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            <title>Brief von Eugen Rosenstock–Huessy an Paul Tillich vom 4. November 1935</title>
            <author ref="#tillich_person_id__1647">Eugen Rosenstock–Huessy</author>
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               <name key="https://orcid.org/0009-0006-5231-3094">Sebastian Kueffner</name>
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            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
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               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
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                     <country>Österreich</country>
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                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
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                  <institution>Harvard University</institution>
                  <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                  <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                  <idno>bMS 649/180(7)</idno>
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                  <p>Brief, handschriftlich</p>
               </physDesc>
               <additional>
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                           <author>Christian Roy</author>
                           <title>Interpretations of History Out of Revolution and Exile, The Correspondence Between Eugen Rosenstock-Huessy and Paul Tillich (1935-1944)</title>
                           <imprint>
                              <pubPlace ref="tillich_place_id__37">Berlin</pubPlace>
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                           </imprint>
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                        <series>
                           <title>Paul Tillich im Exil</title>
                           <biblScope>12</biblScope>
                        </series>
                     </biblStruct>
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            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
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         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
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               <persName ref="#tillich_person_id__1647">Eugen Rosenstock–Huessy</persName>
               <date when="1935-11-04">04.11.1935</date>
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         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1647">Korrespondenz mit Eugen Rosenstock–Huessy</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1647" target="L10209.xml">Brief von Eugen Rosenstock–Huessy an Paul Tillich vom 14. Juni 1935</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10222.xml">Brief von Alfred Fritz an Paul Tillich vom 12. August 1935</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10240.xml">Brief von Paul Tillich an Lily Pincus vom 29. November 1935</ref></correspContext></correspDesc>
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            <language ident="deu">Deutsch</language>
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      <creation><date type="sort" when="1935-11-04"/></creation></profileDesc>
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         <change who="SK" when="2025-08-07">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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            <opener><dateline>10 Francis Ave<lb/>
               <rs ref="#tillich_place_id__82" type="place">Cambridge Mass</rs> <date when="1935-11-04">4.11.35.</date>
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               <salute>Lieber <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Freund</rs>,</salute>
            </opener>
            
            <p>Ihr reizender Brief <q>reizt</q> zu sofortigem Dank. Ich habe nur angenommen: Sie wollten eben nicht, und war betrübt. Aber übel nehmen tue ich Ihnen gewiss nichts. Diesen Luxus können wir uns geistlich nicht mehr erlauben, nachdem unser Vaterland aus Übelnehmen zu Grunde gegangen ist. Ihr Brief hat mir einfach wieder Freude gemacht. Ich soll Ihnen <add place="superlinear">von</add> dem grossen Glück, das ich jetzt bei unserer <q>Selbstdarstellung</q> in Harvard empfinde, am besten mittels der Zeilen an Ihren Freund <rs ref="#tillich_person_id__1723" type="person">Schmidt</rs>, die die gütig weitersuchen wollen.</p>
            
            <p>Wenn Sie über Ihr Manuskript etwas zu wissen verlangen: ich beginne mit Winzigkeiten: Z.B  Berufungsverhandlungen und 1.5. Tabu sind glaub ich beides keine Vokabeln die man <q>im Freien</q> denkt. Die<pb n="2"/> Wichtigtuerei des deutschen Professorenmileus, das von Berufungsverhandlungen lebte, sollte auch nicht gestreift werden. Gerade weil ich <hi rend="u">weiss</hi>, dass für Sie <rs ref="#tillich_place_id__37" type="place">Berlin</rs> <rs ref="#tillich_place_id__279" type="place">Marburg</rs> <rs ref="#tillich_place_id__143" type="place">Frankfurt</rs> <hi rend="u">Lebens</hi>fragen waren und nicht solche der Karriere, wünsche ich mir an der Stelle ein <hi rend="u">tieferes</hi> Wort.— Tabu sagt das Gegenteil von dem was Sie sagen wollen. Tabus sind Verbote, <q>unantastbar</q> ist doch ein schönes deutsches Wort. Doch das ganz, ganz nebenbei, nur weil Sie fragen. Für das Ganze bin ich kein Kritiker. Ich bin <hi rend="u">Leser</hi>. Ich habe vieles von Ihnen und über Sie gelernt. Aber Sie sind mir durch das Lesen um keinen Zoll näher gekommen und um keinen Zoll ferner gerückt.<!--Das gibts einen Kommentar von Roy dazu--> Das ist tief in Ihrer so grossartig unhistorischen Natur begründet. Das Kritische als Sündenfall ist Ihnen ja doch – trotz aller Ihrer geistigen Entdeckungen in diesem Gebiet — — Substantiell unzugänglich. Sie haben die konstitutive historische Unschuld jedes <q>reinen</q> Philosophen. Deshalb müssen Sie <hi rend="u">fremde</hi> Schuldsituationen edelmütig auf sich, durch einen ethischen Anschlussakt mit beziehen. Wie Sie<pb n="3"/> wissen, bin ich Ihr wahrster Antipode in dieser Richtung. Meine Theonomy ist Theonomy of the lost generation weil ich da <hi rend="u">mein</hi> <hi rend="u">eignes</hi>, ganz persönlich historisches Schulderlebnis objektivieren kann. Der Denker muss, da er nie kapitalist gewesen zu sein braucht, auch nicht Marxist <del rend="s">zu</del> werden. Die Sünde des Glaubens, über Gott, hängt mit dem ersten Gebot zu–sammen, und <add place="superlinear">die</add>/des <add place="superlinear">Denkens</add> über die Welt mit dem 4., 5. 6. und 7. Und ich leide unter der Schuld des <hi rend="u">Denkers</hi>.</p>
               
            <p>So geht es bei mir ja, in genau identischem Problem und Lebens Kreis, in allem ungewollt zu: weg von <rs ref="#tillich_place_id__37" type="place">Berlin</rs> ist des Grossstädters beherschendes Problem, seelisch und geistig. So habe ich Ihnen gegnüber die Kraft, die mir sonst versagt ist, die der reinen Kontemplation, denn nirgends ist ein <hi rend="u">Wort</hi> eine <hi rend="u">Tendenz</hi>, die sich berühren könnten. Das ist um so merkwürdiger als ja auch keine <q>Gegen = sätze</q> denkbar sind, <del rend="s">und als</del> <add place="superlinear">trotzdem</add> wir überall über das selbe sprechen. <del rend="s">Habe aber</del> Die Qualität dieser gegenseitigen Unberührbarkeit, Unbe<pb n="4"/>zogenheit ist in diesem Augenblick noch nicht formulierbar. Meine Vorlesung hier würde Ihnen wahrscheinlich den Schlüssel dazu liefern. Andererseits ist ja nicht gleichgültig, was wir beide in diesem <rs ref="#tillich_place_id__684" type="place">Amerika</rs> tun und treiben. Sondern es besteht ein vernünftiger und einsehbarer Zusammenhang. <add place="superlinear">Zwischen unserer beider Anwesenheit</add> Ich möchte eines heute sagen: Die Wahrheit ist nie mehr in <hi rend="u">einem</hi> System darstellbar. Cooperation ist ein Anliegen des Geistes geworden. Gerade der Geist war im abgelaufenen Weltalter Privatbesitz und seine Spezialisierung ist viel wichtiger als die des Kapitals, (das den Copyright-fluch der Wissenschaften und Kuenste uns <hi rend="u">spiegelt</hi>). Aber das tiefste Geheimnis des Korperation wird nicht dort enthuellt, wo man sich versteht und als zusammen gehörig weiss, nicht dort wo man bereits zusammen <hi rend="u">ist</hi>, <hi rend="u">bevor</hi> man zusammen arbeitet. Sie wird auch nicht durch Abschaffung des geistigen Eigentums überhaupt bewillt, (obschon man daran denken könnte). Sondern die zentrale Abkehr <pb n="5"/> von den Methoden des deutschen Idealismus (<rs ref="#tillich_place_id__1705" type="place">Schelling</rs> wider <rs ref="#tillich_place_id__839" type="place">Hegel</rs>, <rs ref="#tillich_place_id__839" type="place">Hegel</rs> wider <rs ref="#tillich_place_id__1716" type="place">Schlegel</rs>, <rs ref="#tillich_place_id__586" type="place">Feuerbach</rs> <add place="superlinear">wider</add> <rs ref="#tillich_place_id__839" type="place">Hegel</rs>, usw.) bestände darin, um das Aufhören des <q>Systems</q> so sehr prakisch zu wissen, dass man die heterogene Art als notwendig hinstellte. In Ihrer Darstellung der Grenze zwischen Heteronomie und Autonomie fehlt mir die — Ihnen von Natur sehr selbstverständliche — Anerkennung des Geheimnisses, dass Gott stets deshalb heteronom <hi rend="uu">und</hi> autonom beides bleiben muss, weil wir unseren Nächsten lieben <add place="superlinear">sollen</add> wie uns selbst. Des Bruders Gotterserlebnis, obzwar mir <add place="superlinear">stets</add> <hi rend="u">heteronom</hi>, ist <hi rend="u">doch</hi> ein Stück meines autonomen Gotteserlebnisses. Das ist doch die ganze Geschichte <del rend="ow">dem</del> vom <hi rend="u">Wachsen</hi> des Reiches. Sie sind ja sicherlich ein so guter Lutheraner, dass Sie kein Schicksal <hi rend="u">in</hi> der Welt haben können.<q>Gott und die Seele.</q> <note type="ea">Rosenstocks Kommentar bezieht sich auf Tillich's Eindruck der Mosaike in Ravenna, welcher seinem Autobiographischen Entwurf: <q><rs ref="#tillich__ #AN8UJ3SQ" type="work">On the Boundary</rs></q> zu entnehmen ist, wie Christian Roy in seiner detailierten Tillich und Rosenstock Korrespondenz: <q>Interpretations of History Out of Revolution and Exile</q> bemerkt.</note> bleibt Ihr Motto. Aber die Gottessöhne des ersten Jahrtausends sind ja eine Heeresfolge<pb n="6"/> die Ihnen teuer geworden ist in <rs ref="#tillich_place_id__825" type="place">Ravenna</rs>. <unclear>Nun</unclear> wohl, <unclear>so</unclear> aber sind die Heiligen als eine Armee von freien Einzelnen, von Erloesten <hi rend="u">Brüdern</hi>, die ihren Triumph <hi rend="u">jeder</hi> allein erangen und dennoch nur alle zusammen Siegten. Das leibliche Martyrium ist heut durch eine seelische Zeugenschaft ersetzt. Die Anfechtungen sind die Gleichen. Der Sinn des Martyriums der Gleiche, die Gemeinschaft in der Erfüllung der Aufgabe ist die Gleiche. Wie die Märtyrer jeder hier sich beeilen mussten, wegen des <foreign xml:lang="gr"><hi rend="u">καιρός</hi></foreign>, und jeder so seinen Geburtstag für den Himmel gesondert finden musste, so wäre es illusionistisch, in unseren <q>Anhängern</q>, unseren <q>Lesern</q>, unseren <q>Bewunderern</q>, unsere <hi rend="u">eigentlichen</hi> Brüder zu sehen. Das Geheimnis liegt tiefer: Meine Anhänger und Ihre Anhänger sind sich Brüder, wie sie <q>anhängen</q>!</p>
            
            <p>Die Menscheit stösst aus–einer Ordnung der <hi rend="u">Länder</hi> der <hi rend="u">Welt</hi> (<q>Christliche Welt</q>!) zu einer Ordnung der <hi rend="u">Stämme des</hi> <hi rend="u">Menschengeschlechts</hi> vor. Die Signatur des 3ten Jahrtausends werden nicht geographische sondern ethnographische Ordnungen werden.<pb n="7"/> Diese Völkerschaften des Menschengeschlechts können nur dann zu <q>Stämmen des Geistes</q> veredelt werden, wenn im Raum des Geistes die Geheimnisse <hi rend="u">verschiedener</hi> Geistesart vorgelebt und zusammengelebt werden können. Sie und ich gehören sicherlich zwei Stämmen des Geistes an, sind vielleich sogar in der Gründerahnentafel. Dies Ahnherren Gefühl oder dies Ahnherrenproblem streifen Sie nicht einmal. Sie sehen Ihre Einflüsse und Reize überwiegend im <hi rend="u">Raum</hi>, Kameraden, Mitstrebende unserer. Ich sehe alles in der Zeit, als Glied der <hi rend="uu">Geistigen</hi> Generationen. <rs ref="#tillich_person_id__1394" type="person">Nietzsche</rs> war für den Knaben und Jüngling die <q>Legende</q> des Vorgängers. <del rend="s">Die</del> <add place="superlinear">Unsere</add>/ in diesem Schnittblumen = lande Amerika scheint mir keine Exitenz es sei denn in dieser ancestralen Problematik. Vor uns hatten wir <q>Epigonen</q>. Was anderes können wir also bereden als Vor=fahren? Die Amerikaner haben ihre Revolution stets mit der Noahschen<pb n="8"/> Bundesgründung und Völkertafel zusammengebracht. Das war und ist die religiöse Unterbauerung der Union gesehen.</p>
            
            <p>Mir scheint, dass wir im Reich des Geistes diese <add place="superlinear">selbe</add> Wirklichkeit repräsentieren, und darin sie repräsentieren, auch willens sein sollten es zu tun. (Denn der wahre Wille besteht ja nicht darin, <hi rend="u">etwas</hi> zu wollen, sondern das zu wollen, was schon da ist.) Unser Dasein hier hätte erst dann Tiefgang, wenn die Heteronomie zwischen uns und die Autonomie verschlungen wären in dem Sieg der Theonomie.</p>
            
            <closer>
               <salute>Ihr</salute>
               <signed><rs ref="#tillich_person_id__1647" type="person">Eugen Rosenstock</rs></signed>
            </closer>
            
            <postscript>
               <p>Vielleicht können Sie <rs ref="#tillich_person_id__1723" type="person">Schmidts</rs> genaue Adresse anfügen.</p>
               <p>Ich lege eine Niederschrift bei, die ich <hi rend="u">zurückerbitte</hi>. Deshalb liegt ein Umschlag an mich mit im Briefe. Besser Misstrauen!</p>
            </postscript>
            
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               </listPlace><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__1647">
                  <persName>Rosenstock- Huessy, Eugen</persName>
                  <occupation>Rechtshistoriker und Soziologe</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/160472423</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1723">
                  <persName>Schmidt, Karl Ludwig</persName>
                  <occupation>Evangelischer Theologe</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118608851</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Karl Ludwig Schmidt (5. Februar 1891 – 10. Januar 1956) war ein deutscher evangelischer Theologe und Neutestamentler. Nach Studium und Promotion lehrte er ab 1918 in Berlin, später in Gießen, Jena und Bonn. Unter Tillichs Einfluss näherte er sich dem religiösen Sozialismus an. 1933 wurde er entlassen und emigrierte in die Schweiz, wo er ab 1935 an der Universität Basel wirkte. Wissenschaftlich begründete er die formgeschichtliche Methode zur Auslegung neutestamentlicher Texte. Ein Schlaganfall führte 1953 zu seiner Emeritierung.</p>
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               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1394">
                  <persName>Nietzsche, Friedrich</persName>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118587943</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Friedrich Nietzsche (15. Oktober 1844 – 25. August 1900) war ein deutscher Philosoph und Autor. Nach altphilologischem Studium wirkte er ab 1869 als Professor in Basel. Sein Frühwerk zur Tragödie führte zum Bruch mit dem Komponisten Wagner und zum Austritt aus dem akademischen Lehramt. Als unabhängiger Schriftsteller – geprägt von chronischen Leiden – verfasste er mehrere Hauptwerke, in denen er metaphysische und christliche Traditionen attackierte und Konzepte wie Machtwirksamkeit, zyklische Zeit und eine posthumane Existenzform entwickelte. 1889 erlitt er einen psychischen Kollaps und verbrachte seine letzten Jahre in Weimar.</p>
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