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                <title>Brief von Nimi-Jeanne Gutsch Nauman an Paul Tillich vom 17. Dezember 1945</title>
                <author ref="#tillich_person_id__3358">Nimi-Jeanne Gutsch Nauman</author>
                <respStmt>
                    <resp>Editor</resp>
                    <name key="https://orcid.org/0009-0000-1606-0460">Cem Ölmez</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                        1933–1951</title>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>
                    <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
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                        <street>Schenkenstraße 8–10</street>
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                        <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                            <settlement>Wien</settlement>
                            <country>Österreich</country>
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                    </address>
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                <availability>
                    <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative
                        Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
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                <msDesc type="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <country>USA</country>
                        <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                        <institution>Harvard University</institution>
                        <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                        <collection>Tillich, Paul, 1886–1965. Papers, 1894–1974.</collection>
                        <idno>bMS 649/123(37)</idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Brief, eigenhändig</p>
                    </physDesc>
                </msDesc>
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        </fileDesc>
        <encodingDesc>
            <projectDesc>
                <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933–1951.</p>
            </projectDesc>
            <editorialDecl>
                <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
                    https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
            </editorialDecl>
        </encodingDesc>
        <profileDesc>
            <correspDesc>
                <correspAction type="sent">
                    <persName ref="#tillich_person_id__3358"> Nimi-Jeanne Gutsch Nauman</persName>
                    <placeName ref="#tillich_place_id__369">Rom</placeName>
                    <date when="1945-12-17">17.12.1945</date>
                </correspAction>
                <correspAction type="received">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
                    <placeName ref="#tillich_place_id__319">New York</placeName>
                </correspAction>
            <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__3358">Korrespondenz mit  Nimi-Jeanne Gutsch Nauman</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10883.xml">Brief von Gertrud Müller-Munk an Paul Tillich vom 11. Dezember 1945</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10885.xml">Brief von Paul Tillich an Mrs. Oertly vom 22. Dezember 1945</ref></correspContext></correspDesc>
            <langUsage>
                <language ident="deu">Deutsch</language>
            </langUsage>
        <creation><date type="sort" when="1945-12-17"/></creation></profileDesc>
        <revisionDesc status="approved">
            <change when="2025-06-05" who="CO">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text type="letter">
        <body>
            <div type="writingSession">
                <pb n="1"/>
                <opener><dateline><rs ref="#tillich_place_id__369" type="place">Roma</rs>, d. <date when="1945-12-17">17. Dez. 1945</date><note type="ea">Tillich dankt in
                            seinem <rs ref="#L10911" type="letter">Antwortbrief</rs> für eine
                            Fotografie, die diesem Brief beigelegt wurde. Diese liegt
                            nicht vor. </note></dateline><salute>Lieber <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Herr</rs> u. <rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Frau Professor
                        Tyllich</rs>!</salute>
                </opener>
                <p>Viele Jahre haben wir leider nichts von einander gehört. Durch das Radio hörte
                    ich jetzt, daß Sie in <rs ref="#tillich_place_id__319" type="place">New
                        York</rs> leben u. so beeile ich mich Ihnen liebe Freunde recht frohes u.
                    glückliches Weihnachten u. happy New-<sic>Jear</sic> zu wünschen. Ich würde mich
                    von Herzen sehr freuen recht bald von Ihnen Allen zu hören.</p>
                <p><rs ref="#tillich_person_id__166" type="person">Elena</rs> u. ich <del rend="s">wir</del> sind vor 4 Jahren als Emigranten nach <rs ref="#tillich_place_id__219" type="place">Italien</rs> getürmt. <rs ref="#tillich_person_id__166" type="person">Elena</rs> hat hier Tanz beim
                    besten Tänzer d. Oper <rs ref="#tillich_place_id__369" type="place">Rom</rs>,<!-- <note type="ea">Nicht ermittelt.</note> --> studiert. Wie Sie
                    wissen war sie <unclear>draußen dram.</unclear> Schauspielerin aber – – <rs ref="#tillich_person_id__687" type="person">Göbbels</rs> hatte Arbeits
                    Verbot zu sämtl. Stellen gegen sie weitergegeben u. so <unclear>war</unclear>
                    gar nichts zu tun u. viele Jahre verloren.<pb n="2"/></p>
                <p>Als die <sic>Allierten</sic> nach <rs ref="#tillich_place_id__369" type="place">Rom</rs> kamen hatte <rs ref="#tillich_person_id__166" type="person">Elena</rs> als Solo Tänzerin sofort in allen Clubs u. Theatern zu tun. Bis
                    vor 8 Wochen ohne Ausnahme alle Tage. Erst jetzt ist eine große Leere beruflich
                    eingetreten da fast alles geschlossen ist, da doch von Militär fast keines mehr
                    in <rs ref="#tillich_place_id__369" type="place">Rom</rs> weilt. Für
                    italienische Theater zu arbeiten ist zu schrecklich, eine Tänzerin ist in <rs ref="#tillich_place_id__219" type="place">Italien</rs> ein unverstandenes
                    Niemand. Wir beide streben an so rasch als nur möglich nach <rs ref="#tillich_place_id__684" type="place">Amerika</rs> zu kommen, ich werde
                    dieser Tage <unclear>f.</unclear> Visum einreichen. Ich bitte Sie u. <rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Ihre Eh-gattin</rs> daß ich Sie
                    Beide als Referenz angeben darf. Außer Ihnen werde ich noch einen guten alten
                    Freund von mir Architekt <rs ref="#tillich_person_id__3357" type="person">Alfred
                        Mausolff</rs>
                    <rs ref="#tillich_place_id__780" type="place">New Canaan</rs>
                    <sic>angebenn</sic>. <sic>dann</sic> noch verschiedene<pb n="3"/> Freunde von
                        <rs ref="#tillich_person_id__166" type="person">Elena</rs>. Ich nehme an Sie
                    sind uns ob unserer Bitte nicht böse.</p>
                <p>Hier sagen uns alle Amerikaner daß <rs ref="#tillich_person_id__166" type="person">Elena</rs> drüben eine Menge Arbeit bekäme, da sie der
                        <unclear>Tipp</unclear> für <unclear>dorten</unclear> ist.</p>
                <p>Wie geht es Ihnen Allen? Hoffentlich sind Sie Alle gesund u glücklich. Wie schön
                    wäre es wir könnten uns wirklich vielleicht schon in einem Jahr wiedersehen.</p>
                <p>Von Allen unseren gemeinsamen Bekannten weiß ich nichts da wir Jahre lang schon
                    fort sind. Wenn Sie schreiben bitte Adr. an meine Tochter: <rs ref="#tillich_person_id__166" type="person">Elena Beaucourt</rs>
                    <rs ref="#tillich_place_id__369" type="place">Roma</rs> Corso d'Italia 29
                    Interno I. Ich wohne bei ihr, das gute Kind sorgt jetzt ganz für mich mit.<pb n="4"/></p>
                <p>Die Teuerung ist hier so grenzenlos daß man verzweifeln möchte. Wie froh wäre ich
                    bald eine Ausreiseerlaubniß zu erhalten. Ich bitte Sie <rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Eh-Frau Professor</rs> u. <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Herr Professor</rs> wirklich
                    recht bald umgehend von sich hören zu lassen.</p>
                <p>Von <rs ref="#tillich_person_id__166" type="person">Elena</rs> lege ein Bildchen
                    bei.</p>
                <closer><salute>Nochmals alles Liebe zum Fest von uns beiden u. tausend herzliche
                        Grüße von</salute><signed>Ihren alten Freunden<rs ref="#tillich_person_id__3358" type="person">Nimi-Jeanne Gutsch
                            Nauman</rs> und <rs ref="#tillich_person_id__166" type="person">Elena</rs></signed>
                </closer>
                <postscript>
                    <p>Wäre es Ihnen Eh-Freunde vielleicht möglich etwas f. unsere Ausreise zu tun
                        (einen Vertrag f. <rs ref="#tillich_person_id__166" type="person">Elena</rs>
                        –) oder sonst eine Möglichkeit weil man ja nur so eine Erlaubnis
                        bekommt.</p>
                </postscript>
            </div>
        </body>
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                  <placeName>Vereinigte Staaten von Amerika</placeName>
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                     <geo>39.76000 -98.50000</geo>
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                  <placeName>Italien</placeName>
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                     <geo>42.83333 12.83333</geo>
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                  <placeName>New Canaan (CT)</placeName>
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                     <geo>41.14676 -73.49484</geo>
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               </place>
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                  <placeName>New York City</placeName>
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                     <geo>40.71427 -74.00597</geo>
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                  <placeName>Rom</placeName>
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                     <geo>41.89193 12.51133</geo>
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                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/3169070/</idno>
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                  <persName>Mausolff, Alfred</persName>
                  <occupation>Architekt</occupation>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3358">
                  <persName>Gutsch Nauman, Nimi Jeanne</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__166">
                  <persName>Beaucour, Elena</persName>
                  <occupation>Italienische Schauspielerin</occupation>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1923">
                  <persName>Tillich, Hannah</persName>
                  <birth>
                     <date>1896-05-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Rotenburg a. d. Fulda</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1988-10-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName>East Hampton, NY</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/119096102</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Hannah Tillich (17. Mai 1896 – 27. Oktober 1988) war eine deutsche und später US-amerikanische Zeichenlehrerin, Malerin, Schriftstellerin und Modell. Aufgewachsen im Pfarrhaus ihrer Eltern in Rotenburg an der Fulda, absolvierte sie von 1912 bis 1916 eine Ausbildung an der Königlichen Kunstschule zu Berlin und arbeitete ab 1919 als Zeichenlehrerin in Berlin-Neukölln. 1920 heiratete sie den Maler Albert Gottschow, von dem sie sich nach kurzer Ehe und einem persönlichen Schicksalsschlag wieder trennte. 1924 ging sie die Ehe mit Paul Tillich ein, mit dem sie in Marburg, Dresden und Frankfurt lebte und 1933 in die USA emigrierte. Nach der Geburt zweier Kinder nahm sie Mitte der 1930er Jahre ihre künstlerische und schriftstellerische Tätigkeit wieder auf. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie mit ihrer autobiographischen Schrift From Time to Time (1973), in der sie offen über ihr Leben und ihre Ehe berichtete; eine deutsche Ausgabe erschien erst 1993.</p>
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                  <persName>Goebbels, Joseph</persName>
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               </listPerson><list xml:id="mentioned_letters"><head>erwähnte Briefe</head><item xml:id="L10911">Brief von Paul Tillich an Elena Beaucour vom 17. Februar 1946</item></list></back></text>
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