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            <title>Brief von Ernst Seeberger an Paul Tillich vom 28. Mai 1934</title>
            <author ref="#tillich_person_id__3444">Ernst Seeberger</author>
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               <resp>Editor</resp>
               <name key="https://orcid.org/0009-0000-3229-6246">Ole Soldatow</name>
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            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
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               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
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                  <street>Schenkenstraße 8-10</street>
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                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
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                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
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                  <country>USA</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                  <institution>Harvard University</institution>
                  <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                  <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                  <idno>bMS 649/184(18)</idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Brief, handschriftlich</p>
               </physDesc>
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            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
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         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
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               <persName ref="#tillich_person_id__3444">Ernst Seeberger</persName>
               <date when="1934-05-28">28.05.1934</date>
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               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
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         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__3444">Korrespondenz mit Ernst Seeberger</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__3444" target="L11191.xml">Brief von Ernst Seeberger an Paul Tillich vom 16. Juli 1947</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10045.xml">Brief von Johannes Tillich an Paul Tillich vom 23. Mai 1934</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10047.xml">Brief von Hans-Jürgen Seeberger an Paul Tillich vom 28. Mai 1934</ref></correspContext></correspDesc>
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            <language ident="deu">Deutsch</language>
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      <creation><date type="sort" when="1934-05-28"/></creation></profileDesc>
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         <change who="OS" when="2025-06-24">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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            <opener><dateline><rs ref="#tillich_place_id__504" type="place">Berlin
                     Charlottenburg</rs> 9, Brombeerweg 32, 979902</dateline>
               <salute>Lieber Onkel <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paul</rs>!</salute>
            </opener>
            <p>lass Dir bitte noch einmal für Deinen Besuch unf für alles das, was Du gesagt hast,
               von Herzen danken. Ich will nicht viel Worte davon machen - vielleicht ist es ja auch
               gar nicht gut, jemand zu sagen, wie sehr man ihn schätzt. Aber gegenüber so manchen
               Blödigkeiten, die auch gestern Abend über Euer und unser Verhältnis zueinander - Ihr,
               die Ihr so lange draussen wart und dort auch wirklich eine neue Heimat erworben habt,
               und wir, die wir aus irgendwelchen Gründen hier bleiben dürften - gesagtworden ist,
               möchte ich es noch einmal aussprechen, was ich auch schon gestern zu Dir persönlich
               gesprochen wissen wollte: wir haben Euch wirklich nötig, nicht als Zurückkehrende,
               aber als Gäste und Freunde. Die Zeit der Kämpfe geht nicht spurlos an uns vorrüber,
               und wir haben viel Enigkeit und Leidenschaftlichkeit zu überwingden. Es ist eine sehr
               grosse Belastung, schon wieder in solcher Not zu stehen, der wir entronnen zu sein
               glaubten, und die Verantwortung in ihr zu tragen. Ich habe gewiss von da her eine
               übertriebene sentimentale Sehnsucht nach Kameradschaft, und es fällt mir schwer
               einzusehen, wie allein man in dieser Situation ist. Ich bin dem gar nicht gut
               gewachsen und manche Empfindlichkeit für den Verdacht der Unlauterkeit mag sich
               daraus erklären. So ist denn die Luft, die Du mitgebracht hast, die Lust der
               Unberührtheit, der Sauberkeit und noblen Haltung, die Luft des freien Denkens, so
               ausserordentlich heilsam, und ich habe sie - von allen Sachlichen abgesehen - in
               diesen Tagen getrunken wie nie zuvor. Sie war das eigentliche Geschenk deines Daseins
               hier für mich und dafür lass Dir danken.</p>
            <closer><salute>Herzliche Grüsse und Wünsche für Deine Arbeit von Deinem</salute>
               <signed><rs ref="#tillich_person_id__3444" type="person">Ernst</rs></signed>
            </closer>
            <postscript>
               <p>Wie schwer sie errungen worden ist und welche Überwindung sie gekostet hat, das
                  lass mich nur ahnen.</p>
            </postscript>
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                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
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                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
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                     <date>1965-10-22</date>
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                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
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                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
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                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
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               </person>
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                  <persName>Seeberger, Ernst</persName>
               </person>
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                  <placeName>Berlin-Charlottenburg</placeName>
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