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         <titleStmt>
            <title>Brief von Eugen Rosenstock an Paul Tillich vom 7. Februar 1935</title>
            <author ref="#tillich_person_id__1647">Eugen Rosenstock</author>
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               <name key="https://orcid.org/0009-0006-5231-3094">Sebastian Kueffner</name>
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            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
         </editionStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>
               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
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                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
                  </placeName>
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            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
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                  <country>USA</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                  <institution>Harvard University</institution>
                  <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                  <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                  <idno>bMS 649/180(7)</idno>
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               <physDesc>
                  <p>Brief, maschinenschriftlich mit handschriftlichen Beifügungen</p>
               </physDesc>
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            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
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         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
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               <persName ref="#tillich_person_id__1647">Eugen Rosenstock</persName>
               <date when="1935-02-07">07.02.1935</date>
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               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
               
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         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1647">Korrespondenz mit Eugen Rosenstock</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1647" target="L10164.xml">Brief von Eugen Rosenstock–Huessy an Paul Tillich vom 5. Februar 1935</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1647" target="L10199.xml">Brief von Eugen Rosenstock–Huessy an Paul Tillich vom 5. Februar 1935</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10164.xml">Brief von Eugen Rosenstock–Huessy an Paul Tillich vom 5. Februar 1935</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10166.xml">Brief von Paul Tillich an Hannah Tillichvom 16. Februar 1935</ref></correspContext></correspDesc>
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            <language ident="deu">Deutsch</language>
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      <creation><date type="sort" when="1935-02-07"/></creation></profileDesc>
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         <change who="SK" when="2025-04-14">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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   <text type="letter">
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            <opener><add place="top" rend="hand"><hi rend="u"><del rend="s">2.Juli 35</del></hi>?</add><note type="ea">Diese Beifügung könnte auch von dem Archiv gemacht worden sein.</note><dateline><rs ref="#tillich_place_id__82" type="place">Cambridge</rs>, 7. 2. 35.</dateline>
               <salute>Lieber Herr <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Tillich</rs>,</salute>
            </opener>
            <p>Beim Wiederlesen finde ich eine Anzahl von Punkten, die zu weiterer Ausführung einladen. Sowohl die methodologischen Fragen drängen zur Klärung. Nämlich: Muss das Denken erlöst werden, bevor die Welt erlöst werden kann, oder kann die Welt erlöst werden, trotzdem <q>unkairisches</q> (schreckliches Wort, aber es ist kurz) Denken, nämlich Philosophie noch existiert und sogar und gerade von den Christen (<rs ref="#tillich_person_id__137" type="person">Barth</rs> !!!) nicht perhorresziert wird. Unkairisches Denken ist = Philosophie! Das Wesen der Philosophie von <rs ref="#tillich_person_id__1900" type="person">Thales</rs> bis <rs ref="#tillich_person_id__1513" type="person">Plotin</rs> und von <rs ref="#tillich_person_id__452" type="person">Descartes</rs> bis <rs ref="#tillich_person_id__839" type="person">Hegel</rs> - oder <rs ref="#tillich_person_id__841" type="person">Heidegger</rs> und <rs ref="#tillich_person_id__1703" type="person">Scheler</rs> ist ihre akairosis. Deshalb war es nicht nur ein Bonmot<note type="ea">zur Situation passende witzige, geistreiche Äußerung</note>, dass ich Ihre Theologie für Sie als jetzt konstitutiver denn vorher empfinde. Von <date notBefore="1918" notAfter="1938">1918 bis 1938</date> schien es denkbar, dass <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> kairotisch zu denken lernen werde, ich meine als Volk. Mit <date when="1933">1933</date> ist das (–<hi rend="u"> zunächst </hi>!) wieder verbaut. <rs ref="#tillich_person_id__841" type="person">Heidegger</rs> hat gesiegt, indem er noch einmal das Thalessche und Parmenidessche Sein<!-- sollte ich da was zitieren? --> über den Kairos hat triumphieren machen, aber er hat es immerhin nur mit einem Betrug– dass er scheinbar doch auch <hi rend="u">von</hi> der Zeit spricht tun können. Immerhin, <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> hat das Joch seiner Endzeitexistenz noch einmal abgeschüttelt, und denkt nochmals neuzeitlich– räumlich. Damit fällt jener Rahmen fort, der Ihnen gestattete, sich als Philosoph missverstanden sehn zu lassen. Jetzt müssen Sie mittels des Titels Theologia jene Berichtigung anbringen, die in einem kairotisch werdenden. Volksleben weniger wichtig schien als der Verzicht auf das Unrecht des Theologieprivilegs. Es gibt eben beides: ein falsches Privileg der Theologen und ein falsches der Philosophen, und nach <date when="1918">1918</date> schien es wesentlicher auf das des Theologen zu verzichten, und das des Philosophen zu ertragen. Aber können Sie das jetzt noch?<pb n="2"/></p>
               
            <p>Weil Ihr natürlicher Denkstil griechisch ist, müssen Sie sich nunmehr wieder von Ihrer Natur vermutlich distanzieren und das <add rend="hand">"</add>Wir<add rend="hand">"</add>, das uns allen des Volk im Interregnum<!-- <note type="ea"></note>Beschreibt den Zeitraum ohne Regierung oder jenen mit einer vorläufigen Regierung.--> <add place="superlinear" rend="hand">des Unglücks</add> zur Verfügung stellte, durch Das Wir der Theologie ablösen. Ich hingegen war <date when="1918">1918</date> verzweifelt und habe nie ganz an die Bekehrung des Volks als Volk <add place="superlinear">vielmehr an einen unvermeidlichen</add> offenen Ausbruch des Wahnsinns <del rend="s">glauben wollen.</del> geglaubt– den ich allerdings für ebenso unvermeidlich wie temporär halte. Das Paradox ist eben die Unvermeidlichkeit des Irrwegs. Deshalb habe ich es nie ganz <del rend="s">fertig gebracht</del><add place="superlinear">unterlassen können,</add> durch Theologie Missverständnisse zwischen Gottes Volk und deutschem Volk hintanzuhalten. Ich aber werde nunmehr ganz in die Philosophie geworfen, um in ihr selber jene Umdenkung anzubahnen, durch die das scheinbar zeitlose Denken <hi rend="u">über</hi> die Welt zu einem Unterfall des kairotischen Denkens wird. Philosophie kann zeitlos anmuten, weil und insofern auch 2 + 2 = 4 als zeitlos erscheint. In Wahrheit ist <add place="superlinear" rend="hand">in 2 x 2 = 4</add> die Zeit nur langsamer, und daher vernachlässigbar, aber ein sterblicher Satz ist es doch, und eben diese Fragen behandle ich gerade in der <q>Human trinity</q>, meinem Anti<rs ref="#tillich_person_id__396" type="person">comte</rs> und Anti<rs ref="#tillich_person_id__1275" type="person">marx</rs>. Aber wenn ich das richtig spüre, so liegt also doch zwischen uns eine gewisse Abtauschung vor. Ich will Sie damit nicht in irgend ein Schema pressen, mir liegt es auch fern, Ihnen von mir aus irgend etwas aufzudrängen. Sondern es scheint mir einfach so zu geschehen, ob wir wollen oder nicht, da das was wir mit uns angefangen haben, uns nun nach dem Wort des <rs ref="#tillich_person_id__985" type="person">Johannes</rs> ev. zwingt, dorthin zu gehen, wo wir<hi rend="u"> nicht </hi>wollen.</p>
                            
            <p>Damit bin ich endlich bei dem <q>als auch</q> des <q>sowohl</q>, mit dem dieser Brief begann. In den sozialen Fragen habe ich wenig zu sagen. Die deutschen Arbeiter haben von <date notBefore="1914" notAfter="1923">1914 bis 1923</date> den Mittelstand – die Arbeiter im Bunde mit den Unternehmern natürlich !– ausgebeutet und die Kapitalisten exploitiert. Dafür sind sie nun kampfunfähig.<pb n="4"/></p>
               
            <p>Da <rs ref="#tillich_person_id__1275" type="person">Marx</rs> vom Menschen nicht viel wusste und noch weniger von der Offenbarung, so hat er zwei geschichtliche Phasen in eins gezogen, die Diktatur stufe des sterbenden Einzelstaates und die Ansätze zu einer Weltökonomie, jener <foreign xml:lang="lat">Una Sancta</foreign><note type="ea"><q>Una sancta</q> bedeutet der deutschen Übersetzung nach <q>die eine heilige (Kirche)</q>. <!-- Siehe dazu auch <rs ref="#tillich_person_id__?" type="person">Max Josef Metzger</rs> und die überkonfessionelle “Una sancta” Bewegung.--></note>, die eben kein Hauptwort Ecclesia mehr in ihrem Namen hat, sondern anonym bleiben muss, um zur Welt kommen zu können. Die neuen Stämme sind Hinweise – dialektische Hinweise auf diese <foreign xml:lang="lat">Una Sancta</foreign>. Staaten sind für die <foreign xml:lang="lat">Una sancta</foreign> dereinst untragbar. Die Oekumenische Oekonomie hat als Gegenspieler die Zahllosigkeit der Stämme. Die Stämme sind die zulässige Form des Polytheismus der <hi rend="u">Endzeit</hi>. Bolschewismus ist Vorsprung, Vor– sprung aus dem Staat heraus, wie Hussitismus<note type="ea">Hierbei handelt es sich um diverse Reformatorische und Revolutionäre Bewegungen die nach dem Tod des reformatorischen Denkers <rs ref="#tillich_person_id__945" type="person">Jan Hus</rs> auf sprangen.</note><!--Kennt das schon jeder der das liest?--> Vor– springen aus der Kirche im <date notBefore="1401-01-01" notAfter="1500-12-31">15. Jahrhundert</date> war. <rs ref="#tillich_person_id__1228" type="person">Luther</rs> war kein Huss! Da sieht man gut, wie wenig es auf die Worte, Lehren, Theoreme ankommt. Hussitisches Lehrgut macht <rs ref="#tillich_person_id__1228" type="person">Luther</rs> noch nicht zum Hussiten. <rs ref="#tillich_person_id__1228" type="person">Luther</rs> gelang es, den Absturz des Staats in reinen Machiavellismus, der schon drohend da war! aufzufangen und abzuwehren. <rs ref="#tillich_person_id__1228" type="person">Luthers</rs> Tat ist die des Auffängers einer bereits <add rend="hand">"</add><foreign xml:lang="lat">vis consilii expers</foreign><add rend="hand">"</add> gewordenen staatlichen <q>Eigengesetzlichkeit</q>. <rs ref="#tillich_person_id__1228" type="person">Luther</rs> kam, nachdem ein <hi rend="g">Papst</hi> selber den Satz geschrieben: <foreign xml:lang="lat">Nobis persuasum est, ermis regna accuiri, non legibus</foreign> ! (<rs ref="#tillich_person_id__1505" type="person">Pius II.</rs>) Da kam <rs ref="#tillich_person_id__1228" type="person">Luther</rs> im Kairos des letzten Augenblicks, und gehört deshalb in die Staatslehre als der, der dreihundert Jahre lang sowohl <rs ref="#tillich_person_id__1234" type="person">Machiavelli</rs> wie <rs ref="#tillich_person_id__240" type="person">Bodin</rs> nicht zu absoluter Herrschaft hat kommen lassen.</p>
                  
            <p>Wir nun sind <add place="superlinear" rend="hand">wieder</add> in <rs ref="#tillich_person_id__417" type="person">Nikolaus von Cusas</rs> Zeiten, <add place="superlinear" rend="hand">freilich gegen den Staat statt gegen den Papst</add> <hi rend="u">gegen</hi> den Staat und doch auf den liberalen Staat <add place="superlinear" rend="hand">(<rs ref="#tillich_place_id__684" type="place">Amerika</rs>!)</add> gegenüber dem machiavellistischen Stamm <add place="superlinear" rend="hand">(<rs ref="#tillich_person_id__910" type="person">Hitler</rs>!)</add> angewiesen. <rs ref="#tillich_person_id__910" type="person">Hitler</rs> nimmt den Stamm vorweg in ungereinigter Weise, wie <rs ref="#tillich_person_id__255" type="person">Cesare Borgia</rs> den Staat vorwegnahm, auch ungereinigt, eben <hi rend="g">vor</hi> <rs ref="#tillich_person_id__1228" type="person">Luther</rs>. <rs ref="#tillich__DZARI28G" type="work">Der Principe</rs> ist zwei Jahre <hi rend="uu">vor</hi> den <rs ref="#tillich__BGC9RAMU" type="work">95 Thesen</rs> geschrieben<!-- Luther hat seine 95 Thesen 1517 verfasst und Machiavelli hat den Fürst 1513-1514 geschrieben.-->! An diesem<pb n="14"/> Verhältnis sieht man, was es mit der sogenannten Evolution auf sich hat, die ein Nacheinander allenthalben als ein <hi rend="g">weiter</hi> missversteht. So, à la <rs ref="#tillich_person_id__1234" type="person">Machiavell</rs>, wäre es weiter gegangen– in der <rs ref="#tillich_place_id__801" type="place">Türkei</rs> wurde denn auch <date when="1520">1520</date> das Abmurksen aller Prinzen des Sul<supplied>t</supplied>anshauses als Staatsräson eingeführt– das ist nur die Logik ungetaufter Staatlichkeit– wenn nicht <rs ref="#tillich_person_id__1228" type="person">Luther</rs> gekommen wäre, und mit der Invisibilis einen Ausweg ermöglicht hätte. Auch dann hat es <rs ref="#tillich_person_id__" type="person">Don Carlos</rs> und die Spannung König-Kron-prinz geben müssen (<rs ref="#tillich_person_id__630" type="person">Friedrich II</rs> und <rs ref="#tillich_person_id__1032" type="person">Katte</rs> !). Aber die türkische Praxis blieb <rs ref="#tillich_place_id__736" type="place">Europa</rs> durch den Glauben, der ein Verhältnis zwischen den Generationen von Fürst und Nachfolger ermöglichte, erspart. Die vierjährige Wahl des Präsidenten in <rs ref="#tillich_place_id__684" type="place">Amerika</rs> ist eine letzte Tat des Protestantismus!<add rend="hand"><rs ref="#tillich_person_id__1335" type="person">Mohammed</rs> wird nicht reproduziert. Der Glaube an den <unclear>Geistus<!--Aoists--></unclear> der Wohlakte<!-- Wahlakte --> ist Reproduktions Kräftig!</add></p>
                          
            <p>Für die heraufziehende, unstaatliche Gesellschaftsordnung ist es noch zu früh. Es fehlen die Humanisten, die zu Evangelischen bekehrt werden könnten! (Das <rs ref="#tillich_person_id__536" type="person">Erasmus</rs> – <rs ref="#tillich_person_id__1228" type="person">Luther</rs> Problem ist ja nicht, dass <rs ref="#tillich_person_id__536" type="person">Erasmus</rs> nicht mitmachte, sondern dass die Jugend dem <rs ref="#tillich_person_id__536" type="person">Erasmus</rs> davonlief und zu <rs ref="#tillich_person_id__1228" type="person">Luther</rs> überlief. Damit das geschehen konnte, musste natürlich <rs ref="#tillich_person_id__536" type="person">Erasmus</rs> selber unbewegt stehen bleiben.) Heut fehlen die unstaatlichen Menschen. Wir werden – in <rs ref="#tillich_place_id__736" type="place">Europa</rs>– alle aus Staatskassen bezahlt, und wenn es Pensionen sind! Deswegen sehe ich mit Grauen, wie die deutsche Emigration hier die Brain– Truster in <rs ref="#tillich_place_id__554" type="place">Washington</rs> unterstützt; Das verhindert – durch Staatskapitalismus– noch einmal den ökumenischen, un–staatlichen Durchbruch auf funfzig Jahre mindestens. Denn in <rs ref="#tillich_place_id__684" type="place">Amerika</rs> ist die Politik das Reich des Schwachsinns und der Bestechung, im Business steckt aller Geist, den dieses Land aufzuweisen hat. Aus blosser schlechter Deutscher Beamtenstaatsdenkdmanier wird nun hier alles gefördert, was das Government tut, das doch eben gar nicht Staat ist, statt Reformen nur mit <add place="superlinear" rend="hand">den</add> Business <add place="superlinear" rend="hand">Leuten</add> zu machen. Die Trade Unions sind doch nicht nur eben so steril<pb n="5"/> wie die europäischen, sondern ausserdem auch noch korrupt. Sie haben als also nicht einmal die <foreign xml:lang="fr">Honnêteté</foreign><note type="ea"><q>Honnêteté</q> ist ein französischer Term und lässt sich als <q>Ehrbarkeit</q> übersetzen und war im Frankreich des 17. und 18. Jahrhunderts verbreitet una als Beschreibung für ein persönlichkeits Ideal geistreicher Menschen verwendet.</note> als Basis für Politik, und blosse Ehrlichkeit reicht gewiss nicht aus für ein politisches Wirken. Die New School for Social Research bringt es also vielleicht fertig, auch noch <rs ref="#tillich_place_id__684" type="place">Amerika</rs> mit den Segnungen von Staatskapitalismus und Staatssozialismus bekannt zu machen. Aber heilsgeschichtlich bedeutet das noch eine weitere Versteifung und Verlangsamung der schliesslichen Lösung. Diese Zwischenverlangsamung mag unvermeidlich sein. Ich säe aber meine Gedanken in eine Welt zwei Generationen von hier, und das erklärt Ihnen meine derzeitige <hi rend="g">relative</hi> Unzeitgemässheit. Als <q>Nicht für sofortigen Gebrauch</q> wird eben auch Philosophie sinnvoll. Denn 1. hat sie dadurch einmal später ihren vollen Erdentag, und <add place="superlinear" rend="hand">2.</add> <hi rend="u">inzwischen</hi> kann sie in kleinen Dosen als Schutzimpfung gegen zu viel Aktualität zahllose überhetzte und ungeduldige Seelen darüber trösten, dass es noch immer Grund zu eschatologischer Hoffnung gibt, trotzdem die, die die Eschatologie im Munde führen, sie gerade praktisch zu verhindern sich bemühen.</p>
                
            <p>Also sowohl formal – methodisch wie material– inhaltlich sehe ich uns bedingt durch dieselben Umstände das Gegenteil kraft unserer entgegensetzten Anlage ausbilden, ohne dass ich zu sagen wuesste, wie es anders sein könnte oder sollte. Mir würde es aber viel bedeuten, wenn Sie sagen könnten, dass wir eben beide den selben Dualismus in <q>Erlösung des Denkens <hi rend="g">und</hi> der Welt</q> mit umgekehrten Kräftespiel zu vertreten zu haben scheinen.</p>
            <closer>
               <salute>Nochmals Ihr</salute>
               <signed><rs ref="#tillich_person_id__1647" type="person">E.R.</rs></signed>
            </closer>
         </div>
      </body>
   <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__1228">
                  <persName>Luther, Martin</persName>
                  <birth>
                     <date>1483-11-10</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Eisleben</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1546-02-18</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Eisleben</placeName>
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                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118575449</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Martin Luther (10. November 1483 – 18. Februar 1546) war ein deutscher Reformator und Theologe. Nach seinem Studium in Erfurt trat er 1505 in ein Kloster ein, wurde 1512 promoviert und wirkte als Professor in Wittenberg. 1517 löste er mit seinen Thesen gegen den Ablass den Bruch mit der Papstkirche aus, der 1521 zur Exkommunikation führte. In der Folge entwickelte er seine reformatorische Theologie und übersetzte die Bibel ins Deutsche. Seine Lehre betonte die Gnade Gottes und die Autorität der Schrift und prägte Kirche und Kultur nachhaltig.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__137">
                  <persName>Barth, Karl</persName>
                  <occupation>Theologe</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118506803</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Karl Barth (10. Mai 1886 – 10. Dezember 1968) war ein Schweizer reformierter Theologe und einer der bedeutendsten evangelischen Dogmatiker des 20. Jahrhunderts. Nach dem Studium arbeitete er als Pfarrer, später lehrte er als Professor in Deutschland und Basel. 1935 wies ihn das NS-Regime wegen seiner Gegnerschaft aus. Mit der Auslegung des Römerbriefs begründete er die Dialektische Theologie und wandte sich gegen den liberalen Protestantismus. Hauptwerk blieb die Kirchliche Dogmatik. Mit Paul Tillich verband ihn ein anhaltender theologischer Austausch, in dem beide gegensätzliche Positionen vertraten, etwa zur analogia entis.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__536">
                  <persName>Desiderius, Erasmus</persName>
                  <occupation>Theologe</occupation>
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                  <note type="bio">
                     <p>Erasmus von Rotterdam (1466/69 – 12. Juli 1536) galt als bedeutendster europäischer Humanist seiner Epoche. Mit den Adagia, den Colloquia sowie einer kritischen griechisch-lateinischen Neuausgabe des Neuen Testaments von 1516 trieb er die philologische und theologische Erneuerung voran. Seine Philosophia Christi verknüpfte klassische Gelehrsamkeit mit dem Leitbild einer verinnerlichten, aus Bibel und Kirchenvätern gespeisten Frömmigkeit und wandte sich gegen Scholastik, Korruption und Gewaltbereitschaft in Kirche und Politik. Zwar teilte er manche Reformanliegen, lehnte jedoch eine Spaltung der Kirche ab. Wegen seiner Schrift De libero arbitrio von 1524 geriet er in eine öffentliche Auseinandersetzung mit Luther und wahrte zeitlebens seine Unabhängigkeit von Rom wie von Wittenberg. Sein Werk prägte Humanismus, Reformation und Aufklärung gleichermaßen.</p>
                  </note>
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                  <persName>Descartes, René</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>René Descartes (31. März 1596 – 11. Februar 1650) war ein französischer Mathematiker, Naturforscher und Philosoph, der nach Studien in La Flèche und Poitiers als Privatgelehrter in den Niederlanden den “Discours de la méthode” (1637), die “Meditationes” (1641) und die “Principia philosophiae” (1644) verfasste. Er begründete die Analytische Geometrie, entwickelte eine mechanistische Naturphilosophie auf der Basis der Unterscheidung von ausgedehnter (res extensa) und denkender Substanz (res cogitans) und leitete aus dem berühmten “cogito, ergo sum” eine erkenntnistheoretische Grundlegung der Wissenschaft ab, deren Gewissheit er in der Verlässlichkeit Gottes verankerte. Descartes’ Verbindung von mathematischer Methode, metaphysischer Gewissheit und physikalischer Systematik machte ihn zu einer Schlüsselfigur der neuzeitlichen Wissenschafts- und Ideengeschichte.</p>
                  </note>
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                  <persName>Borgia, Cesare</persName>
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                  <persName>Comte, Auguste</persName>
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                  <persName>Cusanus, Nikolaus</persName>
                  <occupation>Katholischer Theologe,  Bischof und Philosoph</occupation>
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                  <note type="bio">
                     <p>Nikolaus von Kues (1401 Kues – 11. August 1464 Todi) war ein deutscher Humanist, Kardinal und Universalgelehrter, der nach Studien in Heidelberg, Padua und Köln bis in höchste Kirchenämter aufstieg (u. a. Bischof von Brixen, Kurienkardinal und Reformkommissar unter Pius II.). In seinem Hauptwerk „De docta ignorantia“ (1440) verband er Mystik, Mathematik und Kosmologie, lehrte erstmals die Unendlichkeit des Universums und prägte so das Weltbild zwischen Mittelalter und Neuzeit. Als Kirchenpolitiker suchte er in Schriften wie „De concordantia catholica“ und „De pace fidei“ nach Reformen von Reich und Kirche sowie nach interreligiöser Verständigung; sein Leib ruht in San Pietro in Vincoli, sein Herz im von ihm gestifteten St.-Nikolaus-Hospital in Bernkastel-Kues.</p>
                  </note>
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                  <persName>Rosenstock- Huessy, Eugen</persName>
                  <occupation>Rechtshistoriker und Soziologe</occupation>
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                  <persName>Machiavelli, Niccolò di</persName>
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                  <persName>Hus, Jan</persName>
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                  <persName>Mohammed</persName>
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                  <persName>Heidegger, Martin</persName>
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                  <note type="bio">
                     <p>Martin Heidegger (26. September 1889 – 26. Mai 1976) war ein deutscher Philosoph. Er zählt zu den einflussreichsten Denkern des 20. Jahrhunderts und prägte zahlreiche Philosophen wie Jean-Paul Sartre, Hannah Arendt und Hans-Georg Gadamer. In seinem Werk setzte er sich grundlegend mit der abendländischen Philosophie auseinander und entwickelte neue Ansätze zur Analyse von Sein und Existenz.</p>
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               <person xml:id="tillich_person_id__1900">
                  <persName>Thales von Milet</persName>
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                  <persName>Marx, Karl</persName>
                  <occupation>Deutscher Ökonom</occupation>
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                  <note type="bio">
                     <p>Marx, Karl (5.5.1818 Trier – 14.3.1883 London) war ein deutscher Philosoph und Gesellschaftstheoretiker. Er stammte aus einer jüdischen, später evangelisch getauften Familie, studierte in Bonn und Berlin und promovierte 1841 in Jena. Nach journalistischer Tätigkeit in Köln lebte er ab 1843 im Exil, zunächst in Paris, wo er Friedrich Engels begegnete, mit dem er 1848 das Kommunistische Manifest veröffentlichte. Seit 1849 lebte er in London, wo er trotz Krankheit und Armut publizistisch arbeitete und von Engels finanziell unterstützt wurde. Marx entwickelte den historischen Materialismus, analysierte ökonomische Gesellschaftsformationen und prägte die Arbeiterbewegung nachhaltig. Seine Schriften machten ihn zum Haupttheoretiker des Sozialismus und zu einer Schlüsselfigur der Moderne.</p>
                  </note>
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               <person xml:id="tillich_person_id__910">
                  <persName>Hitler, Adolf</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Adolf Hitler (20. April 1889, Braunau am Inn – 30. April 1945, Berlin) war Vorsitzender der NSDAP, seit 1933 Reichskanzler und ab 1934 als „Führer“ diktatorischer Staats- und Regierungschef des Deutschen Reiches. Er entfesselte 1939 mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg, der über 70 Millionen Menschen das Leben kostete, und trug die Hauptverantwortung für den Holocaust an den europäischen Juden. Als oberster Befehlshaber der Wehrmacht führte er eine totalitäre Herrschaft, die Terror, Propaganda und aggressive Expansion vereinte und große Teile Europas verwüstete. Beim Zusammenbruch des „Dritten Reiches“ beging Hitler am 30. April 1945 in Berlin Suizid; eine Grabstätte gibt es nicht.</p>
                  </note>
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                  <persName>Pius II.</persName>
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                  <persName>Scheler, Max</persName>
                  <occupation>Philosoph und Soziologe</occupation>
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                  <note type="bio">
                     <p>Max Scheler (22. August 1874 – 19. Mai 1928) war ein bedeutender Philosoph und Soziologe aus Deutschland und zählt zu den Begründern der philosophischen Anthropologie. Aufbauend auf Husserls Phänomenologie entwickelte er eine materiale Wertethik, in der er Gefühle wie Liebe, Scham oder Reue als Quellen sittlicher Erkenntnis verstand. Als Kölner Professor verknüpfte er Philosophie mit Soziologie und untersuchte das Wechselspiel von Ideen und realen Faktoren in Kultur und Gesellschaft. In seinem Spätwerk begriff er den Menschen als Wesen zwischen Natur und Geist, das an der Entfaltung eines werdenden Gottes teilhat.</p>
                  </note>
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                  <persName>Johannes</persName>
                  <occupation>Evangelist</occupation>
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                  <persName>Friedrich II. der Große</persName>
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                  <persName>Bodin, Jean</persName>
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               <person xml:id="tillich_person_id__839">
                  <persName>Hegel, Georg Wilhelm Friedrich</persName>
                  <birth>
                     <date>1770-08-27</date>
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                  <death>
                     <date>1831-11-14</date>
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                        <placeName key="#tillich_place_id__37">Berlin</placeName>
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                  <note type="bio">
                     <p>Georg Wilhelm Friedrich Hegel (27. August 1770 – 14. November 1831) war ein deutscher idealistischer Philosoph. Nach Theologie- und Philosophiestudium in Tübingen, wo er mit Hölderlin und Schelling zusammentraf, arbeitete er als Privaterzieher in der Schweiz und Frankfurt. 1801 habilitierte er sich in Jena und veröffentlichte dort sein Hauptwerk zur Phänomenologie des Geistes. Danach leitete er ein Gymnasium in Nürnberg, bevor er 1816 an die Universität Heidelberg wechselte und 1818 Fichte an der Berliner Universität nachfolgte. Seine Lehrveranstaltungen zu Logik, Recht, Geschichte und Religion gewannen großen Einfluss. Als Zentfigur des deutschen Idealismus formte sein dialektisches Denksystem die Philosophie des 19. Jahrhunderts nachhaltig. Er starb 1831 während einer Cholerapandemie in Berlin.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
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                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1513">
                  <persName>Plotin</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Plotinos (205–270 n. Chr.), vermutlich in Ägypten geboren und bei Minturnae in Latium gestorben, war ein griechischer Philosoph und Begründer des Neuplatonismus. Seit 254 lebte er in Rom und verfasste 54 Traktate zu ethischen, psychologischen, kosmologischen und metaphysischen Themen. Sein Schüler Porphyrios ordnete diese Schriften in sechs Enneaden und sicherte so ihre Überlieferung. Plotinos’ Philosophie betonte den Aufstieg der Seele zum Einen und prägte das spätere Denken der Antike und des Christentums nachhaltig.</p>
                  </note>
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               <person xml:id="tillich_person_id__1032">
                  <persName>Katte, Hans Hermann von</persName>
                  <occupation>Offizier</occupation>
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                  <placeName>Deutschland</placeName>
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            <title level="m">Der Fürst</title>
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          <monogr>
            <title level="m">95 Thesen</title>
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              <date>1517</date>
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