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            <titleStmt>
                <title>Brief von Lily Pincus an Paul Tillich vom 31. Juli 1946</title>
                <author ref="#tillich_person_id__1498">Lily Pincus</author>
                <respStmt>
                    <resp>Editor</resp>
                    <name key="https://orcid.org/0009-0000-1606-0460">Cem Ölmez</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                        1933–1951</title>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>
                    <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
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                        <street>Schenkenstraße 8–10</street>
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                        <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                            <settlement>Wien</settlement>
                            <country>Österreich</country>
                        </placeName>
                    </address>
                </publisher>
                <availability>
                    <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative
                        Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
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                <msDesc type="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <country>USA</country>
                        <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                        <institution>Harvard University</institution>
                        <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                        <collection>Tillich, Paul, 1886–1965. Papers, 1894–1974.</collection>
                        <idno>bMS 649/174(63)</idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Brief, eigenhändig</p>
                    </physDesc>
                </msDesc>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
        <encodingDesc>
            <projectDesc>
                <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933–1951.</p>
            </projectDesc>
            <editorialDecl>
                <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
                    https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
            </editorialDecl>
        </encodingDesc>
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            <correspDesc>
                <correspAction type="sent">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1498"> Lily Pincus </persName>
                    <placeName ref="#tillich_place_id__876">Harlech</placeName>
                    <date when="1946-07-31">31.07.1946</date>
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                <correspAction type="received">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
                </correspAction>
            <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1498">Korrespondenz mit  Lily Pincus </ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1498" target="L10375.xml">Brief von Lily Pincus an Paul Tillich vom 31. August 1937</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10962.xml">Brief von Salome Boller an Paul Tillich vom 28. Juli 1946</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10964.xml">Brief von Fritz Pincus an Paul Tillich vom 2. August 1946</ref></correspContext></correspDesc>
            <langUsage>
                <language ident="deu">Deutsch</language>
            </langUsage>
        <creation><date type="sort" when="1946-07-31"/></creation></profileDesc>
        <revisionDesc status="approved">
            <change when="2025-08-04" who="CO">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text type="letter">
        <body>
            <div type="writingSession">
                <pb n="1"/>
                <opener><fw place="top" type="adressline"><unclear>a</unclear> from: 47, Wood Lane,
                            Highgate,<lb/><rs ref="#tillich_place_id__271" type="place">London</rs>.
                        N. 6.</fw>
                    <dateline><date when="1946-07-31">31.7.46</date></dateline>
                    <salute>Mein lieber <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paulus</rs>,</salute>
                </opener>
                <p>Ich hab schändlicherweise das genaue Datum Deines Geburtstages vergessen – aber
                    ich weiß, daß Du im August 60 Jahre alt wirst. Meine Gedanken gehen zu Dir mit
                    guten und liebevollen Wünschen, die alle enthalten sind in dem Einen: Möge Dein
                    Leben sich erfüllen!</p>
                <p>Dir ist so viel gegeben worden, und Du hast es unermüdlich genützt. Du bist eine
                    Quelle von Licht und Kraft, die hilft <q>to face despair without despairing.</q>
                    Daß ich Dir begegnet bin, wird mich bis zum letzten Atemzug mit tiefer
                    Dankbarkeit erfüllen.</p>
                <p>Ich schreibe Dir aus <rs ref="#tillich_place_id__876" type="place">Harlech</rs>,
                    und es gibt keinen Ort, an dem ich lieber an Dich denke. Wir sind immer wieder
                    (noch jetzt nach mehr als 7 Jahren) ganz überwältigt von der Schönheit <rs ref="#tillich_place_id__876" type="place">Harlech</rs>'s, und tief
                    gerührt von der <unclear>warmen</unclear> Herzlichkeit seiner Bewohner. Leider
                    regnet es dies Jahr unaufhörlich, und es<pb n="2"/> ist für <rs ref="#tillich_person_id__1499" type="person">Fritz</rs> und mich schwer,
                    über unsere Erschöpfung hinweg zu kommen. Das lezte Jahr war aufregender als
                    alle Kriegsjahre. Zu den <unclear>persönlichen</unclear> und allgemeinen
                    Problemen kommt in meinem Fall viel Extra<supplied>-</supplied>Arbeit durch die
                    neue Sozial-Gesetzgebung, und die durch sie bedingte Unsicherheit der
                        <q>Voluntary Societies.</q></p>
                <p><rs ref="#tillich_person_id__3546" type="person">Peter</rs> war vor ein paar
                    Wochen auf Urlaub von <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs>. Er ist jetzt Captain Lowell, hat sehr viel interessante
                    Arbeit, reist viel herum und ist in Verbindung mit allen Freunden. <hi rend="u">Alle</hi> fragen nach Dir und Deiner Arbeit, von der sie etwas sehen
                    wollen, besonders <rs ref="#tillich_person_id__2406" type="person">Stefan
                        Hirzel</rs> in <rs ref="#tillich_place_id__126" type="place">Dresden</rs>,
                    und <rs ref="#tillich_person_id__212" type="person">Oscar Beyer</rs> im
                    Johannesstift, <rs ref="#tillich_place_id__47" type="place">Spandau</rs>. <rs ref="#tillich_person_id__3544" type="person">Margarete Beyer</rs> ist nach
                    3-jähriger, mit viel Größe ertragener Haft, nach dem Einzug der Russen in <rs ref="#tillich_place_id__1033" type="place">Auschwitz</rs> gestorben.</p>
                <p>Weißt Du inzwischen Näheres über die Möglichkeit eines <rs ref="#tillich_place_id__736" type="place">Europa</rs>-Urlaubs? Ich bin
                    sicher, daß Du hier + in <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> viel helfen könntest – die Menschen hier sind sehr müde
                    und hoffnungslos. Ich persönlich hab noch einen besonderen Grund, mir Deine Nähe
                    zu wünschen – das immer dringender<pb n="3"/> werdende Bedürfnis einer
                    Religions-Gemeinschaft anzugehören, in der ich Ausdrücke finden kann für
                    Gottes-Dienst. Ich wäre glücklich, wenn ich an Dir entlang
                        <unclear>reden</unclear>, und Deinen Rat haben dürfte!</p>
                <p>Du wist sicherlich sehr gefeiert werden! Ich hoffe, Du hast alle Deine Lieben um
                    Dich, und bist, <unclear>wo</unclear> es schön und friedlich und sonnig ist (ein
                    Stoßseufzer aus dem grauen, kalten, nassen <rs ref="#tillich_place_id__877" type="place">Wales</rs>!)</p>
                <closer><salute>Bitte grüße <rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Hannah</rs> sehr herzlich von mir. Dir alles Liebe und
                        Gute!</salute><signed>Deine <rs ref="#tillich_person_id__1498" type="person">Lily</rs>.</signed></closer>
            </div>
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                  <placeName>Harlech</placeName>
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                  <persName>Hirzel, Stephan</persName>
                  <birth>
                     <date>1899-07-25</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__37">Berlin</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1970-02-18</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__37">Berlin</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Architekt</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1038829402</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Stephan Hirzel (25. Mai 1899 – 18. Februar 1970) war ein Architekt, Grafiker und Kunsthistoriker aus Deutschland. Nach dem Architekturstudium in Berlin und Dresden promovierte er 1924 und arbeitete als freier Architekt, bevor er sich ab 1933 dem Kunsthandwerk und der Buchgestaltung zuwandte. Ab 1934 war er Referent in der Reichspressekammer, später im besetzten Frankreich an der deutschen Botschaft sowie im Reichsministerium für Bewaffnung und Munition tätig. Nach dem Krieg lehrte er zunächst in Dresden und leitete von 1948 bis 1965 die Werkakademie Kassel. Zudem gehörte er 1953 der Findungskommission der ersten documenta an.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1498">
                  <persName>Pincus, Lily</persName>
                  <occupation>Britische Sozialarbeiterin und Autorin</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118594419</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Lily Pincus (13. März 1898 – 22. Oktober 1981) war eine deutsch-britische Sozialarbeiterin und Schriftstellerin. Nach ihrer Ausbildung in Fototechnik arbeitete sie als Röntgenassistentin. 1922 heiratete sie einen Juristen, mit dem sie ab 1925 in Potsdam ein Wohngemeinschaftsprojekt mit dem befreundeten Ehepaar Löwenfeld teilte – ein intellektuelles Zirkel, das auch dem Theologen Tillich nahestand. 1939 emigrierten beide nach Großbritannien, wo sie Tätigkeiten in Sozialwesen übernahm. 1948 gründete sie ein Institut zur Ehforschung an einer Londoner Klinik und leitete dieses bis 1965.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__212">
                  <persName>Beyer, Oskar</persName>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/116159626</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1923">
                  <persName>Tillich, Hannah</persName>
                  <birth>
                     <date>1896-05-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Rotenburg a. d. Fulda</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1988-10-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName>East Hampton, NY</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/119096102</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Hannah Tillich (17. Mai 1896 – 27. Oktober 1988) war eine deutsche und später US-amerikanische Zeichenlehrerin, Malerin, Schriftstellerin und Modell. Aufgewachsen im Pfarrhaus ihrer Eltern in Rotenburg an der Fulda, absolvierte sie von 1912 bis 1916 eine Ausbildung an der Königlichen Kunstschule zu Berlin und arbeitete ab 1919 als Zeichenlehrerin in Berlin-Neukölln. 1920 heiratete sie den Maler Albert Gottschow, von dem sie sich nach kurzer Ehe und einem persönlichen Schicksalsschlag wieder trennte. 1924 ging sie die Ehe mit Paul Tillich ein, mit dem sie in Marburg, Dresden und Frankfurt lebte und 1933 in die USA emigrierte. Nach der Geburt zweier Kinder nahm sie Mitte der 1930er Jahre ihre künstlerische und schriftstellerische Tätigkeit wieder auf. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie mit ihrer autobiographischen Schrift From Time to Time (1973), in der sie offen über ihr Leben und ihre Ehe berichtete; eine deutsche Ausgabe erschien erst 1993.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3546">
                  <persName>Löwenfeld, Peter</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Sohn von Claire und Günther Löwenfeld.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1499">
                  <persName>Pincus, Fritz</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Fritz Pincus (1893–1963) war Mitbesitzer eines Hauses auf dem Küssel. Mehr biographische Informationen sind derzeit nicht verfügbar.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3544">
                  <persName>Beyer, Margarete</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Ehefrau von Oskar Beyer, Schwester von Günther Löwenfeld.</p>
                  </note>
               </person>
               </listPerson></back></text>
</TEI>