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                <title>Brief von Paul Tillich an Ehrhardt Seeberger vom 7. September 1934</title>
                <author ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</author>
                <respStmt>
                    <resp>Editor</resp>
                    <name key="https://orcid.org/0000-0001-5007-7397">Emil Lusser</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                        1933-1951</title>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>
                    <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
                    <address>
                        <street>Schenkenstraße 8-10</street>
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                        <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                            <settlement>Wien</settlement>
                            <country>Österreich</country>
                        </placeName>
                    </address>
                </publisher>
                <availability>
                    <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative
                        Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <msDesc type="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <country>USA</country>
                        <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                        <institution>Harvard University</institution>
                        <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                        <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                        <idno>bMS 649/184(7)</idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Brief, eigenhändig</p>
                    </physDesc>
                </msDesc>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
        <encodingDesc>
            <projectDesc>
                <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
            </projectDesc>
            <editorialDecl>
                <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
                    https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
            </editorialDecl>
        </encodingDesc>
        <profileDesc>
            <correspDesc>
                <correspAction type="sent">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
                    <placeName ref="#tillich_place_id__699">Chilmark (Massachusetts)</placeName>
                    <date when="1934-09-07">07.09.1934</date>
                </correspAction>
                <correspAction type="received">
                    <persName ref="#tillich_person_id__2621">Ehrhardt Seeberger</persName>

                </correspAction>
            <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__2621">Korrespondenz mit Ehrhardt Seeberger</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10019.xml">Undatierter Brief von Fedor Stephun an Paul Tillich vermutlich von August 1934</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10065.xml">Brief von Erika Vielhaber an Paul Tillich vom 21. September 1934</ref></correspContext></correspDesc>
            <langUsage>
                <language ident="deu">Deutsch</language>
            </langUsage>
        <creation><date type="sort" when="1934-09-07"/></creation></profileDesc>
        <revisionDesc status="approved">
            <change when="2025-03-31" who="EL">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text type="letter">
        <body>
            <div type="writingSession">
                <pb n="1"/>
                <opener><dateline><rs type="place" ref="#tillich_place_id__699">Chilmark (Mass)</rs>
                        d. <date when="1934-06-07">7. Sept. 34</date>.</dateline>
                    <salute>Lieber <rs type="person" ref="#tillich_person_id__2621">Ehrhardt</rs>!</salute>
                </opener>
                <p>Hab Dank für Deinen Brief<note type="ea">Nicht überliefert.</note>, der mir den
                    Inhalt von <rs type="person" ref="#tillich_person_id__3210">Günthers</rs>
                        Telegramm<note type="ea">Nicht überliefert.</note> bestätigt, dass es Euch
                    sehr gut geht, dass Ihr Euch von Eurem Anfall nicht nur erholt habt, sondern den
                    Krankheitserregern höchst positiv gegenüber steht. So sehr, dass sogar Eure
                    ursprüngliche Lage, ich würde<supplied>,</supplied> wenn ich käme, ansteckend
                    wirken, ganz verschwunden ist. Obgleich ich das alles nicht verstehe, freue ich
                    mich darüber und werde in Zukunft ohne Sorge an Euch denken. Sollte doch
                    irgendwann eine reale Hilfe nötig werden, so wisst Ihr, dass ich da bin. –
                    Übrigens habt Ihr meinen letzten Brief insofern missverstanden, als er sich ganz
                    auf das Allgemeine bezog und keineswegs ein Ausdruck von Nervosität war; es sei
                    denn dass man (Um Kleines mit Grossem zu vergleichen),
                        <unclear>Jeremias</unclear> für nervös erklären wollte. Doch sehe ich ein,
                    dass solche Andeutungen auf dem Wege über den Ozean unverständlich wurden und
                    will mich <unclear>schwer</unclear> enthalten und rein objek<pb n="2"/>tiv
                    Bericht erstatten. Denn <unclear>persönlich</unclear> geht es mir sehr gut: Nach
                    aller Zeugnis nie so <unclear>nervös</unclear> gewesen, arbeitsmässig sehr
                    produktiv, wovon Ihr einiges erfahren sollt, 4 Monate in herrlichster
                    Landschaft, mit <rs type="person" ref="#tillich_person_id__1923">Hannah</rs>,
                        <rs type="person" ref="#tillich_person_id__570">Erdmuthe</rs> und nahen
                    Freunden u.a. <rs type="person" ref="#tillich_person_id__271">Elsa
                        Brandström</rs>-<rs type="person" ref="#tillich_person_id__1965">Ulich</rs>(Der Engel von <rs type="place" ref="#tillich_place_id__701">Sibirien</rs> – prachtvoll, stark, eindeutig – – ein unermessliches + Conto
                    für hier und Conto für drüben). Zuweilen Heimweh nach Euch allen, nach
                    endlicheren Landschaften und so: Aber im Grunde gut. Ende September geht alles
                    wieder an. Vom <date when="1935-01-03">3. Januar</date> bis <date when="1935-03-15">15. März</date> bin ich in <rs type="place" ref="#tillich_place_id__105">Chicago</rs> zur Vertretung des
                    religionsphilosophischen Ordinarius der Chicago-Universität. Da <rs type="person" ref="#tillich_person_id__570">Erdmuthe</rs> in der New Yoker
                    Schule bleiben muss, werde ich allein herübergehen, was vor allem fürs Englische
                    sehr nützlich sein wird. Im April Vorträge, Ende Mai oder Juni will ich, wenn
                    nichts Durchschlagendes dagegen spricht, nach Europa kommen, um <rs type="person" ref="#tillich_person_id__1924">Vaterchen</rs> zu sehen.
                    Darüber hinaus bestehen keine Pläne und ist alles ungeschert. Hoffentlich
                    schaffe ich es in den nächsten Tagen noch einen Rundbrief zu schreiben mit mehr
                    Material. <sic>Dieses</sic> nur ein kurzer Dank und Gruss Dir und Euch
                    allen!</p>
                <closer>
                    <signed>Dein <rs type="person" ref="#tillich_person_id__1928">Paul</rs></signed>
                </closer>
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    <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__271">
                  <persName>Brändström, Elsa</persName>
                  <birth>
                     <date>1888-03-26</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Sankt Petersburg</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1948-03-04</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Cambridge, Mass.</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Philanthropin, Lehrerin und Krankenschwester</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118514407</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Elsa Brändström (26. März 1888 – 4. März 1948) war eine schwedische Philanthropin, geboren in Sankt Petersburg. Im Ersten Weltkrieg betreute sie als Krankenschwester deutsche und österreichische Kriegsgefangene in sibirischen Lagern und erhielt dafür den Beinamen „Engel von Sibirien". Später gründete sie Heime für Kinder von Kriegsgefangenen, veröffentlichte 1922 einen Erlebnisbericht und gehörte zu den Mitbegründern der Studienstiftung des deutschen Volkes. 1929 heiratete sie Robert Ulich; 1933 emigrierte die Familie in die USA, wo sie Flüchtlingshilfe organisierte. Sie starb in Cambridge. Paul Tillich würdigte sie nach ihrem Tod als Verkörperung tätiger Liebe.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__2621">
                  <persName>???, Ehrhard</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1965">
                  <persName>Ulich, Robert</persName>
                  <birth>
                     <date>1890-04-21</date>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1977-06-17</date>
                  </death>
                  <occupation>Deutscher Ministerialbeamter, Germanist und Erziehungswissenschaftler</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/117281174</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Heinrich Gottlob Robert Ulich (21. April 1890 – 17. Juni 1977) war ein deutscher Ministerialbeamter, Germanist und Bildungsforscher. Nach Studien an verschiedenen Hochschulen und Promotion 1915 arbeitete er zunächst als Lehrer und Bibliothekar, bevor er von 1920 bis 1933 als Ministerialbeamter in Dresden für Hochschul- und Forschungsangelegenheiten zuständig war. Er stand der SPD und dem religiösen Sozialismus nahe und setzte sich für Reformpädagogik und internationale Bildungsprojekte ein. 1934 emigrierte er in die USA, wurde Professor in Harvard und gilt als Mitbegründer der vergleichenden Erziehungswissenschaft. 1970 kehrte er nach Deutschland zurück. Er war zunächst mit Elsa Brändström, später mit Mary Ewen Ulich verheiratet und wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 1958 mit dem Großen Verdienstkreuz.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1924">
                  <persName>Tillich, Johannes Oskar</persName>
                  <birth>
                     <date>1857-06-03</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Berlin, Deutschland</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1937-07-30</date>
                  </death>
                  <occupation>Pfarrer, Superintendent und Konsistorialrat</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1168631602</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Johannes Oskar Tillich (1857 – 1937) war ein evangelisch-lutherischer Pfarrer und Theologe. 1885 hatte er Wilhelmina Mathilde Dürselen geheiratet, die 1903 verstarb. Seine erste Pfarrstelle hatte er in der lutherischen Gemeinde Starzeddel bei Guben, wo 1886 sein Sohn Paul geboren wurde. Johannes Oskar Tillich und Wilhelmina Mathilde Dürselen waren also die Eltern des evangelischen Theologen und Religionsphilosophen Paul Tillich. 1891 wurde Johannes Oskar Tillich Superintendent des Kirchenkreises Schönfließ in der Neumark, 1900 folgte seine Berufung nach Berlin, wo er zum Geheimen Konsistorialrat ernannt wurde.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1923">
                  <persName>Tillich, Hannah</persName>
                  <birth>
                     <date>1896-05-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Rotenburg a. d. Fulda</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1988-10-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName>East Hampton, NY</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/119096102</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Hannah Tillich (17. Mai 1896 – 27. Oktober 1988) war eine deutsche und später US-amerikanische Zeichenlehrerin, Malerin, Schriftstellerin und Modell. Aufgewachsen im Pfarrhaus ihrer Eltern in Rotenburg an der Fulda, absolvierte sie von 1912 bis 1916 eine Ausbildung an der Königlichen Kunstschule zu Berlin und arbeitete ab 1919 als Zeichenlehrerin in Berlin-Neukölln. 1920 heiratete sie den Maler Albert Gottschow, von dem sie sich nach kurzer Ehe und einem persönlichen Schicksalsschlag wieder trennte. 1924 ging sie die Ehe mit Paul Tillich ein, mit dem sie in Marburg, Dresden und Frankfurt lebte und 1933 in die USA emigrierte. Nach der Geburt zweier Kinder nahm sie Mitte der 1930er Jahre ihre künstlerische und schriftstellerische Tätigkeit wieder auf. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie mit ihrer autobiographischen Schrift From Time to Time (1973), in der sie offen über ihr Leben und ihre Ehe berichtete; eine deutsche Ausgabe erschien erst 1993.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__570">
                  <persName>Farris, Erdmuthe</persName>
                  <birth>
                     <date>1926-02-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__126">Dresden</placeName>
                     </settlement>
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                  <death>
                     <date>2016-03-26</date>
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                     <p>Erdmuthe Farris (17. Februar 1926 – 26. März 2016), geborene Tillich, war die Tochter des evangelischen Theologen und Religionsphilosophen Paul Tillich. Ihr familiärer Rufname lautete Mutie.</p>
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                  <persName>???, Günther</persName>
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