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   <!-- ID DES BRIEFES GIBT ES DERZEUT NOCH NICHT-->
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      <fileDesc>
         <titleStmt>
            <title>Brief von Johannes Tillich von Weihnachten 1936</title>
            <author ref="#tillich_person_id__1924">Johannes Tillich</author>
            <respStmt>
               <resp>Editor</resp>
               <name key="https://orcid.org/0009-0000-3962-1240">Manuel Inselmann</name>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <editionStmt>
            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
         </editionStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>
               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
               <address>
                  <street>Schenkenstraße 8-10</street>
                  <postCode>1010</postCode>
                  <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
                  </placeName>
               </address>
            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
         <sourceDesc>
            <msDesc type="typescript">
               <msIdentifier>
                  <country>USA</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                  <institution>Harvard University</institution>
                  <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                  <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                  <idno>bMS 649/193(17)</idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Brief, eigenhändig</p>
                  <!-- SIEHE DAZU PHYSDECS-DOKUMENT AUF SERVER -->
               </physDesc>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <encodingDesc>
         <projectDesc>
            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
         </projectDesc>
         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
      </encodingDesc>
      <profileDesc>
         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="#tillich_person_id__1924">Johannes Tillich</persName>
               <date when="1936-01-01">Weihnachten 1936</date>
            </correspAction>
            <correspAction type="received">
               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
            </correspAction>
         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1924">Korrespondenz mit Johannes Tillich</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1924" target="L10221.xml">Brief von Johannes Tillich an Paul Tillich vom 9. August 1935</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1924" target="L10259.xml">Brief von Johannes Tillich an Paul Tillich vom 12. Januar 1936</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10256.xml">Brief von Paul Tillich an Hans Speier aus der zweiten Jahreshälfte des Jahres 1936</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10259.xml">Brief von Johannes Tillich an Paul Tillich vom 12. Januar 1936</ref></correspContext></correspDesc>
         <langUsage>
            <language ident="deu">Deutsch</language>
         </langUsage>
      <creation><date type="sort" when="1936-01-01"/></creation></profileDesc>
      <revisionDesc status="approved">
         <change who="MI" when="2025-05-16">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
      </revisionDesc>
   </teiHeader>
   <text type="letter">
      <!-- AB HIER GEHT DER EIGENTLICH BRIEF LOS -->
      <body>
         <div type="writingSession">
            <pb n="1"/>
            <opener><dateline> An <date when="1936-01-01">Weihnachten 36</date></dateline>
               <salute>Mein lieber <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paul
                </rs>,</salute>
            </opener>
            <p>schon längst hätte ich an Dich geschrieben und Dir für Deine Abschiedskarte aus <rs ref="#tillich_place_id__736" type="place">Europa</rs> gedankt, wenn mich nicht
               meine Krankheit daran gehindert hätte. Du hast wohl davon schon gehört. Ich bin nun
               in der 11. Woche bettlägerig, kann zwar zuweilen etwas aufstehen, aber das ist für
               mich anstrengender, ich kann mich <del>schwer</del><add place="supralinear">nicht
                  mehr</add> aufrechthalten. Ich habe sehr viel Schmerzen, die manchmal unerträglich
               scheinen, namentlich seitdem ich neulich in der Nacht gefallen und mir einen
               Bluterguss, beinah einen Rippenbruch, zugezogen habe. Schmerzen habe ich im Magen
                  (<unclear>Ichthyas</unclear>) und in beiden Hüften, außerdem aber ist das
               Grundübel - Nervenleiden mit Gemütsdepressionen.- Du kannst Dir denken, daß ich unter
               diesen Umständen die Lebenslust verloren habe und ein baldiges Ende mir erwünscht
               scheint; aber das Herz arbeitet noch tadellos und die inneren Organe sind gesund. So
               muß ich denn das Schmerzenslager aushalten. Gehen kann ich kaum noch und nicht einmal
               lange auf Stuhl <del>?</del>
               <add place="supralinear">oder</add> Sofa sitzen. Glücklicherweise kann ich noch etwas
               lesen. - Am Nachmittag werde ich häufig besucht, von den meisten Verwandten.
               Regelmäßig kommt <rs ref="#tillich_person_id__3251" type="person">Fr. Krüger</rs>
               mehrere Male in der Woche, um das Schriftliche zu erledigen und vorzulesen. <rs ref="#tillich_person_id__1762" type="person">Elisabeth </rs> kommt fast jeden 2.
               Tag auf eine Stunde.</p>
            <p>Mein Intellekt ist, Gott sei Dank, noch in Ordnung  bis aus <unclear>reichliche</unclear> Gedächtnisschwäche.</p>
            <p>Die Krankenschwester pflegt mich jetzt Tag und Nacht, ich werde ohne sie nicht fertig.</p>
            <p>Die politischen Ereignisse verfolge ich aus der Zeitung. Die Situation ist ja in der ganzen Welt überaus bedenklich, namentlich in 
               <rs ref="#tillich_place_id__736" type="place">Europa</rs>. Näheres kann man darüber nicht schreiben.<pb n="2"/> Ebenso wenig möchte ich mich über unsere Kirchenfrage äußern,
            wie ich stehe, weißt Du ohnehin. Aufs Ganze gesehen, glaube ich, eschatologische Vorzeichen zu sehen. Ich lebe sehr viel in Erinnerungen, die
            zum Teil <unclear>wunderbar</unclear> scharf sind, die heutige Welt ist mir ziemlich versunken.</p>
            <p>Ich weiß nicht, ob ich noch einmal an Dich schreiben oder diktieren kann, aber ich
               danke Deiner und den Deinen viel. Frau Ministerialrat
                  <rs><unclear>Landi</unclear></rs> hat mich neulich besucht und mir viel von Euch
               erzählt, von Deiner angesehenen Stellung in N.<!-- vielleicht
            New York?--> und von dem guten Aufblühen <rs ref="#tillich_person_id__1927" type="person">Stefans</rs>. Es ist traurig, daß ich
               Euch hier nicht werde wiedersehen können. Familie und ein kleiner Freundeskreis ist
               das Einzige, was mir auf Erden geblieben ist. Ich begehre auch nicht mehr und warte
               einer besseren Heimat.</p>
            <p>Über Euch wiederhole ich meinen väterlichen Segen, Gott führe und behüte Euch</p>
            <closer>
               <salute>Dein treuer</salute>
               <signed><rs ref="#tillich_person_id__1924" type="person">Vater</rs></signed>
            </closer>
            <postscript><p>Soeben Euren lieben Brief erhalten. Tausend Dank. 23/12</p></postscript>
         </div>
      </body>
   <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__1924">
                  <persName>Tillich, Johannes Oskar</persName>
                  <birth>
                     <date>1857-06-03</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Berlin, Deutschland</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1937-07-30</date>
                  </death>
                  <occupation>Pfarrer, Superintendent und Konsistorialrat</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1168631602</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Johannes Oskar Tillich (1857 – 1937) war ein evangelisch-lutherischer Pfarrer und Theologe. 1885 hatte er Wilhelmina Mathilde Dürselen geheiratet, die 1903 verstarb. Seine erste Pfarrstelle hatte er in der lutherischen Gemeinde Starzeddel bei Guben, wo 1886 sein Sohn Paul geboren wurde. Johannes Oskar Tillich und Wilhelmina Mathilde Dürselen waren also die Eltern des evangelischen Theologen und Religionsphilosophen Paul Tillich. 1891 wurde Johannes Oskar Tillich Superintendent des Kirchenkreises Schönfließ in der Neumark, 1900 folgte seine Berufung nach Berlin, wo er zum Geheimen Konsistorialrat ernannt wurde.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1762">
                  <persName>Seeberger, Elisabeth</persName>
                  <birth>
                     <date>1893-06-17</date>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1986</date>
                  </death>
                  <idno type="gnd">Keine GND-Nummer</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Elisabeth Seeberger (17. Juni 1893 – 1986) war die Schwester des evangelischen Theologen und Religionsphilosophen Paul Tillich. Im Jahr 1917 heiratete sie Erhard Seeberger, der über viele Jahre als Pfarrer in Berlin-Tempelhof tätig war.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1927">
                  <persName>Tillich, René Johannes Stefan</persName>
                  <birth>
                     <date>1935</date>
                  </birth>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1168631653</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3251">
                  <persName>Krüger, Frau</persName>
               </person>
               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__736">
                  <placeName>Europa</placeName>
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</TEI>