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            <title>Brief von Eugen Rosenstock–Huessy an Paul Tillich vom 3. Juni 1935</title>
            <author ref="#tillich_person_id__1647">Eugen Rosenstock–Huessy</author>
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               <name key="https://orcid.org/0009-0006-5231-3094">Sebastian Kueffner</name>
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            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
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         <publicationStmt>
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               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
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                     <country>Österreich</country>
                  </placeName>
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            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
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                  <institution>Harvard University</institution>
                  <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                  <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                  <idno>bMS 649/180(7)</idno>
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                  <p>Brief, handschriftlich</p>
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            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
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         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
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               <persName ref="#tillich_person_id__1647">Eugen Rosenstock–Huessy</persName>
               <date when="1935-06-03">03.06.1935</date>
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         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1647">Korrespondenz mit Eugen Rosenstock–Huessy</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1647" target="L10199.xml">Brief von Eugen Rosenstock–Huessy an Paul Tillich vom 5. Februar 1935</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1647" target="L10209.xml">Brief von Eugen Rosenstock–Huessy an Paul Tillich vom 14. Juni 1935</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10201.xml">Postkarte von Paul Tillich an Hannah Tillich vom 27. Mai 1935 [PS]</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10204.xml">Brief von Paul Tillich an Elisabeth Seeberger vom 5. Juni 1935</ref></correspContext></correspDesc>
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            <language ident="deu">Deutsch</language>
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         <change who="SK" when="2025-08-07">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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            <opener><dateline>(Daueradresse <rs ref="#tillich_place_id__542" type="place">Aarau</rs>
               Landhausstr. 47 <rs ref="#tillich_place_id__397" type="place">Schweiz</rs>)
               3. zt.<rs ref="#tillich_place_id__480" type="place">Zürich</rs>, <date when="1935-06-03">3.6.35.</date></dateline>
               <salute>Lieber <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Tillich</rs>,</salute>
            </opener>
            
            <p>Da bin ich nun in <rs ref="#tillich_place_id__480" type="place">Zürich</rs> aber noch ohne Nachricht von dem Ergehen Ihrer <rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Frau</rs>. Wir wünschen so sehr dass alles möge gut gegangen sein. <rs ref="#tillich_person_id__3429" type="person">Meine Frau</rs> sprach <rs ref="#tillich_person_id__1696" type="person">Schafft</rs> in <rs ref="#tillich_place_id__236" type="place">Cassel</rs>. Er war sehr interessiert zu erfahren ob Sie kämen oder nicht. Ich ging mit <rs ref="#tillich_person_id__3429" type="person">meiner Frau</rs> die Orte durch. Wenn Sie kommen, sind Sie Ihren Freunden natürlich im St. Gallischen, <rs ref="#tillich_place_id__994" type="place">Toggenburg</rs> und Südufer des Untersees am erreichbarsten. Der <q>Adler</q> in <rs ref="#tillich_place_id__995" type="place">Grueningen</rs> ist reizend<note type="ea">Hier handelt es sich um ein Gasthaus mit dem Namen <q>Adler</q>.</note>. Aber natürlich <hi rend="u">heiss</hi> im Hochsommer. Ich werde irgendwo dort zwischen 10. Und 20. angereist vor der Ausreise meiner <rs ref="#tillich_person_id__3329" type="person">Mutter</rs> zu treffen suchen, falls sie reisefähig ist–was noch nicht feststeht. Hier war das erste ein Nierensteinanfall. Ich gehe daher statt nach <rs ref="#tillich_place_id__996" type="place">Tarasp</rs> in ein steintreibendes Bad, wahrscheinlich <rs ref="#tillich_place_id__997" type="place">Fiuggi</rs>. Dass ich nächstes Jahr<pb n="2"/> in Harvard <hi rend="u">und</hi> Dartmouth zu dozieren habe, werden Sie inzwischen in der New York Times gelesen haben. Die Botschaft kam fast gleichzeitig aus Dartmouth und aus der New York Times. Die Presse in <rs ref="#tillich_place_id__684" type="place">Amerika</rs> ist eben fast so gut wie hier die Erdbeeren und die Blumen.</p>
               
            <p>Inzwischen hat man Ihnen aus <rs ref="#tillich_place_id__82" type="place">Cambridge</rs> hoffentlich mein Exemplar der Ausgabe von <rs ref="#tillich_person_id__1648" type="person">Franz Rosenzweigs</rs> Briefen übersandt<note type="ea">Diese Briefe liegen nicht vor</note>. Ich möchte dies – an <rs ref="#tillich_person_id__3791" type="person">Frau R.</rs> mir gegebene – Ex–. Ihnen schenken, denn <rs ref="#tillich_person_id__3429" type="person">meine Frau</rs> hat das Buch<!--Welches Buch könnt das sein?--> noch einmal. Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, wie wichtig dieser Band ist. So wie man sonst–selten genug – den <q>Dichter</q>, den Grossen Arzt, den Musiker, kurz den der etwas tun muss, aus einem Briefband kommen beruf, so hier den grossen Lehrer der Theologie unter den Juden. Durch <rs ref="#tillich_person_id__3791" type="person">R"s</rs> Bemer<pb n="3"/>kungen über unseren Briefwechsel wird dieser Ihnen vermutlich klarer als alles andere unser Dreieck Heidentum Judentum Christentum erhellen. Es geht weder das Judentum als Heidentum, noch das Christentum als Judentum zu frisieren, obschon es versucht worden ist, letzteres von Ihnen, und vielleicht sogar versucht worden muss. Es ist aber an den Briefen ja wichtiger, dass die Schlacht gegen den Rationalismus geschlagen wird, und dass <hi rend="u">dies</hi> zuerst von jüdischer Seite geschehen musste, ist klar. Denn die Juden sind relativ stärker auf den Rationalismus hineingefallen als die Heiden und als die Christen im letzten Jahrhundert. Wegen dieser Schlacht ist <rs ref="#tillich_person_id__1648" type="person">Rosenzweig</rs> der <rs ref="#tillich_person_id__1241" type="person">Maimonides</rs> unserer christlichen neuen Scholastik.</p>
               
            <p>Ich bin durch den Stein noch<pb n="4"/> etwas in Mitleidenschaft gezogen, daher ein schlechter Schreiber.</p>
               
               <p>Lassen Sie uns auch hören, wie Sie sich für den Sommer entscheiden. Mein Grundstück hier ist der absoluter Ruhe, endloser Zeit und Noch – lange – nichts – Geschehens. Sie versäumen – (ausser im Kreise Ihrer Freunde) – in diesem Europa nichts. Das braucht noch Jahre, ehe es zu einer geistigen oder seelischen Tat sich aufrafft. Die Zerlaufenheit und Zerlassenheit sind viel wirklicher – auch in <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> vermutlicher – als die Zielstrebige Kraftmeierei. Wie könnte es auch anders sein, als dass eine auf eine Erschöpfung auf gefälschte Hirschaktivität die Leere grausig vergrüssen muss?
            </p>
            <closer>
               <salute>Herzlich<lb/>
               Ihr</salute>
               <signed><rs ref="#tillich_person_id__1647" type="person">Eugen H Rosenstock</rs></signed>
            </closer>
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                  <persName>Tillich, Hannah</persName>
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                  <note type="bio">
                     <p>Hannah Tillich (17. Mai 1896 – 27. Oktober 1988) war eine deutsche und später US-amerikanische Zeichenlehrerin, Malerin, Schriftstellerin und Modell. Aufgewachsen im Pfarrhaus ihrer Eltern in Rotenburg an der Fulda, absolvierte sie von 1912 bis 1916 eine Ausbildung an der Königlichen Kunstschule zu Berlin und arbeitete ab 1919 als Zeichenlehrerin in Berlin-Neukölln. 1920 heiratete sie den Maler Albert Gottschow, von dem sie sich nach kurzer Ehe und einem persönlichen Schicksalsschlag wieder trennte. 1924 ging sie die Ehe mit Paul Tillich ein, mit dem sie in Marburg, Dresden und Frankfurt lebte und 1933 in die USA emigrierte. Nach der Geburt zweier Kinder nahm sie Mitte der 1930er Jahre ihre künstlerische und schriftstellerische Tätigkeit wieder auf. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie mit ihrer autobiographischen Schrift From Time to Time (1973), in der sie offen über ihr Leben und ihre Ehe berichtete; eine deutsche Ausgabe erschien erst 1993.</p>
                  </note>
               </person>
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                  <persName>Schafft, Hermann</persName>
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                  <occupation>Pädagoge, Direktor und Theologe</occupation>
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                  <note type="bio">
                     <p>Hermann Schafft (2. Dezember 1883 – 2. Juni 1959) war ein deutscher evangelischer Theologe, Professor und Regierungsdirektor in Kassel. Nach dem Studium in Halle, Berlin und Tübingen wirkte er als Pfarrer, Militärseelsorger und später in leitenden kirchlichen und pädagogischen Funktionen. Als religiöser Sozialist engagierte er sich in der Neuwerk-Bewegung und war Herausgeber der Zeitschrift Neuwerk. 1933 wurde er aus politischen Gründen beurlaubt und frühzeitig in den Ruhestand versetzt. Nach 1945 übernahm er auf Vorschlag seines engen Freundes Paul Tillich das Amt eines Regierungsdirektors in Kassel und war für das Schulwesen in Nordhessen zuständig.</p>
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                  <persName>Rosenstock–Huessy, Margrit</persName>
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                  <persName>Rosenzweig, Franz</persName>
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                  <persName>Maimonides</persName>
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                  <persName>Rosenstock- Huessy, Eugen</persName>
                  <occupation>Rechtshistoriker und Soziologe</occupation>
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                  <persName>Rosenstock, Paula</persName>
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                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
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               </person>
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                  <persName>Frau R.</persName>
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</TEI>