<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="L10608.xml" xml:base="https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at" prev="L10607.xml" next="L10609.xml">
   <teiHeader>
      <fileDesc>
         <titleStmt>
            <title>Brief von Paul Tillich an Thomas Mann vom 23. Mai 1943</title>
            <author ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</author>
            <respStmt>
               <resp>Editor</resp>
               <name key="https://orcid.org/0009-0000-3962-1240">Manuel Inselmann</name>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <editionStmt>
            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
         </editionStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>
               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
               <address>
                  <street>Schenkenstraße 8-10</street>
                  <postCode>1010</postCode>
                  <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
                  </placeName>
               </address>
            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
         <sourceDesc>
            <msDesc type="typescript">
               <msIdentifier>
                  <country>USA</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                  <institution>Harvard University</institution>
                  <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                  <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                  <idno>bMS 649/164(5)</idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Brief, maschinenschriftlich mit handschriflichen Einfügungen</p>
                  <!-- SIEHE DAZU PHYSDECS-DOKUMENT AUF SERVER -->
               </physDesc>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <encodingDesc>
         <projectDesc>
            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
         </projectDesc>
         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
      </encodingDesc>
      <profileDesc>
         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
               <date when="1943-05-23">23.05.1943</date>
            </correspAction>
            <correspAction type="received">
               <persName ref="#tillich_person_id__1253">Thomas Mann</persName>
            </correspAction>
         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1253">Korrespondenz mit Thomas Mann</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10607.xml">Brief Hilde Frankel (Secretary to Paul Tillich) an Friedrich Krause vom 27. März 1943</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10609.xml">Brief von Alexander Hirsch an Paul Tillich von Pfingsten 1943</ref></correspContext></correspDesc>
         <langUsage>
            <language ident="deu">Deutsch</language>
         </langUsage>
      <creation><date type="sort" when="1943-05-23"/></creation></profileDesc>
      <revisionDesc status="approved">
         <change who="MI" when="2025-08-02">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
      </revisionDesc>
   </teiHeader>
   <text type="letter">
      <body>
         <div type="writingSession">
            <pb n="1"/>
            <opener><dateline>
                  <date when="1943-05-23">May 23. 1943</date></dateline> <lb/>Mr. Thomas Mann<lb/> 1550
               San Remo Drive<lb/>
               <rs ref="#tillich_place_id__851" type="place">Pacific Palisades</rs>, <rs ref="#tillich_place_id__848" type="place">Calif.</rs>
               <salute>Lieber <rs ref="#tillich_person_id__1253" type="person">Herr Thomas
                  Mann</rs>:</salute>
            </opener>
            <p>Herzlichen Dank fuer Ihren Brief. Nachdem ich gestern meine student papers beendet
               habe, beginne ich heute meine Antwort. Obgleich es fuer mich befriedigender waere,
               ihre Fragen in Form eines biographischen Essays zu beantworten, glaube ich doch, dass
               Ihnen mehr mit einer <q>stueckhaften</q> Beantwortung Ihrer Fragen gedient ist.
               Ausserdem nimmt <del rend="s">es</del>
               <add place="supralinear"><hi rend="hand">sie</hi></add> weniger Zeit in Anspruch.</p>
            <p>Der theologische Studiengang auf den deutschen Universitaeten um die Jahrhundertwende begann nach bestandenem Abiturientenexamen von einem humanistischen Gymnasium.
            Griechisch und Latein und meistens auch Hebraeisch war<add place="supralinear">en</add> vorausgesetzt, wenn man das Studium begann.</p>
            <p>Ich selber wurde im Herbst 1904 in <rs ref="#tillich_place_id__37" type="place">Berlin</rs> immatrikuliert, im Fruehjahr 1905 ging ich nach <rs ref="#tillich_place_id__448" type="place">Tuebingen</rs> und im Herbst 1905 nach
                  <rs ref="#tillich_place_id__189" type="place">Halle</rs><add place="intralinear"><hi rend="hand">,</hi></add> wo ich vier
               Semester studierte. Herbst 1907 kehrte ich nach <rs ref="#tillich_place_id__37" type="place">Berlin</rs> zurueck und machte im Winter 1909 mein erstes
               theologisches Examen vor dem Konsistorium der Provinz <rs ref="#tillich_place_id__581&gt;Brandenburg" type="place">Brandenburg</rs>, 1912 mein
               zweites theologisches Examen vor derselben Behoerde; im August 1912 wurde ich vom
               General- Superintendenten der Provinz <rs ref="#tillich_place_id__581&gt;Brandenburg" type="place">Brandenburg</rs> ordiniert. Dazwischen machte ich 1910 meinen Doktor
               der Philosophie in <rs ref="#tillich_place_id__506" type="place">Breslau</rs> und
               1911 mein Lic. der Theologie in <rs ref="#tillich_place_id__189" type="place">Halle</rs>. Ich schreibe dies, weil es ein typischer Studiengang fuer einen
               evangelischen Theologen war, der sich gleichzeitig fuer den praktischen Dienst <pb n="2"/> und fuer die akademische Laufbahn vorbereitete.</p>
            <p>Das Studium selbst musste mindestens 3 Jahre dauern, wurde aber meistens auf 4 Jahre
               verlaengert. Nach der Exmatrikulation folgte die Vorbereitung zum ersten
               theologischen Examen, die ein Jahr und mehr dauerte, wovon ein halbes Jahr auf die
               grossen schriftlichen Arbeiten fiel. Das theologische Studium wurde im Allgemeinen so
               vorgenommen, dass in den ersten Jahren die exegetischen und historischen Faecher
               entscheidend waren, in den mittleren die systematischen und am Ende die praktischen
               (Predigtlehre, Seelsorge, religioese Erziehung u.s.w.) Doch ermoeglichte die
               akademische Freiheit, dass man je nach seiner Vorliebe fuer bestimmte Faecher oder
               bestimmte Professoren diese Ordnung umwarf. Wie in allen anderen Gebieten gab es in
               der Theologie Vorlesungen und Seminare. Die Seminare bei <rs ref="#tillich_person_id__808" type="person">Harnack</rs> und <rs ref="#tillich_person_id__1954" type="person">Troeltsch</rs> und <rs ref="#tillich_person_id__923" type="person">Holl</rs> haben einen weltweiten
               Einfluss gehabt, dessen Wirkung ich noch taeglich hier in <rs ref="#tillich_place_id__684" type="place">Amerika</rs> spuere. Ich selber habe als
               Privatdozent der Theologie in <rs ref="#tillich_place_id__37" type="place">Berlin</rs> die Diskussionspause auch waehrend der Vorlesungen eingefuehrt, die
               zu meiner Zeit noch nicht ueblich waren. Auf das Philosophie Studium wurde nicht
               ueberall <sic>gleichen</sic> Wert gelegt, doch war Philosophie durchweg regulaeres
               Pruefungsfach im ersten theologischen Examen. Das zweite theologische Examen, das
               nach dem ersten oder zweiten praktischen Jahr abzulegen war, hatte naturgemaess sein
               Gewicht auf praktischen Faechern. Am meisten Bedeutung hatte Philosophie in <rs ref="#tillich_place_id__476" type="place">Wuerttemberg</rs><add place="intralinear"><hi rend="hand">,</hi></add> wo das
               Tuebinger Stift mit zwei Jahren philosophischem Studium nach guter, alter Tradition
               begann. Die normalen Pruefungsfaecher sind ausser Philosophie Altes Testament, Neues
               Testament (in beiden exegetisches Verstaendnis der Urtexte, historische Einleitung
               und theologische Begriffsgeschichte der beiden Testamente), alte, mittlere, und
               neue<add place="superlinear"><hi rend="hand">re</hi></add> Kirchengeschichte (die sehr <pb n="3"/> viel profan
               -geschichtliches Material eingeschlossen hat), Systematische Theologie
               (einschliesslich Dogmengeschichte), Ethik (philosophische und theologische),
               praktische Theologie in den verschiedenen Gebieten des kirchlichen Handelns. Das
               musikalische Gebiet wurde beruehrt bei der Geschichte der Lit<del rend="s">h</del>urgie und war sehr erheblich.</p>
            <p>Die theologische Fakultaet war beim Beginn meines Studium die bedeutendste nach <rs ref="#tillich_place_id__37" type="place">Berlin</rs>, weit besser als das
               konfessionell gebundene <rs ref="#tillich_place_id__260" type="place">Leipzig</rs>
               und in Konkurrenz nur mit dem liberalen <rs ref="#tillich_place_id__279" type="place">Marburg</rs>. In <rs ref="#tillich_place_id__189" type="place">Halle</rs>
               beruehrten sich 2 Traditionen, die pietistische, die von <rs ref="#tillich_person_id__611" type="person">August Hermann Francke</rs> und seinen
               Hallenser Waisenhaeusern <del rend="s">vor</del><add place="across"><hi rend="hand">her</hi></add>kommt, und die rationalistische, die aus der Zeit <rs ref="#tillich_person_id__2096" type="person">Wolff</rs>'s und der Aufklaerung <del rend="s">kommt.</del>
               <add place="superlinear"><hi rend="hand">stammt</hi></add> Der Typus der Hallenser
               Theologie zu meiner Zeit war eine Mischung von konservativer Vermittlungs- Theologie
               und Ritschlianismus <del rend="s">,</del>
               <add place="intralinear"><hi rend="hand">.</hi></add>
               <del rend="ow">d</del><add place="across"><hi rend="hand">D</hi></add>ie ueberragende
               Persoenlichkeit ersten Typus war <rs ref="#tillich_person_id__1013" type="person">Martin Kaehler</rs>, in seiner Jugend ein begeisteter Student der klassischen
               Dichtung und Philosophie, der sich uns gegenueber ruehmte, alle wichtigeren Werke <rs ref="#tillich_person_id__690" type="person">Goethe</rs>'s auswendig gekonnt zu
               haben, der dann durch die Erweckungsbewegung Mitte des vorigen Jahrhunderts ergriffen
               wurde und die <rs ref="#tillich_person_id__1468" type="person">Paulinische</rs>
               Botschaft von Suende und Rechtfertigung dem aesthetischen Humanismus des grossen
               "Heiden" <del rend="s">,</del>
               <rs ref="#tillich_person_id__690" type="person">Goethe</rs>, wie er ihn nannte,
               gegenueber stellte. Gegenueber der Wucht dieses Mannes erschienen uns alle andern
               klein. Wir gingen in seine Kollegs nicht wegen der etwas trockenen und nach einem
               gedruckten Lehrbuch vorgetragenen Systematik, sondern wegen des<add place="superlinear">
                  <hi rend="hand">sen</hi></add>, <del rend="ow">w</del><add place="intralinear"><hi rend="hand">d</hi></add>as wir als Studenten <add place="superlinear"><hi rend="hand">"</hi></add>Ex-Pauken <add place="superlinear"><hi rend="hand">"</hi></add> nannten, seine<del rend="s">n</del> Reden ausser dem
               Zusammenhang, von denen wir alle bis in unsere reifen Jahre auf das Tiefste
               beeinflusst wurden. Ihm verdanke<add place="superlinear"><hi rend="hand">n</hi></add>
               ich und meine Freunde die Einsicht, dass auch unser <hi rend="underline">Denken</hi>
               gebrochen ist und der <q>Rechtfertigung</q> bedarf<add place="intralinear"><hi rend="hand">,</hi></add> und dass darum<pb n="4"/> Dogmatismus die
               intellektuelle Version des Pharisaeismus ist. <add place="intralinear"><hi rend="hand">–</hi></add> Die sogenannte liberale Theologie hatte ihre
               staerksten Vertreter in <rs ref="#tillich_place_id__37" type="place">Berlin</rs> und
                  <rs ref="#tillich_place_id__279" type="place">Marburg</rs>. <rs ref="#tillich_person_id__883" type="person">Wilhelm Hermann</rs> in <rs ref="#tillich_place_id__279" type="place">Marburg</rs> war das persoenliche
               Gegenstueck zu <rs ref="#tillich_person_id__1013" type="person">Martin Kaehler</rs>
               in <rs ref="#tillich_place_id__189" type="place">Halle</rs>. Er war weit mehr als <rs ref="#tillich_person_id__808" type="person">Harnack</rs> und <rs ref="#tillich_person_id__1954" type="person">Troeltsch</rs> eine Persoenlichkeit
               von sittlich-religioeser Wucht und wird noch heute von Maennern wie mein President
                  <rs ref="#tillich_person_id__386" type="person">Coffin</rs> vom Union Theological
               Seminary, der bei ihm studiert hat, in aehnlicher Weise verehrt wie <rs ref="#tillich_person_id__1013" type="person">Martin Kaehler</rs> von mir. Der
               Gegensatz bewegte sich im Wesentlichen in 2 Gebieten. Die liberale Theologie, wie man
               sie damals nannte, repr<del rend="ow">e</del><add place="across"><hi rend="hand">ä</hi></add>sentiert durch die Namen <rs ref="#tillich_person_id__1614" type="person">Ritschl </rs>, <rs ref="#tillich_person_id__808" type="person">Harnack</rs> und <rs ref="#tillich_person_id__1954" type="person">Troeltsch</rs>
               hatten die historisch kritische Methode der profanen Geschichtswissenschaft
               acceptiert, waehrend die konservative<add place="intralinear"><hi rend="hand">,</hi></add>
               <del rend="ow">v</del><add place="across"><hi rend="hand">V</hi></add>ermittlungs-
               theologische Schule <add place="supralinear"><hi rend="hand">sich</hi></add> an d<del rend="ow">ie</del><add place="across"><hi rend="hand">en</hi></add> strengeren
                  Offenbarungs-Begriff<del rend="s">e</del> hielt und die traditionelle Exegese zu
               verteidigen suchte. Ich selbst und viele meiner Freunde folgten in dieser Beziehung
               der liberalen Theologie, deren wissenschaftliche Ueberlegenheit unbestreitbar war.
               Dagegen war es uns unmoeglich der theologischen Position der Liberalen zuzustimmen.
               Es fehlte uns in ihr die Einsicht <del rend="s"> ueber</del>
               <add place="supralinear"><hi rend="hand">in</hi></add> den <add place="superlinear"><hi rend="hand">"</hi></add>daemonischen<add place="superlinear"><hi rend="hand">"</hi></add> Charakter der menschlichen Existenz (in dem Sinne
               wie ich es in meiner zwischen den Weltkriegen entwickelten Theologie dargestellt habe
               und wie <del rend="s">ich</del> es <add place="superlinear"><hi rend="hand">sich,</hi></add> zum Teil mit Hilfe von <rs ref="#tillich_person_id__1390" type="person">Reinhold Niebuhr</rs>
               <add place="superlinear"><hi rend="hand">,</hi></add><del>sich</del> gegenueber dem
               liberalen Moralismus und Humanismus zur Zeit weithin durchgesetzt hat.) Wir fanden,
               dass die konservative Tradition mehr von einem wahren Verstaendnis der menschlichen
               Natur und der Tragik der Existenz bewahrt hat<add place="superlinear"><hi rend="hand">,</hi></add> als die liberale fortschrittlich-buergerliche Ideologie; auch
               hatte schon damals <rs ref="#tillich_person_id__1049" type="person">Kierkegaard</rs>
               einen starken Einfluss auf eine kleine Gruppe Hallenser Theologie- Studenten. Uns
               fehlte in der liberalen Theologie die Tiefe und das Paradox; und ich glaube, die
               Weltgeschichte hat uns recht gegeben. <pb n="5"/> Diese Bemerkungen fuehren zur
               Beantwortung Ihrer Frage ueber den anti-metaphysisch-ethisch-erkenntnistheoretischen
               Charakter der Ritschl'schen Theologie. All das stammt in der Tat von <rs ref="#tillich_person_id__1020" type="person">Kant</rs>. Aber von <rs ref="#tillich_person_id__1020" type="person">Kant</rs> in der voellig einseitigen,
               naemlich neu- Kant<del rend="s">ian</del>ischen Interpretation, die man als das
               Ergebnis des grossen Schock-Erlebnisses der 40 des vorigen jahrhunderts betrachten
               muss. Ich meine den Schock ueber den Zusammenbruch des <rs ref="#tillich_person_id__839" type="person">Hegel</rs>'schen Versuches einer
               ontologischen <add place="superalinear">
                  <hi rend="hand">seinsmässig</hi></add><add place="sublinear"><hi rend="hand">ontologischer <unclear>Beweis</unclear> für <unclear>das Wesen</unclear>
                     Gottes aus dem Gottesbegriff</hi></add> Synthesis von Christentum und
               Philosophie. Die <rs ref="#tillich_person_id__1614" type="person">Ritschl</rs>' sche
               Theologie ist eine typische "Escape" Theologie. Sie versucht, in der sittlichen
               Persoenlichkeit eine sichere Festung gegenueber dem sonst ueberall siegreichen
               Naturalismus zu finden. Sie wagt es nicht <del rend="s">einmal</del><add place="intralinear"><hi rend="hand">,</hi></add> diesen Naturalismus anzugreifen.
               Er ist vorausgesetzt, soll aber an <hi rend="hand"><hi rend="underline">einem</hi></hi> Punkt keine Macht haben, naemlich in der Sphaere der Werte ( die
               weitere <rs ref="#tillich_person_id__1614" type="person">Ritschl</rs>' sche Schule
               hat sich im engsten Zusammenhang mit der Wertphilosophie entwickelt<add place="intralinear"><hi rend="hand">)</hi></add>. Dass man auf diese Weise die
               gesamte Wirklichkeit, Natur und Geschichte<add place="intralinear"><hi rend="hand">,</hi></add> dem Mechanismus der buergerlichen Weltanschauung ueberliess,
               bemerkte man kaum in der Freude, eine scheinbar sichere Insel gefunden zu haben. <rs ref="#tillich_person_id__1275" type="person">Marx</rs>, <rs ref="#tillich_person_id__1394" type="person">Nietzsche</rs>, <rs ref="#tillich_person_id__619" type="person">Freud</rs> etc. bewiesen, dass es nur
               eine scheinbare Sicherheit war. Ich forderte als Hallenser Student demgegenueber die
                  <add place="intralinear"><hi rend="hand">"</hi></add>Theologie des
                  Angriffs<add place="intralinear"><hi rend="hand">",</hi></add> an Stelle der
                  Verteidigung<add place="intralinear"><hi rend="hand">;</hi></add> und das bedeutet
               natuerlich Metaphysik, vor allem Interpretation der Geschichte. Die Ritschlianer
               beriefen sich nur mit teilweisem Recht auf die Reformatoren<add place="intralinear"><hi rend="hand">.</hi></add><del rend="s">o</del><add place="intralinear"><hi rend="hand">O</hi></add>bwohl weder <rs ref="#tillich_person_id__1228" type="person">Luther</rs> noch <rs ref="#tillich_person_id__354" type="person">Calvin</rs> eine explicite Metaphysik haben und die scholastische Metaphysik
               zerstoerten, hatten sie doch beide in ihrer Gotteslehre eine <del rend="s">ueberaus</del> implicite Metaphysik. Ohne <rs ref="#tillich_person_id__1228" type="person">Luther</rs>s Stellung zu Natur kann die ganze deutsche
               Geistesgeschichte einschliesslich <rs ref="#tillich_person_id__243" type="person">Boehme</rs>, <rs ref="#tillich_person_id__1705" type="person">Schelling</rs>, <rs ref="#tillich_person_id__1394" type="person">Nietzsche</rs> nicht verstanden
               werden. Das schliesst naturgemaess eine bestimmte Form der Mystik ein, <pb n="6"/>,
               die von <rs ref="#tillich_person_id__1614" type="person">Ritschl</rs> und seinen
               Nachfolgern geradezu fanatisch verfolgt wurde. Daher das kalt<del rend="s">e</del><add place="intralinear"><hi rend="hand">=</hi></add>Moralistische<add place="intralinear"><hi rend="hand">,</hi></add>
               <del rend="s">(</del> was<add place="intralinear"><hi rend="hand">,</hi></add> mit
                  <del rend="s">einer</del><add place="superlinear"><hi rend="hand">der</hi></add>
               einzigen Ausnahme von <rs ref="#tillich_person_id__883" type="person">Hermann</rs>
               <add place="intralinear"><hi rend="hand">,</hi></add> dieser ganzen Theologie
                  anhaftet<del rend="s">)</del>. </p>
            <p>Auf Ihre Frage nach dem Kulturbejahenden der liberalen Theologie kann ich nur sagen, dass sie in der Tat eine weitgehende Anpassung an die Ideale der buergelichen Gesellschaft war,
            vor allem das ethisch<del rend="s">e</del> fundierte Persoenlichkeitsideal auf das Staerkste betonte. Das Religioese wurde sozusagen eine Funktion der menschlichen Humanitaet und an 
            dem Masse der entwickelten sittlichen Persoenlichkeit gemessen. Das Ekstatische und Paradoxe des Religioesen wurde herabgedaempft zu einem ethischen Fortschrittsglauben. Ich wuerde
            wagen, zu behaupten, dass die Theologen vom Typus  <rs ref="#tillich_person_id__1013" type="person">Kaehler</rs>s und <rs ref="#tillich_person_id__484" type="person">Dorner</rs>s 
            und <del rend="s">das was</del> unsere Gruppe, die damals die klassisch deutsche Philosophie zu erneuern suchte, <del rend="s">wollte</del>, viel leidenschaftlicher der Kultur zugewandt
            war<add place="intralinear"><hi rend="hand">,</hi></add> als die nuechtern konventionelle <rs ref="#tillich_person_id__1614" type="person">Ritschl</rs> 'sche Buergelichkeit.</p>
            <p>Die sogenannte dialektische Theologie ist voellig die Produktion der Nachkriegszeit
               und kommt fuer den Entwicklungsgang eines Studenten <hi rend="hand"><hi rend="underline">vor</hi></hi> dem
               ersten Weltkrieg nicht in Frage. <rs ref="#tillich_person_id__1049" type="person">Kierkegaard</rs> wurde erst zwischen den Kriegen wirksam<add place="intralinear"><hi rend="hand">,</hi></add> in Theologie
               sowohl als in Philosophie. Vielleicht kann man die sogenannte dialektische, in
               Wirklichkeit paradoxale und spaeter supra-naturalistische Theologie von <rs ref="#tillich_person_id__137" type="person">Barth</rs> als den Ausdruck der
               Katastrophen<add place="intralinear"><hi rend="hand">=</hi></add>Erfahrung nach dem ersten Weltkrieg deuten<add place="intralinear"><hi rend="hand">,</hi></add> fuer solche, die
               in der liberalen Tradition aufgewachsen waren. Ihre Wirkung auf die Studenten Mitte
               der 20er war ausserordentlich. Man kann sagen, dass in der Mitte der 20er der
               eigentliche Liberalismus in den deutschen Universitaeten tot oder transformiert war.
               Was davon uebrig blieb<add place="intralinear"><hi rend="hand">,</hi></add> war allzu leicht geneigt, ins Lager der
               <q><del rend="s">d</del><add place="across"><hi rend="hand">D</hi></add>eutschen Christen</q> herueberzugehen.<pb n="7"/> (schon im
               ersten Weltkrieg wurde beobachtet, dass die liberalen Theologen nationalistisch und
               dadurch hoffaehig fuer die Kirchenbehoerden wurden.)</p>
            <p>Vielleicht mag es fuer Ihre Darstellung von Interesse sein, dass ich der christlichen Studentenverbindung <add place="intralinear"><hi rend="hand">"</hi></add>Wingolf<add place="intralinear">
            <hi rend="hand">"</hi></add> angehoerte und dass der Sommer 1907<add place="intralinear"><hi rend="hand">,</hi></add> wo ich <add place="intralinear"><hi rend="hand">"</hi></add>1<add place="superlinear">
            <hi rend="hand">er</hi></add> Chargierter<add place="intralinear"><hi rend="hand">"</hi></add> dieser etwa 70 Mann starken Verbindung war, mir bis heute als der groesste Abschnitt meines Lebens
            erscheint. Was ich theologisch, philosophisch und menschlich geworden bin, verdanke ich nur zum Teil den Professoren, in ueberragendem Masse dagegen der Verbindung, wo die theologischen
            und <add place="intralinear"><hi rend="hand">p</hi></add>hilosophischen Debatten nach Mitternacht und die persoenlichen Gespraeche vor Sonnenaufgang fuer das ganze Leben entscheidend blieben. Musik spielte dabei eine grosse
            Rolle und das romantische Verhaeltnis zur Natur, das ich der calvinistisch- amerikanischen Naturfremdheit in all meinen hiesigen Kollegs gegenueberstelle, verdanke ich vor allem den
            Wanderungen durch <rs ref="#tillich_place_id__437" type="place">Thueringen</rs> und<add place="intralinear"><hi rend="hand"> </hi></add>zur <rs ref="#tillich_place_id__467" type="place">Wartburg</rs> in jenen Jahren
               <add place="intralinear"><hi rend="hand">,</hi></add>in Gemeinschaft mit den Verbindungsbruedern.
            </p>
            <p>Ihre Frage nach einer massiven Orthodoxie mit Teufels<add place="intralinear"><hi rend="hand">-, W</hi></add><del rend="s">w</del>under<add place="intralinear"><hi rend="hand">-,</hi></add> Hoellen- und Himmelsglauben im mythologischem
               Sinn ist fuer mich nicht ganz leicht zu beantworten. Zweifellos hat die orthodox-
               lutherische Theologie jener Tage wie sie in <rs ref="#tillich_place_id__260" type="place">Leipzig</rs>, <rs ref="#tillich_place_id__136" type="place">Erlangen</rs>, <rs ref="#tillich_place_id__181" type="place">Greifswald</rs>
               vertreten war, alle Elemente der biblischen Religion<add place="intralinear"><hi rend="hand">,</hi></add> so weit es irgend moeglich war<add place="intralinear"><hi rend="hand">,</hi></add> zu retten versucht. Doch spielte der
               Teufelsglaube zu jener Zeit ueberhaupt keine Rolle; auch wenn man fuer ein irgendwie
               persoenlich gedachtes satanisches Princip plaedierte, kuemmerte man sich nicht viel
               darum. Dass man natuerliche Vorgaenge und Gegenstaende, etwa schaedliche Tiere und
               dergleichen auf den Teufel zurueckfuehrte, ist mir nie vorgekommen und wäre von
               konservativen Theologen <del rend="s">Hoelle</del> als eine Verneinung des
               Schoepfungsgedankens abgelehnt worden. Dagegen spielte
               <!-- das i ist auf das p gedruckt --> der Wunderglaube, die Frage der <pb n="8"/>
               Berechtigung der historischen Kritik, das christologische Problem, eine große Rolle.
               Hier standen sich die positive (orthodoxe<add place="intralinear"><hi rend="hand">)</hi></add> und liberale <del rend="s">)</del> Theologie scharf gegenueber.
               Aber beide nahmen Begriffe wie Himmel und Hoelle symbolisch (Hoelle mit Gottesferne
               und Himmel mit Gottesgemeinschaft identifizierend). <del rend="s">Die </del>
               <add place="superlinear"><hi rend="hand">Eine</hi></add> grosse Rolle spielte die
               Frage der leiblichen Auferstehung <rs ref="#tillich_person_id__981" type="person">Jesu</rs>, weil sich hier dogmatische, historisch - kritische und
               Froemmigkeitsmotive vereinigten. Der Sieg der historisch- kritischen Schule hat in
                  alle<add place="intralinear"><hi rend="hand">n</hi></add> Fragen, wo historische
               Probleme eingeschlossen waren, fuer die liberale Auffassung entschieden. In der Mitte
               der 20er spielten Fragen wie die leibliche Auferstehung <rs ref="#tillich_person_id__981" type="person">Jesu</rs> keine Rolle mehr und selbst
               Leute wie <rs ref="#tillich_person_id__137" type="person">Barth</rs> erklaerten
               deutlich, dass sie das Historische der wissenschaftlichen Kritik preisgaben. Mein
               Kollege <rs ref="#tillich_person_id__320" type="person">Bultmann</rs> in <rs ref="#tillich_place_id__279" type="place">Marburg</rs> vereinigte den groessten
               Radikalismus <del rend="s">ueber</del>
               <add place="superlinear"><hi rend="hand">in</hi></add> historische<add place="superlinear"><hi rend="hand">r</hi></add> Kritik<add place="intralinear"><hi rend="hand">,</hi></add>(weit ueber <rs ref="#tillich_person_id__808" type="person">Harnack</rs> und <rs ref="#tillich_person_id__1954" type="person">
                  Troeltsch</rs> hinausgehend<add place="intralinear"><hi rend="hand">)</hi></add>
               mit leidenschaftlicher Vertretung der Barth'schen Theologie.<del rend="s">)</del> In
               all diesen Dingen kann man sich die Wendung, die der erste Weltkrieg gebracht hat,
               gar nicht gross genug denken. Auch aeusserlic<add place="intralinear"><hi rend="hand">h</hi></add> kam das darin zum Ausdruck, dass kurz vor, waehrend und
               unmittelbar nach dem ersten Weltkrieg, eine ganze Generation von Theologen, die die
               Zeit von 1890 - 1914 beherrschten, starb.</p>
            <p>Ich glaube, dass ich damit die meisten Ihrer Fragen beantwortet habe, wenn nicht, wäre ich mit groesster Freude bereit, auf jede weitere Frage zu antworten.</p>
            <p>Ich sehe mit Spannung dem Abschnitt entgegen, in dem sie dieses Material verwerten.</p>
            <closer>
               <salute>Mit herzlichem Gruss Ihr</salute>
               <signed><rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Prof. Paul Tillich</rs><add place="intralinear"><hi rend="hand">Paul Tillich</hi></add></signed>
            </closer>
         </div>
      </body>
   <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__1013">
                  <persName>Kähler, Martin</persName>
                  <birth>
                     <date>1835-01-06</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__1084">Neuhausen bei Königsberg</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1912-09-07</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Freudenstadt im Schwarzwald</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118559125</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Karl Martin August Kähler (6. Januar 1835 – 7. September 1912) war ein deutscher protestantischer Theologe und Professor in Halle. Er gilt als einer der prägenden Vertreter einer vom Glauben durchdrungenen Theologie, die wissenschaftliche Arbeit und persönliche Frömmigkeit zu verbinden suchte. In seiner Schrift Der sogenannte historische Jesus und der geschichtliche, biblische Christus (1892) wandte er sich gegen die Leben-Jesu-Forschung und betonte den geglaubten Christus der Schrift gegenüber dem historisch rekonstruierten Jesus. Mit Werken wie Die Lehre von der Versöhnung und Die Wissenschaft der christlichen Lehre prägte er eine Generation von Theologen, die über ihn indirekt auch die Bekennende Kirche beeinflusste.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1228">
                  <persName>Luther, Martin</persName>
                  <birth>
                     <date>1483-11-10</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Eisleben</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1546-02-18</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Eisleben</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118575449</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Martin Luther (10. November 1483 – 18. Februar 1546) war ein deutscher Reformator und Theologe. Nach seinem Studium in Erfurt trat er 1505 in ein Kloster ein, wurde 1512 promoviert und wirkte als Professor in Wittenberg. 1517 löste er mit seinen Thesen gegen den Ablass den Bruch mit der Papstkirche aus, der 1521 zur Exkommunikation führte. In der Folge entwickelte er seine reformatorische Theologie und übersetzte die Bibel ins Deutsche. Seine Lehre betonte die Gnade Gottes und die Autorität der Schrift und prägte Kirche und Kultur nachhaltig.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1390">
                  <persName>Niebuhr, Reinhold</persName>
                  <occupation>US-amerikanischer Theologe</occupation>
                  <note type="bio">
                     <p>Niebuhr, Karl Paul Reinhold (21.6.1892 Wright City, Missouri – 1.6.1971 Stockbridge, Massachusetts) war ein US-amerikanischer evangelischer Theologe, Philosoph und Politikwissenschaftler. Er stammte aus einer deutschen Einwandererfamilie, studierte an der Yale Divinity School, wurde 1915 ordiniert und war bis 1928 Pfarrer in Detroit. Von 1928 bis 1960 lehrte er Religionsphilosophie am Union Theological Seminary in New York. Er veröffentlichte zahlreiche Schriften, hielt 1939 die Gifford Lectures und erhielt mehrere Ehrendoktorate. 1931 heiratete er Ursula Mary Keppel-Compton.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__923">
                  <persName>Holl, Karl</persName>
                  <birth>
                     <date>1866-05-15</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__448">Tübingen</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1926-05-23</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__37">Berlin</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <note type="bio">
                     <p>Karl Holl (15. Mai 1866 – 23. Mai 1926) war ein evangelischer Kirchenhistoriker aus Deutschland. 1900 wurde er außerordentlicher Professor für Kirchen- und Dogmengeschichte in Tübingen, bevor er ab 1906 als zweiter Ordinarius für Kirchengeschichte an der Berliner Universität lehrte. Sein bedeutendster Schüler war Emanuel Hirsch, der ihn umgekehrt als seinen wichtigsten Lehrer betrachtete.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1468">
                  <persName>Paulus</persName>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118641549</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paulus von Tarsus (1. Jhdt.) gilt als wichtigster Missionar des frühen Christentums und als einer der ersten christlichen Theologen. Aus jüdisch-pharisäischer Tradition stammend und im Besitz des römischen Bürgerrechts, wandelte er sich nach einem Bekehrungserlebnis vom Verfolger der Christen zum Apostel der nichtjüdischen Völker. Er durchreiste den Mittelmeerraum, gründete Gemeinden und blieb mit diesen über Briefe in Verbindung, die als älteste Texte des Neuen Testaments gelten. Im Zentrum seiner Theologie standen Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi, woraus er die Rechtfertigung des Menschen allein aus Gnade ableitete. Seine Lehre prägte die christliche Theologie nachhaltig und wirkte tief in die europäische Geistesgeschichte hinein.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1705">
                  <persName>Schelling, Friedrich Wilhelm Joseph</persName>
                  <birth>
                     <date>1775-01-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Leonberg (Landkreis Böblingen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1854-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Bad Ragaz</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118607057</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (27. Januar 1775 – 20. August 1854) war ein deutscher Denker und zentrale Figur des deutschen Idealismus. Nach seinem Studium wirkte er als Dozent an mehreren bedeutenden Universitäten – Jena, Würzburg, München, Erlangen und Berlin. Sein Werk umfasste verschiedene philosophische Entwicklungsphasen, angefangen bei transzendentalphilosophischen Überlegungen bis hin zu Naturphilosophie und später zu metaphysischen Systemen. In seiner Schrift zur Freiheit (1809) deutete er die menschliche Existenz als fähig zur moralischen Wahl und bestimmte den Willen als Grundprinzip. Seinen späteren Arbeiten unterschied er zwischen einer begrifflichen und einer offenbarungsorientierten Philosophie. Sein Denken wirkte nachhaltig auf Schopenhauer, Kierkegaard, Jaspers, Heidegger und den Theologen Tillich.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__137">
                  <persName>Barth, Karl</persName>
                  <occupation>Theologe</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118506803</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Karl Barth (10. Mai 1886 – 10. Dezember 1968) war ein Schweizer reformierter Theologe und einer der bedeutendsten evangelischen Dogmatiker des 20. Jahrhunderts. Nach dem Studium arbeitete er als Pfarrer, später lehrte er als Professor in Deutschland und Basel. 1935 wies ihn das NS-Regime wegen seiner Gegnerschaft aus. Mit der Auslegung des Römerbriefs begründete er die Dialektische Theologie und wandte sich gegen den liberalen Protestantismus. Hauptwerk blieb die Kirchliche Dogmatik. Mit Paul Tillich verband ihn ein anhaltender theologischer Austausch, in dem beide gegensätzliche Positionen vertraten, etwa zur analogia entis.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1614">
                  <persName>Ritschl, Albrecht</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Albrecht Ritschl (25. März 1822 – 20. März 1889) war ein evangelischer Theologe und Professor in Bonn und Göttingen. In seinem Hauptwerk Die christliche Lehre von der Rechtfertigung und Versöhnung deutete er Versöhnung als die der Menschen, nicht Gottes. Offenbarung verstand er als praktische Weltanschauung, die in der Gemeinde durch die Bibel lebendig bleibt. Damit begründete er eine einflussreiche, am Studium der biblischen Quellen ausgerichtete Theologie, die auf metaphysische Spekulation verzichtete.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1253">
                  <persName>Mann, Thomas</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__619">
                  <persName>Freud, Sigmund</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Freud, Sigmund (6.5.1856 Freiberg, Mähren – 23.9.1939 London), lebte von 1860 bis zur Emigration 1938 in Wien; Sohn jüd. Eltern, orth. erzogen, in seiner Lebensthematik stark von der Auseinandersetzung mit dem patriarchalischen Vater geprägt. F. begann als Neurologe (Schüler Jean Martin Charcots [1825–1893] in Paris, Mitarbeiter Josef Breuers [1842–1925] in Wien), entdeckte das Unbewußte als Basis von Störungen im Seelenleben und versuchte, durch ein Zur-Sprache-Bringen desselben (»wo Es war, soll Ich werden«) die Störungen aufzuheben. Damit wurde er zum Begründer der Tiefenpsychologie überhaupt, speziell der Psychoanalyse, die die gesamte kulturelle Entwicklung im 20.Jh. maßgebend beeinflußt hat.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__981">
                  <persName>Jesus von Nazaret</persName>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118557513</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Jesus von Nazaret (Anfang des 1. Jhdts.) war ein Wanderprediger und Lehrer aus Galiläa, der mit seiner Verkündigung von Liebe, Umkehr, Gerechtigkeit und dem bevorstehenden Reich Gottes schnell Anhänger fand. Den neutestamentlichen Berichten zufolge durchwanderte er mit zwölf Jüngern Judäa und Galiläa, vollbrachte Heilungen und reizte die religiösen Autoritäten durch seine unkonventionelle Deutung der Tora. Unter dem römischen Präfekten Pontius Pilatus wurde er in Jerusalem unter dem Verdacht des Aufruhrs gekreuzigt. Seine Anhänger verkündeten daraufhin seine Auferstehung, woraus das frühe Christentum entstand. Seine Gestalt prägt bis heute Theologie, Kultur und Geschichte.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__808">
                  <persName>Harnack, Adolf von</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Adolf von Harnack (7. Mai 1851 – 10. Juni 1930) war ein deutscher protestantischer Theologe. Er wurde am 7. Mai 1851 in Dorpat geboren. Bereits sein Vater, Theodosius Harnack, war ein protestantischer Theologe. Er war der Onkel der Widerstandskämpfer Falk Harnack und Arvid Harnack.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1275">
                  <persName>Marx, Karl</persName>
                  <occupation>Deutscher Ökonom</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118578537</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Marx, Karl (5.5.1818 Trier – 14.3.1883 London) war ein deutscher Philosoph und Gesellschaftstheoretiker. Er stammte aus einer jüdischen, später evangelisch getauften Familie, studierte in Bonn und Berlin und promovierte 1841 in Jena. Nach journalistischer Tätigkeit in Köln lebte er ab 1843 im Exil, zunächst in Paris, wo er Friedrich Engels begegnete, mit dem er 1848 das Kommunistische Manifest veröffentlichte. Seit 1849 lebte er in London, wo er trotz Krankheit und Armut publizistisch arbeitete und von Engels finanziell unterstützt wurde. Marx entwickelte den historischen Materialismus, analysierte ökonomische Gesellschaftsformationen und prägte die Arbeiterbewegung nachhaltig. Seine Schriften machten ihn zum Haupttheoretiker des Sozialismus und zu einer Schlüsselfigur der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1049">
                  <persName>Kierkegaard, Sören</persName>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118562002</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Søren Aabye Kierkegaard (5. Mai 1813 – 11. November 1855) war ein dänischer Theologe, Philosoph und Schriftsteller. Geprägt von der strengen Frömmigkeit seines Vaters, studierte er Theologie in Kopenhagen, löste 1841 seine Verlobung mit Regine Olsen und legte 1843 mit Entweder – Oder sein erstes großes Werk vor. Unter zahlreichen Pseudonymen verband er ästhetische, psychologische und religiöse Betrachtungen, während er unter eigenem Namen den christlichen Anspruch radikalisierte. In Werken wie Der Begriff Angst, Die Krankheit zum Tode und Einübung im Christentum entfaltete er seine Existenzphilosophie, die den einzelnen Menschen vor Gott in den Mittelpunkt stellt. Bis zu seinem Tod führte er in heftiger Polemik einen Angriff auf die dänische Staatskirche. Postum wurde er zum einflussreichen Begründer von Existenzphilosophie und -theologie.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__611">
                  <persName>Francke, August Hermann</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1020">
                  <persName>Kant, Immanuel</persName>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118559796</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Immanuel Kant (22. April 1724 – 12. Februar 1804) war der einflussreichste Denker des Zeitalters der Aufklärung und Gründungsfigur einer kritischen Denkweise. Aus bescheidenen Familienverhältnissen kommend und in pietistischer Tradition aufgewachsen, absolvierte er sein Studium in seiner Heimatstadt und baute dort ab 1770 eine akademische Karriere auf. Die intensive Auseinandersetzung mit Rousseau und Hume führte zur Entfaltung seiner drei Hauptwerke: das erste behandelt die Grundlagen der Erkenntnis und des transzendentalen Idealismus, das zweite formuliert eine Ethik basierend auf universalen Handlungsprinzipien, das dritte untersucht ästhetische Erfahrung und natürliche Zweckmäßigkeit. Durch diese Werke etablierte er ein philosophisches System, das Wissen, ethische Verpflichtung und organische Natur alle in der menschlichen Vernunft verankert, und wirkte damit prägend auf die nachfolgende idealistische Tradition und das zeitgenössische Denken.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__386">
                  <persName>Coffin, Henry S.</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__484">
                  <persName>Dorner, Isaak August</persName>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118680455</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Isaak August Dorner (20. Juni 1809 – 8. Juli 1884) war ein deutscher evangelischer Theologe, geboren in Neuhausen ob Eck. Nach dem Seminar Maulbronn studierte er in Tübingen Theologie und Philosophie, wobei ihn Kant und Hegel dauerhaft prägten. Ab 1838 lehrte er als Professor in Tübingen, danach in Kiel, Königsberg, Bonn, Göttingen und ab 1862 in Berlin, wo er dem Oberkirchenrat angehörte. Er verband gläubige Frömmigkeit mit dem Anspruch wissenschaftlicher Begründung und trat für eine deutsche evangelische Nationalkirche auf unierter Grundlage ein. Daneben bemühte er sich um eine Revision der Lutherbibel. Sein Hauptwerk war das zweibändige System der christlichen Glaubenslehre. Er starb in Wiesbaden.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__243">
                  <persName>Böhme, Jakob</persName>
                  <birth>
                     <date>1575</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Alt-Seidenberg</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1624-11-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Görlitz</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118512579</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Jakob Böhme (1575 – 1624) war ein deutscher Mystiker, Philosoph und christlicher Theosoph aus Görlitz. In seinen Schriften suchte er eine geistige Deutung von Gott, Natur und Mensch, die über kirchliche Dogmen hinausging. Mit Werken wie Aurora und De signatura rerum wurde er zum Begründer einer eigenständigen spekulativen Mystik und zum Wegbereiter der deutschen Idealismus-Tradition.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1954">
                  <persName>Troeltsch, Ernst</persName>
                  <birth>
                     <date>1865-02-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Haunstetten</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1923-02-01</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__37">Berlin</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118624024</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Ernst Peter Wilhelm Troeltsch (17. Februar 1865 – 1. Februar 1923) war ein deutscher Gelehrter mit Schwerpunkten in Theologie, Religionsgeschichte und Kulturtheorie. Nach akademischer Ausbildung an mehreren deutschen Hochschulen erhielt er ab 1894 Lehrstühle zuerst in Heidelberg und dann in Berlin. Seine Forschungen behandelten das Christentum als historisches Phänomen unter anderen Glaubensgemeinschaften und forderten eine vergleichende wissenschaftliche Annäherung daran. Er verband religiöse Untersuchungen mit soziologischem und philosophischem Denken, um auf die Fragen der modernen Gegenwart zu antworten. In Berlin trat er auch als Redner auf zu Fragen der europäischen Neugründung nach 1918 und unterstützte das demokratische System. Sein umfangreiches Werk prägte die Religionswissenschaft und Kulturphilosophie seiner Epoche.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__839">
                  <persName>Hegel, Georg Wilhelm Friedrich</persName>
                  <birth>
                     <date>1770-08-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__420">Stuttgart</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1831-11-14</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__37">Berlin</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118547739</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Georg Wilhelm Friedrich Hegel (27. August 1770 – 14. November 1831) war ein deutscher idealistischer Philosoph. Nach Theologie- und Philosophiestudium in Tübingen, wo er mit Hölderlin und Schelling zusammentraf, arbeitete er als Privaterzieher in der Schweiz und Frankfurt. 1801 habilitierte er sich in Jena und veröffentlichte dort sein Hauptwerk zur Phänomenologie des Geistes. Danach leitete er ein Gymnasium in Nürnberg, bevor er 1816 an die Universität Heidelberg wechselte und 1818 Fichte an der Berliner Universität nachfolgte. Seine Lehrveranstaltungen zu Logik, Recht, Geschichte und Religion gewannen großen Einfluss. Als Zentfigur des deutschen Idealismus formte sein dialektisches Denksystem die Philosophie des 19. Jahrhunderts nachhaltig. Er starb 1831 während einer Cholerapandemie in Berlin.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__354">
                  <persName>Calvin, Johannes</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Johannes Calvin (1509 – 1564), ursprünglich Jurist und Humanist aus Noyon, schloss sich der Reformation an, verließ das katholische Frankreich nach der „Plakat-Affäre“ von 1534 und veröffentlichte in Basel sein Hauptwerk „Institutio Christianae Religionis“. 1536–38 sowie endgültig ab 1541 prägte er in Genf die Organisation einer reformierten Kirche, predigte systematisch über die Bibel und gründete eine Akademie, von der aus ausgebildete Pastoren das reformierte Gedankengut nach ganz Europa trugen. Unter seiner Führung wurde Genf zum Modell und Zentrum des Calvinismus, dessen Einfluss bis weit über sein Todesjahr 1564 hinaus wirkte.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__690">
                  <persName>Goethe, Johann Wolfgang von</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Johann Wolfgang von Goethe (28. August 1749 – 22. März 1832) gilt als der herausragendste deutsche Dichter und Verkörperung einer kosmopolitischen europäischen Geisteshaltung. Nach seiner frühen Sturm-und-Drang-Periode mit den Werken Götz von Berlichingen und Die Leiden des jungen Werther formte er in Weimar – angeregt durch eine Reise nach Italien und die enge Verbindung mit Schiller – die klassische Epoche durch Theaterstücke, naturkundliche Forschungen und den Entwicklungsroman Wilhelm Meisters Lehrjahre. In seinem Spätwerk schuf er den West-östlichen Divan, umfassende lebensgeschichtliche Aufzeichnungen sowie Wilhelm Meisters Wanderjahre und stellte unmittelbar vor seinem Tod den zweiten Teil des Faust fertig. Damit beeinflusst er Dichtung, Forschung und Kunst bis in die Gegenwart.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__2096">
                  <persName>Wolff, Christian</persName>
                  <birth>
                     <date>1679-01-24</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__506">Breslau</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1754-04-09</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__189">Halle (Saale)</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118634771</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__883">
                  <persName>Hermann, Wilhelm</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1394">
                  <persName>Nietzsche, Friedrich</persName>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118587943</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Friedrich Nietzsche (15. Oktober 1844 – 25. August 1900) war ein deutscher Philosoph und Autor. Nach altphilologischem Studium wirkte er ab 1869 als Professor in Basel. Sein Frühwerk zur Tragödie führte zum Bruch mit dem Komponisten Wagner und zum Austritt aus dem akademischen Lehramt. Als unabhängiger Schriftsteller – geprägt von chronischen Leiden – verfasste er mehrere Hauptwerke, in denen er metaphysische und christliche Traditionen attackierte und Konzepte wie Machtwirksamkeit, zyklische Zeit und eine posthumane Existenzform entwickelte. 1889 erlitt er einen psychischen Kollaps und verbrachte seine letzten Jahre in Weimar.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__320">
                  <persName>Bultmann, Rudolf</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Rudolf Karl Bultmann (20. August 1884 – 30. Juli 1976) war ein deutscher evangelischer Theologe und Professor für Neues Testament in Marburg. Mit seinem Programm der Entmythologisierung suchte er, die Botschaft des Neuen Testaments im existenziellen Sinn der Moderne verständlich zu machen. Bultmann verband historisch-kritische Exegese mit existentialistischer Hermeneutik und wurde zu einer der prägenden Gestalten der protestantischen Theologie des 20. Jahrhunderts.</p>
                  </note>
               </person>
               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__279">
                  <placeName>Marburg an der Lahn</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>50.80904 8.77069</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/2873759/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q32121710</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__506">
                  <placeName>Breslau</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>51.10000 17.03333</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/3081368/</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__260">
                  <placeName>Leipzig</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>51.33962 12.37129</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/2879139/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q2079</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__181">
                  <placeName>Greifswald</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>54.09311 13.38786</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/2917788/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q32041909</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__37">
                  <placeName>Berlin</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>52.52437 13.41053</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/2950159/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q64</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__448">
                  <placeName>Tübingen</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>48.52266 9.05222</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/2820860/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q32751737</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__476">
                  <placeName>Württemberg</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>48.50000 9.00000</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/2953481/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q985</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__189">
                  <placeName>Halle (Saale)</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>51.48158 11.97947</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/2911522/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q445500</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__136">
                  <placeName>Erlangen</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>49.59099 11.00783</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/2929567/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q117751880</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__848">
                  <placeName>Kalifornien</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>37.25022 -119.75126</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/5332921/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q99</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__437">
                  <placeName>Thüringen</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>50.91667 11.00000</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/2822542/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q1205</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__467">
                  <placeName>Wartburg</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>50.96605 10.30646</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/3207492/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q151545</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__684">
                  <placeName>Vereinigte Staaten von Amerika</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>39.76000 -98.50000</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/6252001/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q30</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__851">
                  <placeName>Pacific Palisades</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>34.04806 -118.52647</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/5380378/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q1370207</idno>
               </place>
               </listPlace></back></text>
</TEI>