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         <titleStmt>
            <title>Brief von Werner Richter an Paul Tillich vom 30. November 1941</title>
            <author ref="#tillich_person_id__1602">Werner Richter</author>
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               <resp>Editor</resp>
               <name key="https://orcid.org/0009-0000-3962-1240">Manuel Inselmann</name>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <editionStmt>
            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
         </editionStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>
               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
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                  <street>Schenkenstraße 8-10</street>
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                  <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
                  </placeName>
               </address>
            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
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               <msIdentifier>
                  <country>USA</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                  <institution>Harvard University</institution>
                  <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                  <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                  <idno>bMS 649/178(29)</idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Brief, maschinenschriftlich mit handschriflichen Einfügungen</p>
                  <!-- SIEHE DAZU PHYSDECS-DOKUMENT AUF SERVER -->
               </physDesc>
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         </sourceDesc>
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            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
         </projectDesc>
         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
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         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="#tillich_person_id__1602">Werner Richter</persName>
               <date when="1941-11-30">30.11.1941</date>
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               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
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         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1602">Korrespondenz mit Werner Richter</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1602" target="L01012.xml">Brief von Werner Richter an Paul Tillich vom 28. März 1929</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10538.xml">Brief von Paul Tillich an Arnold Wolfers vom 29. November 1941</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10540.xml">Brief von Max Horkheimer an Paul Tillich vom 01. Dezember 1941</ref></correspContext></correspDesc>
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            <language ident="deu">Deutsch</language>
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      <creation><date type="sort" when="1941-11-30"/></creation></profileDesc>
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         <change who="MI" when="2025-10-01">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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   <text type="letter">
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         <div type="writingSession">
            <pb n="1"/>
            <opener><dateline><date when="1941-11-30">November 30, 1941</date></dateline>
               <salute>Lieber <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Herr
                  Tillich</rs>,</salute>
            </opener>
            <p>Ihr Brief<note type="ea">liegt nicht vor</note> war mir eine Freude und Sie mögen aus
               der Tatsache, daß ich mit großem Bedauern lange nichts von Ihnen gehört hatte,
               ersehen, welchen Wert ich auf unsere Beziehungen lege. Ich habe aus der Ferne einen
               ungefähren Anhalt dafür gewinnen können, wie überlaufen Sie sind. Solch ein Leben hat
               seine zwei Seiten und in gewisser Beziehung mag ich ganz froh sein, wenigstens einmal
               im Leben eine besinnliche Periode durchzumachen. Meine hiesige Arbeit ist getragen
               vom Vertrauen eines weitsichtigen <rs ref="#tillich_person_id__3862" type="person">Präsidenten</rs>, und die Studenten sind sicherlich im Ganzen erfreulich,
               wahrscheinlich auch nicht hinter den Durchschnittsstudenten anderer Einrichtungen
               zurückbleibend. Die Nähe von <rs ref="#tillich_place_id__105" type="place">Chicago</rs> hat wenigstens bibliothekarische Vorteile. Ich sehe wohl einige
               Kollegen da und dort, und wie der Betrieb in den Language Departments nun einmal in
                  <rs ref="#tillich_place_id__684" type="place">Amerika</rs> ist, hat sich mein
               alter Grundsatz: <q>Je ferner das Fach, je netter der Kollege</q> hier in
               unerwartetem Maße bestätigt. Ich habe Zeit gehabt, so manches auszudenken und bin
               überhaupt in einer gewissen Welle der Lust am Arbeiten. Meine theologische à la suite
               Stellung kommt mir nach allen Richtungen jetzt zu Gute. Ich rede auf dem Modern
               Language Congress dies Jahr und werde im Frühling auch im Osten einmal zu Vorträgen
               auftauchen. Alles in allem aber ist doch die Atmosphäre namentlich der Kollegen hier
               trotz menschlich guter Beziehungen reichlich armselig, und eine spätere Zeit, die ich
               gerne erlebte, wird doch das Bild, das ich in dem großen <rs ref="#tillich_place_id__684" type="place">Amerika</rs> nur in Klein <rs ref="#tillich_place_id__1034" type="place">Elmhurst</rs> Verwendung fand,
               reichlich seltsam erscheinen lassen. Meiner Natur nach angle ich nicht, aber ich bin
               doch immer wieder erstaunt, wie die Größe des Landes das Wertgefühl eher schwächt als
               stärkt. Hätte ich nicht meinen Freund <rs ref="#tillich_person_id__1156" type="person">Paul Lehmann</rs> gefunden, der einfach für mich die Erlösung war,
               und hätte ich nicht diesen <rs ref="#tillich_person_id__3862" type="person">Präsidenten</rs>, dann würde ich wirklich nicht so harmonisch leben können, wie
               ich es tue. Auch in der Familie geht es erfreulich, abgesehen von Krankheiten, die
               nun einmal zum ständigen Intermezzo gehören. Ich bin öfters auch mit <rs ref="#tillich_person_id__1464" type="person">Pauck</rs> und Sie haben ja auch eine
               Reihe von Studenten von uns. Die <add place="superlinear"><hi rend="hand">Studenten,
                     die wir schicken, </hi></add> sind gewiss nicht immer aller Meister Meister,
               aber es ist –vertraulich gesprochen – auch sehr wichtig für<pb n="2"/> unsere Kirche
               (sehr wichtig), daß hie und da Studenten nach <rs ref="#tillich_place_id__668" type="person">Union</rs> gehen und nicht nur in das stickige <rs ref="#tillich_place_id__1035" type="place">Eden</rs>. Der Geist dieser Kirche
               lässt allerdings zu wünschen übrig. Das Ewig Gestrige, der Alumnengeist ist nun
               einmal doch die Achillesverse auch unserer Institution und man könnte in dieser
               Hinsicht eine ganze Erziehungsphilosophie schreiben, auch wohl über die Frage, ob
               diese Staatlichkeit einiger europäischer Länder nicht doch noch eine größere
               Aufgeschlossenheit garantierte als die ewig nur zurückdenkende und hemmende
               Verstocktheit der alten Herren, welche das Schicksal der Jugend in solchen
               kirchlichen Colleges bestimmen und verlangsamen. Aber das alles kann man nicht
               schriftlich abhandeln. Mit großem Interesse habe ich Ihre Schriftstücke studiert, die
               Philosophie und Theologie schon das zweite Mal, da ich sie gedruckt sah. Ich möchte
               nicht in die üblichen Wiederholungen fallen und Sie, wie schon oft geschehen, wieder
               mit <rs ref="#tillich_person_id__1705" type="person">Schelling</rs> und –
               entschuldigen Sie – <rs ref="#tillich_person_id__839" type="person">Hegel</rs> in
               Beziehung setzen. Aber als ich die Dinge uno tenore las, war ich wieder verblüfft
               darüber. Ich würde selbst in der Diastase oder Zusammensetzung von Philosophie und
               Theologie andere Scheidungen machen. Andeuten kann ich dabei nur, daß ich <rs ref="#tillich_person_id__137" type="person">Barth</rs> nicht unter das setzen
               würde, was sie kerygmatische Theologie nennen und damit verschiebt sich mir schon
               einiges. Ich meine <add place="across"><hi rend="hand">aber</hi></add>, daß <rs ref="#tillich_person_id__137" type="person">Barth</rs> ein lebendiger Beweis für
               Ihre These ist, daß es eine philosophische Theologie gibt, geben muß. Und obwohl
               nicht <q>Barthianer</q> muß ich sagen, daß für mich doch seine ganze Theologie <add place="intralinear"><hi rend="hand">m</hi></add>eine Scheidung<add place="intralinear"><hi rend="hand">en</hi></add> ergibt. Ich nenne ihn
               mittelalterlich philosophisch, aber total <hi rend="underline">ahistorisch</hi>, <del rend="s">oder</del>
               <add place="superlinear"><hi rend="hand">er sagt von sich!</hi></add>
               heilsgeschichtlich. Das sind nun ja alles nur Worte und Trivialitäten und, was ich
               mir hinsichtlich Ihres Themas denke, könnte ich Ihnen nur mündlich auseinandersetzen
               an einem Bierabend, von dem Sie sagen, daß er nicht mehr stattfindet. Ihre Dogmatik
               hat mich außerordentlich gefesselt, Ich bleibe dabei, daß Ihr eigentliches Verdienst
               die Bemühung um das Dämonische ist, womit ich anderes nicht verkleinern will. Auch
               Ihre Bemerkungen über revelation, miracle, natural events und historical events würde
               ich wohl gern einmal ausführlich mit Ihnen durchsprechen. Es wäre so viel, was ich
               auf dem Herzen habe, daß ich nur versprechen kann, gelegentlich darauf
               zurückzukommen. Ich schicke Ihnen auch <add place="superlinear">später</add> weiteres
               von mir. Antwort nicht erwartet, da ich nun weiß, wie Sie belastet sind.</p>
            <p>Und nun noch ein Wort zur Lage, die allen Voraussagen spottet. Ich habe seit 1934
               gepredigt, daß, ideengeschichtlich konstruiert, <rs ref="#tillich_person_id__910" type="person">Hitler</rs>
               <rs ref="#tillich_person_id__1838" type="person">Stalin</rs> mit in die Tiefe reißen
               würde, so oder so, und habe immer auf den Einbruch des Wunders gewartet, ich nenne es
               so, weil ja die <pb n="3"/> äußern schwankenden Geschehnisse den Blick immer wieder
               verhängten. Ich glaube auch jetzt noch daran, daß es schließlich so kommen wird,
               wobei ich <rs ref="#tillich_person_id__1372" type="person">Mussolini</rs> gar nicht
               weiter mehr rechne. Das heißt natürlich nur, daß diese Systeme verschwinden. Daß sie
               durch <rs ref="#tillich_person_id__3861" type="person">Herrn Pétain</rs> noch
               diskreditiert worden sind und werden, d.h. daß die Diktatur nach einer <hi rend="underline">Niederlage</hi> noch aufgerichtet wurde in einem europäischen
               Land, begrüße ich von diesem Gesichtspunkt aus, auch. Aber all dies ist ja nicht das
               eigentliche große Problem. Die Welt geht Umwandlungen entgegen, von denen sich die
               allerwenigsten noch eine Vorstellung machen. Und ob nicht schließlich doch die so
               einfache, <hi rend="underline">logisch</hi><add place="superlinear"><hi rend="hand">(!?)</hi></add> einfache Zusammenfügung der Demokratie und des Sozialismus,
               nirgends bisher durchgeführt, die Lösung ist, in der eine total erschöpfte Welt,
               mindestens ein total erschöpftes <rs ref="#tillich_place_id__736" type="place">Europa</rs> ausruht und vielleicht auch für eine Weile müde seine Wunden heilt,
               das wage ich doch als eine Frage aufzustellen. Denn es <add place="superlinear"><hi rend="hand">ist</hi></add> doch eben so, daß das, was Rationalismus als das
               Nächstliegende empfindet, (so in <rs rend="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> sicher nach 1918) in der Geschichte immer erst nach unendlichen
               Umwegen und einem im Kreise Gehen, erreicht wird. Sie haben recht, es kommt doch
               immer noch ganz anders, als man es sich konstruiert. Ich hoffe, daß der Krieg nicht
               noch länger als zwei Jahre dauert, zweifle nicht daran, daß <rs ref="#tillich_person_id__910" type="person">Hitler</rs>, bevor er verschwände,
               noch die ganze Welt in Brand setzten wird, zerstören <add place="superlinear"><hi rend="hand">wird</hi></add>, was immer menschliche Phantasie noch als
               zerstörungsfähig erachtet. Wenn aber <rs ref="#tillich_place_id__503" type="place">England</rs> nicht zusammenbricht und andererseits nicht ganz unvorhergesehene
               Zwischenfälle eintreten, dann kann <rs ref="#tillich_person_id__910" type="person">Hitler</rs> nicht siegen. So glaube ich. Das freilich heißt noch nicht, daß ich
               vorläufig ein Übergewicht auf der andern Seite erkennen könnte, das nicht letztlich
               chaotische Zustände für fast alle Beteiligten, – wenigstens zunächst – zeitigen
               könnte. Und ich würde nicht einmal für <rs ref="#tillich_place_id__684" type="place">Amerika</rs> allzu optimistisch sein, wenn ich anzunehmen hätte, daß die Sache
               noch länger als etwa zwei Jahre fortgeht. Aber alle diese Ausführungen sind ja doch
               nur Atemzüge von Menschen, die – Tillichisch zu reden – bedingt sind.</p>
            <p>Wenn ich im Frühling nach dem Osten komme, hoffe ich Sie zu sehen. Für heute nehmen Sie 
            meine herzlichen Grüße von Haus zu Haus entgegen und lassen Sie mich hoffen, daß wir weiter
            in Fühlung bleiben, mein lieber <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paulus</rs></p>
            <closer>
               <salute>Ihr</salute>
               <signed><rs ref="#tillich_person_id__1602" type="person"><hi rend="hand">Werner Richter</hi></rs></signed>
            </closer>
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   <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__3861">
                  <persName>Pétain, Philippe</persName>
                  <birth>
                     <date>1856-04-24</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Cauchy-à-la-Tour</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1951-07-23</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Port-Joinville</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Offizier, Marschall und Politiker</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118740156</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1705">
                  <persName>Schelling, Friedrich Wilhelm Joseph</persName>
                  <birth>
                     <date>1775-01-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Leonberg (Landkreis Böblingen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1854-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Bad Ragaz</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118607057</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (27. Januar 1775 – 20. August 1854) war ein deutscher Denker und zentrale Figur des deutschen Idealismus. Nach seinem Studium wirkte er als Dozent an mehreren bedeutenden Universitäten – Jena, Würzburg, München, Erlangen und Berlin. Sein Werk umfasste verschiedene philosophische Entwicklungsphasen, angefangen bei transzendentalphilosophischen Überlegungen bis hin zu Naturphilosophie und später zu metaphysischen Systemen. In seiner Schrift zur Freiheit (1809) deutete er die menschliche Existenz als fähig zur moralischen Wahl und bestimmte den Willen als Grundprinzip. Seinen späteren Arbeiten unterschied er zwischen einer begrifflichen und einer offenbarungsorientierten Philosophie. Sein Denken wirkte nachhaltig auf Schopenhauer, Kierkegaard, Jaspers, Heidegger und den Theologen Tillich.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__137">
                  <persName>Barth, Karl</persName>
                  <occupation>Theologe</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118506803</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Karl Barth (10. Mai 1886 – 10. Dezember 1968) war ein Schweizer reformierter Theologe und einer der bedeutendsten evangelischen Dogmatiker des 20. Jahrhunderts. Nach dem Studium arbeitete er als Pfarrer, später lehrte er als Professor in Deutschland und Basel. 1935 wies ihn das NS-Regime wegen seiner Gegnerschaft aus. Mit der Auslegung des Römerbriefs begründete er die Dialektische Theologie und wandte sich gegen den liberalen Protestantismus. Hauptwerk blieb die Kirchliche Dogmatik. Mit Paul Tillich verband ihn ein anhaltender theologischer Austausch, in dem beide gegensätzliche Positionen vertraten, etwa zur analogia entis.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3862">
                  <persName>Lehmann, Timothy</persName>
                  <occupation>Theologe</occupation>
                  <note type="bio">
                     <p>Präsident des Elmhurst College von 1928-1948</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1156">
                  <persName>Lehmann, Paul Louis</persName>
                  <occupation>Amerikanischer evangelischer Theologe</occupation>
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               <person xml:id="tillich_person_id__1372">
                  <persName>Mussolini, Benito</persName>
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                  <persName>Pauck, Wilhelm</persName>
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               <person xml:id="tillich_person_id__1602">
                  <persName>Richter, Werner</persName>
                  <occupation>Germanist</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/132563894</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Werner Richter (5. Mai 1887 – 19. September 1960) war ein deutscher Germanist und Wissenschaftspolitiker. Er studierte Germanistik in Berlin, Marburg und Basel, habilitierte sich 1913 und wurde Professor in Greifswald. Ab 1920 wirkte er im Preußischen Kultusministerium und prägte maßgeblich die Hochschulreformen der Weimarer Republik, zugleich lehrte er in Berlin. 1933 wurde er aus politischen und rassistischen Gründen entlassen und emigrierte 1939 in die USA, wo er als Hochschullehrer tätig war. Nach 1945 kehrte er nach Deutschland zurück, wurde Professor in Bonn und engagierte sich im Wiederaufbau der Wissenschaft, unter anderem als Präsident des DAAD.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__910">
                  <persName>Hitler, Adolf</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Adolf Hitler (20. April 1889, Braunau am Inn – 30. April 1945, Berlin) war Vorsitzender der NSDAP, seit 1933 Reichskanzler und ab 1934 als „Führer“ diktatorischer Staats- und Regierungschef des Deutschen Reiches. Er entfesselte 1939 mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg, der über 70 Millionen Menschen das Leben kostete, und trug die Hauptverantwortung für den Holocaust an den europäischen Juden. Als oberster Befehlshaber der Wehrmacht führte er eine totalitäre Herrschaft, die Terror, Propaganda und aggressive Expansion vereinte und große Teile Europas verwüstete. Beim Zusammenbruch des „Dritten Reiches“ beging Hitler am 30. April 1945 in Berlin Suizid; eine Grabstätte gibt es nicht.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__839">
                  <persName>Hegel, Georg Wilhelm Friedrich</persName>
                  <birth>
                     <date>1770-08-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__420">Stuttgart</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1831-11-14</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__37">Berlin</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118547739</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Georg Wilhelm Friedrich Hegel (27. August 1770 – 14. November 1831) war ein deutscher idealistischer Philosoph. Nach Theologie- und Philosophiestudium in Tübingen, wo er mit Hölderlin und Schelling zusammentraf, arbeitete er als Privaterzieher in der Schweiz und Frankfurt. 1801 habilitierte er sich in Jena und veröffentlichte dort sein Hauptwerk zur Phänomenologie des Geistes. Danach leitete er ein Gymnasium in Nürnberg, bevor er 1816 an die Universität Heidelberg wechselte und 1818 Fichte an der Berliner Universität nachfolgte. Seine Lehrveranstaltungen zu Logik, Recht, Geschichte und Religion gewannen großen Einfluss. Als Zentfigur des deutschen Idealismus formte sein dialektisches Denksystem die Philosophie des 19. Jahrhunderts nachhaltig. Er starb 1831 während einer Cholerapandemie in Berlin.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1838">
                  <persName>Stalin, Josef</persName>
                  <birth>
                     <date>1878-12-18</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Gori (Šida K̕art̕li)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1953-03-05</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Kunzewo (Moskau)</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118642499</idno>
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               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__1034">
                  <placeName>Elmhurst College</placeName>
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                  <placeName>England</placeName>
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                  <placeName>Chicago, Illinois</placeName>
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