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         <titleStmt>
            <title>Brief von Alexander Hirsch an Paul Tillich von Pfingsten 1943<!-- Es handelt sich um die schriftliche Fassung einer Rede, die für eine Pfingstagung der 
            volkssozialistischen Bewegung in London bestimmt war. Der Autor ist Alexander Hirsch, der den Decknamen A.H. Anders benutze.-->
               </title>
            <author ref="#tillich_person_id__3520"> Alexander Hirsch</author>
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               <resp>Editor</resp>
               <name key="https://orcid.org/0009-0000-3962-1240">Manuel Inselmann</name>
            </respStmt>
         </titleStmt>
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            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
         </editionStmt>
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            <publisher>
               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
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                  <street>Schenkenstraße 8-10</street>
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                  <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
                  </placeName>
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            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
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                  <country>USA</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                  <institution>Harvard University</institution>
                  <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                  <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                  <idno>bMS 649/152(51)</idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Brief, eigenhändig</p>
                  <!-- SIEHE DAZU PHYSDECS-DOKUMENT AUF SERVER -->
               </physDesc>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
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            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
         </projectDesc>
         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
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      <profileDesc>
         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="#tillich_person_id__3520">Alexander Hirsch</persName>
               <date when="1943-06-01"> Pfingsten 1943</date>
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               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
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         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__3520">Korrespondenz mit Alexander Hirsch</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__3520" target="L10610.xml">Brief von Alexander Hirsch an Paul Tillich 21. Juni 1943</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10608.xml">Brief von Paul Tillich an Thomas Mann vom 23. Mai 1943</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10610.xml">Brief von Alexander Hirsch an Paul Tillich 21. Juni 1943</ref></correspContext></correspDesc>
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            <language ident="deu">Deutsch</language>
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      <creation><date type="sort" when="1943-06-01"/></creation></profileDesc>
      <revisionDesc status="approved">
         <change who="MI" when="2025-07-12">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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   <text type="letter">
      <body>
         <div type="writingSession">
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            <opener><dateline><rs ref="#tillich_place_id__855" type="place"><unclear>Morlea</unclear>,<lb/> <hi rend="underline">Theale</hi></rs>, <rs ref="#tillich_place_id__856" type="place">Barkshire</rs>,<lb/> <rs ref="#tillich_place_id__503" type="place">England</rs>,<lb/> <date when="1943-06-01">
               zu Pfingsten 1943.</date></dateline>
               Ansprache an die Teilnehmer an der Pfingsttagung in <rs ref="#tillich_place_id__271" type="place">London</rs> der Volkssozialistischen Bewegung.
               <salute>Meine Damen und Herren!</salute>
            </opener>
            <p>Mein Freund <rs ref="#tillich_person_id__3500" type="person">Hans
               Jaeger</rs> hatte mich aufgefordert, an Ihrer Tagung
               teilzunehmen. Da mein Gesundheitszustand das noch nicht erlaubt, bat er mich, Ihnen
               kurz zu schreiben, was ich als geistige Grundlage für den Aufbau eines gesunden
               Staatswesens für notwendig halte. Hören Sie denn:</p>
            <p>"Volkssozialismus" ist ein guter Name, ein großer Begriff. Das Wort weist auf ein
               grosses Ziel: Nicht auf die Zusammenfassung einer Gruppe oder Klasse, sondern auf die
               societas populi, die tätige Gemeinschaft des ganzen Volkes.</p>
            <p>Ueber die Wege zum Zusammenwirken aller Volkskräfte am Aufbau mögen
               Meinungsverschiedenheiten bestehen, doch die wegweisenden Richtlinien liegen fest.
               Diese Richtlinien sind das Ergebnis jahrtausendelanger Erfahrung. Wir finden
                  <del rend="s">die</del> ihre Anfänge in Religionen primitiver Völker. Wir finden sie
               entwickelt in allen grossen Religionen: in den Gesetzen des <rs ref="#" type="person">Konfuzius</rs>, in den Lehren der Veden, <rs ref="#tillich_person_id__2116" type="person">Zoroaster</rs>s und <rs ref="#tillich_person_id__312" type="person">Buddha</rs>s, die die Nazis fälschlich "Arier" nennen, und in den Gesetzen und
               Lehren <rs ref="#tillich_person_id__1352" type="person">Moses</rs>' und <rs ref="#tillich_person_id__981" type="person"> Jesu von Nazareth</rs>, die sie in
               konstruiertem Gegensatz als "Semiten" bezeichnen. Wesentliche Teile
               dieser Richtlinien wurden in den Koran übernommen. Diese grundlegenden Prinzipien
               fordern Ehrfurcht vor Gott: Unterwerfung unter den Willen, der die Welt regiert,
               Streben nach Harmonie mit der Schöpfung, und Liebe zum Nächsten.</p>
            <p>Beschränken wir uns auf das Abendland. Die ältesten Lehren der Bibel stellen Gottesfurcht, Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit in den 
            Mittelpunkt. Diese Lehren und die Botschaft von der Liebe Gottes, der Liebe zum Nächsten, vom Schutz des Schwachen, von der 
            Standhaftigkeit im Leiden und von der Vergebung der Schuld, wenn Schuldige sich abkehren von schuldhaften Tun, begannen in den letzen zwei
            Jahrtausenden abendländisches Denken und das Tun kleiner Minderheiten der Völker <pb n="2"/> zu beeinflussen; doch ihr Einfluss auf Tun
            und Leben der Nationen blieb gering.</p>
            <p>Nächstenliebe, Schutz der Schwachen, Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit sind
               Voraussetzungen menschlichen Zusammenlebens. Diese Grundsätze wurden in <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> öffentlich verdammt:
               Hass wurde verkündet anstelle von Nächstenliebe, Verfolgung der Schwachen anstelle
               ihres Schutzes, Lüge anstelle von Wahrheit, Gewalt anstelle von Recht. Die
               Wiederaufrichtung dieser Grundpfeiler der Zivilisation wird entscheidend sein für
               jede künftige deutsche Politik. –</p>
            <p>Nächstenliebe ist nicht schwächliches Mitleid, nicht emotionelle Zuneigung, sondern Sorge, Fürsorge und Aufopferung
            für Andere. Sie fordert Konsequenz, oft Strenge, immer Einfühlung und Verständnis und überwindet Härte und Selbstgerechtigkeit.
            Selbstgerechtigkeit und Unkenntnis Anderer sind Ursachen für Spannungen zwischen Einzelnen, Gruppen und Völkern.
            Wir sehen zu gern und zu leicht den Splitter im Auge des Anderen und vergessen den Balkan im eigenen Auge. Wir bemühen uns zu wenig
            um Kenntnis der Anderen und verurteilen sie zu leicht nach Aeusserlichkeiten. Auf Selbstgerechtigkeit und Unkenntnis baut Hass-Propaganda
            auf. Darum sind Vermittlung der Kenntnis eigener Fehler und des Verständnisses für Geschichte, Eigenart und Lebensbedingungen fremder
            Völker notwendige Bestandteile künftiger Volkserziehung.</p>
            <p>Nächstenliebe: Hilfsbereitschaft gegenüber den Nachbarn, Verständnis für den Mitbürger, Streben nach internationaler Verständigung
            und Zusammenarbeit muss unsere Handlungen bestimmen. Dabei ist es natürlich, daß wir uns dem eigenen Volke näher fühlen als fremden:
            Menschen, die in ihrem engsten Kreise selbstsüchtig, verständnislos und lieblos sind, schaffen selten bleibend Wertvolles für die
            Gemeinschaft; Nationen, die ihre Selbstachtung verlieren, wirken <hi rend="underline">nie</hi> bleibend Fruchtbares für die Menschheit.–</p>
            <p>Soziales Pflichtgefühl gebietet den Starken den Schutz der Schwachen; staatlicher Selbsterhaltungstrieb verlangt von den Verantwortlichen
            den Schutz der sozial Schwachen im eigen Volke; Verantwortungsgefühl und eigenes Interesse fordern von fortgeschrittenen <pb n="3"/>
               und starken Völkern Schutz und Hilfsbereitschaft gegenüber rückständigen und schwachen.–</p>
            <p>Einst hielt uns die Welt für ehrlich, und wir waren verhältnismässig ehrlich. Heut hält sie uns für ein Volk von Lügnern und Betrügern,
            weil die, die mit Lüge und Betrug die Macht erschlichen, Wortbruch, Rechtsbruch, Lug und Trug legalisierten, um Volk und Umwelt zu versklaven
            und auszuplündern.</p>
            <p><rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> muss vieles erklärt werden in Wort und Tat. Wir selbst müssen wieder ehrlich werden gegen Andere
            und uns selbst. Nie wieder darf der Zweck die Mittel heiligen. Volk und Welt sind der Lügen müde.</p>
            <p>Kampf, der wahren Erfolg bringen soll, verlangt reine Waffen. Auch für die Politik gilt das Gebot: "Du sollst nicht falsch Zeugnis reden
               wider deinen Nächsten." Nur wer das selbst befolgt, kann es von Anderen verlangen, kann ehrlicher Kritik die Tür öffnen, kann die <hi rend="underline">Freiheit des Wortes</hi> wiederherstellen. Auf <hi rend="underline">Freiheit des Bekenntnisses</hi> und <hi rend="underline">Freiheit der Forschung</hi> brauche ich nicht einzugehen; sie sind selbstverständlich.–</p>
            <p>Aufgabe des Rechts ist Schutz des Einzelnen <hi rend="underline">und</hi> der Gemeinschaft. Wesen des Staatsrechts ist Festlegung der Rechte
            und Pflichten der Einzelnen gegen die Gemeinschaft und der Gemeinschaft gegen die Einzelnen. Grundsatz des Rechts wahrer Rechtsstaaten
            ist Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz.</p>
            <p>Wo das Recht aufhört, dem Schutz der Gemeinschaft zu dienen, entsteht <hi rend="underline">Anarchie</hi>. Wo das Recht aufhört, dem 
            Schutz der Einzelnen zu dienen, entsteht <hi rend="underline">Gewaltherrschaft</hi>. Wo Gesetzgebung oder Gesetzesauslegung zur Bevorzugung oder
            Benachteiligung von Volks<hi rend="underline">teilen</hi> missbraucht werden, entsteht <hi rend="underline">Klassenherrschaft</hi>. In Staaten,
            die einen dieser Zustände dulden, besteht Rechtslosigkeit. Solche Staaten sind keine Rechtsstaaten.</p>
            <p>Recht wuchs einst aus dem Leben der Völker wie ein starker Baum: alte Zweige verdorrten, neue Zweige <pb n="4"/>
               sprossen; ihre Blätter füllten – die Folianten. Nur Teile des deutschen Rechts sind so gewachsen; sein grösster Teil wurde kodifiziert aus dem
            römischen Recht übernommen. Trotzdem beeinflusst Absterben und Neuwuchs von Rechtsgedanken ständig das Leben des Volkes. "Schwerhaft
            " und "Gesindeordnung" sind vergessen. Als kräftiger Ast wuchs in den letzten 100 Jahren die Sozialgesetzgebung. Ein anderer Zweig 
               schoss, mit Illusionen gedrängt, von Hoffnungen umrankt, hervor – und verdorrte: die Weimarer Verfassung. Dann schlugen Räuber und Mörder
            die guten Zweige ab. Der Baum ward kahl, doch er starb nicht. Wenn Räuber und Mörder, Lügner und Falschmünzer, Heuchler und Schergen gerichtet,
            das Gift ihrer Irrlehren ausgetrieben, die Schwären, die es am Volkskörper hinterließ, ausgebrannt sind, muss
            wahres Recht zu neuem Leben erweckt werden mit sorgsamer, starker Hand.</p>
            <p>Ein neuer Zweig der Gesetzgebung wird sich mit der Abgrenzung der Rechte in Einzelnen und der Gemeinschaft in Produktion und Verteilung
               befassen, denn die Zeit des Wirtschaftsliberalismus ist vorüber. –</p>
            <p>Vor mehr als 100 Jahren schrieb <rs ref="#tillich_person_id__833" type="person">Friedrich Hebbel</rs>: "Individualismus ist kein Ziel, er ist ein Weg; er ist 
               nicht der beste, er ist der <hi rend="underline">einzige</hi> Weg." <add type="footnote">aus dem Gedächtnis zitiert.</add> Das galt damals, gilt heute, und wird immer gelten. Nicht auf die Systeme
            kommt es an, sondern auf die Menschen, auf ihren Charakter, ihre geistige Haltung.</p>
            <p>Was aber <hi rend="underline">sind</hi> die Ziele?</p>
            <p>Das Ziel aller <hi rend="underline">wirtschaftlichen</hi> Planung ist Schaffung besserer Lebensbedingungen, das heißt <hi rend="underline">Befreiung von materieller Not</hi>.</p>
            <p>Das Ziel aller <hi rend="underline">politischen</hi> Planung ist innere und äußere
               Befriedung, d.h. <hi rend="underline">Befreiung von Klassenhass und nationaler
                  Angst</hi>.</p>
            <p>Das Ziel aller <hi rend="underline">Planung im Geistigen</hi> ist Erreichung eines höheren geistigen Niveaus für Volk und Menschheit
            d.h. <hi rend="underline">seelische Befriedung</hi>:<hi rend="underline">Befreiung von Lebensangst</hi>.</p>
            <p><pb n="5"/></p>
            <p>Völker sind Vielheiten von Individuen; das dürfen wir nie vergessen. Die <hi rend="underline">Einzelnen</hi>: Männer, Frauen und Kinder müssen geführt werden
               zu höherer Erkenntnis, höherem Verantwortungsgefühl, höherem Verständnis ihrer
               Pflichten. –</p>
            <p>Während der letzten 150 Jahre war der Fortschritt in Wissenschaft und Technik gewaltig, der materielle Fortschritt erheblich. Im geistigen
            Fortschreiten aber, im Fortschreiten zu segenbringender Anwendung des Errungenen, versagten wir kläglich.</p>
            <p>Warum? – Weil wir uns am Materiellen, am Technischen Fortschritt berauschten und das Geistige vergassen. Weil die Menschen zu unentwickelt
            blieben, um die Ideale ihrer Führer zu verwirklichen. Weil diese Ideale Wunschträume blieben.</p>
            <p>Warum war das in <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> so? – Weil wir ein Volk von Fachleuten sind, von Experten, die immer mehr und mehr
               von immer weniger und weniger verstehen. Weil Fachausbildung selbst in den Geisteswissenschaften Endzweck blieb.<del rend="s"> –</del></p>
            <p>Warum war das so? – Weil <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> immer mehr zu Gross-<rs ref="#tillich_place_id__357" type="place">Preußen</rs> wurde. Weil <rs ref="#tillich_place_id__357" type="place">Preußen</rs> als Militärstaat nicht auf Verstehen aufgebaut war
               sondern auf Gehorchen. Weil dieser Militärstaat, dessen Stärke Disziplin,
               Pflichtbewusstsein, Unbestechlichkeit und Sparsamkeit von Offizierskorps und
               Beamtenschaft, und Fleiß, Nüchternheit, und Sparsamkeit der Bevölkerung war, als
               einzige aufsteigende Macht unter Ueberresten aus Feudalzeit und Romantik deutsches
               Geschick immer stärker beeinflusste. <hi rend="underline">Weil <rs ref="#" type="place">Preußen</rs> von einer kleinen Klique beherrscht wurde</hi>, die
               sich ausschließlich auf Heer, Polizei und militärische Beamtenschaft stützte. Weil in
                  <rs ref="#tillich_place_id__357" type="place">Preußen</rs> die Mehrzahl der
               Beamten und Richter Reserveoffiziere, ihre Schreiber "zivil-versorgte" Feldwebel
               waren, während Produzenten, Kaufleute, Bankiers und Andere für herrschende Klique und
               Militär-Hierarchie nur als potentielle Heereslieferanten und "Hilfs-Zahlmeister"
               Daseinsberechtigung hatten. Weil die herrschende Klique und die Mehrheit der ihr
               dienstbaren Hierarchie alle Aussenstehenden mit der gleichen geringschätzenden
               Herablassung behandelten wie ihren Zahnarzt, <unclear>Masseur</unclear> – und
               Pfarrer: <hi rend="underline">die "Kerls" mussten ihren "Krams" verstehen</hi>, <hi rend="underline">durften aber "keine Ahnung haben von Tuten und Blasen"</hi>, von
               den Signalen, nach denen das Volk regiert wurde.<pb n="6"/></p><p> Im Einklang damit <unclear>werteten</unclear> die hinter den Kulissen Herrschenden die
               Volksvertretung mit Ausnahme der Vertreter ihrer eigenen Interessen wie folgt:
               Freikonservative waren "schlappe Hunde", Nationalliberale
                  "<unclear>Koofmichs</unclear> und Pfeffersäcke", das Zentrum "schwarzes Pack",
               Demokraten "Heringsbändiger und Judenknechte", Sozialdemokraten
               "vaterlandslose Gesellen", das Ganze: "Vox populi, vox Rindvieh", <rs ref="#tillich_person_id__3497" type="person">Podbielski</rs>
               <add type="footnote"> <rs ref="#tillich_person_id__3497" type="person">
                  von Podbielski</rs>, preußischer Eisenbahnminister
             unter <rs ref="#tillich_person_id__3501" type="person">Bülow</rs> </add>&gt; sagte nur frei heraus,
               was alle dachten.</p>
            <p>Schulen, ausser Fachschulen, waren mit Reserveoffizieren und "Zuverlässigen" besetzt, deren Aufgabe es war, die Kinder zu "tüchtigen" Untertanen,
            Hurrah-Schreiern und Kanonenfutter zu erziehen. Die protestantische Kirche war Staatskirche, ihre Kanzeln grossenteils mit fachtheologisch 
            gedrillten Machtanbetern besetzt, die die "gottgewollten Abhängigkeiten" zu schützen und Unzufriedene auf ein besseres Jenseits zu vertrösten hatten. 
            Wo nicht Staat sondern Gutsherr Kirchenpatron war, war es womöglich noch schlimmer. Die Katholische Kirche war als Fremdkörper suspekt. –</p>
            <p>In der Republik fiel der König, dem Militär und Beamte durch Fahnen – oder Diensteid
               zu unbedingtem Gehorsam verpflichtet waren, weg, die Klique aber behielt hinter den
               Kulissen die wirkliche, nunmehr von niemanden kontrollierte Macht. Ihre Helfer
               füllten die Ämter. Minister und Reichspräsidenten, selbst der "<rs ref="#tillich_person_id__2485" type="person">olle Hindenburg</rs>" waren – manche
               leider nicht zu Unrecht – Schießbudenfiguren in ihren Augen. War einer der "Kerls"
               nicht "<unclear>traitabel</unclear>"<!-- vielleicht Anglizismus von treatable? -->,
               so wurde er durch geschickt verhetzte Werkzeuge "abgeknallt" oder durch geschickt
               gelenkte Aktionen zu Tode gebracht. Die Republikaner leisteten zwar gute sachliche
               Arbeit, hatten aber die Köpfe voll mit kleinlichem Streit und merkten kaum was
               vorging. 1933 aber brachte die gleichte Klique nach gründlicher "Vorbereitung des
               Geländes" ihre <unclear>Unter</unclear>offiziere und Unterschreiber und eine Bande
               von Spitzeln, Bankrottenden, Pervertierten und Verbrechern an die Macht. Sie selbst
               blieb im Hintergrund, überlies die schmutzigste Arbeit ein paar Berufspolitikern und
               – den Anderen. Viele <pb n="7"/> schämten sich des Bündnisses mit Verbrechern, viele
               wären die Geister, die sie riefen, gern wieder losgeworden, die meisten aber waren
               mit den Resultaten im Wesentlichen einverstanden, – solange es "gut ging". –</p>
            <p>Das ist preussischer Militarismus in seiner letzten Enterdigung, in die er getrieben
               wurde durch Furcht vor Kommunismus, Unfähigkeit, die Niederlage von 1918 hinzunehmen,
               und Hunger nach neuer Macht. Die Wehrmacht ist nur <del rend="s">das</del> Werkzeug des aus
               Machtstreben geborenen Systems, die Generale sind nur leitende Militärfachleute. Das
               Offizierskorps wurde zwar vom Volk als erster Stand angesehen und benahm sich
               entsprechend. Es war jedoch, im Gegensatz zu <rs ref="#tillich_place_id__710" type="place">Japan</rs>s Militärmachthabern, ausschließlich Werkzeug:
                  <unclear>tabu</unclear>-beherrscht, schlecht bezahlt, gezwungen unpolitisch und
               machtlos. Generalstab und örtliche Stäbe wurden <del rend="s">nach</del>
               <add place="above">durch</add>
               schärfste<del rend="s">r</del> Siebung nach Fähigkeit, Leistung und Charakter ausgewählt,
               die Mannschaft mit grösster Präzision gedrillt, zur höchsten körperlichen Leistung
               trainiert. Jeder körperlich dienstfähige Mann zwischen 18 und 45 war dienstpflichtig.
               Nur Verbrecher und "erkennbar Geisteskranke" waren ausgeschlossen. Jeder sozial und
               nach Erziehung Zulässige war, wenn gesund, bis zum 60. Lebensjahr Reserve-, Landwehr-
               und Landsturmoffizier, alle <del rend="s">befähigten</del> Unteroffiziere waren, selbst wenn
               "zivil-versorgt", jederzeit zum Dienst in Reserve, Landwehr oder Landsturm
               verpflichtet. Alle: Offiziere, Unteroffiziere <unclear>&amp;</unclear> Mannschaften
               standen bei äusserem <del rend="s">oder</del> und inneren "Notstand" unter Fahneneid. Die wahren
               Machthaber und Drahtzieher aber saßen in Landbund, <unclear>Lang?</unclear>verein,
               Stahlwerksverein und ähnlichen Körperschaften und, zur Zeit <rs ref="#tillich_person_id__2070" type="person">Wilhelm II.</rs> und der
               Präsidentschaft <rs ref="#tillich_person_id__2485" type="person"> Hindenburg</rs>s,
               in der Palast-Kamarilla.</p>
            <p>Als Pfleger des hochentwickelten militärischen Werkzeugs erwarb sich der Preussische Militarismus Verdienst um die Befreiung <rs ref="#tillich_place_id__736" type="place">Europa</rs>s von beiden <rs ref="#tillich_person_id__2552" type="person"><rs ref="#tillich_person_id__1374" type="person">Napoleons</rs></rs>.
               Er erwarb auch Verdienst um die Einigung <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs>s, deren Wert heute von vielen bestritten, 
               deren zeitgeschichtliche
            Notwendigkeit jedoch schwer geleugnet werden kann. Immer wieder aber sank er zurück in Machtpolitik und Verfolgung enger Klasseninteressen.
            Nach 1815 wurde zum Hauptgrund deutsche Seelennot, nach <rs ref="#tillich_person_id__224" type="person">Bismarck</rs>s <pb n="8"/> Entlassung 
               zum Hauptgrund deutscher
               Gefahr. Nach 1918 ermöglichte er den Aufstieg <rs ref="#tillich_person_id__910" type="person">Hitler</rs>s. Nach der bevorstehenden Niederlage kann er
               einem neuen <rs ref="#tillich_person_id__910" type="person">Hitler</rs> die Hand zum Aufstieg reichen. <hi rend="underline">Er muss mit der
             Wurzel ausgerissen werden.</hi></p>
            <p>Auf die seelische <unclear>Verzerrung</unclear>, die die Beherrschten erlitten, kann ich heute nicht eingehen. Dies ist eine Ansprache, keine
            Vorlesung über Völkerpsychologie, in der ich versuchen würde, ihnen das ganze Bild der Seelenkrankheit unseres Volkes zu geben. Wer heilen will,
            braucht das <unclear>gesamte</unclear> Krankheitsbild, doch das Gesagte dürfte genügen, um zu zeigen, warum das deutsche Volk in den letzten 70 Jahren wohl
            hervorragende Spezialisten auf allen Gebieten, aber so wenig geistig unabhängige Führer hervorgebracht hat, warum das Volk geistig immer
            mehr verflachte und warum es kritiklos in Machtanbetung verfiel. Es genügt, – denke ich –, auch, um zu erkennen, daß nicht nur der Nazi-Filz
            ausgebrannt und ausgetrieben, sondern daß das ganze Volk von Grund auf neu erzogen werden muß. Bei dieser Erziehungsarbeit kann uns das Ausland
            helfen, wir aber müssen sie wollen und durchführen. <hi rend="underline">Diese geistige Umstellung des deutschen Volkes
            ist die wesentlichste und schwerste unserer Aufgaben</hi>; sie muss bei den Lehrern, Seelsorgern und Richtern beginnen.</p>
            <p>Wird die Ausrottung von Nazitum und Militarismus und die geistige Umstellung des Volkes nicht bis ins letzte 
            durchgeführt, so wird alle Arbeit vergeblich sein, so müssen alle noch so grossen Teilerfolge früher oder später zu nichte werden.</p>
            <p>Ausrottung von Nazitum und Militarismus wird nach dem diesmaligen Zusammenbruch nicht <hi rend="underline">all</hi>zu schwer sein. Vernichtung ist
            leichter als Aufbau. Aber auch die geistige Umstellung des Volkes wird gelingen, wenn wir alle zu Gebote stehenden 
            Mittel anwenden und keine Gelegenheit ungenutzt lassen.</p>
            <p>Die Aelteren unter Ihnen werden sich an die Zeit von 1918 bis 1923 erinnern, als die alten Götter stürzten, dass Heer geschla-<pb n="9"/>gen war,
               der <rs ref="#tillich_person_id__2070" type="person">Kaiser</rs> nach <rs ref="#tillich_place_id__818" type="place">Holland</rs>, 
               <rs ref="#tillich_person_id__3498" type="person">Ludendorff</rs> nach 
               <rs ref="#tillich_place_id__396" type="place">Schweden</rs> floh, als Hunger, Grippe, <del rend="s">Friedensbedin</del> Waffenstillstandsbedingungen, 
               Friedensbedingungen und 
            Geldentwertung wie Hammerschläge fielen. Die Leere in den Seelen des Volkes war entsetzlich. Es griff nach jedem Strohalm. Mystiker von 
               <rs ref="#tillich_person_id__1851" type="person">Rudolf Steiner</rs> bis zu jenem <rs ref="#tillich_person_id__2030" type="person">Weissenberg</rs>,
               der das Seelenheil in weißem Käse sah, hatten
               Massenzulauf, bis <rs ref="#tillich_person_id__3499" type="person">Poincaré</rs> die Rheinische Republik förderte und das <rs ref="#tillich_place_id__857" type="place">Ruhrgebiet</rs> besetzte. Da wurde Verzweiflung zu Wut, und gefährliche Propheten sammelten Verzweifelte und Abenteurer unter den
            Zeichen des Unheils.</p>
            <p>Diesmal nach Nazischwindel und Herrenvolktraum, nach bedingungsloser Uebergabe und Besetzung, nach einem Jahrzehnt von Entbehrung
            und Anspannung wird das seelische Vakuum noch größer sein.</p>
            <p>Dann, und keinen Tag später muss der Kampf um die seelische Reinigung und
                  <unclear>Erneuerung</unclear> beginnen. Der Augenblick des Zusammenbruches bietet
               eine einmalige Gelegenheit; sie darf nicht versäumt werden. Der Kampf muss mit allen
               Mitteln der modernen Propaganda und mit der ganzen Kunst psychologischer Einzel- und
               Massenbeeinflussung geführt werden <del rend="s"><unclear>auch</unclear></del>als Kreuzzug auf
               ethischer und auf religiöser Grundlage. Die Werbung muß sich wenden an Freidenker
               aller Schattierungen und Anhänger aller Konfessionen.</p>
            <p>Religion ist nur dann "Opium für's Volk", wenn sie sich darauf beschränkt, Menschen
               auf ein besseres Jenseits zu vertrösten. Das lateinische Wort "religio" bedeutet
               "Sorgfalt" im Sinne liebevoller Pflege <add place="above">aller</add> menschlichen
               Angelegenheiten. *)
               <!-- eine Fußnote am Ende der Seite: "religio" von "religare" = eng binden (an eine Sache <add place="above">oder</add> Aufgabe.) -->
               Seelenfrieden ist das Ziel aller Religion, Menschenglück und Weltfrieden das Ziel
               aller Planung und Politik; alles Materielle ist nur Mittel zum Zweck. –</p>
            <p>Der geistige Kreuzzug muß vom Auslande aus in allen Einzelheiten <hi rend="underline">jetzt</hi> vorbereitet werden. Die ersten Seelsorger und Propagandisten der Ethik
               müssen <hi rend="underline">jetzt</hi> in <rs ref="#" type="place">England</rs> und
               den <rs ref="#tillich_place_id__684" type="place">Vereinigten Staaten</rs>
               herangebildet <pb n="10"/> werden. Dabei werden uns <rs ref="#tillich_place_id__503" type="place">England</rs> und <rs ref="#tillich_place_id__684" type="place">Amerika</rs> helfen. In der Arbeit selbst können Ausländer helfen, die das Wesen
               unseres Volkes verstehen; denn entgegen aller Propagandalügen liebt unser Volk
               Fremdes und Fremde. Was "von weit her ist", ist gut; wer aus einem anderen Landesteil
               kommt, "ein Hergelaufener". Die örtliche Arbeit kann deshalb nur
               von Landschaftsangehörigen und Ausländern geleistet werden. Kein Berliner kann ich
                  <rs ref="#tillich_place_id__32" type="place">Bayern</rs>, kein Ostpreusse in <rs ref="#tillich_place_id__392" type="place">Holstein</rs>,
               kein Sachse in <rs ref="#tillich_place_id__476" type="place">Württemberg</rs> wirken.
               Doch Priester und Laien, Deutsche wie Fremde, die sich dieser Arbeit widmen, müssen
               mehr sein als Ethiker und Fachtheologen; sie müssen tiefe Kenntnis der Psychologie
               und der politischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge besitzen. Nur ein Teil des
               Volkes wird in ihre Gotteshäuser und Versammlungsräume kommen, ihre Schriften lesen,
               ihre Rundfunkreden hören. Sie müssen zum Volke gehen, mit Einzelnen und vor Gruppen
               sprechen und diskutieren. Geben sie sich dabei Blössen, so schaden sie mehr als sie
               nutzen.</p>
            <p>In jeder kleinen Gemeinschaft, in Dorf, Sprengel und Fabrik, muss eine ethisch hochstehende Persönlichkeit vorhanden sein, zu 
            der alle kommen können mit ihren geistigen und materiellen Sorgen, nicht als Mitglieder einer Partei oder Glaubensgemeinschaft, sondern
            als Menschen. Beruflich besonders geeignet sind Lehrer, Ärzte, Pflegerinnen, und Seelsorger <del rend="s">aller</del> jeder Konfession. Diese
            Leute müssen über ihr Fachwissen hinaus Einfühlungsvermögen und Verständnis für wirtschaftliche und einfache technische Fragen besitzen.</p>
            <p>In kleinen Orten müssen Gastwirte und Ladenbesitzer, zu denen die Menschen von je her mit ihren Sorgen kommen, für diese Arbeit
            erzogen und eingesetzt werden.</p>
            <p>Lassen wir keine Mittel unversucht; seien wir selbst, – wo immer unser Platz –,
               hilfsbereit, wahrhaftig, ehrlich und gerecht, dann werden wir die seelische Gesundung
               unseres Volkes durchsetzen, wenn Nazitum und Militarismus vernichtet sind. – Bei
               diesem notwendigen Werk müssen gesetzwidrige <unclear>Akte</unclear>
               <pb n="11"/> vermieden werden: Es muss gerichtet werden, nicht gemordet. Doch lasst
               und Richter sein, die die volle Kraft des Gesetzes anzuwenden wissen, Ärzte, die das
               Messer nicht scheuen, Erzieher, die zu strafen verstehen, wo Ermahnungen versagen.
                  <hi rend="underline">Diesmal darf es keine schwächlichen Amnestien geben</hi>, <hi rend="underline">keine feigen Kompromisse</hi>, <hi rend="underline">die Land und
                  Welt in neues Unheil stürzen</hi>.</p>
            <p>Haltbare politische und soziale Formen werden wir finden, wenn wir kühn sind in der
               Planung und sorgsam und gründlich in der Durchführung. Unsere wirtschaftlichen Nöte
               werden wir meistern, wenn wir Massenarbeitslosigkeit vermeiden, freiwerdende Kräfte
               produktiv einsetzen und die Errungenschaften von Wissenschaft und Technik und die
               guten Eigenschaften und Fähigkeiten des Volkes endlich voll und ausschließlich zu
               friedlichem Aufbau verwenden. Dabei wird uns das Ausland helfen, sobald es sieht, daß
               wir es ernst meinen mit der Erneuerung im Geistigen. Unser Volk wird für eine Zeit
               arm, sein Leben karg sein, doch wer lernte gründlicher als wir Emigranten, daß nicht
               Äusserlichkeiten glücklich machen, daß wahres Glück aus gebender und empfangender
               Nächstenliebe, Freundschaft, erfüllter Pflicht und innerer Ausgeglichenheit kommt.
               –</p>
            <p>Noch eine letzte Mahnung: Seien wir einig, vermeiden wir kleinlichen Streit.
               Uneinigkeit ist das Uebel, an dem in <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> Vieles und Großes zerbrach. Seien wir nicht rechthaberisch im
               Unwesentlichen, aber fest im Wesentlichen. –</p>
            <p>Wenn wir diesen Weg der Reinigung an Haupt und Gliedern bestritten haben, den
               einzigen Weg, der zum Ziele führt, wenn wir die Fundamente gelegt haben für ein
               besseres, reineres, friedlicheres <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs>, dann <del rend="s">w</del> können wir vor die <pb n="12"/> Welt
               hintreten und ihr unsere Mitarbeit an den Menschheitsaufgaben anbieten als starkes,
               freies und glückliches Volk. Sie wird uns nicht zurückweisen. –</p>
            <p>Durch die Jahrhunderte klingt die Mahnung des schlesischen Wandermanns, des Dichters
                  <rs ref="#tillich_person_id__59" type="person">Angelus Silesius</rs>: "Mensch
               werde wesentlich, denn wenn die Welt vergeht, dann fällt der Zufall weg, Das Wesen,
               das besteht.</p>
            <closer>
               <salute>In diesem Sinne: Glück auf dem Weg, Volkssozialisten!</salute>
               <signed><rs ref="#tillich_person_id__3520" type="person"/>A.H. Anders</signed>
            </closer>
         </div>
      </body>
   <back><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__710">
                  <placeName>Japan</placeName>
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                     <geo>35.68536 139.75309</geo>
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                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/1861060/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q17</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__392">
                  <placeName>Schleswig-Holstein</placeName>
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                     <geo>54.20000 9.75000</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/2838632/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q1194</idno>
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               <place xml:id="tillich_place_id__818">
                  <placeName>Holland</placeName>
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                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/2750405/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q55</idno>
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                  <placeName>Schweden</placeName>
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                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/2661886/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q34</idno>
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                  <placeName>England</placeName>
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                     <geo>52.16045 -0.70312</geo>
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                  <placeName>Bayern</placeName>
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                     <geo>49.00000 11.50000</geo>
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                  <placeName>Deutschland</placeName>
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                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/2921044/</idno>
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                  <placeName>Preußen</placeName>
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                  <placeName>Württemberg</placeName>
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                  <placeName>Europa</placeName>
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                  <placeName>Vereinigte Staaten von Amerika</placeName>
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               </listPlace><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__1374">
                  <persName>Napoleon Bonaparte</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3499">
                  <persName>Poincaré, Raymond</persName>
                  <birth>
                     <date>1860-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Bar-le-Duc</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1934-15-10</date>
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                        <placeName key="#tillich_place_id__343">Paris</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Politiker</occupation>
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               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__2070">
                  <persName>Wilhelm II.</persName>
                  <birth>
                     <date>1859-01-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__356">Potsdam</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1941-06-04</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Schloß Doorn (Holland)</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Deutscher Kaiser</occupation>
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                  <note type="bio">
                     <p>Wilhelm II. (27. Januar 1859 – 4. Juni 1941) aus dem Haus Hohenzollern regierte von 1888 bis 1918 als letzter deutscher Kaiser und preußischer König. Im Dreikaiserjahr bestieg er mit 29 Jahren den Thron. Aus seiner traditionellen Herrschaftsvorstellung heraus beanspruchte er die persönliche Leitung der Regierungspolitik und löste durch sein als großspurig empfundenes Auftreten mehrfach politische Krisen aus. Der von ihm vorangetriebene Ausbau der Kriegsflotte und die imperiale Weltpolitik prägten seine Ära und trugen zu den Spannungen bei, die im Ersten Weltkrieg eskalierten. Während des Krieges wurde er von der Heeresleitung weitgehend entmachtet. Mit der Novemberrevolution 1918 wurde seine Abdankung verkündet; er floh ins niederländische Exil, wo er bis zu seinem Tod 1941 erfolglos auf eine Wiederherstellung der Monarchie hoffte.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__2116">
                  <persName>Zarathustra</persName>
                  <birth>
                     <date>-0628</date>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>-0551</date>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118636227</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Zoroastres (Zarathustra, ca. 1000 v. Chr. oder später) war ein altiranischer Religionsstifter und Dichter-Prophet, dem die Gāθā-Hymnen des Avesta zugeschrieben werden. Er trat als Verkünder der Verehrung Ahura Mazdās auf, galt als Dämonenbekämpfer und Vermittler ritueller Weisheit. Seine Biographie, von wundersamer Kindheit bis zur Bekehrung des Königs Wištāsp, wurde in späteren Traditionen ausgeschmückt und erhielt eine kosmische Dimension, indem er als Mittler zwischen Urmensch und endzeitlichen Erlösergestalten erschien.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__981">
                  <persName>Jesus von Nazaret</persName>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118557513</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Jesus von Nazaret (Anfang des 1. Jhdts.) war ein Wanderprediger und Lehrer aus Galiläa, der mit seiner Verkündigung von Liebe, Umkehr, Gerechtigkeit und dem bevorstehenden Reich Gottes schnell Anhänger fand. Den neutestamentlichen Berichten zufolge durchwanderte er mit zwölf Jüngern Judäa und Galiläa, vollbrachte Heilungen und reizte die religiösen Autoritäten durch seine unkonventionelle Deutung der Tora. Unter dem römischen Präfekten Pontius Pilatus wurde er in Jerusalem unter dem Verdacht des Aufruhrs gekreuzigt. Seine Anhänger verkündeten daraufhin seine Auferstehung, woraus das frühe Christentum entstand. Seine Gestalt prägt bis heute Theologie, Kultur und Geschichte.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3498">
                  <persName>Ludendorff, Erich</persName>
                  <birth>
                     <date>1865-04-09</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Schwersenz</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1937-12-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__306">München</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118574841</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>deutscher General und Politiker</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3501">
                  <persName>Bülow, Bernhard von</persName>
                  <birth>
                     <date>1849-05-03</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Klein Flottbek</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1929-10-29</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__369">Rom</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Politiker</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118517023</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__59">
                  <persName>Angelus Silesius</persName>
                  <birth>
                     <date>1624-12-25</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__506">Breslau</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1677-07-09</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__506">Breslau</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118503111</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__2552">
                  <persName>Napoleon III., Louis</persName>
                  <birth>
                     <date>1808-04-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__343">Paris</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1873-01-09</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chislehurst</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118586416</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__910">
                  <persName>Hitler, Adolf</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Adolf Hitler (20. April 1889, Braunau am Inn – 30. April 1945, Berlin) war Vorsitzender der NSDAP, seit 1933 Reichskanzler und ab 1934 als „Führer“ diktatorischer Staats- und Regierungschef des Deutschen Reiches. Er entfesselte 1939 mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg, der über 70 Millionen Menschen das Leben kostete, und trug die Hauptverantwortung für den Holocaust an den europäischen Juden. Als oberster Befehlshaber der Wehrmacht führte er eine totalitäre Herrschaft, die Terror, Propaganda und aggressive Expansion vereinte und große Teile Europas verwüstete. Beim Zusammenbruch des „Dritten Reiches“ beging Hitler am 30. April 1945 in Berlin Suizid; eine Grabstätte gibt es nicht.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1851">
                  <persName>Steiner, Rudolf</persName>
                  <birth>
                     <date>1861-02-27</date>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1925-03-30</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Dornach</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118617443</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3500">
                  <persName>Jaeger, Hans</persName>
                  <birth>
                     <date>1899-02-10</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__37">Berlin</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1975-10-12</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__271">London</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Publizist</occupation>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3497">
                  <persName>Victor Adolf Theophil von Podbielski</persName>
                  <birth>
                     <date>1844-02-26</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Frankfurt (Oder)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1916-01-21</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__37">Berlin</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Preußischer Generalleutnant und Staats- und Landwirtschaftsminister</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/116247479</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__2485">
                  <persName>Hindenburg, Paul von</persName>
                  <birth>
                     <date>1847-10-02</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Posen</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1934-08-02</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Kisielice (Ermland-Masuren)</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118551264</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul von Hindenburg (7. Juli 1847 – 2. August 1934) war im Ersten Weltkrieg gemeinsam mit Erich Ludendorff de facto der militärische Führer der deutschen Kriegsführung. Später gewann er 1932 unter anderem gegen Adolf Hitler die Reichspräsidentschaftswahl in Deutschland und wurde erneut Reichspräsident. Er war, bis zu seinem Tod, der letzte Präsident der Weimarer Republik.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3520">
                  <persName>Hirsch, Alexander</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__833">
                  <persName>Hebbel, Friedrich</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__312">
                  <persName>Buddha</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1352">
                  <persName>Moses</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__2030">
                  <persName>Weißenberg, Joseph</persName>
                  <birth>
                     <date>1855-08-24</date>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1941-03-06</date>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/11876649X</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__224">
                  <persName>Bismarck, Otto von</persName>
               </person>
               </listPerson></back></text>
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