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         <titleStmt>
            <title>Brief von Alfred Trommershausen an Paul Tillich vom 22. Dezember 1934</title>
            <author ref="#tillich_person_id__3586">Alfred Trommershausen</author>
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               <resp>Editor</resp>
               <name key="https://orcid.org/0009-0000-3962-1240">Manuel Inselmann</name>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <editionStmt>
            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
         </editionStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>
               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
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                  <street>Schenkenstraße 8-10</street>
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                  <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
                  </placeName>
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            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
            </availability>
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                  <country>USA</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                  <institution>Harvard University</institution>
                  <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                  <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                  <idno>bMS 194(10)</idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Brief, maschinenschriftlich</p>
                  <!-- SIEHE DAZU PHYSDECS-DOKUMENT AUF SERVER -->
               </physDesc>
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         </sourceDesc>
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            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
         </projectDesc>
         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
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         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="#tillich_person_id__3586">Alfred Trommershausen</persName>
               <date when="1934-12-22">22.12.1934</date>
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            <correspAction type="received">
               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
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         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__3586">Korrespondenz mit Alfred Trommershausen</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10080.xml">Brief von Gertrud Siemsen an Paul Tillich vom 19. Dezember 1934</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10014.xml">Undatierter Brief von Paul Tillich an Hannah Tillich vermutlich von Februar 1935</ref></correspContext></correspDesc>
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            <language ident="deu">Deutsch</language>
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      <creation><date type="sort" when="1934-12-22"/></creation></profileDesc>
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         <change who="MI" when="2026-07-23">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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   <text type="letter">
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         <div type="writingSession">
            <pb n="1"/>
            <opener><dateline><rs ref="#tillich_person_id__3586" type="person">lic. Alfred Trommershausen</rs>. <rs ref="#tillich_place_id__189" type="place">Halle/S.</rs>, den <date when="1934-12-11">22.12.34.</date><lb/>
            Am Kirchtor 17.</dateline>
               <salute>Sehr verehrter <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Herr
                  Professor</rs>!</salute>
            </opener>
            <p>Zu Weihnachten kommt dieser Brief zu spät; aber vielleicht ist er zum Jahresanfang in
               Ihren Händen. Dann mag er vieles Unliebsame und Sorgenvolle hinter sich lassen, um
               frei zu sein für das, weswegen er geschrieben wird.</p>
            <p>Erreicht hat mich ihr Aufsatz, der Brief an <rs ref="#tillich_person_id__904" type="person">Hirsch</rs>. Aber noch mehr: Er hat auf mich – wie auf so viele –
               nach Herkunft und Umgebung, durch innere Sicherheit und äussere Gestaltungskraft
               befreiend gewirkt. Ihr Aufsatz musste bei seinen Lesern lösend wirken, d.h. etwas
               entbinden, das seit langem gebunden war – eben weil man so lange schwieg. Dieses
               Schweigen von der Seite des <q>man</q> wurde sicherlich in persönlichen Gesprächen
               des öfteren unterbrochen; doch immer so, dass der Angeredete es kaum merkte, wer uns
               was gemeint war. Und wenn wir uns in gewissen Kreisen nach Erscheinen von <rs ref="#tillich_person_id__904" type="person">Hirsch</rs>'s <rs ref="#" type="work">Buch</rs> bemühten, einiges aufzuzeigen, so geschah dies meistens
               durch ähnliche Fragestellungen wie sie <rs ref="#tillich_person_id__1104" type="person">Kuhlmann</rs><!-- Zuordnung unklar -->
               <rs ref="#tillich_person_id__904" type="person">Hirsch</rs> gegenüber errichtete. Wir
               wiesen hin auf die mit Ressentiment und doch mit unverkennbarer Willensanspannung
               geschriebenen Stellen; auf das geradezu gefährliche an Verzerrung und Verkürzungen
               leidende geschichtsphilosophische Konstruieren, das bewusst oder unbewusst sich von
               den Wünschen der eigenen Person des Verfassers – immer im Hinblick auf seinen
               persönlichen Aufgabenkreis – näherte. Vielleicht – und Ihr Aufsatz beweist es doch
               wohl in erschreckendem Maße – war auch das richtig, das wir sagten, <rs ref="#tillich_person_id__904" type="person">Hirsch</rs> sei in der ganzen Arbeit
               der formalen Seite nach in Abhängigkeit von Gedankenreihen verfallen – verfallen,
               weil er scheinbar garnicht dahin gehören möchte –, die im Ausdruck Ihnen und Ihren
               Freunden nahe stünden, bei näherem Zusehen aber gerade die Verkehrung und Umdeutung
               dieser Ihrer Gedankenreihen darstellen. <del rend="s">Dass</del><add place="across">Es</add> mag genug sein! Sie haben ja als Berufener dies alles und vieles mehr,
               besser und tiefer gesagt, vielleicht sogar positiver.</p>
            <p><hi rend="underline">In</hi><pb n="2"/> In diesem Zusammenhang nur noch eins: Ihr
               Aufsatz zeigt mir, wie orientiert Sie sind über literarische Neuerscheinungen, die
               ja, wenn auch – ebenso wie für uns – oft verspätet, der Ausdruck einer jeweiligen
               geistigen Lage sind. So glaube ich, es mir ersparen zu können, Ihnen davon zu
               berichten. Dass Sie mir Ihren Aufsatz zusenden liessen, danke ich Ihnen sehr mit der
               Bitte, mich auch weiterhin nicht zu vergessen. Denn dies ist der einzige Weg, die
               Verbindung aufrecht zu erhalten, deren man dringend bedarf. –</p>
            <p>Nachdem ich Ende Oktober mein Examen gemacht habe, suche ich nun nach einer neuen
               Möglichkeit wissenschaftlichen Arbeitens. Hoffentlich bietet sich mir bald ein
               geeigneter Ort dafür.</p>
            <closer>
               <salute>So gedenke ich denn Ihrer mit herzlichen Wünschen zum Jahresanfang<lb/> In
                  Dankbarkeit<lb/> Ihr<lb/></salute>
               <signed><rs ref="#tillich_person_id__3586" type="person"><hi rend="hand">Alfred Trommershausen</hi></rs>.</signed>
            </closer>
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   <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__3586">
                  <persName>Trommershausen, Alfred</persName>
               </person>
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                  <persName>Kuhlmann, Gerhardt</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__904">
                  <persName>Hirsch, Emanuel</persName>
                  <birth>
                     <date>1888-06-14</date>
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                        <placeName>Bentwisch</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1972-07-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__743">Göttingen</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Systematischer Theologe</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118551477</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Emanuel Hirsch (14. Juni 1888 – 17. Juli 1972) war ein deutscher evangelischer Theologe. Nach Studien in Berlin und Göttingen lehrte er von 1921 bis 1945 als Professor für Kirchengeschichte, später für Systematische Theologie, an der Universität Göttingen. In Auseinandersetzung mit Fichte, Luther und Kierkegaard entwickelte er eine „ethische Geschichtsansicht“, die er unter anderem im Leitfaden zur christlichen Lehre (1938) und in der fünfbändigen Geschichte der neueren evangelischen Theologie (1949–1954) darlegte. 1933 begrüßte Hirsch den Nationalsozialismus, unterstützte die „Deutschen Christen“ und deutete Hitlers Bewegung als Überwindung einer kulturellen und staatlichen Krise, was sein theologisches Nachwirken nachhaltig belastete. Nach 1945 publizierte er weiter und leitete eine private Sozietät zur Relecture theologischer Klassiker, ohne seine politische Haltung grundsätzlich zu revidieren.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
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                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__189">
                  <placeName>Halle (Saale)</placeName>
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                     <geo>51.48158 11.97947</geo>
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