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         <titleStmt>
            <title>Brief von Johannes Tillich an Paul Tillich vom 23. Mai 1934</title>
            <author ref="#tillich_person_id__1924">Johannes Tillich</author>
            <respStmt>
               <resp>Editor</resp>
               <name key="https://orcid.org/0009-0000-3962-1240">Manuel Inselmann</name>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <editionStmt>
            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
         </editionStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>
               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
               <address>
                  <street>Schenkenstraße 8-10</street>
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                  <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
                  </placeName>
               </address>
            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
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            <msDesc type="typescript">
               <msIdentifier>
                  <country>USA</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                  <institution>Harvard University</institution>
                  <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                  <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                  <idno>bMS 649/193</idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Brief, eigenhändig</p>
                  <!-- SIEHE DAZU PHYSDECS-DOKUMENT AUF SERVER -->
               </physDesc>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
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         <projectDesc>
            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
         </projectDesc>
         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
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      <profileDesc>
         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="#tillich_person_id__1924">Johannes Tillch</persName>
               <date when="1934-05-23">23.05.1934</date>
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            <correspAction type="received">
               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
            </correspAction>
         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1924">Korrespondenz mit Johannes Tillch</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1924" target="L10032.xml">Brief von Johannes Tillich an Paul Tillich vom 25. März 1934</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1924" target="L10183.xml">Brief von Johannes Tillich an Paul Tillich vom April 1935</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10044.xml">Brief von Henry S. Coffin an Paul Tillich vom 21. Mai 1934</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10046.xml">Brief von Ernst Seeberger an Paul Tillich vom 28. Mai 1934</ref></correspContext></correspDesc>
         <langUsage>
            <language ident="deu">Deutsch</language>
         </langUsage>
      <creation><date type="sort" when="1934-05-23"/></creation></profileDesc>
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         <change who="MI" when="2025-04-24">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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   <text type="letter">
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         <div type="writingSession">
            <pb n="1"/>
            <opener><dateline><rs ref="#tillich_place_id__37" type="place">Berlin</rs>, den <date when="1934-05-23">23. 5.34</date></dateline>
               <salute>Lieber <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person"> Paul</rs>,</salute>
            </opener>
            <p>Deinen Brief an <rs ref="#tillich_person_id__1762" type="person">Elisabeth</rs> vom 25.4 habe ich gelesen
            und freue mich, daß Du Dich entschlossen hast, Deine dortige Kur zu verlängern, und daß dies Dir wirtschaftlich möglich ist, zumal 
            nach der letzten güntigen Nachricht, die Dir <rs ref="#tillich_person_id__1762" type="person">Elisabeth</rs> senden konnte. Wenn
            ich noch fünf Jahre jünger wäre, würde ich nach Deinem Vorschlag vielleicht einmal hinüberkommen können. Mein
            jetziges Befinden schließt das aus.</p>
            <p>Ich hoffe die Sommermonate wieder in <rs type="place">Storkow</rs> verleben zu können. Unzweifelhaft belasten die Zeitunstände auch meine Nerven.</p>
            <p>Am 1.Mai aber hatte ich einen wirklig schönen Tag, körperlich und seelisch. Ich fuhr am Vormittag bei herrlichstem Wetter
            zum <rs type="place">Kreuzberg</rs> hin und zurück durch die ?wagende, sichtbar und fühlbar, von immer ? erfüllten Menschenmassen
            und Aufmarschgruppen. Das Straßenbild war wunderschön. Der Tag war ein Zeugnis von dem, was ich Dir in meinem Osterbriefe schrieb.
            Die Dinge laufen noch weiter so, wie ich es damals tat. Ich blicke dabei weniger auf die äußeren Maßnahmen als auf die innere Dynamik der ?,
            die sich eben so ausbreitet wie ich es letzlich schrieb. Daß die Spannung auf kirchlicem Gebiet am stärksten hervortritt, ist zwangsläufig.
            Ich nehme an, daß Du darüber durch Zeitschriften u.a. unterrichtet bist. Ein entscheidener Gegensatz gegen das dritte Reich
            ist wohl nur in katholischen Kreisen zu finden, in evangelischen handelt es sich um geistige, religöse Auseinandersetzungen, und da muß man auf den
            Verlauf und das Ergebnis noch warten. Aber wie sehr mich das beschäftigt, kannst Du Dir denken. Das Thema "Staat und Kirche" ist ja prinzipiell
            nicht schwierig; es handelt sich aber jetzt um das sehr schwierige Problem "Verhältnis der evngelischen Volkskirche zum heutigen konkreten Staat".
            Darüber gibt es nach meiner Meinung <unclear>kaum eine</unclear> rationale Lösung, denn diese Kirche und dieser Staat stehen mitten im Strom der Geschichte mit
            ihren Spannungen und Wandlungen.</p>
            <p>Ich lege Dir noch ein Familenrundschreiben bei und <pb n="2"/> und werde sobald Du Deine Zustimmung <unclear reason="Knick im Papier">er?ä</unclear> hast,
               je eine Mark für Dich und <rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Hannah</rs> zahlen. - Inzwischen <unclear reason="Knick im Papier">ist der???</unclear>
            Rundbrief vom 5. Mai eingetroffen, der uns alle äußerst interessiert hat. Wie weit ist doch der Kreis Deiner Eindrücke, Anschauungen und Einsichten durch 
            Deinen dortigen Aufenthalt erweitert worden. Das wird bei der Art, wie Du es innerlich aufnimmst, auch Deiner wissenschaftlichen Arbeit zu Gute kommen.
            Ich verstehe, wie stark Du das deutsche Landschaftsbild vermißt. Es ist jedenfalls ein Verdienst unserer heutigen Regierung, daß die in dieser
            Hinsicht viel zu tun bemüht ist trotz der Fülle und Größe der Aufgaben, die sie übernommen hat. Daß ihr das 2. Jahr ihrer Staatsführung mehr Schwierigkeiten bringt
            <unclear>als</unclear> das erste, ist naturgemäß; auch darüber bist Du durch die Zeitungen unterrichtet.</p>
            <p>Noch einige kurze Nachrichten.</p>
            <p><rs type="person">Ernst Tillich</rs> hat <add place="superlinear">sich</add> nach kaum zweijähriger Ehe von seiner Frau getrennt,
            sie will sich nicht scheiden lassen. Er wird m.E. nun auf das Pfarramt umziehen müssen. Vorläufig ist er noch Adjunkt bei <unclear>Lütgert</unclear>.
            </p>
            <p>Mein früherer Kollege Dr. <unclear>Kayser</unclear> ist gestorben, auch ein schmerzlicher Verlust für mich.</p>
            <p>Ich arbeite noch täglich in unserem Garten, der jetzt schöner aussieht als vor 30 Jahren.</p>
            <p>So wüßte ich denn weiteres nicht mitzuteilen und wünsche nur noch Dir,<rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Hannah</rs> und 
               <rs ref="#tillich_person_id__" type="person">Erdmuthe</rs> eine schöne Ferienzeit. Gott behüte Euch!</p>
            <closer>
               <salute>Tausend Grüße Dein</salute>
               <signed><rs ref="#tillich_person_id__1924" type="person">treuer Vater</rs></signed>
            </closer>
         </div>
      </body>
   <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__1924">
                  <persName>Tillich, Johannes Oskar</persName>
                  <birth>
                     <date>1857-06-03</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Berlin, Deutschland</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1937-07-30</date>
                  </death>
                  <occupation>Pfarrer, Superintendent und Konsistorialrat</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1168631602</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Johannes Oskar Tillich (1857 – 1937) war ein evangelisch-lutherischer Pfarrer und Theologe. 1885 hatte er Wilhelmina Mathilde Dürselen geheiratet, die 1903 verstarb. Seine erste Pfarrstelle hatte er in der lutherischen Gemeinde Starzeddel bei Guben, wo 1886 sein Sohn Paul geboren wurde. Johannes Oskar Tillich und Wilhelmina Mathilde Dürselen waren also die Eltern des evangelischen Theologen und Religionsphilosophen Paul Tillich. 1891 wurde Johannes Oskar Tillich Superintendent des Kirchenkreises Schönfließ in der Neumark, 1900 folgte seine Berufung nach Berlin, wo er zum Geheimen Konsistorialrat ernannt wurde.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1762">
                  <persName>Seeberger, Elisabeth</persName>
                  <birth>
                     <date>1893-06-17</date>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1986</date>
                  </death>
                  <idno type="gnd">Keine GND-Nummer</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Elisabeth Seeberger (17. Juni 1893 – 1986) war die Schwester des evangelischen Theologen und Religionsphilosophen Paul Tillich. Im Jahr 1917 heiratete sie Erhard Seeberger, der über viele Jahre als Pfarrer in Berlin-Tempelhof tätig war.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1923">
                  <persName>Tillich, Hannah</persName>
                  <birth>
                     <date>1896-05-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Rotenburg a. d. Fulda</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1988-10-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName>East Hampton, NY</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/119096102</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Hannah Tillich (17. Mai 1896 – 27. Oktober 1988) war eine deutsche und später US-amerikanische Zeichenlehrerin, Malerin, Schriftstellerin und Modell. Aufgewachsen im Pfarrhaus ihrer Eltern in Rotenburg an der Fulda, absolvierte sie von 1912 bis 1916 eine Ausbildung an der Königlichen Kunstschule zu Berlin und arbeitete ab 1919 als Zeichenlehrerin in Berlin-Neukölln. 1920 heiratete sie den Maler Albert Gottschow, von dem sie sich nach kurzer Ehe und einem persönlichen Schicksalsschlag wieder trennte. 1924 ging sie die Ehe mit Paul Tillich ein, mit dem sie in Marburg, Dresden und Frankfurt lebte und 1933 in die USA emigrierte. Nach der Geburt zweier Kinder nahm sie Mitte der 1930er Jahre ihre künstlerische und schriftstellerische Tätigkeit wieder auf. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie mit ihrer autobiographischen Schrift From Time to Time (1973), in der sie offen über ihr Leben und ihre Ehe berichtete; eine deutsche Ausgabe erschien erst 1993.</p>
                  </note>
               </person>
               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__37">
                  <placeName>Berlin</placeName>
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                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q64</idno>
               </place>
               </listPlace></back></text>
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