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         <titleStmt>
            <title>Brief von Paul Tillich an Hermann Schafdtaus dem Jahr 1936</title>
            <author ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</author>
            <respStmt>
               <resp>Editor</resp>
               <name key="https://orcid.org/0009-0000-3229-6246">Ole Soldatow</name>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <editionStmt>
            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
         </editionStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>
               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
               <address>
                  <street>Schenkenstraße 8-10</street>
                  <postCode>1010</postCode>
                  <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
                  </placeName>
               </address>
            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
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            <msDesc type="typescript">
               <msIdentifier>
                  <country>USA</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                  <institution>Hessisches Staatsarchiv Marburg
                     <!--fehlt noch im Register --></institution>
                  <repository>Hessisches Staatsarchiv Marburg</repository>
                  <collection><!-- Ergänzen--></collection>
                  <idno>340 Schafft Nr. 19</idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Brief, maschinenschriftlich</p>
               </physDesc>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
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         <projectDesc>
            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
         </projectDesc>
         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
      </encodingDesc>
      <profileDesc>
         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
               <date notBefore="1936-01-01" notAfter="1936-12-31">1936</date>
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            <correspAction type="received">
               <persName ref="#tillich_person_id__1696">Hermann Schafft</persName>
            </correspAction>
         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1696">Korrespondenz mit Hermann Schafft</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1696" target="L10008.xml">Undatierter Brief von Paul Tillich an Herrmann Schafft vermutlich Frühjahr 1934</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10245.xml">Brief von Richard Wegener and Paul Tillich1935</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10256.xml">Brief von Paul Tillich an Hans Speier aus der zweiten Jahreshälfte des Jahres 1936</ref></correspContext></correspDesc>
         <langUsage>
            <language ident="deu">Deutsch</language>
         </langUsage>
      <creation><date type="sort" when="1936-01-01"/></creation></profileDesc>
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         <change who="OS" when="2025-05-14">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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   <text type="letter">
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         <div type="writingSession">
            <pb n="1"/>
            <opener>
               <salute>Lieber <rs ref="#tillich_person_id__1696" type="person">Hermann!</rs></salute>
            </opener>
            <p>Deine beiden Briefe<note type="ea">Nicht überliefert.</note> habe ich erhalten. sie kamen ziemlich kurz nacheinander an. Nicht
               nur ich, sondern alle unsere Freunde sind Dir zu grossem Dank für Deinen zweiten
               Brief<note type="ea">Nicht überliefert.</note> verpflichtet. Während wir die Tatsachen hier meistens besser wissen, als die
               drin, sind uns solche Schilderungen, wie Du sie gibst, etwas völlig neues. Erst durch
               deinen Brief<note type="ea">Nicht überliefert.</note> habe ich die reale ungeheure Gefahr der Paganisierung, von der ich hier
               oft gesprochen habe, kennen gelernt. In meinem hiesigen ersten Vortrag über die
               religiöse Lage in Deutschland sprach ich als mögliche Zukunftsperpektive von einer
               kleinen Insel orthodoxer Kirchlichkeit in einem Ozean von Heidentum. ich wusste
               damals noch nicht, da ich Deinen Brief<note type="ea">Nicht überliefert.</note> noch nicht hatte, wie sehr diese Vision die
               Wirklichkeit war. Ich bitte Dich darum, schreibe, soviel Du irgend kannst. Es handelt
               sich darum, den Weltprotestantismus zu zwingen, die deutsche Realität als eigenes
               Schicksal zu sehen und auf sich zu nehmen. Denn auch hier gibt es einen entleerten
               Säkularismus und eine heidnisch-barbarische Unterströmung. In der nächsten Woche
               spreche ich über all diese Dinge in <rs ref="#tillich_place_id__37" type="place"><!-- Ersetzen-->Chicago</rs> und <rs ref="#tillich_place_id__37" type="place">Berlin</rs> an verschiedenen Universitäten. Es ist nur so schade, dass der Zwang,
               Englisch zu reden, alle feinen Nuancen unmöglich macht. Die Broschüren sind auch
               angekommen. Dass du mein geliebtes <rs ref="#tillich_place_id__219" type="place">Italien</rs> siehst, ist mir eine grosse Freude. In <rs ref="#tillich_place_id__369" type="place">Rom</rs> kannst Du mindestens hundert
               Kirchen grüssen, die ich mit <rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Hannah</rs> besucht habe. Und wenn Du unter den Zypressen der Villa d'Est in
               <rs ref="#tillich_place_id__37" type="place"><!-- Ersetzen-->Tivoli</rs> liegst, denke an uns.</p>
            <p>Und nun Deine Frage nach dem Haus von <rs ref="#tillich_person_id__1688" type="person">G o e s c h</rs> in <rs ref="#tillich_place_id__660" type="place">Ascona</rs>. Nach unserer letzten Orientierung wohnt in dem einen
               dieser Häuser Baronin Fides Stitencron, die älteste Tochter von <rs ref="#tillich_person_id__688" type="person">Goesch</rs> mit ihrem Mann und ihren
               drei Kindern. An sie musst Du unter Berufung auf mich schreiben. Die Adresse ist: R o
               n c o sopra Ascona, Tessin <rs ref="tilliach_place_id__397">(Schweiz)</rs> Casa <rs ref="#tillich_person_id__688" type="person">Goesch</rs>. Falls irgend etwas frei ist, werden
               sie es Dir sehr gern vermieten, <pb n="2"/>da sie in schwieriger Geldlage sind. Falls
               Du keine positive Antwort bekommst, fahre einfach nach <rs ref="#tillich_place_id__660" type="place">Ascona</rs>, nimm Dir für eine Nacht ein
               Hotel und suche Dir dann etwas. Du wirst reichlich billige Zimmer finden, und auch
               sonstige Möglichkeiten billig zu leben. <rs ref="#tillich_place_id__660" type="place">Ronco <!-- ID ersetzen--></rs> noch mehr als <rs ref="#tillich_place_id__660" type="place">Ascona</rs> ist ein Paradies. Doch ist
                  <rs ref="#tillich_place_id__660" type="place">Ascona</rs> insofern günstiger, als
               es einen herrlichen Badestrand hat. Wenn Du lange dort bleibst, kann es passieren,
               dass ich auch dorthin komme. Denn ich plane sehr ernsthaft Ende Mai eine
               Forschungsreise nach Deutschland zu machen, in der die vorläufige Entscheidung über
               mein nächstes Jahr oder vielleicht die ganze Zukunft zu fallen hätte. Schreibe mir
               darum bitte dauernd Deine genaue Adresse. Und schreibe mir auch, was Du über die
               Möglichkeiten eines rein arbeitsmässigen völlig zurückgezogenen Daseins in
               Deutschland denkst. Denn dies ist im Grunde meine einzige Sehnsucht.</p>
            <p>Schreibe bald wieder.</p>
            <closer>
               <salute>Sehr herzlich Dein</salute>
               <signed><rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paul</rs></signed>
            </closer>
            <postscript>
               <p><rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Hannah</rs> interessiert sich
                  dafür, wie es deiner <rs ref="#tillich_person_id__1697" type="person">Mutter</rs>
                  in Deutschland geht? Ist sie ganz unbehelligt?</p>
            </postscript>
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                  <persName>Goesch, Heinrich</persName>
                  <birth>
                     <date>1880-07-02</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__370">Rostock</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1931-02-16</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Konstanz</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/140468420</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Heinrich Goesch (2. Juli 1880 – 16. Februar 1930) war ein vielseitig begabter Gelehrter mit Schwerpunkten in Jura, Baukunst und kulturellem Denken. Nach zügiger schulischer Ausbildung erlangte er Doktorgrade in beiden Rechtswissenschaft und Geschichtsphilosophie, orientierte sich aber später dem künstlerischen Schaffen zu. Ab 1909 lehrte er Kunstgeschichte in Dresden. Zusammen mit seinem Bruder verfolgte er Forschungen zur Ästhetik und Utopien räumlicher Gestaltung. Eine psychoanalytische Behandlung verstärkte sein theoretisches Engagement mit unbewussten Prozessen. Von 1909 an besuchte er regelmäßig die Künstlersiedlung Ascona und erwarb dort Grundbesitz. Seiner anfänglichen Faszination für anthroposophische Strömungen folgte eine kritische Abkehr. In der Nachkriegszeit befasste er sich mit ökonomischen Systemen und verfasste zu diesem Zweck einen fortlaufenden fiktiven Text. Gegen Ende seines Lebens übernahm er eine Lehrposition im Baubereich und begann eine Liebesbeziehung mit Hannah Tillich, der Ehefrau des Theologen Paul Tillich. Er verstarb 1930 in einer beruflichen Tätigkeit im Filmgeschäft.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1697">
                  <persName>Schafft, Johanna</persName>
                  <birth>
                     <date>1853</date>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1938</date>
                  </death>
                  <note type="bio">
                     <p>Geb. Ganslandt</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1696">
                  <persName>Schafft, Hermann</persName>
                  <birth>
                     <date>1883-12-02</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Langenstein b. Halberstadt</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1959-06-02</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__236">Kassel</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Pädagoge, Direktor und Theologe</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/140540970</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Hermann Schafft (2. Dezember 1883 – 2. Juni 1959) war ein deutscher evangelischer Theologe, Professor und Regierungsdirektor in Kassel. Nach dem Studium in Halle, Berlin und Tübingen wirkte er als Pfarrer, Militärseelsorger und später in leitenden kirchlichen und pädagogischen Funktionen. Als religiöser Sozialist engagierte er sich in der Neuwerk-Bewegung und war Herausgeber der Zeitschrift Neuwerk. 1933 wurde er aus politischen Gründen beurlaubt und frühzeitig in den Ruhestand versetzt. Nach 1945 übernahm er auf Vorschlag seines engen Freundes Paul Tillich das Amt eines Regierungsdirektors in Kassel und war für das Schulwesen in Nordhessen zuständig.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1923">
                  <persName>Tillich, Hannah</persName>
                  <birth>
                     <date>1896-05-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Rotenburg a. d. Fulda</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1988-10-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName>East Hampton, NY</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/119096102</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Hannah Tillich (17. Mai 1896 – 27. Oktober 1988) war eine deutsche und später US-amerikanische Zeichenlehrerin, Malerin, Schriftstellerin und Modell. Aufgewachsen im Pfarrhaus ihrer Eltern in Rotenburg an der Fulda, absolvierte sie von 1912 bis 1916 eine Ausbildung an der Königlichen Kunstschule zu Berlin und arbeitete ab 1919 als Zeichenlehrerin in Berlin-Neukölln. 1920 heiratete sie den Maler Albert Gottschow, von dem sie sich nach kurzer Ehe und einem persönlichen Schicksalsschlag wieder trennte. 1924 ging sie die Ehe mit Paul Tillich ein, mit dem sie in Marburg, Dresden und Frankfurt lebte und 1933 in die USA emigrierte. Nach der Geburt zweier Kinder nahm sie Mitte der 1930er Jahre ihre künstlerische und schriftstellerische Tätigkeit wieder auf. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie mit ihrer autobiographischen Schrift From Time to Time (1973), in der sie offen über ihr Leben und ihre Ehe berichtete; eine deutsche Ausgabe erschien erst 1993.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1688">
                  <persName>Savigny, Friedrich Karl von</persName>
               </person>
               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__219">
                  <placeName>Italien</placeName>
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