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         <titleStmt>
            <title>Brief von Ernst Warschauer an Paul Tillich vom 9. Februar 1942</title>
            <author ref="#tillich_person_id__2016">Ernst Warschauer</author>
            <respStmt>
               <resp>Editor</resp>
               <name key="https://orcid.org/0009-0000-3962-1240">Manuel Inselmann</name>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <editionStmt>
            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
         </editionStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>
               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
               <address>
                  <street>Schenkenstraße 8-10</street>
                  <postCode>1010</postCode>
                  <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
                  </placeName>
               </address>
            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
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            <msDesc type="typescript">
               <msIdentifier>
                  <country>Deutschland</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__143">Frankfurt a.M.</settlement>
                  <institution>Goethe-Universität Frankfurt</institution>
                  <repository>Universitätsbibliothek Frankfurt</repository>
                  <collection>UBA Ffm</collection>
                  <idno><!-- Johann Wolfgang Goethe-Universität, Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg, Archivzentrum: UBA Ffm Bestand (Na 1, 52 [?] 169) --></idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Brief, maschinenschriftlich</p>
                  <!-- SIEHE DAZU PHYSDECS-DOKUMENT AUF SERVER -->
               </physDesc>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <encodingDesc>
         <projectDesc>
            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
         </projectDesc>
         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
      </encodingDesc>
      <profileDesc>
         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="#tillich_person_id__2016">Ernst Warschauer</persName>
               <date when="1942-02-09">09.02.1942</date>
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            <correspAction type="received">
               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
            </correspAction>
         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__2016">Korrespondenz mit Ernst Warschauer</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10552.xml">Brief von Sanford Archibald an Paul Tillich vom 04. Februar 1942</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10554.xml">Brief von Max Horkheimer an Paul Tillich vom 11. Februar 1942</ref></correspContext></correspDesc>
         <langUsage>
            <language ident="deu">Deutsch</language>
         </langUsage>
      <creation><date type="sort" when="1942-02-09"/></creation></profileDesc>
      <revisionDesc status="approved">
         <change who="MI" when="2025-11-08">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
      </revisionDesc>
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   <text type="letter">
      <body>
         <div type="writingSession">
            <pb n="1"/>
            <opener><dateline><rs ref="#tillich_person_id__2016" type="person">Dr. Ernst
                     Warschauer</rs><lb/> 168 West 78th str.<lb/>
                  <rs ref="#tillich_place_id__319" type="place">New York City</rs><lb/> Schuyler
                  4-9454<lb/> den <date when="1942-02-09">9. Februar 1942</date></dateline>
               <salute>Sehr geehrter <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Herr
                     Professor</rs>!</salute>
            </opener>
            <p>Mit vorliegendem Brief bitte ich Sie um Hilfe nicht fuer mich, sondern fuer <rs ref="#tillich_person_id__106" type="person">JULIUS BAB</rs>, Roslyn Heights,
               L.Isl., P.O.B. 387, mit dem ich gut bekannt bin und dem es wirtschaftlich sehr
               schlecht geht. Ich habe versucht, <rs ref="#tillich_person_id__106" type="person">Herrn <hi rend="gesperrt">B a b</hi></rs> dadurch zu helfen, dass ich fuer ihn
               einen Vortragszyklus ueber amerikanische Literatur unter Emigranten arrangiert habe.
               Leider steht der Besuch um umgekehrten Verhaeltnis zur Qualitaet dieser ganz
               hervorragenden Vortraege. Das finanzielle Ergebnis war ziemlich klaeglich, es kam ca.
               $ 8 pro Vortrag alle 14 Tage heraus.</p>
            <p>Um Sie ueber <rs ref="#tillich_person_id__106" type="person"><hi rend="gesperrt">B a
               b</hi></rs>'s Lage etwas zu orientieren, moechte ich Ihnen kurz folgendes
                  mitteilen. <rs ref="#tillich_person_id__106" type="person"><hi rend="gesperrt">B a
                        b</hi></rs>,im 62. Lebensjahr stehend, schreibt seit Jahren an einer
               umfassenden Weltgeschichte der Schauspielkunst. Der deutsche Teil ist fertig, ebenso
               der franzoesische, und er arbeitet, seit er in <rs ref="#tillich_place_id__319" type="place">New York</rs> ist, an dem engl. und amerikanischen Teil. Es ist ihm
               leider bisher trotz mancher Bemuehungen nicht gelungen, einen Verlag oder eine
               Universitaet zu finden, die die Veroeffentlichung dieses Werks uebernimmt. Z.Zt.
               schwebt ein Antrag dieserhalb bei der Guggenheimstiftung, ueber den in ca. 4 Wochen
               entschieden werden soll. <rs ref="#tillich_person_id__106" type="person">Bab</rs> hat
               zu dieser Stiftung gar keine Beziehungen.</p>
            <p>In <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> hat <rs ref="#tillich_person_id__106" type="person">Bab</rs> etwa 34 Buecher ueber
               literarische Themen und Schauspieler veroeffentlicht. Er hat die einzige <rs ref="#tillich_person_id__2605" type="person"><hi rend="gesperrt">S h a w</hi></rs>
               biographie in deutscher Sprache verfasst und ist mit <rs ref="#tillich_person_id__2605" type="person"><hi rend="gesperrt">S h a w</hi></rs>
               herzlich befreundet. Aber auch diese Freundschaft und die Freundschaft vieler anderer
               mehr oder weniger bedeutenden Verehrer seiner Gaben konnte ihn <add place="superlinear"><hi rend="hand">nicht</hi></add> davor bewahren, dass es ihm
               manchmal an den notwendigsten Subsistenzmitteln, z.B. am Geld fuer Porto fuer Briefe
               fehlt!</p>
            <p>Seine <rs ref="#tillich_person_id__3487" type="person">Frau</rs>, 65 Jahre alt, hat versucht, mit Hundezucht und Buchvertrieb von Haus zu
               Haus etwas zu verdienen. Der Buchvertrieb war erfolglos, aber mit der Hundezucht hat
               sie ganz respektable Anfangserfolge erzielt. Zu einer Existenzgrundlage auf dieser
               Basis wuerde eine geeignete Wohnung gehoeren und ein kleines Kapital von etwa
               200-300$. Beides ist nicht vorhanden.</p>
            <p>Fuer Resettlement kommt die Familie nicht in Frage. <rs ref="#tillich_person_id__106" type="person">Bab</rs> wuerde in der Provinz keine Moeglichkeit haben, seine
               kuenstlerische und wissenschaftliche Arbeit fortzusetzen.<pb n="2"/></p>
            <p>Ein monatlicher Zuschuss von $ 20-25 fuer einige Zeit, bis Herr oder Frau Bab zu
               dauernden Verdienst gelangt, waere eine Hilfe, die dieser hervorragende Mann um
               seiner Gaben und Persoenlichkeit willen verdient. Dadurch wuerde ihm ueber das
               Schwerste hinweggeholfen werden.</p>
            <p><rs ref="#tillich_person_id__106" type="person">Bab</rs> hat von diesem meinem Briefe
               keine Ahnung. Ich waere Ihnen deshalb dankbar, wenn die darin angegebenen Tatsachen
               ueber seine Lage soweit wie moeglich diskret behandelt werden koennten.</p>
            <closer>
               <salute>Mit bestem Dank im voraus<lb/> und mit vorzueglicher Hochachtung</salute>
               <signed><rs ref="#tillich_person_id__2016" type="person"><hi rend="hand">Dr. Ernst Warschauer</hi></rs></signed>
            </closer>
            <postscript><p>Ein Durchschlag liegt zur gefl. Bedienung bei.</p></postscript>
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                  <persName>Bab, Julius</persName>
                  <birth>
                     <date>1880-12-11</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__37">Berlin</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1955-02-12</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Roslyn Heights, NY</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Deutscher Dramatiker der Berliner Moderne sowie Theaterkritiker</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/116019891</idno>
               </person>
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                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__2605">
                  <persName>Shaw, George Bernard</persName>
                  <birth>
                     <date>1856-07-26</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Dublin</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1950-11-02</date>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118642375</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__2016">
                  <persName>Warschauer, Ernst</persName>
                  <occupation>Jurist</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/117145378</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3487">
                  <persName>Bab, Mrs.</persName>
               </person>
               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__122">
                  <placeName>Deutschland</placeName>
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