<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="L10013.xml" xml:base="https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at" prev="L10029.xml" next="L10030.xml">
    <teiHeader>
        <fileDesc>
            <titleStmt>
                <title>Brief von Paul Tillich an Elisabeth und Erhardt Seeberger vom 14. Februar 1934</title>
                <author ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</author>
                <respStmt>
                    <resp>Editor</resp>
                    <name key="https://orcid.org/0009-0000-1606-0460">Cem Ölmez</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                        1933-1951</title>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>
                    <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
                    <address>
                        <street>Schenkenstraße 8-10</street>
                        <postCode>1010</postCode>
                        <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                            <settlement>Wien</settlement>
                            <country>Österreich</country>
                        </placeName>
                    </address>
                </publisher>
                <availability>
                    <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative
                        Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <msDesc type="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <country>USA</country>
                        <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                        <institution>Harvard University</institution>
                        <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                        <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                        <idno>bMS 649/184(7)</idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Brief, eigenhändig</p>
                    </physDesc>
                </msDesc>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
        <encodingDesc>
            <projectDesc>
                <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
            </projectDesc>
            <editorialDecl>
                <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
                    https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
            </editorialDecl>
        </encodingDesc>
        <profileDesc>
            <correspDesc>
                <correspAction type="sent">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
                    <date when="1934-02-14">14.02.1934</date>
                </correspAction>
                <correspAction type="received">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1762"> Elisabeth Seeberger</persName>
                    <persName ref="#tillich_person_id__1763"> Erhardt Seeberger</persName>
                </correspAction>
            <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1762_tillich_person_id__1763">Korrespondenz mit  Elisabeth Seeberger und  Erhardt Seeberger</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10029.xml">Brief von Paul Tillich an Elisabeth Seeberger vom 1. Februar 1934</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10030.xml">Brief von Achelis (Preuß. Wissenschaftsministerium) an Paul Tillich vom 26. Februar 1934</ref></correspContext></correspDesc>
            <langUsage>
                <language ident="deu">Deutsch</language>
            </langUsage>
        <creation><date type="sort" when="1934-02-14"/></creation></profileDesc>
        <revisionDesc status="approved">
            <change when="2025-05-10" who="CO">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text type="letter">
        <body>
            <div type="writingSession">
                <pb n="1"/>
                <opener>
                    <salute>Lieber <rs ref="#tillich_person_id__1763" type="person">Ehrhardt</rs>,
                        liebe <rs ref="#tillich_person_id__1762" type="person">Elisabeth</rs>!</salute>
                </opener>
                <p>Eure beiden Briefe<note type="ea">Liegen nicht vor.</note> habe ich erhalten. Ich
                    antworte sofort, da morgen die <unclear><q>Berengaria</q></unclear> fährt. – Der
                    Brief von <rs ref="#tillich_person_id__1762" type="person">Ehrhardt</rs><note type="ea">Liegt nicht vor.</note> war für mich das Schönste und Stärkendste,
                    was ich seit langer, langer Zeit gelesen habe. Ich danke <add place="sublinear">aber</add>
                    <!--<q>aber</q> unterstrichen, aber nur, um es von der nächsten Zeile zu trennen-->
                    er wird darüber hinausgehende Bedeutung erlangen. Vielen Dank, <hi rend="u">nicht nur in meinem Namen!</hi> Natürlich bin ich nun um so mehr auf jede
                    Nachricht gespannt. Bitte spart nicht mit Telegrammen, wenn es nötig ist. Und
                    seid letztlich unbesorgt!</p>
                <p>Ich habe nun meine Vorlesungen begonnen. Es war ein ziemlicher Erfolg, da ich
                    schon in der ersten Stunde frei Exkurse gemacht und eine lange Debatte frei
                    gehalten habe; man fand sogar, ziemlich ohne Fehler; jedenfalls haben mich die
                    Studenten gut verstanden. Ich habe hier in Union-Seminary 20–25 Studenten, was
                        eine<pb n="2"/> sehr <del rend="s">gl</del> große <q>Classe</q> ist, wie man
                    hier sagt; in Columbia etwa 12, was für das philosophische Department auch nicht
                    wenig ist. – Heute habe ich zum ersten Male am Fakultätsessen mit nachfolgendem
                    Vortrag und Diskussion teilgenommen. Ich habe auch gesprochen. Es ist
                    merkwürdig, wie unglaublich angemessen meine Problematik an die hiesige
                    Situation ist. Ich könnte vielleicht, wenn ich hier bliebe und die Sprache ganz
                    bewältigte eine große Wirksamkeit <add place="superlinear">haben</add>. Die Zeit
                    ist schon jetzt mit Ausnahme von 7 Stunden Schlaf völlig besetzt. Es wird jetzt
                    über Wiederholung der hiesigen Einladung an mich verhandelt; in absehbarer Zeit
                    werde ich mich entscheiden müssen. Ich hoffe, daß ich dann von <rs ref="#tillich_place_id__37" type="place">Berlin</rs> aus eine klare
                    Entscheidung habe; jedenfalls darf es nicht mehr zu lange dauern. – Ich danke
                    Euch (und <rs ref="#tillich_person_id__1991" type="person">Erika</rs>) für Eure
                    Mühen. Wir gehören jetzt alle mehr zusammen als je.</p>
                <closer>
                    <signed>Euer <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paul</rs>!</signed>
                </closer>
            </div>
        </body>
    <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__1762">
                  <persName>Seeberger, Elisabeth</persName>
                  <birth>
                     <date>1893-06-17</date>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1986</date>
                  </death>
                  <idno type="gnd">Keine GND-Nummer</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Elisabeth Seeberger (17. Juni 1893 – 1986) war die Schwester des evangelischen Theologen und Religionsphilosophen Paul Tillich. Im Jahr 1917 heiratete sie Erhard Seeberger, der über viele Jahre als Pfarrer in Berlin-Tempelhof tätig war.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1991">
                  <persName>Vielhaber, Erika</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1763">
                  <persName>Seeberger, Erhard</persName>
                  <birth>
                     <date>1891-11-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Aschbach b. Bamberg</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1969</date>
                  </death>
                  <occupation>Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/12680446X</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Georg Seeberger (1891–1969) war ein deutscher protestantischer Geistlicher, Dekan und Kirchenrat in Bamberg. Er war mit Elisabeth, der Schwester des Theologen Paul Tillich, verheiratet. Er verfasste mehrere Publikationen, darunter ein Handbuch zur Amtsführung für protestantische Geistliche im Königreich Bayern.</p>
                  </note>
               </person>
               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__37">
                  <placeName>Berlin</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>52.52437 13.41053</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/2950159/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q64</idno>
               </place>
               </listPlace></back></text>
</TEI>