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         <titleStmt>
            <title>Brief von S. Marck an Paul Tillich vom 7. August 1942</title>
            <author ref="#tillich_person_id__1262">S. Marck</author>
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               <resp>Editor</resp>
               <name key="https://orcid.org/0009-0000-3962-1240">Manuel Inselmann</name>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <editionStmt>
            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
         </editionStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>
               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
               <address>
                  <street>Schenkenstraße 8-10</street>
                  <postCode>1010</postCode>
                  <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
                  </placeName>
               </address>
            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
            </availability>
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                  <country>USA</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                  <institution>Harvard University</institution>
                  <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                  <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                  <idno><!-- ?Zeitschrift --></idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Brief, maschinenschriftlich</p>
                  <!-- SIEHE DAZU PHYSDECS-DOKUMENT AUF SERVER -->
               </physDesc>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
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            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
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         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
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      <profileDesc>
         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="#tillich_person_id__1262">S. Marck</persName>
               <date when="1942-08-07">07.08.1942</date>
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               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
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         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1262">Korrespondenz mit S. Marck</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1262" target="L10869.xml">Brief von Siegfried Marck an Paul Tillich vom 15. Oktober 1945</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10586.xml">Postkarte von Paul Tillich an Nina Rubinstein vom 6. August 1942</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10589.xml">Brief von Max Horkheimer an Paul Tillich vom 12. August 1942</ref></correspContext></correspDesc>
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            <language ident="deu">Deutsch</language>
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      <creation><date type="sort" when="1942-08-07"/></creation></profileDesc>
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         <change who="MI" when="2025-12-08">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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         <div type="writingSession">
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            <opener>Noch ein Brief an <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paul Tillich</rs>
            </opener>
            <p>I,<lb/> Sie haben recht in der Forderung, dass für oder gegen <rs ref="#tillich_person_id__1220" type="person">Emil Ludwig</rs>s Gleichsetzung von
               Nazitum und Deutschtum Stellung genommen werden muss. Sachlich stimme ich mit Ihrer
               Kritik überein. In seinem vor kurzem publizierten Buche <q>The Germans</q> schien <rs ref="#tillich_person_id__1220" type="person">Ludwig</rs> von einem totalitären
               Antigermanismus noch entfernt. Er stellte dort deutschen <q>Geist</q> und deutschen
                  <q>Staat</q> einander gegenüber. Wenn er nunmehr in einer stark vergröbernden
               politischen Propaganda seine eigenen Einsichten zu vergessen scheint, so kann er sich
               über die Rauhheit der Abwehr nicht beklagen.</p>
            <p>Gewiss kann man Ihnen nicht das Recht bestreiten, die Frage auf das Gebiet: Juden und
               nichtjüdische deutsche Antifaschisten herüberzuspielen. Indessen ... durchaus
               notwendig scheint mir das nicht zu sein, und es kann Missverständnisse hervorrufen.
               Es mag sein, dass <rs ref="#tillich_person_id__1220" type="person">Ludwig</rs>s Stellungnahme bewusst oder
               unbewusst einem ausufernden jüdischen Vergeltungsbedürfnis entspringt. Und diesem
               gegenüber ist die Forderung berechtigt, dass der aus <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> stammende Jude, von welchem Standpunkt immer, er an die Frage
               der Zukunft Deutschlands herangeht, seine natürlichen Impulse zügeln sollte. Aber es
               ist wohl durchaus möglich, dass sowohl Juden, die diese Forderung erfüllen, wie
               nichtjüdische Deutsche zu ähnlichen Resultaten wie <rs ref="#tillich_person_id__1220" type="person">Ludwig</rs> gelangen.</p>
            <p>Ganz unabhängig von guter oder schlechter Gesinnung, gemässigter oder übertreibender
               Ausdrucksweise wird von vielen die These vertreten, dass Deutschland als ein
               politischer Machtkörper immer eine Bedrohung der Welt bleiben muss, und dass der
               deutsche <q>Geist</q> doch mehr mit der deutschen Angriffslust zu tun hat, als es die
                  <q>Zwei-Deutschland-These</q> wahr haben will. Ich halte die erste Einstellung für
               falsch und glaube, dass aus der zweiten, die Richtiges enthält, nicht die Folgerung
               einer Zerschlagung Deutschlands gezogen werden sollte. Aber trotz dieses sachlichen
               Gegensatzes muss ich dem Nazigegner, der andere Wege bei der Ausrottung der Weltpest
               gehen will, das Recht seiner ehrlichen Ueberzeugung zugestehen.</p>
            <p>Man kann sich eines peinlichen Gefühls nicht ganz erwehren, wenn einem Vertreter
               dieser These der Mund verboten wird, weil er Jude ist. Man wird das Gefühl nicht los,
               dass bei einem solchen Verbot in einer sublimierten Form die volle Gleichberechtigung
               jüdischer und nicht-jüdischer Nazifeinde angetastet wird. Eine politisch fehlerhafte
               Meinung kann ja wohl von durchaus anständigen Leuten vertreten werden, ob diese nun
               Nichtjuden oder Juden sein mögen.</p>
            <p>II.<lb/> Der in der letzten Nummer des <q>Aufbau</q> veröffentlichte <hi>v o l l
               e</hi> Wortlaut der Rede <rs ref="#tillich_person_id__1220" type="person">Ludwig</rs>s macht seinen Fall
               günstiger. Auch wenn man die Problemstellung mit den erstarrten Schlagworten
                  <q>Geist</q> und <q>Staat</q> für unglücklich hält, kann man ihm kein summarisches
               Verdammungsurteil gegen das gesamte Deutschtum vorwerfen. Viele werden seine
               politischen Folgerungen inbezug auf <q>Erziehung</q> und <q>Regierung</q> eines
               besiegten Deutschlands bekämpfen. Aber der Eindruck, dass er <hi rend="italic">dauernde Versklavung</hi> oder die Zerschlagung Deutschlands fordere, war falsch! </p>
            <closer>
               <signed><rs ref="#tillich_person_id__1262" type="person">S. Marck</rs></signed>(<rs ref="#tillich_place_id__105" type="place">Chicago</rs>).</closer>
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                  <persName>Marck, Siegfried</persName>
                  <occupation>Deutsch-jüdischer Philosoph</occupation>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
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                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
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                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
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                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
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                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
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                  <persName>Ludwig, Emil</persName>
                  <occupation>Schriftsteller und Übersetzer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118780778</idno>
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