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                <title>Brief von Dolf Sternberger an Paul Tillich vom 08. Januar 1946</title>
                <author ref="#tillich_person_id__1857">Dolf Sternberger</author>
                <respStmt>
                    <resp>Editor</resp>
                    <name key="https://orcid.org/0009-0000-1606-0460">Cem Ölmez</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                        1933-1951</title>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>
                    <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
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                        <street>Schenkenstraße 8-10</street>
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                            <settlement>Wien</settlement>
                            <country>Österreich</country>
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                    </address>
                </publisher>
                <availability>
                    <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative
                        Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
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                <msDesc type="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <country>Deutschland</country>
                        <settlement ref="#tillich_place_id__278">Marbach</settlement>
                        <institution>Deutsches Literaturarchiv Marbach</institution>
                        <repository>Dolf Sternberger (1907-1989).</repository>
                        <collection>Nachlass, Handschriftensammlung. A: Sternberger, Dolf/Die
                            Wandlung.</collection>
                        <idno>HS009149026</idno>
                        <!-- Mappe nicht angegeben -->
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Brief, als Abschrift überliefert.</p>
                    </physDesc>
                    <additional>
                        <listBibl>
                            <biblStruct type="monograph" n="firstPrint">
                                <monogr>
                                    <author>Alf Christophersen</author>
                                    <author>Friedrich Wilhelm Graf</author>
                                    <title><q>Scherben ihrer Bilder, verlorne Klänge ihrer Stimmen
                                            ...</q>. Die Korrespondenz zwischen Paul Tillich und
                                        Dolf Sternberger</title>
                                    <imprint>
                                        <pubPlace ref="#tillich_place_id__37">Berlin/</pubPlace>
                                        <pubPlace ref="#tillich_place_id__70">Boston, MA</pubPlace>
                                        <publisher>De Gruyter</publisher>
                                        <date when="2009">2009</date>
                                        <biblScope>75–111; hier 93f</biblScope>
                                    </imprint>
                                </monogr>
                                <series><editor>Mark D. Chapman, Theodore M. Vial, Jr. und Friedrich
                                        Wilhelm Graf (Hg.)</editor>
                                    <title> Journal for the History of Modern Theology / Zeitschrift
                                        für Neuere Theologiegeschichte </title>
                                    <biblScope>Bd. 16 (1)</biblScope>
                                </series>
                            </biblStruct>
                        </listBibl>
                    </additional>
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            <projectDesc>
                <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
            </projectDesc>
            <editorialDecl>
                <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
                    https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
            </editorialDecl>
        </encodingDesc>
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            <correspDesc>
                <correspAction type="sent">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1857"> Dolf Sternberger</persName>
                    <date when="1946-01-08">08.01.1946</date>
                </correspAction>
                <correspAction type="received">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
                    <placeName ref="#tillich_place_id__319">New York</placeName>
                </correspAction>
            <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1857">Korrespondenz mit  Dolf Sternberger</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1857" target="L10018.xml">Undatierter Brief von Paul Tillich an Dolf Sternberger vermutlich von Januar 1934</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1857" target="L11047.xml">Rundbrief von Paul Tillich mit Zusatz an Dolf Sternbergervom 20. Februar 1947</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10899.xml">Brief von Gerda Misch an Paul Tillich vom 06. Januar 1946</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10901.xml">Brief von Paul Tillich an Wilhelm Pauck vom 08. Januar 1946</ref></correspContext></correspDesc>
            <langUsage>
                <language ident="deu">Deutsch</language>
            </langUsage>
        <creation><date type="sort" when="1946-01-08"/></creation></profileDesc>
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            <change when="2025-06-19" who="CO">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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    </teiHeader>
    <text type="letter">
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                <opener><fw place="top" type="adressline">Herrn <lb/><rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Prof. Dr. Paul Tillich</rs>
                        <lb/>Union Theological Seminary <lb/><rs ref="#tillich_place_id__319" type="place">New York</rs>
                        <lb/><rs ref="#tillich_place_id__684" type="place">U. S.
                            A.</rs><lb/></fw><dateline><date when="1946-01-08">8.1.1946</date></dateline><salute>Lieber und verehrter <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Herr
                    Tillich</rs>!</salute></opener>
                <p>Ich weiss nicht, ob die verschiedenen Grüße und Nachrichten, die ich Ihnen bisher
                    zu senden versucht habe (u. a. durch Vermittlung von <rs ref="#tillich_person_id__1766" type="person">Oskar Seidlin</rs>), Sie
                    erreicht haben,<note type="ea">Liegen nicht vor.</note> und ob Sie etwa auch das
                    Ihnen zugedachte Exemplar der ersten Nummer unserer Zeitschrift erhalten
                        haben.<note type="ea">Gemeint ist die Zeitschrift <q>Die Wandlung</q>, die
                            <rs ref="#tillich_person_id__1857" type="person">Sternberger</rs> 1945
                        gegründet hat.</note> Es ist so unendlich schwer, nach so langer Entfernung,
                    gleichsam im Auftauchen, schon das Wort zu finden, das durch den Nebel hindurch
                    sein Ziel erreicht und zugleich den eigenen Zustand ausspricht. Darum wäre es
                    mir ein hilfreicher Gedanke, wenn ich bei Ihnen schon einige Vorbereitung durch
                    Bericht und Lektüre voraussetzen könnte. Wir – d. h. im besonderen <rs ref="#tillich_person_id__3153" type="person">meine Frau</rs> und ich –
                    fühlen uns zwar gerettet und von Lasten befreit, die das Gedächtnis in seiner
                    unkontrollierbaren und doch ärgerlichen Wohltätigkeit sehr rasch in die tiefsten
                    Winkel seines Baues versenkt hat und die doch wieder heraufzuholen und zur
                    Präsens zu bringen beinahe jeder Tag verlangt. Aber man blinzelt noch ins Licht
                    und scheut sich aus geheimnisvollen Gründen, all das auszusagen, was in den
                    finsteren Jahren insgeheim in Geist und Herz herangereift ist. Wir gehen in
                    jedem Sinne noch in den alten abgetragenen Kleidern umher und gewinnen nur in
                    seltenen Fällen die Initiative, das Graue abzutun oder zurückzuschlagen und die
                    Farben sehen zu lassen und zu zeigen.</p>
                <p> Ich möchte Ihnen darum auch heute nur einen herzlichen Gruß senden und Ihnen
                    sagen, wie sehr wir uns freuen würden, von den alten Lehrern und Freunden zu
                    hören und die alten Beziehungen, die wir durch all diese Zeit, wenn auch mehr
                    und mehr verstummend, bewahrt haben, aufs Neue zu erproben. </p>
                <p>Zu der Sendung der Zeitschrift darf ich noch die Bemerkung fügen, dass sie nicht
                    zum wenigsten auch als Anfrage gemeint ist: ob Sie uns einmal bei der unerhört
                    schwierigen geistigen Aufgabe, die einem solchen Unternehmen<pb n="2"/> heute
                    und hier gestellt ist, helfen mögen. Sehr gern wüßte ich in jedem Falle, ob das
                    Heft Ihnen in diesem Sinne einladend vorkommt, und ob es Ihnen möglich
                    erscheint, – was ich für <sic>mein</sic> Teil jedenfalls herzlich wünschte – die
                    Stimmen der deutschen Emigration mit den Stimmen oder doch mit <hi rend="u">diesen</hi> Stimmen der Heimat wieder zu vereinigen.</p>
                <closer><salute>Mit vielen Grüßen und Wünschen für Sie und die Ihrigen, auch im
                        Namen <rs ref="#tillich_person_id__3153" type="person">meiner Frau</rs>, bin
                        ich wie ehedem </salute><signed>Ihr ergebener
                        <!-- In der Publikation: [Sternberger] --></signed></closer>
            </div>
        </body>
    <back><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__684">
                  <placeName>Vereinigte Staaten von Amerika</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>39.76000 -98.50000</geo>
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                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/6252001/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q30</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__319">
                  <placeName>New York City</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>40.71427 -74.00597</geo>
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                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/5128581/</idno>
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               </place>
               </listPlace><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__1766">
                  <persName>Seidlin, Oskar</persName>
                  <occupation>Germanist und Schriftsteller</occupation>
                  <note type="bio">
                     <p>Studium der Philosophie und Literatur in Freiburg/Breisgau, Berlin und Frankfurt/Main, währenddessen Engagement in der Roten Studentengruppe. Durch den Nationalsozialismus gehindert, sein Studium abzuschließen, emigrierte er im April 1933 in die Schweiz, wo er 1935 an der Universität Basel promoviert wurde. 1936-1938 zu Aufbaustudien in Lausanne, 1938 Emigration in die USA, wo er sich zunächst als Tellerwäscher, dann als Sekretär Erika Manns und als Schreibkraft für Thomas Mann verdiente. Nebenher schrieb er für die Basler National Zeitung. 1939-1946 arbeitete er am Smith College in Northampton, Massachusetts, 1946-1972 war er zunächst Assistenzprofessor, dann ordentlicher Professor für Germanistik an der Ohio State University. Nebenher u.a. Rundfunktätigkeiten für den Deutschland-Funk. Seine Schwester war die Widerstandskämpferin Ruth Heinrichsdorff bzw. Blatt (1906-2001), die 1935-1940 in deutscher Haft war und anschließend nach Shanghai (wo sie während der japnischen Okkupation ebenfalls inhaftiert wurde) und schließlich nach Australien emigrierte.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3153">
                  <persName>Sternberger, Ilse</persName>
                  <death>
                     <date>1992-06-04</date>
                  </death>
                  <occupation>Journalistin und Schriftstellerin</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1049748891</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>geborene Rothschild</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1857">
                  <persName>Sternberger, Dolf</persName>
                  <birth>
                     <date>1907-07-28</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__471">Wiesbaden</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1989-07-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__143">Frankfurt am Main</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Deutscher Politikwissenschaftler und Journalist</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118617931</idno>
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