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         <titleStmt>
            <title>Brief von Paul Tillich an Erich Seebergvom Dezember 1935</title>
            <author ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</author>
            <respStmt>
               <resp>Editor</resp>
               <name key="https://orcid.org/0009-0000-3229-6246">Ole Soldatow</name>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <editionStmt>
            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
         </editionStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>
               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
               <address>
                  <street>Schenkenstraße 8-10</street>
                  <postCode>1010</postCode>
                  <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
                  </placeName>
               </address>
            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
            </availability>
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            <msDesc type="typescript">
               <msIdentifier>
                  <country>Germany</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__239">Koblenz</settlement>
                  <institution>Bundesarchiv Koblenz</institution>
                  <repository>Bundesarchiv Koblenz</repository>
                  <collection>NL R. und E. Seeberg</collection>
                  <idno>N 1248</idno>
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               <physDesc>
                  <p>Brief, eigenhändig</p>
               </physDesc>
            </msDesc>
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            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
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         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
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            <correspAction type="sent">
               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
               <date>Dezember 1935</date>
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            <correspAction type="received">
               <persName ref="#tillich_person_id__1760">Erich Seeberg</persName>
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         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1760">Korrespondenz mit Erich Seeberg</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1760" target="L01200.xml">Brief von Paul Tillich an Erich Seeberg vom 19. März 1933</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L01589.xml">Brief von Margarete Wever an Paul Tillich ohne Datum</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10242.xml">Brief von Paul Tillich an Fritz Medicusvom Dezember 1935</ref></correspContext></correspDesc>
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            <language ident="deu">Deutsch</language>
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      <creation><date type="sort" when="2000"/></creation></profileDesc>
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         <change who="OS" when="2025-04-08">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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   <text type="letter">
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         <div type="writingSession">
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            <opener>
               <dateline>Paul Tillich an Erich Seeberg, New York City, o. D.<date>[Dezember
                     1935]</date>Claremont-Avenue, New York City</dateline> Liebe <rs ref="#tillich_person_id__1760" type="person">Seebergs</rs>!</opener>
            <p>Wie Sie mir zu der Freude einer Geburt geschrieben haben<note type="ea">E. Seeberg
                  hatte ihm aus Anlass der Geburt seines Sohnes René Johannes Stefan (geb. am 7.
                  Juni 1935) geschrieben.</note>, so schreibe ich nun zum Schmerz eines Todes, des
               Todes Ihres von mir trotz aller sachlichen Gegnerschaft verehrten <rs ref="#tillich_person_id__1761">Vaters</rs>
               <note type="ea">Reinhold Seeberg war am 23. Oktober 1935 verstorben.</note>, dem ich
               wissenschaftlich und persönlich viel zu danken habe. Sie werden verstehen, dass ein
               leises Gefühl des Neides aufwacht bei einem solchen Sterben nach vollendetem Werk –
               bei dem Gedanken an das vorerst zerbrochene und geschändete eigene Werk. Ihr Vater
               wie auch meiner gehören zu den letzten einer Generation, eines Zeitalters in der das
               noch möglich war. Wir sind die erste Generation eines Zeitalters in dem es Wahrheit
               nur noch in der Form des Zeugnisses und des Standes der Verfolgung geben kann. Ihr
               Stehen zur Minorität wird von mir geachtet. Aber es ist ja nur in der begrenzten
               kirchlichen Sphäre Minorität. In der umfassenderen staatlichen ist es Majorität oder
               zum mindesten Macht. Darum kann weder Minorität noch Majorität heute massgebend sein,
               sondern nur die Wahrheit selbst, von der ich, wie Sie wissen, glaube, dass sie heut
               an die Einheit des religiösen und sozial-antidämonischen Zeugnisses gebunden ist. Es
               ist Unheils-Prophetie über ein System von Systemen sich selbst absolut setzender
               Souveränitäten mit heidnischem Wertsystem, und einem Machtaufbau, der sich den
               Korrektiven der Wahrheit und Gerechtigkeit entzieht. Als ich von Ihnen ging, war
               etwas von diesem Gefühl in Ihnen. Ich weiss nicht, ob und wieweit es heut noch ist.
               Ich weiss aber dass Theologie heut ein leeres Wort ist, wenn sie aus einem anderen
               als aus dem Geiste des prophetischen Angriffs auf die ganze, nicht nur
               innerkirchliche Existenz getan wird. Herzliche Weihnachtsgrüsse</p>
            <p>Ihr</p>
            <closer>
                  <signed><rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">P. Tillich</rs>.</signed>
            </closer>
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   <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__1761">
                  <persName>Seeberg, Reinhold</persName>
                  <occupation>Systematischer Theologe</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118760416</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Reinhold Seeberg (5. April 1859 – 23. Oktober 1935) war ein deutscher evangelischer Theologe. Nach Studien in der Baltischen Region und Deutschland lehrte er ab 1884 in Dorpat, ab 1889 in Erlangen und ab 1898 in Berlin, wo er bis 1927 wirkte und Doktorvater Dietrich Bonhoeffers war. 1918/19 war er Rektor der Berliner Universität. Er prägte die Kirchenwohlfahrt und verfasste eine einflussreiche Dogmengeschichte. In seinen späteren Jahren vertraten er antiliberale und antisemitische Positionen.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1760">
                  <persName>Seeberg, Erich</persName>
                  <birth>
                     <date>1888-10-08</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Dorpat</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1945-02-26</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Ahrenshoop, Vorpommern</placeName>
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                  </death>
                  <occupation>Kirchenhistoriker</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/117440833</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Erich Seeberg (8. Oktober 1888 – 26. Februar 1945) war ein deutscher Theologe und Kirchenhistoriker. Er studierte Evangelische Theologie in Tübingen und Berlin und wurde 1912 promoviert, bevor er 1913 als Privatdozent in Greifswald tätig wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg, in dem er als Militärpfarrer wirkte, erhielt er 1919 eine Professur in Breslau und lehrte anschließend in Königsberg, Halle und Berlin. 1941 übernahm er eine Vertretungsprofessur in Marburg. Seeberg war ein Vertreter der Luther-Renaissance und in der akademischen Theologie seiner Zeit einflussreich. 1933 trat er der NSDAP bei und engagierte sich in den „Deutschen Christen“, was zu Konflikten mit Fachkollegen führte. Zudem war er an wissenschaftlichen Editionsprojekten beteiligt. In seinen letzten Lebensjahren war er gesundheitlich schwer beeinträchtigt.</p>
                  </note>
               </person>
               </listPerson></back></text>
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