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         <titleStmt>
            <title>Brief von Hans-Jürgen Seeberger an Paul Tillich vom 28. Mai 1934</title>
            <author ref="#tillich_person_id__3208">Hans-Jürgen Seeberger</author>
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               <resp>Editor</resp>
               <name key="https://orcid.org/0009-0000-3229-6246">Ole Soldatow</name>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <editionStmt>
            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
         </editionStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>
               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
               <address>
                  <street>Schenkenstraße 8-10</street>
                  <postCode>1010</postCode>
                  <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
                  </placeName>
               </address>
            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
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            <msDesc type="typescript">
               <msIdentifier>
                  <country>USA</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                  <institution>Harvard University</institution>
                  <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                  <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                  <idno>bMS 649/184(19)</idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Brief, handschriftlich</p>
               </physDesc>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
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      <encodingDesc>
         <projectDesc>
            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
         </projectDesc>
         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
      </encodingDesc>
      <profileDesc>
         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="#tillich_person_id__3208">Hans-Jürgen Seeberger</persName>
               <date when="1934-05-28">28.05.1934</date>
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            <correspAction type="received">
               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
            </correspAction>
         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__3208">Korrespondenz mit Hans-Jürgen Seeberger</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__3208" target="L10024.xml">Brief von Hans-Jürgen Seeberger an Paul Tillich vom 2. Januar 1934</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10046.xml">Brief von Ernst Seeberger an Paul Tillich vom 28. Mai 1934</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10017.xml">Undatierter Brief von Paul Tillich an Hannah Tillich, vermutlich von Juni 1934</ref></correspContext></correspDesc>
         <langUsage>
            <language ident="deu">Deutsch</language>
         </langUsage>
      <creation><date type="sort" when="1934-05-28"/></creation></profileDesc>
      <revisionDesc status="approved">
         <change who="OS" when="2025-06-24">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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   <text type="letter">
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         <div type="writingSession">
            <pb n="1"/>
            <opener><dateline><date when="1934-05-28">den 28 Mai 1934</date>.</dateline>
               <salute>Lieber Onkel <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paul</rs>!</salute>
            </opener>
            <p>Nun habe ich endlich Zeit, Dir einmal einen Brief zu schreiben. Und ich will gleich
               mit dem anfangen, mit dem ich mich am meisten jetzt beschäftige, nämlich mit dem
               Jungvolk. Wie du weißt, ist die evangelische Jugend im Februar in die HJ.
               (Hitlerjugend) eingegliedert worden. Der Bund für Deutsche Bibelkreise an höhere
               Schule (BiK) löste sich selber auf. Ein Teil von uns ging dann in die H.J. und ein
               Teil darunter auch ich, ins Junfvolk. Du willst sicher gerne wissen, was eigentlich
               Jungvolk ist. Jungvolk ist die Jugend, die organisatorisch von 9-14 Jahren als
               deutsche Jugend zusammengefaßt worden ist. Also eine Unterabteilung und zwar die
               Jüngeren. Dort übernahm ich eine Jungenschaft (15 Jungens). Und war Ostern und
               Pfingsten auf Fahrt hinaus auf das Land. Da habe ich nun richtig die Jungen
               kennengelernt, die aus allen Ständen des deutschen Vaterlandes zusammengewürfelt
               sind.</p>
            <p><pb n="2"/>Sah daß, was ihnen Spaß machte, was sie denken, was sie fühlen. Zumal ich
               Pfingsten die Fahrt selber führte und nur 9 Mann mithatte. Eines steht an der Spitze,
               und das heißt: Kameradschaft und dieses ist beinah alles. - Pfingsten war ich mit
               ihnen auf einem Baumhof und das <unclear reason="illegible">¿¿¿</unclear>, die Pferde
               und alles das andere was zur Baumwirtschaft gehört, das war ihnen fremd. Aber sie
               interessieren sich eher viel dafür. Beinahe unbändig waren sie, als man ihnen ein 1/4
               Stundes Bullenkälbchen zeigt. - Viele von ihnen haben heute noch sehr schlechte und
               schwierige Verhältniße zu Hause, die Nicht aus wirtschaftlichen, sondern aus anderen
               Nöten entspringen. Aber auf Fahrt wird alles vergessen, und sie fühlen sich von Neuem
               mit der Natur vereinigt und verwachsen. Ab und zu machte ich auch mit ihnen Spiele im
               Wald. Da schlichen sie sich <unclear reason="illegible">¿¿¿</unclear> an wie
               Indianer. Um den rechten <unclear reason="illegible">¿¿¿...¿¿¿</unclear> zu finden.
               Es war sehr anstrengend aber auch sehr lehrreich und schön.</p>
            <p>Einmal in der Woche haben sie Dienst, da haben die Jungenschaft <unclear reason="illegible">¿¿¿</unclear> den wir Führer ausgestalten. Da wird dann viel
               von Weltkrieg <pb n="3"/>vorgelesen und <unclear reason="illegible">¿¿¿</unclear>.
               Die ist vielleicht das Hauptthema bei den Jungenschaftsabenden, bisweilen lesen wir
               ihnen auch von dem Leben und Werken eines <rs ref="#tillich_person_id__3445" type="person">Horst Wessels</rs> oder von anderen Weltkriegshelden. ----</p>
            <p>In der Schule haben wir auch eine sehr neues und interessantes Fach zu bekommen
               nämlich Biologie, Vererbungslehre und Rassenkunde. Da lernen wir dann von
               Zellenteilung, von der Vererbungslehre von <rs ref="#tillich_person_id__3446" type="person">Mendel</rs> und noch viel mehr in diesem Sinne. Außerdem habe ich
               jetzt viel Griechisch, nämlich 8 Stunden in der Wohe, denn Oktober beginnen wir mit
               dem Xenophon. Neulich waren wir, von der neuen evangelischen Jugend, die ihre Aufgabe
               darin sieht, die Jugend allein um das Wort zu scharren, in <rs ref="#tillich_place_id__826" type="place"><!-- vermutlicu Berlin-Dahlem und nicht die Gemeinde in Rheinland Pfalz-->Dahlem</rs>,
               wo der Führer von den Jungenmannschaften des BiK Pfarrer <rs ref="#tillich_person_id__ #3447" type="person">Udo Smidt</rs> sprach und dann auch
               der Pfarrer von <rs ref="#tillich_place_id__826" type="place">Dahlem</rs>. --</p>
            <p><pb n="4"/>Morgen fährt <rs ref="#tillich_person_id__1762" type="person">Tante
                  Liesel</rs> wieder nach Hause, es ist sehr schade, denn es waren sehr schöne Tage
               mit ihr zusammen. Nun grüße Bitte <rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Tante Hannah</rs> und <rs ref="#tillich_person_id__570" type="person">Erdmuthe</rs>, und sei selbst herzlich gegrüßt</p>
            <closer><salute>von Deinem treuen Wolfen</salute>
               <signed><rs ref="#tillich_person_id__3208" type="person">Hans Jürgen</rs></signed>
            </closer>
         </div>
      </body>
   <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__3446">
                  <persName>Mendel, Gregor</persName>
                  <occupation>Augustinerpriester</occupation>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1762">
                  <persName>Seeberger, Elisabeth</persName>
                  <birth>
                     <date>1893-06-17</date>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1986</date>
                  </death>
                  <idno type="gnd">Keine GND-Nummer</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Elisabeth Seeberger (17. Juni 1893 – 1986) war die Schwester des evangelischen Theologen und Religionsphilosophen Paul Tillich. Im Jahr 1917 heiratete sie Erhard Seeberger, der über viele Jahre als Pfarrer in Berlin-Tempelhof tätig war.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3208">
                  <persName>Seeberger, Hans-Jürgen</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3445">
                  <persName>Wessel, Horst</persName>
                  <occupation>Deutscher Paramilitär der SA</occupation>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1923">
                  <persName>Tillich, Hannah</persName>
                  <birth>
                     <date>1896-05-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Rotenburg a. d. Fulda</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1988-10-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName>East Hampton, NY</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/119096102</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Hannah Tillich (17. Mai 1896 – 27. Oktober 1988) war eine deutsche und später US-amerikanische Zeichenlehrerin, Malerin, Schriftstellerin und Modell. Aufgewachsen im Pfarrhaus ihrer Eltern in Rotenburg an der Fulda, absolvierte sie von 1912 bis 1916 eine Ausbildung an der Königlichen Kunstschule zu Berlin und arbeitete ab 1919 als Zeichenlehrerin in Berlin-Neukölln. 1920 heiratete sie den Maler Albert Gottschow, von dem sie sich nach kurzer Ehe und einem persönlichen Schicksalsschlag wieder trennte. 1924 ging sie die Ehe mit Paul Tillich ein, mit dem sie in Marburg, Dresden und Frankfurt lebte und 1933 in die USA emigrierte. Nach der Geburt zweier Kinder nahm sie Mitte der 1930er Jahre ihre künstlerische und schriftstellerische Tätigkeit wieder auf. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie mit ihrer autobiographischen Schrift From Time to Time (1973), in der sie offen über ihr Leben und ihre Ehe berichtete; eine deutsche Ausgabe erschien erst 1993.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__570">
                  <persName>Farris, Erdmuthe</persName>
                  <birth>
                     <date>1926-02-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__126">Dresden</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>2016-03-26</date>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1168750431</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Erdmuthe Farris (17. Februar 1926 – 26. März 2016), geborene Tillich, war die Tochter des evangelischen Theologen und Religionsphilosophen Paul Tillich. Ihr familiärer Rufname lautete Mutie.</p>
                  </note>
               </person>
               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__826">
                  <placeName>Dahlem</placeName>
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