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         <titleStmt>
            <title>Brief von Gertrud Siemsen an Paul Tillich vom 19. Dezember 1934</title>
            <author ref="#tillich_person_id__2506">Gertrud Siemsen</author><!-- der Brief enthält einen
            handschriftlichen Zusatz von Franz Steinrath -->
            <respStmt>
               <resp>Editor</resp>
               <name key="https://orcid.org/0009-0000-3962-1240">Manuel Inselmann</name>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <editionStmt>
            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
         </editionStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>
               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
               <address>
                  <street>Schenkenstraße 8-10</street>
                  <postCode>1010</postCode>
                  <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
                  </placeName>
               </address>
            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
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            <msDesc type="typescript">
               <msIdentifier>
                  <country>USA</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                  <institution>Harvard University</institution>
                  <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                  <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                  <idno>bMS 186(10)</idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Brief, maschinenschriftlich mit handschriflichen Einfügungen</p>
                  <!-- SIEHE DAZU PHYSDECS-DOKUMENT AUF SERVER -->
               </physDesc>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <encodingDesc>
         <projectDesc>
            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
         </projectDesc>
         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
      </encodingDesc>
      <profileDesc>
         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="#tillich_person_id__2506">Gertrud Siemsen</persName>
               <date when="1934-12-19">19.12.1934</date>
            </correspAction>
            <correspAction type="received">
               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
            </correspAction>
         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__2506">Korrespondenz mit Gertrud Siemsen</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10010.xml">Brief von Paul Tillich an Elisabeth Seeberger von Weihnachten 1934</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10081.xml">Brief von Alfred Trommershausen an Paul Tillich vom 22. Dezember 1934</ref></correspContext></correspDesc>
         <langUsage>
            <language ident="deu">Deutsch</language>
         </langUsage>
      <creation><date type="sort" when="1934-12-19"/></creation></profileDesc>
      <revisionDesc status="approved">
         <change who="MI" when="2026-07-23">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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   <text type="letter">
      
      <body>
         <div type="writingSession">
            <pb n="1"/>
            <opener><rs ref="#tillich_place_id__143" type="place">Frankfurt/Main</rs>,<dateline><date when="1934-12-19">19.12.34.</date></dateline><lb/> Schweizerstr. 48 III <salute>Lieber <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paulus</rs>,</salute>
            </opener>
            <p>das ungelenk geschnittene und gedruckte Mädchen auf der Beilage soll als Sinnbild
               unserer Wünsche <add place="intralinear"><hi rend="hand">u.</hi></add> Gedanken
               lauter kleine Briefchen durch die Luft fliegen lassen, bis hin nach <rs ref="#tillich_place_id__684" type="place">Amerika</rs>. Wir hier senden Ihnen und
                  <rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Ihrer Frau</rs> und <rs ref="#tillich_person_id__570" type="person">Erdmuthe</rs> die herzlichsten Grüsse
               und Wünsche zu Weihnachten, zum Jahresende und Jahresanfang.</p>
            <p>Dass Sie uns Ihren Aufsatz in den theologischen Blättern sandten, hat uns sehr gefreut.
            Das Exemplar, das <rs ref="#tillich_person_id__5334" type="person">St.</rs> bekam, ist jetzt ganz unansehnlich geworden-vom-in-der-Tasche-tragen,
            lesen, weiter-geben. Schade, dass Sie nicht hier waren, damit wir mit Ihnen darüber sprechen
            konnten – schreiben lassen sich viele Dinge schlecht – und Briefe schreiben ist eine 
            besonders schwere Kunst für Leute, die ihre eigentliche Ausdrucksmöglichkeit haben, wenn 
            sie im Seminar reden und diskutieren können!</p>
            <p>Von hier ist ein erfreuliches zu melden: ich bin avanciert, und ab 1. Januar
               Redaktionssekretärin, mit erhöhtem Gehalt, und zeichne verantwortlich sogar! was aber
               nicht allzu viel besagt, denn die eigentliche Arbeit ist technischer Natur. Aber die
               finanzielle Aufbesserung ist natürlich sehr erfreulich, und erleichtert meine
               Sonderexistenz in meiner Bude. Das Avancement hat auch günstig auf die Meinung <rs ref="#tillich_person_id__5542" type="person">meiner Mutter</rs> über mich
               eingewirkt, also ganz erfreuliche Folgen gezeigt. Sonst ist hier alles wie immer.
               Jeder fast, den man von früher her kennt, hat mit dem Studium durch ein Examen
               abgeschlossen und müht sich, mit mehr oder weniger Erfolg, Geld zu verdienen. Wenn es
               die Zeit erlaubt, sieht man sich, unterhält sich, tanzt zusammen, und läuft zusammen
               in den <rs ref="#tillich_place_id__904" type="place">Taunus</rs>.</p>
            <p>Wir hoffen, dass es Ihnen drüben gut geht, und jeder, der hier noch ist von früher,
               lässt Sie grüssen. <rs ref="#tillich_person_id__5334" type="person">St.</rs> will
               noch zu diesem Brief hinzuschreiben, so schließe ich mit meinen Wünschen und Grüssen
               für Sie, <rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Ihre Frau</rs> und <rs ref="#tillich_person_id__570" type="person">Erdmuthe</rs> (die wird ja inzwischen
               sehr gross geworden sein!)</p>
            <closer>
               <salute><hi rend="hand">Ihre</hi></salute>
               <signed><hi><rs ref="#tillich_person_id__2506" type="person">Gertie Siemsen</rs></hi></signed>
            </closer>
         </div>
         <div type="writingSession">
            <pb n="1"/>
            <p>Für Ihren Aufsatz vielen herzlichen Dank. Nicht nur dafür, daß Sie ihn uns geschickt,
               sondern vor allem dafür, daß die ihn geschrieben haben. Denn für <q>uns</q> ist er ja
               wohl geschrieben od. doch wenigstens veröffentlicht worden. Er zeigt uns zweierlei
               Wichtiges. Erstens, daß Sie uns nicht vergessen haben &amp; zweitens daß Sie den
               Zusammenhang mit der deutschen Realität nicht verloren haben.</p>
            <p>Über mich selbst ist nicht viel zu berichten. Man schlägt sich schlecht &amp; recht 
            durch, hält sich aufrecht, aber man kommt nicht vorwärts. Das Arbeiten ist ungeheuer
            erschwert durch die wirtschaftl.<pb n="2"/> Unsicherheit – man lebt buchstäblich von einem
            Tag zum andern.</p>
            <p>Gesundheitlich geht es mir mir noch nicht bestimmt. Sie wissen, daß ich ziemlich aus
               dem Gleichgewicht war, als Sie uns vor 1 1/2 Jahren verliessen. Das hat sich
               inzwischen eher verschlechtert als gebessert. Ich hoffe aber doch, daß ich Ihnen
               nächstens etwas Erfreuliches über mein Arbeiten mitteilen kann.</p>
            <closer>
               <salute>Haben Sie noch einmal herzlichen Dank &amp; viele Grüsse</salute>
               <signed>von Ihrem<rs ref="#tillich_person_id__5334" type="person">Franz Steinrath</rs></signed>
            </closer>
         </div>
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   <back><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__143">
                  <placeName>Frankfurt am Main</placeName>
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                     <geo>50.11552 8.68417</geo>
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                  <placeName>Vereinigte Staaten von Amerika</placeName>
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                     <geo>39.76000 -98.50000</geo>
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                  <placeName>Taunus</placeName>
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                  <persName>Siemsen, ?</persName>
               </person>
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                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__5334">
                  <persName>Steinrath, Franz</persName>
                  <death>
                     <date>vor 1.11.1949</date>
                  </death>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1923">
                  <persName>Tillich, Hannah</persName>
                  <birth>
                     <date>1896-05-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Rotenburg a. d. Fulda</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1988-10-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName>East Hampton, NY</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/119096102</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Hannah Tillich (17. Mai 1896 – 27. Oktober 1988) war eine deutsche und später US-amerikanische Zeichenlehrerin, Malerin, Schriftstellerin und Modell. Aufgewachsen im Pfarrhaus ihrer Eltern in Rotenburg an der Fulda, absolvierte sie von 1912 bis 1916 eine Ausbildung an der Königlichen Kunstschule zu Berlin und arbeitete ab 1919 als Zeichenlehrerin in Berlin-Neukölln. 1920 heiratete sie den Maler Albert Gottschow, von dem sie sich nach kurzer Ehe und einem persönlichen Schicksalsschlag wieder trennte. 1924 ging sie die Ehe mit Paul Tillich ein, mit dem sie in Marburg, Dresden und Frankfurt lebte und 1933 in die USA emigrierte. Nach der Geburt zweier Kinder nahm sie Mitte der 1930er Jahre ihre künstlerische und schriftstellerische Tätigkeit wieder auf. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie mit ihrer autobiographischen Schrift From Time to Time (1973), in der sie offen über ihr Leben und ihre Ehe berichtete; eine deutsche Ausgabe erschien erst 1993.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__570">
                  <persName>Farris, Erdmuthe</persName>
                  <birth>
                     <date>1926-02-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__126">Dresden</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>2016-03-26</date>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1168750431</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Erdmuthe Farris (17. Februar 1926 – 26. März 2016), geborene Tillich, war die Tochter des evangelischen Theologen und Religionsphilosophen Paul Tillich. Ihr familiärer Rufname lautete Mutie.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__2506">
                  <persName>Siemsen, Gertrud</persName>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/12587913X</idno>
               </person>
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