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         <titleStmt>
            <title>Brief von Paul Tillich an Wilhelm Wever vom 20. September 1913</title>
            <author ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</author>
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               <name key="https://orcid.org/0009-0006-5231-3094">Sebastian Kueffner</name>
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            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
         </editionStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>
               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
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                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
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            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
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            <msDesc type="manuscript">
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               <physDesc>
                  <p>Brief, liegt maschinenschriftlich vor</p>
               </physDesc>
               <additional>
                  <listBibl>
                     <biblStruct type="monograph" n="firstPrint">
                        <monogr>
                           <author>Paul Tillich</author>
                           <editor>Renate Albrecht/Margot Hahl (Hg.)</editor>
                           <title>Ein Lebensbild in Dokumenten</title>
                           <edition>Erste Auflage</edition>
                           <imprint>
                              <publisher>De Gruyter</publisher>
                              <pubPlace ref="#tillich_place_id__143">Frankfurt
                                 a.M.</pubPlace>
                              <date when="1980">1980</date>
                              <biblScope>66f.</biblScope>
                           </imprint>
                        </monogr>
                        <series>
                           <title>Ergänzungs- und Nachlassbände zu den gesammelten Werken
                              von Paul Tillich </title>
                           <biblScope>V</biblScope>
                        </series>
                     </biblStruct>
                  </listBibl>
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         <projectDesc>
            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
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         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
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         <correspDesc>
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               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
               <date when="1913-09-20">20.09.1913</date>
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               <persName ref="#tillich_person_id__2048">Wilhelm Wever</persName>
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         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__2048">Korrespondenz mit Wilhelm Wever</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L00371.xml">Brief von Maria Rhine an Paul Tillich vom 17. September 1913</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L00373.xml">Brief von Maria Rhine an Paul Tillich vom 27. September 1913</ref></correspContext></correspDesc>
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            <language ident="deu">Deutsch</language>
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      <creation><date type="sort" when="1913-09-20"/></creation></profileDesc>
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         <change who="SK" when="2026-04-20">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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   <text type="letter">
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            <opener><dateline><rs ref="#tillich_place_id__37" type="place">Berlin</rs>, den <date when="1913-09-20">20. Sept. 1913<lb/>Neuenburger Str. 3.</date></dateline>
               <salute>Hochverehrter <rs ref="#tillich_person_id__2048" type="person">Herr
                  Amtmann</rs>!</salute> <note type="ea">Dieser Brief wurde aus dem Band V der Ergänzungswerke zu Paul Tillich entnommen. Ehemals soll dieser im Privatbesitz von R. Albrecht in Düren gewesen sein und soll in das Tillich-Archiv in Marburg übergegangen sein, ist aber nicht im Findebuch verzeichnet.</note>
                  
            </opener>
            <p>Diese Zeilen haben den Zweck, Sie um das Größte zu bitten, was Sie mir gewähren können, Sie um das Größte zu bitten, was Sie mir gewähren können, Sie zu bitten, mit Ihrer Tochter <rs ref="#tillich_person_id__1931" type="person">Greti</rs> für's Leben anzuvertrauen. Sie werden mir glauben, daß ich einen solchen Schritt nie tun würde, ohne die Gewißheit erlangt zu haben, daß wir uns vor allem in dem Tiefsten berühren, was im Menschen ist, und wo allein die Gewähr eines dauernden, innerlich unlöslichen Verhältnisses gegeben ist. Wenn das Gefühl um dieses Verbundensein die Liebe ist, so kann es sich doch bei uns nicht um ein blindes Verliebtsein handeln, sondern um ein bewußtes, immer neues Ringen umeinander, bei dem dennoch die Sicherheit des Findens nie entschwindet.– Dem entsprach auch unser Kennenlernen. Die entscheidenden Eindrücke empfingen wir voneinander bei den Gesprächen über die großen Lebensfragen, wo wir uns trotz der Verschiedenheit der Denkformen und Ausdrucksweise und des Unterschiedes der Lebenssphären immer wiederfanden. Die erste Aussprache über unser Verhältnis hatten wir am <date when="1913-08-22">22.August</date>, aber eben wegen jener vielfachen Verschiedenheit gaben wir uns eine Zeit, in der wir uns frei und ungestört kennenlernen wollten, und beschlossen, die Entscheidung bis Weihnachten hinauszuschieben. Es liegt uns außerordentlich viel daran, daß es bei dieser Verabredung bleibt, weil wir beide zu selbständige Naturen sind, als daß wir einen solchen Schritt anders als in vollkommener Klarheit machen könnten. Hier liegt auch einer der Gründe, warum ich mich nicht eher an Sie gewandt habe: Erst durch die letzten Tage in <rs ref="#tillich_place_id__37" type="place">Berlin</rs>, wo wir in aller Freiheit zusammensein konnten, ist uns der richtige Zeitpunkt gekommen. Daß Ihre <rs ref="#tillich_person_id__2049" type="person">Frau Gemahlin</rs> und <rs ref="#tillich_person_id__2047" type="person">Frl. Eva</rs> in gewisser Weise vorher orientiert werden mußten, lag in den äußeren Verhältnissen und war unvermeidlich, wenn wir uns öfter sehen wollten. Ausschlaggebend für mein Zögern war schließlich die äußere Seite, der Materielle, über das ich mich erst hier in <rs ref="#tillich_place_id__37" type="place">Berlin</rs> orientieren konnte. Wie bekannt, verdient man als Privatdozent nicht mehr als die Kolleggelder, d.h. nichts irgendwie Sicheres oder Erhebliches. Infolgedessen habe ich mich nach einer Stellung umgesehen, die eine gewisse materielle Grundlage geben kann, und stehe vor der Wahl, mich entweder um einen kirchenregimentlichen Nebenauftrag in <rs ref="#tillich_place_id__37" type="place">Berlin</rs> oder eine studentische Konviktsinspektor-Stelle in <rs ref="#tillich_place_id__68" type="place">Bonn</rs> zu bewerben; ich habe beide Bewerbungen eingereicht, denke aber, daß ich gegebenfalls <rs ref="#tillich_place_id__68" type="place">Bonn</rs> annehmen werde. Dort hätte ich 1500 M Gehalt, dazu im ersten Jahr 300 M Stipendium, im zweiten Jahr eine wesentliche Erhöhung des Stipendium, dazu das Privatdozentenstipendium. Also eine Grundlage von ca. 2000 M; dazu würde ich, das ist das Resultat unserer Verhandlungen, von meinem <rs ref="#tillich_person_id__1924" type="person">Vater</rs> jährlich 1000 M aus meinem Erbe erhalten. Freudig aber könnte ich Ihre Tochter nur dann aus ihren gegenwärtigen Verhältnissen herausreißen in die Enge einer städtischen Existenz, wenn wir von Ihnen aus dem Erbe Ihrer Tochter noch einen Zuschuß von jährlich ca. 1000 M erhielten. Und das ist die Bitte, die ich in dieser Beziehung an Sie richte.</p>
            <p>Alles andere möchte ich der mündlichen Aussprache überlassen, die, wie ich denke, in etwa 10 Tagen möglich sein wird. Mit der Bitte um Ihr Vertrauen bin ich</p>
            <closer>
               <salute>Ihr sehr ergebener</salute>
               <signed><rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Dr. Paul Tillich Lic. theol.</rs></signed>
            </closer>
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                  <persName>Wever, Mathilde</persName>
                  <occupation>Mutter von Greti</occupation>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__2048">
                  <persName>Wever, Wilhelm</persName>
                  <occupation>Vater von Greti, Domänenpächter</occupation>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1924">
                  <persName>Tillich, Johannes Oskar</persName>
                  <birth>
                     <date>1857-06-03</date>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1937-07-30</date>
                  </death>
                  <occupation>Pfarrer; Superintendent; Konsistorialrat;</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1168631602</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Johannes Oskar Tillich (1857 – 1937) war ein evangelisch-lutherischer Pfarrer und Theologe. 1885 hatte er Wilhelmina Mathilde Dürselen geheiratet, die 1903 verstarb. Seine erste Pfarrstelle hatte er in der lutherischen Gemeinde Starzeddel bei Guben, wo 1886 sein Sohn Paul geboren wurde. Johannes Oskar Tillich und Wilhelmina Mathilde Dürselen waren also die Eltern des evangelischen Theologen und Religionsphilosophen Paul Tillich. 1891 wurde Johannes Oskar Tillich Superintendent des Kirchenkreises Schönfließ in der Neumark, 1900 folgte seine Berufung nach Berlin, wo er zum Geheimen Konsistorialrat ernannt wurde.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Ill.</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe; Religionsphilosoph; Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__2047">
                  <persName>Wever, Eva</persName>
                  <occupation>Schwägerin Tillichs, später Eva Detert</occupation>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1931">
                  <persName>Tillich, Margarete</persName>
                  <idno type="gnd">Keine GND-Nummer</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Margarete Karla Tillich (8. April 1888 – 25. November 1968), geboren als Margarete Karla Wever und genannt Greti, war die erste Ehefrau des evangelischen Theologen und Religionsphilosophen Paul Tillich. Die Ehe wurde im November 1921 geschieden.</p>
                  </note>
               </person>
               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__37">
                  <placeName>Berlin</placeName>
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                  <placeName>Bonn</placeName>
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