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         <titleStmt>
            <title>Brief von Johannes Tillich an Paul Tillich vom 12. Januar 1936</title>
            <author ref="#tillich_person_id__1924">Johannes Tillich</author>
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               <resp>Editor</resp>
               <name key="https://orcid.org/0009-0000-3962-1240">Manuel Inselmann</name>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <editionStmt>
            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
         </editionStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>
               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
               <address>
                  <street>Schenkenstraße 8-10</street>
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                  <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
                  </placeName>
               </address>
            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
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            <msDesc type="typescript">
               <msIdentifier>
                  <country>USA</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                  <institution>Harvard University</institution>
                  <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                  <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                  <idno>bMS 649/193</idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Brief, eigenhändig</p>
               </physDesc>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
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         <projectDesc>
            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
         </projectDesc>
         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
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      <profileDesc>
         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="#tillich_person_id__1924">Johannes Tillch</persName>
               <date when="1936-01-12">12.01.1936</date>
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               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
            </correspAction>
         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1924">Korrespondenz mit Johannes Tillch</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1924" target="L10258.xml">Brief von Johannes Tillich von Weihnachten 1936</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1924" target="L10264.xml">Brief von Johannes Tillich an Paul Tillich vom 26. Februar 1936</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10258.xml">Brief von Johannes Tillich von Weihnachten 1936</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10264.xml">Brief von Johannes Tillich an Paul Tillich vom 26. Februar 1936</ref></correspContext></correspDesc>
         <langUsage>
            <language ident="deu">Deutsch</language>
         </langUsage>
      <creation><date type="sort" when="1936-01-12"/></creation></profileDesc>
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         <change who="MI" when="2025-06-13">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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   <text type="letter">
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         <div type="writingSession">
            <pb n="1"/>
            <opener><dateline><rs ref="#tillich_place_id__37" type="place">Berlin</rs>, <date when="1936-01-12">12.01.36</date></dateline>
               <salute>Lieber <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paul
               </rs> und liebe <rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Hannah
               </rs>!</salute>
            </opener>
            <p>Habt 1000 Dank für Euren lieben Weihnachtsbrief <note type="ea">liegt nicht
                  vor</note> und Eure Neujahrswünsche. Die übersandten Lichtbilder sind vorzüglich
               u. mir eine besondere Freude. Man kann sich doch dadurch ein wenig mehr in Eure
               Gemeinschaft hineindenken. Möchte in Sonderheit der Stammhalter weiterhin so prächtig
               gedeihen – Von mir kann ich nichts neues berichten. Es geht aber so, wie es die
               zunehmende Altersschwäche mit sich bringt. Daß bei der häufigen u. manchmal
               tagelangen Einsamkeit sich melancholische Erinnerungen <pb n="2"/> an vergangene Tage
               einstellen, ist natürlich. Ein- bis zweimal in der Woche bin ich in <rs ref="#tillich_place_id__49" type="place">Tempelhof</rs> und habe an <rs ref="#tillich_person_id__1762" type="person">Elisabeth</rs> eine sehr treue und
                  fürsorgende Tochter. – Bei Index bin ich mit <rs ref="#tillich_person_id__1762" type="person">Elis.</rs> gewesen, wir <add place="supralinear">haben</add> das Übersandte von ihm erhalten u. uns viel
               Interessantes mitteilen lassen. Dazu hätte ich nun viel zu sagen, wenn es sich so
               machen ließe. Ich verfolge die politischen, sozialen und kulturellen Vorgänge in der
               Welt, in Deiner gegenwärtigen Heimat und im Vaterland mit allem Interesse; u. tue das
               vom Standort geistiger Schau. Äußere Tagesereignisse spielen dabei keine große Rolle,
               gleichviel ob sie vom Inland oder Ausland – also verschieden – berichtet werden. Ich
               sehe das beste Bollwerk gegen den Bolschewismus, gegen den man sich jetzt in vielen
               Ländern zu regen beginnt, zur Zeit im neuen Deutschland, ohne die geistigen Gefahren,
               die sich in Wolken regen, zu verkennen. Christentum oder Antichristentum das ist das
               Entweder-Oder, u. bedeutet im tiefsten Grunde den Kampf, der <pb n="3"/> auch bei uns
               gekämpft wird. Aber Du hast recht: Die Zukunft ist eine <unclear>Sphinx</unclear>. Daß irgendwie die Deutsche
               evang. Kirche eine neue Gestalt gewinnen wird, ist wohl gewiss. Jedenfalls werden die
                  <emph>Gemeinden</emph> schon jetzt lebendiger. Das Befriedigungswerk nimmt seinen
               organisatorische Fortgang; im übrigen gilt es auch hier abzuwarten. </p>
            <p>Auf Stärkste interessieren mich Deine Reisepläne. Möchten sie gelingen. Ob aber ich
               nach <unclear>Ankona</unclear>, das ich ja kenne, kommen kann, ist leider unwahrscheinlich; überdies
               sind d. Monate bis dahin für mich eine sehr lange Zeit; wer weiß, was sich bis dahin
               ereignet; ich muß auf alle Pläne verzichten. –</p>
            <p> <rs ref="#tillich_person_id__3467" type="person">Hermann Tillich</rs> in <rs ref="#tillich_place_id__356" type="place">Potsdam</rs>
               <pb n="4"/> hat einen schweren Schlaganfall erlitten, es wird mit ihm wohl zu Ende
               gehen. Er ist mein ältester Kousin. – Bei Dürselens <!-- unklar, welche Dürselens
               gemeint sind--> in <rs ref="#tillich_place_id__37" type="place">Berlin</rs> geht es ganz gut. Auch bei <rs type="person"> Fritz D.</rs>
               <!-- unklar, welcher Fritz, vielleicht Fritz Demuth? --> in <rs ref="#tillich_place_id__244" type="place">Köln</rs>. – </p>
            <p>Der Tübinger Wingolf besteht
               Farben tragend weiter, der Berliner hat geschlossen; der W-Bund ist aufgelöst.</p>
            <p>Nun schließe ich mit den innigsten Wünschen für Euch 4, für Deine schwere Arbeit, mein lieber <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paul</rs>,
               und für weitere leidliche Existenz. Durch Vermittelung von <rs ref="#tillich_person_id__3251" type="person">Frau Krüger</rs> werdet Ihr noch etwas
            Nachträgliches zu Weihnacht von mir erhalten.</p>
            <p>Gott mich Euch im neuen Jahr.</p>
            <closer>
               <salute>In alter Liebe
               Euer</salute>
               <signed><rs ref="#tillich_person_id__1924" type="person">Vater Tillich</rs></signed>
            </closer>
         </div>
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   <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__1924">
                  <persName>Tillich, Johannes Oskar</persName>
                  <birth>
                     <date>1857-06-03</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Berlin, Deutschland</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1937-07-30</date>
                  </death>
                  <occupation>Pfarrer, Superintendent und Konsistorialrat</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1168631602</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Johannes Oskar Tillich (1857 – 1937) war ein evangelisch-lutherischer Pfarrer und Theologe. 1885 hatte er Wilhelmina Mathilde Dürselen geheiratet, die 1903 verstarb. Seine erste Pfarrstelle hatte er in der lutherischen Gemeinde Starzeddel bei Guben, wo 1886 sein Sohn Paul geboren wurde. Johannes Oskar Tillich und Wilhelmina Mathilde Dürselen waren also die Eltern des evangelischen Theologen und Religionsphilosophen Paul Tillich. 1891 wurde Johannes Oskar Tillich Superintendent des Kirchenkreises Schönfließ in der Neumark, 1900 folgte seine Berufung nach Berlin, wo er zum Geheimen Konsistorialrat ernannt wurde.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1762">
                  <persName>Seeberger, Elisabeth</persName>
                  <birth>
                     <date>1893-06-17</date>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1986</date>
                  </death>
                  <idno type="gnd">Keine GND-Nummer</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Elisabeth Seeberger (17. Juni 1893 – 1986) war die Schwester des evangelischen Theologen und Religionsphilosophen Paul Tillich. Im Jahr 1917 heiratete sie Erhard Seeberger, der über viele Jahre als Pfarrer in Berlin-Tempelhof tätig war.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1923">
                  <persName>Tillich, Hannah</persName>
                  <birth>
                     <date>1896-05-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Rotenburg a. d. Fulda</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1988-10-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName>East Hampton, NY</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/119096102</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Hannah Tillich (17. Mai 1896 – 27. Oktober 1988) war eine deutsche und später US-amerikanische Zeichenlehrerin, Malerin, Schriftstellerin und Modell. Aufgewachsen im Pfarrhaus ihrer Eltern in Rotenburg an der Fulda, absolvierte sie von 1912 bis 1916 eine Ausbildung an der Königlichen Kunstschule zu Berlin und arbeitete ab 1919 als Zeichenlehrerin in Berlin-Neukölln. 1920 heiratete sie den Maler Albert Gottschow, von dem sie sich nach kurzer Ehe und einem persönlichen Schicksalsschlag wieder trennte. 1924 ging sie die Ehe mit Paul Tillich ein, mit dem sie in Marburg, Dresden und Frankfurt lebte und 1933 in die USA emigrierte. Nach der Geburt zweier Kinder nahm sie Mitte der 1930er Jahre ihre künstlerische und schriftstellerische Tätigkeit wieder auf. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie mit ihrer autobiographischen Schrift From Time to Time (1973), in der sie offen über ihr Leben und ihre Ehe berichtete; eine deutsche Ausgabe erschien erst 1993.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3251">
                  <persName>Krüger, Frau</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3467">
                  <persName>Tillich, Hermann</persName>
                  <death>
                     <date>1936?</date>
                  </death>
               </person>
               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__49">
                  <placeName>Berlin-Tempelhof</placeName>
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                  <placeName>Köln</placeName>
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