<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="L10303.xml" xml:base="https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at" prev="L10354.xml" next="L10309.xml">
   <teiHeader>
      <fileDesc>
         <titleStmt>
            <title>Brief von Paul Tillich an Hannah Tillichvom 5. August 1936</title>
            <author ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</author>
            <respStmt>
               <resp>Editor</resp>
               <name key="https://orcid.org/0009-0000-3229-6246">Ole Soldatow</name>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <editionStmt>
            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
         </editionStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>
               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
               <address>
                  <street>Schenkenstraße 8-10</street>
                  <postCode>1010</postCode>
                  <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
                  </placeName>
               </address>
            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
         <sourceDesc>
            <msDesc type="typescript">
               <msIdentifier>
                  <country>USA</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                  <institution>Harvard University</institution>
                  <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                  <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                  <idno>bMS 721/3(7)</idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Brief, handschriftlich</p>
               </physDesc>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <encodingDesc>
         <projectDesc>
            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
         </projectDesc>
         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
      </encodingDesc>
      <profileDesc>
         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
               <date when="1936-08-05">05.08.1936</date>
            </correspAction>
            <correspAction type="received">
               <persName ref="#tillich_person_id__1923">Hannah Tillich</persName>
            </correspAction>
         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1923">Korrespondenz mit Hannah Tillich</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1923" target="L10352.xml">Brief von Paul Tillich an Hannah Tillichnach dem 12. Juli 1937</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1923" target="L10309.xml">Brief von Paul Tillich an Hannah Tillichvom 24. August 1936</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10354.xml">Brief von Paul Tillich an Hannah Tillichvermutlich zwischen 12. und 26. Juli 1937</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10309.xml">Brief von Paul Tillich an Hannah Tillichvom 24. August 1936</ref></correspContext></correspDesc>
         <langUsage>
            <language ident="deu">Deutsch</language>
         </langUsage>
      <creation><date type="sort" when="1936-08-05"/></creation></profileDesc>
      <revisionDesc status="approved">
         <change who="OS" when="2025-05-23">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
      </revisionDesc>
   </teiHeader>
   <text type="letter">
      <body>
         <div type="writingSession">
            <pb n="1"/>
            <opener><dateline><date when="1936-08-05">5.8.36</date></dateline>
               <salute>Geliebte <rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Hannah</rs>!</salute>
            </opener>
            <p>Morgen früh fahre ich von <rs ref="#tillich_place_id__1" type="place"><!--ID fehlt-->Genf</rs> ab. Was ich dort erlebt habe, sagen Dir die Tagebücher.
               Heut Nacht will ich Dir nur ein paar besondere Worte schreiben, die Dich kurz vor dem
                  <date when="1936-08-20">20ten August</date> erreichen sollen: Dass ich Dich liebe,
               und dass in den Strom von Menschen, der über mich hingeht, nichts und niemand ist,
               der meine Seele auch nur einen Millimeter ablenken könnte von dem Sehnsuchtspol, der
               Du bist und mit dem Dir die beiden süssesten und besten Kinder! Es ist immer ein
               solches Gefühl innerlichster Freude, wenn etwas von Dir kommt, das mit keinem anderen
               Gefühl vergleichbar ist. Es schwingt etwas in mir bei jedem Wort Deiner Briefe, was
               ich nicht erklären <pb n="2"/>und beschreiben kann, was mir aber die Gewissheit gibt,
               dass wir eins geworden sind und trotz der langen Trennung als eins in dieses Jahr
               Deines 40ten und meines 50ten Geburtstages eingetreten sind. Ich küsse Dich in
               Sehnsucht und mit Dir <rs ref="#tillich_person_id__587" type="person">Erdmuthe</rs>
               und <rs ref="#tillich_person_id__1" type="person"><!-- ID fehlt-->René</rs>!
               Geliebte, ersehnte <rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Hannah</rs>!</p>
            <p>Wenn alles nach Wunsch geht, werden wir Geburtstag feiern bei Hullmanns in ihrem <rs ref="#tillich_place_id__1" type="place"><!--ID fehlt-->Genfer</rs> Landhaus mit
                  <unclear reason="illegible">¿¿¿</unclear>, Bergluft, Wolken, <unclear reason="illegible">¿¿¿...¿¿¿</unclear> mit denen wir 2-3 Tage debattieren wollen.
               Das wäre das Schönste für mich hier im alten Europa. Vorher zu <rs ref="#tillich_person_id__1830" type="person"><rs ref="#tillich_person_id__1829" type="person">Spiegelbergs</rs></rs> nach <rs ref="#tillich_place_id__660" type="place">Ascona</rs>. Spanien<!-- Spanien?--> hat sich selbst
               ausgeschaltet.</p>
            <closer>
               <salute>Leb wohl, Geliebte, und denk an mich! <unclear reason="illegible">¿¿¿</unclear></salute>
               <signed><rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Dein Paul.</rs></signed>
            </closer>
         </div>
      </body>
   <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__1830">
                  <persName>Spiegelberg, Rosalie</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Rosalie Spiegelberg (gest. 1968) war die erste Ehefrau des Religionswissenschaftlers Frederic Spiegelberg. Sie war eine geborene Michels. Nach dessen Entlassung 1937 aus politischen Gründen floh sie mit ihrem Mann mithilfe des bereits in die USA emigrierten Theologen Paul Tillich aus dem nationalsozialistischen Deutschland. Das Paar fand zunächst in England Zuflucht, bevor sie in die Vereinigten Staaten weiterzogen.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1829">
                  <persName>Spiegelberg, Friedrich</persName>
                  <birth>
                     <date>1897-05-24</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__198">Hamburg</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1994</date>
                  </death>
                  <occupation>Religionswissenschaftler</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/115751351</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Friedrich Spiegelberg (24. Mai 1897 – 10. November 1994) war ein deutscher Gelehrter mit Spezialisierung auf asiatische Religionssysteme. Nach akademischer Ausbildung und Promotion in Tübingen erhielt er mit Unterstützung des Theologen Paul Tillich einen Lehrauftrag an der Dresdner Technischen Hochschule, wo Tillich Professor war. Spiegelberg lehrte dort Religionsgeschichte bis zu seiner Entlassung 1937. Mit Tillichs Hilfe emigrierte er in die USA, wo er ab 1941 an der Stanford University wirkte und sich als Experte für indische und asiatische Kulturen profilierte. Er war Mitbegründer mehrerer Institute zur Förderung östlichen Denkens und vertrat eine mystisch-universalistische Sicht auf Religion als Ausdruck einer gemeinsamen spirituellen Realität jenseits einzelner Dogmen.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__587">
                  <persName>Fezer, Karl</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1923">
                  <persName>Tillich, Hannah</persName>
                  <birth>
                     <date>1896-05-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Rotenburg a. d. Fulda</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1988-10-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName>East Hampton, NY</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/119096102</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Hannah Tillich (17. Mai 1896 – 27. Oktober 1988) war eine deutsche und später US-amerikanische Zeichenlehrerin, Malerin, Schriftstellerin und Modell. Aufgewachsen im Pfarrhaus ihrer Eltern in Rotenburg an der Fulda, absolvierte sie von 1912 bis 1916 eine Ausbildung an der Königlichen Kunstschule zu Berlin und arbeitete ab 1919 als Zeichenlehrerin in Berlin-Neukölln. 1920 heiratete sie den Maler Albert Gottschow, von dem sie sich nach kurzer Ehe und einem persönlichen Schicksalsschlag wieder trennte. 1924 ging sie die Ehe mit Paul Tillich ein, mit dem sie in Marburg, Dresden und Frankfurt lebte und 1933 in die USA emigrierte. Nach der Geburt zweier Kinder nahm sie Mitte der 1930er Jahre ihre künstlerische und schriftstellerische Tätigkeit wieder auf. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie mit ihrer autobiographischen Schrift From Time to Time (1973), in der sie offen über ihr Leben und ihre Ehe berichtete; eine deutsche Ausgabe erschien erst 1993.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1">
                  <persName>Abaelard, Peter</persName>
                  <birth>
                     <date>1079</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Le Pallet</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1142-04-21</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Saint-Marcel (Chalon-sur-Saône)</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/11850004X</idno>
               </person>
               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__1">
                  <placeName> Nouvron-Vingré</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>49.42917 3.19833</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/6425113/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q283344</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__660">
                  <placeName>Ascona</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>46.15451 8.77327</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/2661698/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q22456277</idno>
               </place>
               </listPlace></back></text>
</TEI>