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            <title>Brief von Paul Tillich an Nelly Gelbvon 1936</title>
            <author ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</author>
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               <resp>Editor</resp>
               <name key="https://orcid.org/0009-0000-3229-6246">Ole Soldatow</name>
            </respStmt>
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            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
         </editionStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>
               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
               <address>
                  <street>Schenkenstraße 8-10</street>
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                  <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
                  </placeName>
               </address>
            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
            </availability>
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                  <country>USA</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                  <institution>Princeton University</institution>
                  <repository>???</repository>
                  <collection>???</collection>
                  <idno>NL Pauck, Box 44, Folder 4</idno>
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               <physDesc>
                  <p>Brief, maschinenschriftlich</p>
               </physDesc>
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            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
         </projectDesc>
         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
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      <profileDesc>
         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
               <date>1936</date>
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            <correspAction type="received">
               <persName ref="#tillich_person_id__2396">Nelly Gelb</persName>
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         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__2396">Korrespondenz mit Nelly Gelb</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10242.xml">Brief von Paul Tillich an Fritz Medicusvom Dezember 1935</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10255.xml">Brief von Paul Tillich an Fritz Medicusvon 1936</ref></correspContext></correspDesc>
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            <language ident="deu">Deutsch</language>
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      <creation><date type="sort" when="2000"/></creation></profileDesc>
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         <change who="OS" when="2025-04-09">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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   <text type="letter">
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            <opener><dateline>M.S. Lafayette, A Bord le</dateline>
               <salute>Meine liebe <rs ref="#tillich_person_id__2396" type="person">Nelly</rs>!</salute>
            </opener>
            <p>Spät wird Dich dieser Brief erreichen, wie mich spät die Nachricht erreichte, das
               unser geliebter <rs ref="#tillich_person_id__664" type="person">Wisch</rs> erlöst
               ist. Ich war nicht überrascht denn nach der Art wie Goldstein reagierte, wenn wir
               über die Krankheit sprachen, hatt ich nicht viel Hoffnung. Aber man hat doch immer
               etwas Hoffnung, jeder von uns hatte sie. Denn man kann sich doch nie vorstellen, dass
               das Wirklichkeit würde, was nun geworden ist: <rs ref="#tillich_person_id__664" type="person">Wisch</rs> ist nicht mehr unter uns. Und wenn ich wieder den Ozean
               überqueren würde, ich würde ihn nicht finden. Ein ernsterer, tieferer und hiliger
               Ozean als der atlantische trent ihn von uns allen. Niemand der hinüber gefahren ist
               ist zurückgekommen und hat uns Kunde von ihm gegeben. Nun so viel wissen wir, uns so
               viel wusste <rs ref="#tillich_person_id__664" type="person">Wisch</rs>, dass
               menschliches Sein - seelisches Sein, an dessen Erforschung er arbeitete - mehr ist
               als ein Strom, der im Raum und Zeit verrinnt. Er wusste <del rend="s">von</del> um
               das Besondere des Menschlichen, das Zeit überlegene und all seine Arbeit galt dem
               Ziel, dieses herauszuarbeiten. Nun ist das Raum-Zeitliche an ihm, was ihm viel Leid
               gebracht hatin den letzten Jahren und Tagen, aufgelöst, sein liebes Bild, das wir nie
               vergessen werden, zerstört. Aber dies, von dem er sprach und inm nie endender
               Bemühung immer klarer und reifer sprechen wollte, ist in der Spähre aufgehoben von
               der keine Wissenschaft sondern nur das Herz Zeugnis gibt. Wir haben verloren, er
               nicht. Du vor allem, die Du so lange und tief mit ihm verbunden warst. Aber auch wir,
               seine Freunde, die ihn liebten und die Wissenschaft, die seinen starken und edlen
               Geist brauchte. Wie tief wir uns mit dir verbunden fühlen und verbunden bleiben
               werden in der Errinerung von <rs ref="#tillich_person_id__664" type="person">Wisch</rs> und in der Liebe zu Dir weisst Du. Es sei Dir eine kleine Hilfe in der
               nächsten Schweren Zeit.</p>
            <closer>
               <salute>Dein <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paulus</rs></salute></closer>
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   <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
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                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
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               </person>
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                  <persName>Gelb, Nelly</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Sie war die Frau von Adhémar Gelb und die Tochter von Max Alvary.</p>
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                  <persName>Gelb, Adhémar</persName>
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                  <note type="bio">
                     <p>Adhémar Gelb (18. November 1887 – 7. August 1936) war ein Psychologe aus Deutschland. In Moskau geboren, studierte er Philosophie und promovierte 1910 bei Carl Stumpf in Berlin. Ab 1915 erforschte er gemeinsam mit Kurt Goldstein hirnverletzte Soldaten. Nach der Habilitation 1919 wurde er in Frankfurt Professor und Mitdirektor des Psychologischen Instituts, 1931 wechselte er nach Halle. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde er aus rassistischen Gründen entlassen und emigrierte in die Niederlande. International anerkannt ist seine experimentell fundierte Analyse von Wahrnehmungs-, Sprach- und Erkenntnisstörungen nach Hirnverletzungen.</p>
                  </note>
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