage zuvor am Flattop u.
                        <sic>Hallets</sic> (12750). Und diese Abenteuer haben meine Einstellung zu
                    den Rockies radikal verändert. Einerseits muss man <hi rend="u">in</hi> den
                    Bergen sein "<hi rend="u">auf</hi> ihnen, um zu wissen, was los ist. Und
                    dann ändert viel die Atmosphäre oberhalb 9000 feet radical. Unterhalb ist
                    Mittelgebirgsluft, aber darüber beginnt das wahre Leben. Wenn ich wieder kommen
                    sollte, würde ich versuchen, in Bear Lake Lodge unterzukommen. Jedenfalls gehe
                    ich mit wirklichem Bedauern weg – anyhow: zu neuen Ufern – <pb n="8"/></p>
                <p>Ich machte die Tour gestern mit einer der Führerinnen des <choice>
                        <abbr>W Y C A</abbr>
                        <expan>Womens Young Christian Association</expan>
                    </choice> Student Department. Und wir beschlossen, dass wir im Herbst, wenn Du
                    zurück bist, zusammenkommen u. eine Strategie planen. Sie akzeptierte meine
                    Diagnose der Situation, die ich neulich hier niederschrieb, völlig. Und es ist
                    ihr sehr wichtig, mit Dir in Kontakt zu kommen. Sie sind alle in grosser Sorge,
                    dass auf dem eben stattfindenden Weltkongress in <rs ref="#tillich_place_id__707" type="place">Genf</rs> die eschatologische
                    Romantik der Kontinentalen die ganze Bewegung in ein fahles,
                        <unclear>pietistisch-quietistisches</unclear> Fahrwasser bringen wird.</p>
                <p>Man kann nie vorhersagen, was da wirklich herauskommen kann. Aber der Versuch
                    lohnt sich sicher, u. ist doch weit adäquater Deinen wahren Interessen als die
                    andren <q><unclear>Personen</unclear></q> der vergangenen Jahre. Ich halte es
                    für möglich, dass <lb/>(Fortsetzung nächstes Blatt:)<note type="ea">Es folgt ein
                        Brief von <rs ref="#tillich_person_id__1210" type="person">Beatrice
                            Löwe</rs> an <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paul</rs>
                        und <rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Hannah
                        Tillich</rs>.</note></p>
            </div>
            <div>
                <opener><salute>Liebe <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person"><rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Freunde</rs></rs>,</salute></opener>
                <p>Mein rechter Daumen hindert mich, viel zu sagen. Nur das Eine, <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paulus</rs>: Bleibe der ewig
                    Junge, der Du bist &amp; unser Freund wie bisher.</p>
                <p>Die Konferenz war in vieler Beziehung ein Erlebnis für mich: Die Art, wie man <rs ref="#tillich_person_id__1209" type="person">Dolph</rs>'s <q>Jewish
                        message</q> aufnahm &amp; wie sie menschlich <unclear>verzückten</unclear>,
                    war bedeutsam.</p>
                <p>Wir haben die letzte Woche sehr genossen, da es kühler war &amp; wir viel &amp;
                    Überwältigendes gesehen haben. Unter <rs ref="#tillich_person_id__570" type="person">Erdmuthe</rs>'s Schutz war gut zu leben. Sie sieht
                    übrigens ausgezeichnet aus &amp; ist ausserordentlich efficient</p>
                <closer><salute>Alles Gute Euch &amp; einen schönen Geburtstag,</salute>
                    <signed>Eure <rs ref="#tillich_person_id__1210" type="person">Bea</rs></signed><pb n="9"/></closer>
            </div>
            <div>
                <p><note type="ea">Es folgt die Fortsetzung des Briefs von <rs ref="#tillich_person_id__1209" type="person">Adolph
                    Löwe</rs>.</note><!-- Am oberen rechten Blattrand: <q>V</q> -->die Gedanken des
                    religiösen Sozialismus unserer Prägung hier einen Boden finden. Wieder fand ich
                    ein Gefühl starker Distanz zu <rs ref="#tillich_person_id__1390" type="person">Niebuhr</rs>
                    <unclear>¿¿¿</unclear><!-- <q>einale</q> o. ä. -->, der Fellowship. Nicht wegen
                    der Ideen, sondern wegen der <q>Heldenverehrung</q> u. dem Konventikelcharakter,
                    den auch ich so sehr spüre in der Gruppe. Well, we shall see.</p>
                <p>Ich muss noch ein interessantes, persönliches Faktum nachtragen. In den zahllosen
                    Debatten der Konferenz, öffentlich u. privat, war ich nicht ein einziges Mal
                        <q>skeptisch</q>, <q>negativ</q>. Und es war ganz natürlich, dass ich eine
                        <q>positive attitude</q> zeigte, gar nicht forciert. Es war, als wäre ich zu
                    einer tieferen Schicht durchgedrungen, die ich nicht erreiche, wenn ich allein
                    bin. Wie erklärst Du das? Mir ist es ziemlich rätselhaft.</p>
                <p>Und <add place="superlinear">nun</add> soll ich aber <q>gratulieren</q>? – I
                    won't. Ich betrachte diesen <date when="1946-08-16">16. Aug.</date> als nicht
                    verschieden von den früheren. Und der glückliche Zufall der Debatten hier
                    bestätigt das besser als die längste Abhandlung. My Dear, your past is still
                    ahead of you! Mir selber wünsche ich, dass es Dir gelingen möge, den Ring zu
                    durchbrechen, den Du in den letzten 1–2 Jahren hast um Dich wachsen lassen. Ich
                    habe keinen romantischen Optimismus hinsichtlich der menschlichen
                    Kommunikationen, die uns allen heute noch möglich sind. Man wird einsamer – u.
                    wahrscheinlich ist das eine Vorbereitung auf die letzte Reise, die man ja allein
                    antreten muss. Aber im verbleibenden Rahmen gibt es Möglichkeiten, die wir beide
                    ausschöpfen sollten. Wir tun es in den seltenen Stunden <q>down town</q>.
                    Vielleicht hat unser Insitutskreis seine Möglichkeiten erschöpft – ich glaube
                    nicht, dass wir beide es getan haben. Ich freue mich schon auf einige
                    theologische Debatten, and for the rest, let us have some confidence.</p>
                <p>Wir werden am Abend des <date when="1946-08-19">19.</date> in <rs ref="#tillich_place_id__942" type="place">Los Angeles</rs> eintreffen. Der
                        <date when="1946-08-20">20.</date> wird aber im Kreise des Instituts von uns
                    verlebt werden.<pb n="10"/> Ich nehme daher an, dass wir guten Wein auf Dich
                    trinken werden. Wir werden bis zum <date when="1946-08-28">28. Aug.</date> dort
                    bleiben – wenn Du aber einen unüberwindlichen Drang zum Schreiben fühlst, so
                    kannst Du ihm genüge tun. (Adresse: <rs ref="#tillich_person_id__1521" type="person">Pollock</rs>)</p>
                <p>Ich weiss nicht, ob das Bild ins Schwarze trifft. Ich glaube, mich zu erinnern,
                    dass es <q>in Deiner Linie</q> liegt. Leider hab ich keinen <q>Price of
                        Liberty</q> – ich habe es leider nicht fertig gebracht, den Nachtrag zu
                    schreiben. Sollte er je geschrieben werden, so wird er Dir gewidmet sein. </p>
                <p>Und nun, have a good time, all of you, And don't take it seriously.</p>
                <p>Ausser, es wird Dich Tage kosten, diesen Brief zu entziffern! Well, it will
                        <unclear>keep</unclear> your thoughts in touch with me. Alles Gute der
                        <unclear>wackeren</unclear>
                    <unclear><rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Ehefrau</rs></unclear>. Ich hoffe, dass die Kinder ihr nicht allen Atem rauben.
                    Besondere Grüsse an <rs ref="#tillich_person_id__1927" type="person">René</rs>
                    von Old <unclear>S¿¿</unclear><!-- vielleicht "Schoen" -->. Und nochmals Dank an
                    unseren Schutzengel <rs ref="#tillich_person_id__570" type="person">Erdmuthe</rs>!</p>
                <closer><salute>So long, old boy!</salute><signed>Yours, <rs ref="#tillich_person_id__1209" type="person">A.</rs></signed></closer>
            </div>

        </body>
    <back><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__879">
                  <placeName>Hiroshima</placeName>
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                     <geo>34.40000 132.45000</geo>
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                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/1862415/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q34664</idno>
               </place>
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                  <placeName>Deutschland</placeName>
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                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/2921044/</idno>
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                  <placeName>Wellesley (MA)</placeName>
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                  <placeName>Chicago, Illinois</placeName>
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                  <placeName>Princeton</placeName>
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               </listPlace><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__1323">
                  <persName>Meyer, Gerhard Emil Otto</persName>
                  <occupation>Deutscher Ökonom</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1017513562</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>1921-1925 Studium der Nationalökonomie in Halle, Tübingen, Rostock und Kiel, 1925 Diplom-Volkswirt. Nach kurzer Lehrtätigkeit 1925 wurde M. Mitarbeiter Wassily Leontiefs am Institut für Weltwirtschaft in Kiel und dort 1930 von Adolf  Löwe promoviert. 1932 folgte er Löwe als Assistent an das Frankfurter Institut für Sozialforschung nach. 1933 Heirat mit Julia Feinberg (geb. 1908), die in Frankfurt studiert hatte und im späteren US-amerikanischen Exil an der University of Chicago Chemie lehren sollte. Zunächst jedoch gemeinsame Emigration nach Paris (1933) und bald darauf nach Manchester (1935). 1937 folgte die Emigration in die USA, wo M. bis zu seinem Tod an der University of Chicago lehrte (1937-1942 Instructor, 1942-1946 Assistant Professor,  1946-1965 Associate Professor, 1965-1973 Professor of Social Science).</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1390">
                  <persName>Niebuhr, Reinhold</persName>
                  <occupation>US-amerikanischer Theologe</occupation>
                  <note type="bio">
                     <p>Niebuhr, Karl Paul Reinhold (21.6.1892 Wright City, Missouri – 1.6.1971 Stockbridge, Massachusetts) war ein US-amerikanischer evangelischer Theologe, Philosoph und Politikwissenschaftler. Er stammte aus einer deutschen Einwandererfamilie, studierte an der Yale Divinity School, wurde 1915 ordiniert und war bis 1928 Pfarrer in Detroit. Von 1928 bis 1960 lehrte er Religionsphilosophie am Union Theological Seminary in New York. Er veröffentlichte zahlreiche Schriften, hielt 1939 die Gifford Lectures und erhielt mehrere Ehrendoktorate. 1931 heiratete er Ursula Mary Keppel-Compton.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1521">
                  <persName>Pollock, Friedrich</persName>
                  <occupation>Deutscher Soziologe und Ökonom</occupation>
                  <note type="bio">
                     <p>Bereits als Jugendlicher lernte er Max  Horkheimer kennen, mit dem gemeinsam er zeitlebens in Arbeitsteilung und engster Freundschaft zusammenlebte. Ab 1919 Studium der Nationalökonomie und nebenher Philosophie in München, Freiburg und Frankfurt/Main, 1923 Promotion. P. war von Beginn an am Frankfurter Institut für Sozialforschung beschäftigt, hauptsächlich im administrativen Bereich. 1933 Emigration, zunächst nach Genf, 1934 weiter in die USA, wo das übersiedelte Institut in New York in den Räumen der Columbia Universität unterkam. P. war in den Folgejahren weiterhin für die Finanzen und Administration des Instituts zuständig. 1935 heiratete er die geschiedene gebürtige Französin Andrée Marx (1898-1939), geb. Woog, die er bereits seit Jugendtagen kannte. 1950 ging P. zurück nach Deutschland, 1959 zog er gemeinsam mit Horkheimer ins schweizerische Montagnola.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__137">
                  <persName>Barth, Karl</persName>
                  <occupation>Theologe</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118506803</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Karl Barth (10. Mai 1886 – 10. Dezember 1968) war ein Schweizer reformierter Theologe und einer der bedeutendsten evangelischen Dogmatiker des 20. Jahrhunderts. Nach dem Studium arbeitete er als Pfarrer, später lehrte er als Professor in Deutschland und Basel. 1935 wies ihn das NS-Regime wegen seiner Gegnerschaft aus. Mit der Auslegung des Römerbriefs begründete er die Dialektische Theologie und wandte sich gegen den liberalen Protestantismus. Hauptwerk blieb die Kirchliche Dogmatik. Mit Paul Tillich verband ihn ein anhaltender theologischer Austausch, in dem beide gegensätzliche Positionen vertraten, etwa zur analogia entis.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1923">
                  <persName>Tillich, Hannah</persName>
                  <birth>
                     <date>1896-05-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Rotenburg a. d. Fulda</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1988-10-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName>East Hampton, NY</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/119096102</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Hannah Tillich (17. Mai 1896 – 27. Oktober 1988) war eine deutsche und später US-amerikanische Zeichenlehrerin, Malerin, Schriftstellerin und Modell. Aufgewachsen im Pfarrhaus ihrer Eltern in Rotenburg an der Fulda, absolvierte sie von 1912 bis 1916 eine Ausbildung an der Königlichen Kunstschule zu Berlin und arbeitete ab 1919 als Zeichenlehrerin in Berlin-Neukölln. 1920 heiratete sie den Maler Albert Gottschow, von dem sie sich nach kurzer Ehe und einem persönlichen Schicksalsschlag wieder trennte. 1924 ging sie die Ehe mit Paul Tillich ein, mit dem sie in Marburg, Dresden und Frankfurt lebte und 1933 in die USA emigrierte. Nach der Geburt zweier Kinder nahm sie Mitte der 1930er Jahre ihre künstlerische und schriftstellerische Tätigkeit wieder auf. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie mit ihrer autobiographischen Schrift From Time to Time (1973), in der sie offen über ihr Leben und ihre Ehe berichtete; eine deutsche Ausgabe erschien erst 1993.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__323">
                  <persName>Burchardt, Fritz</persName>
                  <occupation>Deutsch-britischer Wirtschaftswissenschaftler</occupation>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3549">
                  <persName>Hartshorne, Marion Holmes</persName>
                  <occupation>Professor für Philosophie und Religion</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1156969530</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1927">
                  <persName>Tillich, René Johannes Stefan</persName>
                  <birth>
                     <date>1935</date>
                  </birth>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1168631653</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1156">
                  <persName>Lehmann, Paul Louis</persName>
                  <occupation>Amerikanischer evangelischer Theologe</occupation>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1210">
                  <persName>Löwe, Beatrice</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Beatrice Löwe (geb. 1893) war die Frau von Adolf Löwe. Weitere biographische Informationen sind derzeit nicht bekannt.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__570">
                  <persName>Farris, Erdmuthe</persName>
                  <birth>
                     <date>1926-02-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__126">Dresden</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>2016-03-26</date>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1168750431</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Erdmuthe Farris (17. Februar 1926 – 26. März 2016), geborene Tillich, war die Tochter des evangelischen Theologen und Religionsphilosophen Paul Tillich. Ihr familiärer Rufname lautete Mutie.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3550">
                  <persName>Vlastos, Gregory</persName>
                  <occupation>Philosoph und Professor für Philosophie</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/11923758X</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1209">
                  <persName>Löwe, Adolf</persName>
                  <occupation>deutscher Soziologe und Nationalökonom</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/119383292</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Adolph Lowe (4. März 1893 – 3. Juni 1995) war ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler, Sozialtheoretiker und Philosophiefachmann. Nach akademischer Ausbildung unter führenden Ökonomen begann er 1922 eine Karriere in der staatlichen Wirtschaftsverwaltung. 1926 erwarb er seine Lehrbefähigung durch Forschungen zu Konjunkturbewegungen und trug zur Gründung eines bedeutenden Wirtschaftsforschungsinstituts bei. Zwischen 1926 und 1931 leitete er eine Forschungsabteilung am Kieler Institut und war Vertreter einer angesehenen ökonomischen Schule. Ab 1931 hatte er eine Professur in Frankfurt inne und arbeitete in einem Forschungsinstitut mit soziologischem Schwerpunkt. 1933 emigrierte er nach England und lehrte später ab 1940 an einer New Yorker Universität, wo er bis 1963 die Verbindung von Verhaltenswissenschaften und Wirtschaftslehre erforschte. 1983 kehrte er nach Deutschland zurück.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3551">
                  <persName>Wymann, ???</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3697">
                  <persName>Marschak, Jacob</persName>
                  <occupation>Ökonom und Professor für Wirtschaftswissenschaften</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/119344521</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3696">
                  <persName>Duke, Doris</persName>
                  <occupation>Unternehmerin und Mäzenin</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1020166215</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               </listPerson><listBibl><biblStruct type="book" xml:id="tillich__ZATSNTWD" corresp="http://zotero.org/groups/5701116/items/ZATSNTWD" n="Van Dusen (Hg.), The Christian Answer, 1946">
          <monogr>
            <title level="m">The Christian Answer</title>
            <editor>
              <forename>Henry P.</forename>
              <surname>Van Dusen</surname>
            </editor>
            <imprint>
              <pubPlace>New York</pubPlace>
              <publisher>Scribner</publisher>
              <date>1946</date>
            </imprint>
          </monogr>
        </biblStruct>
        </listBibl></back></text>
</TEI>