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         <titleStmt>
            <title>Brief von Richard Wegener an Paul Tillich vom 7. April 1934</title>
            <author ref="#tillich_person_id__2020">Richard Wegener</author>
            <respStmt>
               <resp>Editor</resp>
               <name key="https://orcid.org/0009-0000-3962-1240">Manuel Inselmann</name>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <editionStmt>
            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
         </editionStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>
               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
               <address>
                  <street>Schenkenstraße 8-10</street>
                  <postCode>1010</postCode>
                  <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
                  </placeName>
               </address>
            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
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            <msDesc type="typescript">
               <msIdentifier>
                  <country>USA</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                  <institution>Harvard University</institution>
                  <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                  <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                  <idno>bMS 649/202(45)</idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Brief, maschinenschriftlich</p>
                  <!-- SIEHE DAZU PHYSDECS-DOKUMENT AUF SERVER -->
               </physDesc>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <encodingDesc>
         <projectDesc>
            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
         </projectDesc>
         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
      </encodingDesc>
      <profileDesc>
         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="#tillich_person_id__2020">Richard Wegener</persName>
               <date when="1934-04-07">07.04.1934</date>
            </correspAction>
            <correspAction type="received">
               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
            </correspAction>
         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__2020">Korrespondenz mit Richard Wegener</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__2020" target="L00734.xml">Brief von Richard Wegener an Paul Tillich vom 5. September 1921</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__2020" target="L10159.xml">Brief von Richard Wegener an Paul Tillich vom 6. Januar 1935</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10032.xml">Brief von Johannes Tillich an Paul Tillich vom 25. März 1934</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10034.xml">Postkarte von Paul Tillich an Hannah Tillich vom 9. April 1934 [PS]</ref></correspContext></correspDesc>
         <langUsage>
            <language ident="deu">Deutsch</language>
         </langUsage>
      <creation><date type="sort" when="1934-04-07"/></creation></profileDesc>
      <revisionDesc status="approved">
         <change who="MI" when="2025-04-09">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
      </revisionDesc>
   </teiHeader>
   <text type="letter">
      <!-- AB HIER GEHT DER EIGENTLICH BRIEF LOS -->
      <body>
         <div type="writingSession">
            <pb n="1"/>
            <opener><dateline><date when="1934-04-07">7.April 34</date></dateline>
               <salute>Lieber <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paulus
          </rs>!</salute>
            </opener>
          <p>Das Gerücht ist richtig: Ich sitze tatsächlich in dem Idyll <rs type="place">K</rs> <!-- unklar welcher Ort gemeint ist. -->.
          Den Laden mach ich mit <sic>derlinken</sic> Hand, sodass ich viel Musse habe,
          um zu lesen und zu sinnen. Da ich immer Reisetagebuch geführt habe,
          kann ich meine reichen Erinnerungen auf den Tag datieren und mir
          alles schön vergegenwärtigen.Remiscere.Man muss dafür sorgen, dass
          man Erinnerungen hat;ich habe dafür gesorgt.</p><p> Die Arbeit macht Freude, frisst mich nicht auf.So eine nette Vormittagsbeschäftigung ist für
               ältere Herren etwas ganz Reizendes. </p>
            <p>Sooft es mir <sic>Spaass</sic> macht, fahre ich ins Cafe Stadion am
               <rs ref="#tillich_place_id__745" type="place">Reichskanzlerplatz</rs>, jetzigen Adolf Hitlerplatz.</p>
            <p>Wir wohnen sooft wir wollen in <rs type="place" ref="#tillich_place_id__52">Zehlendorf</rs>.</p>
            <p>Wenn ich an dem Städtchen, in welchem Du mal Deine Arbeit über
               <rs ref="#tillich_person_id__1705" type="person">Schelling</rs> schrie<add place="superlinear">b</add>st, vorüberfahre, denke ich unweigerlich an Dich.</p>
            <p>Wir haben eine nette 6 Zimmer-Wohnung, sehr grossen Garten. Unser Sohn <rs type="person">P.</rs> <!-- unklar, wer gemeint ist -->ist in <rs ref="#tillich_place_id__746" type="place">Pommern</rs> im Internat. In einem grossen See kann man
               stundenlang schwimmen. </p>
            <p>Herrliche Frische gibt es in dem See.</p>
            <p>Die Stadt ist ein Idyll und der Laden ist ein Idyll. Die vielen Heckenwege sind ein
               Idyll. Du siehst: dies ist die Tonart: <emph style="gesperrt">Idyll</emph>. <rs type="place" ref="#tillich_place_id__319">New York</rs> würde auf mich wohl mehr
               wie ein sehr grosser Lunapark wirken; die Dämonie der Technik hat es mir nicht
               angetan, immer noch nicht. Wie Du weisst, sind des andere Dämonien, die auf mich
               wirken. Die priesterliche Provenienz <sic>verläugnet</sic> sich nicht. Wann hätte dem
               Priester Technik imponiert! Macht, Geist, Eros, Magie... ja! Im heutigen Deutschland
               wird die Technik wohl geehrt, aber nicht überschätzt, Gottseidank. Die Technik steht
               wohl auf der Liste der zu betreuenden Gebiete, aber an letzter Stelle. Doch lassen
               wir das aus der Diskussion.</p>
             <p>Idyll ist Schweigen des Dämonischen; aber es kann gerufen werden. Und <pb n="2"/>
               nur wenn es nicht gerufen werden kann, ist das Idyll unerträglich. Da der Adolf
               Hitlerplatz und der Nollendorfplatz und andere Plätze erreichbar sind, ist es –
               wunderschön.</p>
            <p> Zuweilen sehe ich <rs type="person"> Giulio</rs>, der immer Feste vorbereitet, rührend
            eifrig und mit grösstem Talent. Leider kennst Du ihn nur ganz flüchtig.
            Er versorgt mich mit alten und neuen Bekannten, es hat sich gelohnt,
            ihn zu erziehen, zu dressieren, zu trainieren. Meisterlich!</p>
            <p>Wenn Du schreibst, bitte an <rs type="person">Lotte</rs>, die öfter hier ist. </p>
            <p><rs type="person">Hello</rs> studiert in <rs type="place" ref="#tillich_place_id__448">Tübingen</rs>, macht mir die grösste Freude; Wir
               korrespondieren zur Zeit über <rs type="Person">Leibniz</rs>. So was gibts noch.</p>
            <p>Morgen sehe ich seine Mutter. Ich werde dort wohnen, wenn ein Zimmer frei ist.</p>
            <p>So leben wir.</p>
            <p>Was ist aus deiner Pension geworden? Wann wirst Du wieder dem Vaterlande dienen?</p>
            <closer>
               <salute>Gruss an Hannah. 
                  Dein</salute>
               <signed><rs ref="#tillich_person_id__2020" type="person">DOX</rs></signed>
            </closer>
         </div>
      </body>
   <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__2020">
                  <persName>Wegener, Carl Richard</persName>
                  <birth>
                     <date>1883-08-03</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__370">Rostock</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1967-07-11</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Neuruppin</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Jugendpastor und Oberstudiendirektor</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1169900925</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Carl Richard Wegener (3. August 1883 – 11. Juli 1967) war ein deutscher Pädagoge und Pfarrer. Er wirkte zunächst als Jugendpastor in Berlin-Lichterfelde, trat jedoch 1921 aus der Kirche aus und wechselte in den Schuldienst. Ab 1926 war er Studienrat in Naumburg und leitete von 1933 bis 1948 eine Schule in Kyritz. Seine Tätigkeit verband kirchliche und pädagogische Arbeitsfelder.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1705">
                  <persName>Schelling, Friedrich Wilhelm Joseph</persName>
                  <birth>
                     <date>1775-01-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Leonberg (Landkreis Böblingen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1854-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Bad Ragaz</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118607057</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (27. Januar 1775 – 20. August 1854) war ein deutscher Denker und zentrale Figur des deutschen Idealismus. Nach seinem Studium wirkte er als Dozent an mehreren bedeutenden Universitäten – Jena, Würzburg, München, Erlangen und Berlin. Sein Werk umfasste verschiedene philosophische Entwicklungsphasen, angefangen bei transzendentalphilosophischen Überlegungen bis hin zu Naturphilosophie und später zu metaphysischen Systemen. In seiner Schrift zur Freiheit (1809) deutete er die menschliche Existenz als fähig zur moralischen Wahl und bestimmte den Willen als Grundprinzip. Seinen späteren Arbeiten unterschied er zwischen einer begrifflichen und einer offenbarungsorientierten Philosophie. Sein Denken wirkte nachhaltig auf Schopenhauer, Kierkegaard, Jaspers, Heidegger und den Theologen Tillich.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__52">
                  <placeName>Berlin-Zehlendorf</placeName>
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                     <geo>52.43333 13.25000</geo>
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                  <placeName>Pommern</placeName>
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                  <placeName>Theodor-Heuss-Platz</placeName>
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                  <placeName>Tübingen</placeName>
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                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q32751737</idno>
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                  <placeName>New York City</placeName>
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