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         <titleStmt>
            <title>Brief von Lily Pincus an Paul Tillich vom 31. August 1937</title>
            <author ref="#tillich_person_id__1498">Lily Pincus</author>
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               <resp>Editor</resp>
               <name key="https://orcid.org/0009-0006-5231-3094">Sebastian Kueffner</name>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <editionStmt>
            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
         </editionStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>
               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
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                  <street>Schenkenstraße 8-10</street>
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                  <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
                  </placeName>
               </address>
            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
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               <msIdentifier>
                  <country>USA</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                  <institution>Harvard University</institution>
                  <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                  <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                  <idno>bMS 649/174(66)</idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Brief, handschriftlich</p>
               </physDesc>
            </msDesc>
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            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
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         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
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         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="#tillich_person_id__1498">Lily Pincus</persName>
               <date when="1937-08-31">31.08.1937</date>
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               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
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         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1498">Korrespondenz mit Lily Pincus</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1498" target="L10240.xml">Brief von Paul Tillich an Lily Pincus vom 29. November 1935</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1498" target="L10963.xml">Brief von Lily Pincus an Paul Tillich vom 31. Juli 1946</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10368.xml">Brief von Jean Otto Nikolaus Werner an Paul Tillich vom 7. August 1937</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10381.xml">Brief von Paul Tillich an Elisabeth Tillich vom 24. Dezember 1937</ref></correspContext></correspDesc>
         <langUsage>
            <language ident="deu">Deutsch</language>
         </langUsage>
      <creation><date type="sort" when="1937-08-31"/></creation></profileDesc>
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         <change who="SK" when="2026-06-10">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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   <text type="letter">
      <body>
         <div type="writingSession">
            <pb n="1"/>
            <opener><dateline><date when="1937-08-31">31.8.37.</date></dateline>
               <salute>Lieber <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paulus</rs>,</salute>
            </opener>
            <p>zu deinem Geburtstag hast du nichts von mir gehört und zum <date when="1937-07-30">Tode</date> deines <rs ref="#tillich_person_id__1924" type="person">Vaters</rs>
               auch nicht. Aber solange du noch in <rs ref="#tillich_place_id__736" type="place">Europa</rs> bist, sollst du doch noch einen Brief von mir bekommen. Und es ist
               auch möglich ihn jetzt zu schreiben, denn wir sind auf Urlaub. Im Schwarzwald, in <rs ref="#tillich_place_id__1749" type="place"><hi rend="aq">H</hi>interzarten</rs> –
               schön ists hier, wunderbar schön, die deutsche Heimat – trotzdem uns hier
                  <unclear>zumeihst</unclear> niemand haben wollte, in <rs ref="#tillich_place_id__1750" type="place"><hi rend="aq">Höchenschwandt</hi></rs>,
               das wir wegen der größeren <hi rend="aq">H</hi>öhe zuerst geplant hatten, liefen wir
               vergeblich von Haus zu Haus. Ein neues Erlebnis für uns – und kein ganz leichtes –
               aber dies gehört eben auch mit dazu! Vorher waren wir 1 Woche bei meinen <rs ref="#tillich_person_id__5371" type="person"><rs ref="#tillich_person_id__5372" type="person">Brüdern</rs></rs>, trafen auch Adler <note type="ea">Es ist
                  unklar um wen es sich bei Adler handelt, klar ist das Tillich mit seiner Studenten
                     <rs ref="#tillich_person_id__10" type="person">Adelaide Adler</rs>
                  <date when="1933">1933</date> in <rs type="letter" ref="#L01210">Korrespondenz</rs> stand.</note> dort, aber wir konnten nicht bleiben, hatten
               keine <unclear>o</unclear>Devisen. Man mußte in diesem Jahr schon <rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Hannah</rs> vorher einreihen. Wenn
               eine Auslandsreise klappen sollte – und das konnten wir nicht, weil Fritzus <rs ref="#tillich_person_id__5370" type="person">Mutter</rs> ja so krank war und wir
               nicht wußten, ob und wann wir würden reisen können. Nun ist sie am <date when="1937-08-08">8. August</date> gestorben, an ihrem 70. Geburtstag. Die letzten
               Wochen mit ihr und ihr Sterben waren wunderbar schön. Sie war ja so eine kleine
               ängstliche Frau ihr ganzes Leben lang, übrigens eine besonders typische Vertreterin
               der gutsituierten gebildeten jüdischen bürgerlichen Gesellschaft (<q>alles
                  interessiert, nichts geht wirklich an</q>– hast Du mal in anderem Zusammenhang
               gesagt, aber es paßt auch hier), völlig hilflos im Leben. Aber von dem Augenblick an,
               wo sie den Tod akzeptierte, von so strahlender Heiterkeit, von solcher Größe (sie hat
               sich – leuchtend und strahlend – von jedem Einzelnen – im Haus verabschiedet). Es war
               einfach wunderbar, diese Verwandlung, für mich auch so schön, nach 1 ½ Jahren
               schwerer Pflege. <rs ref="#tillich_person_id__1499" type="person">Fritz</rs>, der
               wohl sehr an ihr hing, obwohl er das nie zugab (<q>meine <rs ref="#tillich_person_id__5370" type="person">Mutter</rs> ist für mich eine
                  nette alte Dame, sonst nichts</q>) wurde in den letzten 14 Tagen sehr krank, Hohes
               Fieber und unvorstellbare Schwunde, bei der mir zum ersten Mal klar wurde, was
                  <q>Ohnmacht</q> eigentlich heißt. Ich war ganz allein mit den beiden Kranken,
               alles war vereist,<rs ref="#tillich_person_id__1499" type="person">Fritz</rs> lag
               ganz oben in seinem Schlafzimmer, <rs ref="#tillich_person_id__5370" type="person">Mutter</rs> ganz unten im großen Fremdenzimmer und das Geschehen da oben und da
               unter war sehr seltsam und sehr aufregend. Aber von der Abschiedsstunde an (zu der
               sich übrigens, nie mit einem Gongschlag, das Haus mit sämtlichen Bewohnern
               füllte, die teils ganz <unclear>unprogrammäßig</unclear>, gerade in
               dieser Stunde zurückkamen), wurde <rs ref="#tillich_person_id__1499" type="person">Fritz</rs> gesund.<pb n="2"/></p>
               
            <p>Ich hab viel an Dich gedacht, in diesen Tagen, in denen <rs ref="#tillich_person_id__1499" type="person">Fritz</rs> sich so merkwürdig
               verhielt. Sicher ist das langsame Sterben Deines <rs ref="#tillich_person_id__1924" type="person">Vaters</rs> auch für Dich sehr schwer gewesen, besonders schwer
               wahrscheinlich, weil du nicht dabei sein konntest – und doch in <rs ref="#tillich_place_id__736" type="place">Europa</rs>
               <unclear>warst</unclear>. Und das Sterben des zweiten Elternteils, dies ist ja noch
               so eine besondere Sache des letzten Lösen von der Nabelschnur (selbst wenn die Eltern
               noch so weit weg waren, äußerlich oder innerlich, selbst wenn man sich gegen sie
               wehren mußte oder sie nur Objekt der Fürsorge waren). Es hilft nichts, man muß das
               schon vernehmen – erst wenn sie nicht mehr sind, ist man wirklich und völlig allein
               und auf sich gestellt – und ich kenne niemand, der sich nicht durch den Tod des 2.
               Elternteils wesentlich <unclear>verwundet</unclear> hätte – obgleich ich kaum
               jemand kenne, der das zugeben würde. Ich wüßte so gern ein wenig von Dir, lieber
                  <rs ref="#tillich_person_id_1928" type="person">Paulus</rs>, wie es Dir geht, wie
               Deine Reise war oder ist. Warum schreibst du nie – seit <date when="1936-12-24">Weihnachten</date> habe ich kein Wort von dir bekommen, ich finde, das ist nun
               lange genug. – Vielleicht werden Dich <rs ref="#tillich_person_id_1211" type="person">Claire</rs> und <rs ref="#tillich_person_id__1212" type="person">Günther</rs>
               noch sehen, sie wollten es versuchen von <rs ref="#tillich_place_id__1822" type="place">Burien</rs> aus, wo sie wieder bei <unclear><hi rend="aq">Rischer-Remer</hi></unclear><!--Hier ist unklar ob es sich um einen Arzt oder 2 Bekannte handelt; zusätzlich ist unklar ob die Schriftart nicht variiert weil weil die beiden "R" unterschiedlich geschrieben sind und die "R"s und "K"s in diesem Text nicht weit voneinander entfernt sind.--> sind. Sie sind entsetzlich zugerichtet worden,
               beide, durch große Kieferoperationen, es ist wirklich schlimm, wie es ihnen immer
               wieder geht, man hat wirklich allmählich das Gefühl, daß es nichts Ungesünderes gibt,
               als der Gesundheit zu leben. <unclear>Wenn</unclear> dies ewige
               <unclear>K</unclear>ranksein doch einmal ein Ende hätte! Von diesem Winter ab soll zu
                  <rs ref="#tillich_person_id_1211" type="person">Claire</rs> auch alleinige
               Hausfrau auf dem Küssel<note type="ea">Das <q>Küssel</q> ist ein Haus in <rs ref="#tillich_place_id__356" type="place">Potsdam</rs> wo die beiden
                  Ehepärchen, <rs ref="#tillich_person_id__1499" type="person"><rs ref="#tillich_person_id__1498" type="person">Pincus</rs></rs> und <rs ref="#tillich_person_id__1212" type="person"><rs ref="#tillich_person_id__1211" type="person">Löwenfeld</rs></rs>, bis zu deren Emigration <date when="1939">1939</date> zusammen lebten.</note> sein, ich geh <q>auf Arbeit</q> werd
               morgens mit der <unclear><rs ref="#tillich_person_id_5493" type="person">Maumere</rs></unclear><!--Maurern, Ausdruck für Mutter?--> weggehen und Abends wiederkommen, als Assistentin in einem großen Röntgen-laboratorium. Ich tu es
                  zunächst nur, um meine sehr alte Ausbildung wieder brauchbar
               zu machen – aber ich freu mich sehr auf wichtige sachliche Arbeit. Auch das es so
               dicht an die Medizin heranführt, freut mich – die lockt mich immer mehr, weil ich
               doch gern mal wüßte, ob sich die medizinische Wissenschaft nicht mit den Erfahrungen
               im Psychischen, die man bei sich und anderen so im Laufe eines langen bewegten Lebens
               macht, vereinigen ließe. Bei all der vielen Patienten und ihren Ärzten, die sich im
               Laufe der letzten Jahre zwischen den Fingern hatten, schien das nicht möglich zu
               sein.</p>
               
            <p>Nun paß mal auf, <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paulus</rs>, setz Dich gleich mal hin, oder spätestens auf der Rückreise, auf dem Schiff, da hast Du doch Zeit, und schreib mir ein paar Zeilen! Ich bin ja langmütig und voll Geduld und kann mir auch gut vorstellen, wie wenig Schreiblust Du auf so einer Reise hast und durch den Tod deines <rs ref="#tillich_person_id__1924" type="person">Vaters</rs> vielleicht besonders wenig. Aber nun wird es wirklich Zeit, etwas von Dir zu hören. Hoffentlich hast du daran gedacht, mir jemand zu schicken, der von Dir berichtet. Wenn du nächstes Jahr wieder nach  <rs ref="#tillich_place_id__736" type="place">Europa</rs> kommst, müssen wir uns sehen und wenn nicht, werden wir vielleicht <rs ref="#tillich_person_id__1499" type="person">Fritzens</rs> alten Plan verwirklichen und nach  <rs ref="#tillich_place_id__684" type="place">Amerika</rs> kommen. Dort gibt es jetzt immer mehr Menschen, die wir gerne einmal wiedersähen. Auch unser <rs ref="#tillich_person_id__5438" type="person">Sprachlehrer</rs> (ich erzählte dir von ihm) wird im <date when="1937-09">September</date> herüberkommen und dich wahrscheinlich besuchen. Nimm ihn gut auf, er bedeutet uns viel, und er hat es so schwer, schon zum zweiten Mal das Emigrations-Schicksal!</p>
            <closer>
               <salute>Leb wohl! Gute Heimfahrt! Viele viele Grüße dir und <rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Hannah</rs>!</salute>
               <signed><rs ref="#tillich_person_id__1498" type="person">Lily Pincus</rs></signed>
            </closer>
         </div>
      </body>
   <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__1212">
                  <persName>Löwenfeld, Günther</persName>
                  <occupation>Jurist</occupation>
                  <note type="bio">
                     <p>Günther Löwenfeld (1895–1984) stammte aus einer jüdischen Familie, wurde aber im protestantischen Glauben aufgezogen. Nach seiner Eheschließung 1921 mit Claire residierte das Paar zunächst in Berlin. 1925 verlegten beide ihren Wohnort nach Potsdam und teilten dort mit dem befreundeten Ehepaar Pincus ein gemeinsames Anwesen namens Haus auf dem Küssel. Während dieser Zeit übte Günther seinen Beruf als Rechtsanwalt in der Hauptstadt aus. 1939 erfolgte die Emigration der Familie schrittweise: Die beiden Kinder wurden zuerst nach England geschickt, Günther folgte später, und Claire reiste über die Schweiz nach, wo sie sich in einer renommierten Schweizer Klinik in Ernährungslehre ausbilden ließ. Während des Krieges arbeitete sie in einem englischen Kinderkrankenhaus. Später ließ sich die Familie in ländlicher Umgebung in einer englischen Grafschaft nieder, wo Günther als Landschaftsgestalter beruflich tätig war.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__5372">
                  <persName>Lazarus, Max</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Bruder von Lily Pincus.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1498">
                  <persName>Pincus, Lily</persName>
                  <occupation>Britische Sozialarbeiterin und Autorin</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118594419</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Lily Pincus (13. März 1898 – 22. Oktober 1981) war eine deutsch-britische Sozialarbeiterin und Schriftstellerin. Nach ihrer Ausbildung in Fototechnik arbeitete sie als Röntgenassistentin. 1922 heiratete sie einen Juristen, mit dem sie ab 1925 in Potsdam ein Wohngemeinschaftsprojekt mit dem befreundeten Ehepaar Löwenfeld teilte – ein intellektuelles Zirkel, das auch dem Theologen Tillich nahestand. 1939 emigrierten beide nach Großbritannien, wo sie Tätigkeiten in Sozialwesen übernahm. 1948 gründete sie ein Institut zur Ehforschung an einer Londoner Klinik und leitete dieses bis 1965.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1923">
                  <persName>Tillich, Hannah</persName>
                  <birth>
                     <date>1896-05-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Rotenburg a. d. Fulda</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1988-10-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName>East Hampton, NY</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/119096102</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Hannah Tillich (17. Mai 1896 – 27. Oktober 1988) war eine deutsche und später US-amerikanische Zeichenlehrerin, Malerin, Schriftstellerin und Modell. Aufgewachsen im Pfarrhaus ihrer Eltern in Rotenburg an der Fulda, absolvierte sie von 1912 bis 1916 eine Ausbildung an der Königlichen Kunstschule zu Berlin und arbeitete ab 1919 als Zeichenlehrerin in Berlin-Neukölln. 1920 heiratete sie den Maler Albert Gottschow, von dem sie sich nach kurzer Ehe und einem persönlichen Schicksalsschlag wieder trennte. 1924 ging sie die Ehe mit Paul Tillich ein, mit dem sie in Marburg, Dresden und Frankfurt lebte und 1933 in die USA emigrierte. Nach der Geburt zweier Kinder nahm sie Mitte der 1930er Jahre ihre künstlerische und schriftstellerische Tätigkeit wieder auf. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie mit ihrer autobiographischen Schrift From Time to Time (1973), in der sie offen über ihr Leben und ihre Ehe berichtete; eine deutsche Ausgabe erschien erst 1993.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1499">
                  <persName>Pincus, Fritz</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Fritz Pincus (1893–1963) war Mitbesitzer eines Hauses auf dem Küssel. Mehr biographische Informationen sind derzeit nicht verfügbar.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1924">
                  <persName>Tillich, Johannes Oskar</persName>
                  <birth>
                     <date>1857-06-03</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Berlin, Deutschland</placeName>
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                  </birth>
                  <death>
                     <date>1937-07-30</date>
                  </death>
                  <occupation>Pfarrer, Superintendent und Konsistorialrat</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1168631602</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Johannes Oskar Tillich (1857 – 1937) war ein evangelisch-lutherischer Pfarrer und Theologe. 1885 hatte er Wilhelmina Mathilde Dürselen geheiratet, die 1903 verstarb. Seine erste Pfarrstelle hatte er in der lutherischen Gemeinde Starzeddel bei Guben, wo 1886 sein Sohn Paul geboren wurde. Johannes Oskar Tillich und Wilhelmina Mathilde Dürselen waren also die Eltern des evangelischen Theologen und Religionsphilosophen Paul Tillich. 1891 wurde Johannes Oskar Tillich Superintendent des Kirchenkreises Schönfließ in der Neumark, 1900 folgte seine Berufung nach Berlin, wo er zum Geheimen Konsistorialrat ernannt wurde.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__5438">
                  <persName>Sprachlehrer (von Pincus Lily)</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1211">
                  <persName>Löwenfeld, Claire</persName>
                  <occupation>Diätetikerin</occupation>
                  <note type="bio">
                     <p>Claire Loewenfeld (27. September 1899 – 20. August 1974) war eine deutsche Ernährungswissenschaftlerin und Kräuterkundige. Nach ihrer Ausbildung an einer bekannten Schweizer Klinik arbeitete sie in London als Diätologin in einem Kinderkrankenhaus, wo sie sich auf die Ernährungsbehandlung einer Verdauungserkrankung spezialisierte. Während des Zweiten Weltkriegs initiierte sie eine Kampagne zur Nutzung von Wildfrüchten als Vitaminquelle und verfasste verbreitete Informationsschriften dazu. Nach dem Krieg gründete sie mit ihrem Ehemann ein Unternehmen für hochwertige getrocknete Kräuter. Sie verfasste mehrere Bücher zu Ernährung und Kräuterkunde und gehörte zu den frühen Mitgliedern eines führenden Umweltverbandes. Sie war eng mit dem Theologen Paul Tillich befreundet, dessen Kreis sich in ihrem Haus in Potsdam traf, bevor Tillich ins Exil gehen musste. 1938 emigrierte sie mit ihrer Familie nach England.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__10">
                  <persName>Adler, Adelaide</persName>
                  <birth>
                     <date>1905</date>
                  </birth>
                  <note type="bio">
                     <p>geb. Bamberger; Studentin von Paul Tillich. Verheiratet mit Hans-Otto Adler. 1938 Emigration nach Frankreich. Sie hatten einen gemeinsamen Sohn, Peter/Pierre (geb. 1927).</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__5370">
                  <persName>Pincus, Margarethe Wally</persName>
                  <birth>
                     <date>1867-10-16</date>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1937-08-08</date>
                  </death>
                  <note type="bio">
                     <p>Sie war die Mutter von Fritz Pincus.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__5371">
                  <persName>Lazarus, Oskar Lionel</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Bruder von Lily Pincus.</p>
                  </note>
               </person>
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               </listPlace><list xml:id="mentioned_letters"><head>erwähnte Briefe</head><item xml:id="L01210">Brief von Adelaide Adler an Paul Tillich vom 15. April 1933</item></list></back></text>
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