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                <title>Brief von Siegfried Marck an Paul Tillich vom 15. Oktober 1945</title>
                <author ref="#tillich_person_id__1262">Siegfried Marck</author>
                <respStmt>
                    <resp>Editor</resp>
                    <name key="https://orcid.org/0009-0000-1606-0460">Cem Ölmez</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                        1933-1951</title>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>
                    <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
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                        <street>Schenkenstraße 8-10</street>
                        <postCode>1010</postCode>
                        <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                            <settlement>Wien</settlement>
                            <country>Österreich</country>
                        </placeName>
                    </address>
                </publisher>
                <availability>
                    <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative
                        Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <msDesc type="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <country>USA</country>
                        <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                        <institution>Harvard University</institution>
                        <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                        <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                        <idno>bMS 649/164(12)</idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Brief, maschinenschriftlich</p>
                    </physDesc>
                </msDesc>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
        <encodingDesc>
            <projectDesc>
                <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
            </projectDesc>
            <editorialDecl>
                <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
                    https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
            </editorialDecl>
        </encodingDesc>
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            <correspDesc>
                <correspAction type="sent">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1262"> Siegfried Marck</persName>
                    <date when="1945-10-15">15.10.1945</date>
                </correspAction>
                <correspAction type="received">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
                </correspAction>
            <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1262">Korrespondenz mit  Siegfried Marck</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1262" target="L10587.xml">Brief von S. Marck an Paul Tillich vom 7. August 1942</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1262" target="L10871.xml">Brief von Paul Tillich an Siegfried Marck vom 20. Oktober 1945</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10868.xml">Brief von Ralph Eugene Diffendorfer an Paul Tillich vom 15. Oktober 1945</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10871.xml">Brief von Paul Tillich an Siegfried Marck vom 20. Oktober 1945</ref></correspContext></correspDesc>
            <langUsage>
                <language ident="deu">Deutsch</language>
            </langUsage>
        <creation><date type="sort" when="1945-10-15"/></creation></profileDesc>
        <revisionDesc status="approved">
            <change when="2025-05-28" who="CO">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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    </teiHeader>
    <text type="letter">
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            <div type="writingSession">
                <pb n="1"/>
                <opener><!-- <fw place="top" type="letterhead">Dr. S. Marck 6100
                        Stony Island Ave. Chicago, Illinois</fw> --><dateline><date when="1945-10-15">15.
                        Oktober 1945</date></dateline><salute>Lieber <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Herr Tillich</rs>!</salute></opener>
                <p>Hoffentlich hat Sie mein Brief, den ich während Ihrer Ferien an Ihre New Yorker
                    Adresse schrieb,<note type="ea">Liegt nicht vor.</note> erreicht.</p>
                <p>Ich hatte Ihnen unter anderem die Bitte, als Gutachter für ein in deutscher
                    Sprache abgefasstes Manuskript <q>Idealismus in der nachfaschistischen
                    Ära</q><!-- <note type="ea">Nicht veröffentlicht</note>? --> bei der Rockefeller
                    Foundation zu fundieren, die ich um eine finanzielle Beihilfe für die
                    Übersetzung gebeten hatte. In einem Briefe an <rs ref="#tillich_person_id__3324" type="person">Mr. D. H. Stevens</rs>, Direktor der Humanities bei
                    Rockefeller, hatte ich Ihren Namen für eine solche Begutachtung erwähnt.</p>
                <p><rs ref="#tillich_person_id__3324" type="person">Mr. Stevens</rs> hat mir
                    geantwortet, dass er gern durch die Rockefeller Foundation oder einen anderen
                    Kanal bei dem Übersetzungswerk und darüber hinaus evtl. bei dem ganzen
                    Zustandebringen einer englischen Ausgabe helfen will. Er hat mir geraten, Ihnen
                    zunächst eine Kopie des Manuskripts zuzusenden und Ihnen mitzuteilen, dass er
                    gern mit Ihnen den nächsten Schritt für das Zustandebringen der englischen
                    Ausgabe diskutieren will.</p>
                <p>Ich sende Ihnen im Laufe dieser Woche die ersten etwa 170 Seiten, die abgetippt
                    sind. Den Rest von etwa 110 Seiten, die handschriftlich, aber noch nicht in
                    leserlicher Form vorliegen, erhalten Sie dann in 14 Tagen bis 3 Wochen. Da das
                    Manuskript sich auf eine im Laufe dieses Jahres so sehr im Flusse befindliche
                    politische Entwicklung bezieht, müsste der Übersetzer einige Abfeilungen und
                    Korrekturen des deutschen Textes im Einvernehmen mit mir vornehmen.</p>
                <closer><salute>Im voraus besten Dank und herzliche Grüsse</salute><signed>Ihr <rs ref="#tillich_person_id__1262" type="person">S. Marck</rs>.</signed><pb n="2"/>
                </closer>
                <postscript>
                    <p>P. S. Nach Abfassung dieses Briefes hatte ich eine Unterhaltung mit <rs ref="#tillich_person_id__3333" type="person">Mr. Balduf</rs>, der an
                        unserem neuen Roosevelt College Dean of Students ist. Er hatte mir vor etwas
                        14 Tagen das Angebot gemacht, die Übersetzung zu übernehmen. Er ist <rs ref="#tillich_person_id__3324" type="person">Mr. Stevens</rs> bekannt,
                        der mit ihm einmal in einem Seminar für <sic>Gothisch</sic> zusammen war.
                            <rs ref="#tillich_person_id__3333" type="person">Balduf</rs> ist in
                        einer deutschsprachigen Familie hier aufgewachsen und ist philosophisch
                        geschult. Er hat sogar früher in den Anfängen des YMCA College das
                        Philosophie Department geleitet. Er verliess dann das College in Konflikt
                        mit der YMCA Verwaltung, arbeitet zusammen mit <rs ref="#tillich_person_id__3334" type="person">Clarence Streit</rs> für
                        UNION NOW und hatte zuletzt einen Government job in <rs ref="#tillich_place_id__554" type="place">Washington</rs>, bevor er an
                        sein alt-neues College zurückkehrte. Er hat sich auch in Übersetzungen <rs ref="#tillich_person_id__1020">Kants</rs> versucht, die bei dem
                        bekannten Philosophen <rs ref="#tillich_person_id__3335">Prof. Tufts</rs>
                        Beifall fanden. Ich würde Sie also bitten, <rs ref="#tillich_person_id__3333" type="person">Baldufs</rs> Anerbieten in
                        der Unterhaltung mit <rs ref="#tillich_person_id__3324" type="person">Stevens</rs> zu erwähnen. Allerdings ist er gerade bei der Einrichtung
                        des neuen College sehr beschäftigt und würde wahrscheinlich mit der
                        Übersetzung nur sehr langsam vorankommen. Wenn Sie also oder <rs ref="#tillich_person_id__3324" type="person">Mr. Stevens</rs> jemanden
                        anderen wüssten, der dieselben Voraussetzungen erfüllt, so wäre <rs ref="#tillich_person_id__3333" type="person">Balduf</rs> sehr gern
                        bereit, sein Anerbieten zurückzuziehen.</p>
                    <p>Den ersten Teil des Manuskripts (allerdings nur 157 Seiten) wird Ihnen meine
                        Tochter <rs ref="#tillich_person_id__3332" type="person">Claudia</rs> in <rs ref="#tillich_place_id__319" type="place">New York</rs> überbringen, die
                        es bei sich hat und die ich darum gebeten habe um den Postversand zu
                        vermeiden.</p>
                </postscript>
            </div>
        </body>
    <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__3333">
                  <persName>Balduf, Emery Winfield</persName>
                  <occupation>Professor, Philosoph und Übersetzer</occupation>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1020">
                  <persName>Kant, Immanuel</persName>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118559796</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Immanuel Kant (22. April 1724 – 12. Februar 1804) war der einflussreichste Denker des Zeitalters der Aufklärung und Gründungsfigur einer kritischen Denkweise. Aus bescheidenen Familienverhältnissen kommend und in pietistischer Tradition aufgewachsen, absolvierte er sein Studium in seiner Heimatstadt und baute dort ab 1770 eine akademische Karriere auf. Die intensive Auseinandersetzung mit Rousseau und Hume führte zur Entfaltung seiner drei Hauptwerke: das erste behandelt die Grundlagen der Erkenntnis und des transzendentalen Idealismus, das zweite formuliert eine Ethik basierend auf universalen Handlungsprinzipien, das dritte untersucht ästhetische Erfahrung und natürliche Zweckmäßigkeit. Durch diese Werke etablierte er ein philosophisches System, das Wissen, ethische Verpflichtung und organische Natur alle in der menschlichen Vernunft verankert, und wirkte damit prägend auf die nachfolgende idealistische Tradition und das zeitgenössische Denken.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3324">
                  <persName>Stevens, David H.</persName>
                  <occupation>Professor für englische Literatur und Direktor für Humanities der Rockefeller Foundation (1932-1949)</occupation>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1262">
                  <persName>Marck, Siegfried</persName>
                  <occupation>Deutsch-jüdischer Philosoph</occupation>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3334">
                  <persName>Streit, Clarence Kirshman</persName>
                  <occupation>Journalist</occupation>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3335">
                  <persName>Tufts, James Hayden</persName>
                  <occupation>Philosoph und Professo</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/119065746</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3332">
                  <persName>Marck, Claudia</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Tochter von Siegfried Marck und Claire Marck (geb. Rosenstock)</p>
                  </note>
               </person>
               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__554">
                  <placeName>Washington, D.C.</placeName>
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                  <placeName>New York City</placeName>
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